"Girl gone wide."


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Archive for April, 2010

In dieser Musikwoche bisher: schmieriger Rock aus Australien, Country Pop aus den 90ern und ein Genozid an Rothaarigen. Um nahtlos an dieses stringente Bild anzuknüpfen kommen wir nun zu meinem derzeitigen Lieblingsgenre, dem Hipster Hop, dem Fashion Rap, dem High Top Talk. Nach Skateboard P und K-West im Genre gab es ja erstmal ein Loch von nichts und dann plötzlich viele junge Legenden, namentlich Kid Cudi, Drake und mein absoluter Favorit, Lupe Fiasco.

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by yeahs in Musik


Auf einen Like oder Share Button klicken. Das machen wir jetzt schon seit Ewigkeiten. Wir finden etwas gut und im Kollektiv sind wir dafür verantwortlich, dass es populär wird. Danach lehnen wir uns zurück in der Hoffnung, dass irgendwer diese Popularität vermarkten und monetarisieren kann. Wir bezahlen mit unserer Zeit und mit unserer Leidenschaft, es ernährt zwar keinen Haushalt, aber dafür arbeiten wir ja indirekt. Meistens durch Werbung, manchmal durch volle Konzerthallen oder Merchandise. Und meistens klappt es nicht, aus so vielen Gründen- weil Werbung nicht geklickt wird, weil MP3s und Filme raubkopiert werden.

Es ist verdammt schwierig, bei einem so großen n an verfügbarer Kunst (im Internet) sein Geld auf abstrakte Preise (was kostet ein Datenhaufen?) aufzuteilen, Preise, die vor zwanzig bis dreißig Jahren vielleicht mal aktuell waren. Weil man damals noch nicht so schnell und so unmittelbar da war, wenn es einen neuen Song gab. Weil Reichweite über teure Marketingkampagnen erschaffen wurde, und nicht (oder selten) durch den Kontakt mit Fans. Weil heute alles im DIY-Verfahren möglich gemacht wird (think MySpace), und weil wir unsere Aufmerksamkeit auf so viele Dinge gleichzeitig aufsplitten können. Nur unser Gehalt kommt da leider nicht mit.

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by yeahs in Ohne Worte


Nachdem anscheinend gerade sowieso Music Week ist, möchte ich einen weiteren Schritt in unsere gemeinsame Vergangenheit wagen und mal eines klar stellen: auch, wenn es nicht ganz meiner Vorstellung von Coolness entspricht, verdammt, ich liebe Hanson (um die Coolness wieder hochzuhebeln: ich besaß mit Vierzehn ein T-Shirt auf dem drauf stand “I Fucked The Girl In Hanson” was mir meine Mutter dann aber ziemlich übel nahm und wegschmiss. Die vier Tage hatte es sich jedenfalls gelohnt, und ich war wieder Heldin der Finsternis).

Hanson, für alle, die es nicht wissen, machten auch nach ihrem One Hit Wonder Mmmbop weiter Musik (und haben damit wohl als einzige 90er-Jahre-Sensation überlebt), und zwar überraschend gute. In der Zwischenzeit sind die Jungs übrigens auch echt lecker geworden. Was? Das wird man ja wohl einfach mal behaupten dürfen…

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by yeahs in Musik


Ich weiß gar nicht,  ob man sich dafür eigentlich als 21-Jährige schämen muss oder nicht, aber ich bin insgeheim der größte INXS Fan auf der Welt und ich stehe dazu. Ich stehe dazu, auf australische Rocker in Lederjacken und nacktem Oberkörper abzufahren.  Ohne auch nur einen Funken Ironie. Richtige Männer sind das noch.

Anyway: laut meinem Lieblings-Gossip-Outlet hat Beck, der alte Klampfenkönig, dazu eingeladen einige INXS-Hits von Indie Menschen covern zu lassen. Das finde ich alles schön und rund und interessant ((okay, wirklich? Sensible Musiker treffen sich um sensible Musik zu machen? Wirklich? Oh Gott, ich will Koks und Nutten wieder auf dem Plan sehen!)) und die Videos findet man hier, aber viel besser finde ich die Rechtfertigung, jetzt ein paar geile INXS-Videos reinzuhauen. Ohne Mist- INXS, Pizza, Wrestling, Dosenbier, Leopardenmusterleggins, breite Sonnenbrillen und Orgasmen auf schnellen Motorrädern. Verdammt noch mal ist das geile Musik.

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by yeahs in Musik


In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen Protagonisten eines anderen Lebens (anderer Welten, Dimensonen, Zeiten und Gesellschaftsformen) ihre Gedanken, Erlebnisse und Traumata hier. Manche sind Alter Egos ihrer selbst, einige gibt es wirklich, doch die meisten haben nie existiert. In einem Zustand des Nicht-Da-Seins finden sie ihren Frieden darin, in die Außenwelt zu schreien, was sie nicht mehr in sich tragen können. Um ihre Anonymität zu wahren, werden nur ihre Pseudonyme preisgegeben. Willkommen in der Restrealität…


Es gibt sie, diese Momente die so voll sind, dass man das Gefühl hat platzen zu müssen.

Diese Momente, so voll, dass man das Gefühl hat nie glücklicher sein werden zu können, als in diesem Moment.

Ich habe ihn meist morgens, wenn ich zufrieden und müde nach Hause laufe. Vorbei an den Gleisen, das Klackern einer Dose, das Zischen – kurz-, gelegentliches Scherzen mit dem Menschen der einen begleitet und auf einmal ist er da: dieser Augenblick an dem ich schreien möchte, mein Glück in die Welt hinaus und in mich hinein, und dir entgegen..

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by Anonym in Restrealität


Seit Ewigkeiten fahre ich mir nun fast jeden Tag mindestens einmal Paper Planes von M.I.A. rein. Ich halte diesen Track (im Diplo Street Remix) für das beste an musikalischen Ergüssen was sich bisher in meinem Hörgang breit machen durfte. Und jetzt, nach einer gefühlt endlosen Pause, ist M.I.A. wieder da und bombt lyrisch wieder radikal alles runter was man sich so in unseren westlichen Gefilden vorstellen kann.

An dieser Stelle reingeschmissen ihr großartiger Kommentar zu Lady Gaga aus einem NME Interview (und ja, ich gröhle auch jeden Song gedankenlos mit und möchte damit nicht die catchyness verurteilen):

None of [Lady Gagas] music’s reflective of how weird she wants to be or thinks she is. She models herself on Grace Jones and Madonna, but the music sounds like 20-year-old Ibiza music, you know?

She’s not progressive, but she’s a good mimic. She sounds more like me than I fucking do! That’s a talent and she’s got a great team behind her, but she’s the industry last’s stab at making itself important – saying, ‘You need our money behind you, the endorsements, the stadiums’ Respect to her, she’s keeping a hundred thousand people in work, but my belief is: Do It Yourself.

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by yeahs in Musik


Ich würde mich sehr freuen, wenn mir mal jemand so eine Kamera in die Hand drücken und mich zwei Nächte in San Francisco Fotos machen ließe. Sehr würde ich mich freuen. Übrigens wurden für dieses Video keine Videos gemacht, sondern nur Fotos. Spätestens nach den ersten 2000 Bildern wäre ich ausgerastet, wie viel Party kann man denn auch machen, wenn man die ganze Zeit hinter der Linse steckt? Egal- großartiges Video, will auch, will mehr davon. Bald.

Ich finde ja, dass man bestimmte Stereotypen fälschlicherweise abhängig von der Rasse gemacht hat. Nicht, weil die Stereotypen selbst keinen auf Wahrheit tragen, sondern weil Rasse damit nichts zu tun hat- es ist eher der Outkast-Kulturkreis. Dort die Schwarzen, hier die Araber und Türken. Dieses Migrantending, welches dann seine eigene Kultur-in-der-Kultur (Ebonics, Deutschtürk – Kool Aid, Döner) entwickelt und zufälligerweise immer so ein bisschen den cooleren, ungezwungeren Eindruck macht.

Vielleicht mach ich das eines Tages mal professionell mit solchen hahnebüchigen Aussagen, Stereotypen-Studies nennt sich das dann. Ich bin dann immer die Expertin im Fernsehen, die die Schlagzeilen aus der Gala abnickt und erklärt, wieso welche Prinzessin aus dieser und jener Steueroase jetzt schon wieder dies und das gemacht hat. Moment, ist das ein anderer Job? Egal.

Was ich eigentlich sagen wollte: “White Whine“, mein neuer/alter Lieblingsblog, könnte auch “German Whines” oder “Der Grund, warum keiner die Deutschen mag” heißen. Ich zähle mich in diesem Fall übrigens als Deutsche, niemand kann so herrlich Jammern wie ich, wirklich. Gut, dass meine arabischen Eltern mich da immer ganz schnell zurechtrücken. “Iih, das sieht aber nicht sehr gesund aus.” “FRISS DAS SONST HEIRATEST DU EINEN HÄSSLICHEN HAARIGEN ÖLSCHEICH!!!” “Mhm schmeckt das gut!!!!”

Hier meine Lieblings-Weinereien:

  • I totally want the Ralph Lauren stuff that Team USA is outfitted in, but $400 for a shawl-neck cardigan sans cashmere? Please.
  • Um, pretty sure I said half sweet potato fries, half regular fries, not two-thirds sweet potato fries.
  • I’ve got so many different things going on in my life, I’ve run out of colors for gmail labels.
  • A little cut on my thumb is causing me tremendous pain when I try to use the trackball on my Blackberry.
  • I really need new music. I have 350 GB of nothing to listen to.
  • Sufjan Steven’s quirky song titles are stretching out my last.fm charts!
  • How come no one ever “likes” my blog posts in Google Reader?
  • this charmin ultra-soft mega roll of toilet paper does not fit in my toilet paper holder.

by yeahs in Ohne Worte


Vor gefühlten drei Millionen Jahren wurde ich mal von aufmerksamen Lesern dazu aufgefordert, doch mal ein Dubstep-Mixtape zu machen. Da ich Dubstep hauptsächlich in fertigen Sets höre (die meistens aus Remixen bestehen), war es natürlich entsprechend schwer, einzelne Tracks herauszufiltern. Ich verkünde hiermit das mieseste Mixtape, dass dieses Blog jemals sehen wird und hoffe, ihr verzeiht es mir ((ich liebe übrigens alle Tracks in der Playlist, versteht mich nicht falsch, aber bei den meisten weiß ich nicht mal, ob man das wirklich Dubstep zuordnen kann. Außerdem, wenn wir jetzt mal ganz ehrlich sind, ist Burial doch alles, was man hören muss. Die perfekte und unzerstörbare Schönheit. Kunst. Magie. Nennt es wie ihr wollt, es ist schlicht und ergreifend perfekte Musik)).

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by yeahs in Musik


Im j.kinski warten wir auf dampfende Honey Mustard Burger in mehlig-knusprigem Ciabatta-Brot mit Kartoffelspalten, warten auf unsere Drinks, lauschen den leisen, ehrlich, kalkbrenneresken Beats aus den Winkeln der himmelblau-violett gestrichenen Wänden und sind uns einig, dass wir der Liebe und dem Spiel, dessen Regeln Viele nicht folgen wollen und können, auf die Schliche gekommen sind.

Unsere Regeln sind wertlos. Die Gläser sind leer, die Burger werden zwischen unseren Kiefern zermalmt und eine kleine braun-weiß-gefleckte Dogge streift unseren Tisch zu unseren Füßen. Keine Regeln für die Liebe, wenn sie ungreifbar ist; und ja, sie ist greifbar. Sie ist greifbar, ohne ihren Zauber, ohne ihren Trick zu verraten.

Wie unsagbar gleich alles geblieben ist, wenn sich Menschen im Lieben verlieren wollen, aber aus irgendeinem Grund alles dafür tun, um eben das zu verhindern. Und es ist so unglaublich schwierig herauszufinden, was in dem Kopf des Anderen passiert, der einem das Wasser abgräbt, nicht weiß wohin.

Drink Nummer 2. Die Regeln sind radikal und jeder hat seine Blaupause dafür, wenn es darum geht, wie und ob man was zu entscheiden hat. Menschen sagen sie lieben einen und dann spüren die anderen das gar nicht. Vielleicht liegt das daran, dass sich Menschen, die es sagen eigentlich nur in das Gefühl verliebt haben und es eigentlich nicht teilen wollen.

Wir kauen zu Ende und bündeln unsere naiven Erkenntnisse über das größte Geheimnis der Zwischenmenschlichkeit. Die kühle Luft von draußen weht durch die geöffnete Tür des j.kinski und kühlt unsere Köpfe. Alles, was du ihr zu sagen hast, sagst du:

ziemlich viel was du da verlangst. ich kann nichts versprechen. und wenn es jetzt das vorerst letzte ist was du von mir hören wirst. es vielleicht dir weh tut oder einfach dumm von mir ist. ich liebe dich. werde glücklich und sei das glück der anderen.”

Es ist so, dass wenn jemand sich dafür entschieden hat, sich nicht zu entscheiden, dann steht man als der Andere auf einer ganz schlechten Position, in der man so wenig richtig und so viel falsch machen kann. Man kann in den Kopf des Unentschlossenen nicht rein sehen. Man weiß nur, da passiert etwas, das einem vorenthalten wird. Als würde man sein Ohr an die Außenwand einer großen Fabrik aus rotem Backstein legen mit dampfenden Essen und horchen, was darin produziert wird. Man hört Lärm, aber es reicht einfach nicht aus um genau zu bestimmen, was es ist.

Sowas kann einen wahnsinnig machen.

Wir zahlen. Tequila Silber zum Abschied. Ich ziehe meine blaue Jacke an und rieche schmerzenden Zigarettenqualm draußen, der sich aus rauchenden Aschenbechern das letzte Mal regt.

Danke B+. Auch für die Drinks.

Wir sind ein Stück voran gekommen. Es hat uns nicht schlauer gemacht. Nur ratloser. Aber lieber die Bewegung erzwingen, als den Stillstand zu akzeptieren.

by B in Crystal Meth State of Mind