What makes this so interesting is not just that retailers employ more than one in 10 British workers, or that supermarket bosses such as Terry Leahy or Justin King are often mimicked by executives in other businesses. It’s that management thinkers such as Tom Peters and Charles Handy have spent decades telling us that the workplace of the future is a shiny, hi-tech grotto where people are free to exercise initiative and innovate. Yet the reality is that innovation is imposed on staff and where initiative is encouraged it’s within heavily circumscribed borders. Grugulis and her colleagues note how one manager broke with orders on displaying goods; the resulting layout was far better, and yet he implored the academics not to take photos for fear head office would find out.
Not all routine is bad. The commutes, the tea breaks – these make up the essential scaffolding of our working days. But when more and more of your work is claimed by routine and control, it becomes hard to bear, especially when you have the qualifications that entitle you to expect more.
In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen Protagonisten eines anderen Lebens (anderer Welten, Dimensonen, Zeiten und Gesellschaftsformen) ihre Gedanken, Erlebnisse und Traumata hier. Manche sind Alter Egos ihrer selbst, einige gibt es wirklich, doch die meisten haben nie existiert. In einem Zustand des Nicht-Da-Seins finden sie ihren Frieden darin, in die Außenwelt zu schreien, was sie nicht mehr in sich tragen können. Um ihre Anonymität zu wahren, werden nur ihre Pseudonyme preisgegeben. Willkommen in der Restrealität…
Ich stehe am Bahnhof Zoo neben dem Bäcker am U-Bahn Eingang zur U2, ich habe keinen Bock direkt runterzugehen, ich bin in Hektik und im Stress und ich telefoniere mit zwölf Leuten und als das endlich vorbei geht und ich die paar Tropfen Regen ins Gesicht abkriege und der Tag damit scheinbar endgültig gelaufen ist stecke ich mir doch die Zigarette an, die ich vermeiden wollte. Fick es, egal.
Neben mir steht ein Typ, nicht ungepflegt, nicht stinkend, irgendwie 90er Jahre Technolook und ein unschuldiges und total durchgenommenes Gesicht mit Sommersprossen, er steht vielleicht einen Meter neben mir mit einem Pappbecher vom Kaffeemann und guckt mich kurz an, als ich ihn angucke, nichts spektakuläres, aber plötzlich habe ich das Gefühl, dass ich nicht alleine rauchen will und ich drehe mich zu ihm und halte ihm meine Packung Malboro Gold hin und frage “Willste eine?”
Er guckt böse und angegriffen und hat mich nicht richtig verstanden, “Was?” fragt er, “Na ob du ne Zigarette willst?” und ich merke, dass ich nicht lächel, also lächel ich, die Munition in seinen Augen wird augenblicklich entschärft, “echt?!” und ich sage “Klar” und er nimmt sich eine, und dann sucht er total verzweifelt nach Feuer, als ob ich sie ihm gleich wieder wegnehmen würde, also gebe ich ihm auch Feuer und er nimmt einen langen und zufriedenen und zittrigen Zug, “Man, woher wusstest du, dass ich jetzt eine gebrauchen könnte?”, ich zucke mit den Achseln. Keine Ahnung, ich wollte nicht alleine rauchen, und er stand neben mir in Raucherpose, “Keine Ahnung”.
Ich wollte mich wieder weg drehen, ich wollte nicht mit ihm quatschen, ich hatte gar keine Lust auf quatschen, aber er fing an zu reden, vielleicht weil er glaubte dass er mir das jetzt schuldig war. “Wartest du auf den Bäcker?”, “nein”, “die machen ja um 20 Uhr zu und da schmeissen die ihr ganzes Zeug raus”, ach so war das, er wartete auf altes Brot, na dann, “Soll ich dich auf was einladen?”, fragt er mich, und ich bin kurz aus meiner Bahn geworfen, er hält mich für eine Obdachlose, und wenn ich mir meine zerrissene Jeans und meine tief ins Gesicht gezogene Mütze so vorstelle, ja, dann vielleicht wirklich. “Nee man, passt schon.”, sage ich.
“Ich gehe gleich eh arbeiten, aber ich muss mich erst mal stärken”, wo geht der Typ denn hier jetzt arbeiten?, “wo gehst du denn jetzt arbeiten?”, frage ich, “na hinten auf’n Strich, du nicht?”, “Nee, ich nicht.” “Ich hab noch zwei Doggen zu Hause und ich muss die füttern, naja, scheisse, muss halt ‘ne!” “Ja, klar, muss halt.” Irgendwie wundert mich das nicht, dass er auf den Strich geht, er sagt das auch ohne dass es ihm peinlich ist, dafür bewundere ich ihn aber ich denke nicht mehr lange darüber nach, jetzt fallen mir auch die ganzen Flecken auf seinen Armen auf, H halt, natürlich, heieieieiei. “Ich hab noch ein bisschen Kleingeld, kannste haben”, ich drücke ihm ein paar Euro in die Hand, er ruft “SCHEISSE NEIN!! HÖR AUF!”, aber er sagt das total erschüttert und positiv erstaunt, und ich bin mindestens genauso erschüttert darüber, dass er so dankbar scheint. Es sind doch nur ein paar Euro. “Es sind doch nur ein paar Euro. Haste wenigstens ein bisschen Futter!”, ich habe kein Mitleid, ich denke mir nur, ich hab das bisschen Kleingeld und hätte es sowieso nur verloren weil ich kein Münzfach habe.
Ich muss auch ein bisschen lachen, mit ihm zusammen, weil das so eine total bizarre Situation ist, ich wollte doch nur nicht alleine rauchen, und jetzt quatscht der mich voll wie toll ich bin und dass ich mega den Sozialen hätte, nee, wenn der wüsste dass ich nur nich alleine sein wollte, ich sage zu ihm “man, das wird irgendwann wieder besser, wir haben alle schlechte Zeiten und wenn wir uns nicht gegenseitig helfen, wer dann?”, und er nickt, und er sagt “Ja, auf jeden Fall. Wenn du ein bisschen Dope brauchst, kein Problem..”, und weil ich seine Illusion nicht zerstören will sage ich “Nee, passt schon, behalt du mal, ich hab gerade gute Tage gehabt”, und auch wenn er jetzt glaubt, ich gehe auch auf den Strich, ist mir das recht so, dann hat er wenigstens Solidarität gefunden, meine Fresse, wir kommen beide auch aus Frankfurt am Main, dann umso mehr, das erzählt er mir nämlich auch, das und von den anderen Bäckern auch, die um die Uhrzeit alles rauswerfen, und einen Tag später fand ich heraus, dass sich das “Containern” nennt, interessant, da bin ich ja gerüstet für die beschissene Zukunft, und überlege ob ich ihm die Kippe gegeben hätte wenn ich gewusst hätte aber ach aber ach.
Ich gebe ihm meine Zigarettenpackung zum Abschied, vielleicht nicht wirklich gesund oder so, und vielleicht hätte ich ihm ‘ne Pizza ausgeben sollen, aber was soll’s, was soll’s, er fängt an mich anzuschreien dass ich das nicht tun kann und ihm nicht einfach so viel geben kann und ich lache ein bisschen und er lacht auch und ich sage “ey, wir sehen uns, und viel Glück heute”, und er schüttelt den Kopf wieso jemand so bekloppt ist und ich gehe in die U-Bahn und habe es beim Einsteigen schon längst vergessen und mache mir auch keine Gedanken mehr drüber und bin völlig unzufrieden weil ich meine Zigaretten weggegeben habe und jetzt könnte ich echt mal wieder eine rauchen, aber nett war er ja, und dann freue ich mich doch, ihm die Kippen gegeben zu haben, denn sein Tag wird bestimmt noch beschissener als meiner, und dann rege ich mich auf, weil er doch kein Feuer hatte.
Hip Hop beschäftigt mich gerade von Geschichte über Sounds über Raps über Lines über Battles über Beefs über East zu West Coast zu Graffiti zu Attitüde zu Kriminalität zu Skateboarding zu Beatboxing zu Scratching zu allem, was in meinem Leben so irgendwie Einfluss hatte. Man, jeder Film, jeder Soundtrack, jeder Spruch: potenziell der Hip Hop Kultur entsprungen, aber was weiß ich schon darüber, ich bin eh viel zu jung. Für mich ist das – wie beim Graffiti schon – immer ein Ding der Selbstverständlichkeit gewesen. Wie laut wir die Boxen aufgedreht haben, damals, und es war völlig okay, das war Popmusik, man.
Lange habe ich überlegt, wie mein ultimatives Rap/Hip Hop Mixtape aussehen würde: chronologisch? Nach Phasen geordnet? Best Of Everything? Die Geschichte des Hip Hops begleitend? Nur Gangster, nur East, nur West, ich habe noch nie so lange für ein Mixtape gebraucht und ich habe auch noch nie ein Mixtape gebastelt das so umfangreich war wie dieses. Aber scheiss drauf: mein Mixtape würde aus den Tracks bestehen, die mich in meinem Leben begleitet haben, völlig egal ob die Songs selbst irgendeinen kulturellen Wert oder Durchbruch für Hip Hop bedeutet haben, ob sie bekannt, alt oder neu sind (wobei es sich durchaus eher um die Classics handelt und nicht um das was den letzten 5 Jahren entsprungen ist, Outkast vielleicht als Ausnahme).
Die letzten paar Jahre habe ich sowieso gut ausgesetzt; nie vollständig, aber immer distanziert genug. Dem Techno verschrieben habe ich mich, davor der Rockmusik, aber es kommt immer wieder hoch, diese Vergangenheit, vielleicht speziell jetzt weil Hip Hop wieder einen kleinen Turn Richtung Flow und Style und Conscious Rap gemacht hat anstelle dieses ganzen Gangster Bling Bling Quatsches.
Mein erster Walkman, gut durchgenommen, tausend Kopfhörer, im Wohnzimmer mit den Brüdern abspasten, oh man, 93 til infinity war schon längst tot als wir es entdeckt haben, und auf VH1 druff, und irgendwann Dosenbier und Aggro Berlin auf dem Skatepark– this is how we chill…
Mixtape: 93 til infinity
Souls of Mischief – 93′ til infinity Mobb Deep – Survival Of The Fittest Raekwon – Ice Cream (ft. Ghostface Killah & Method Man) Eric B & Rakim – Eric B. Is President Nas – NY State Of Mind (Pt. 2) The Pharcyde – Runnin’ The Roots – You Got Me (Erykah Badu) Mary J Blige – You’re All I Need (ft. Method Man) Luniz – I Got 5 On It Wu-Tang Clan – Wu-Tang Clan Ain’t Nothing Ta Fuck Wit Mos Def – Travelin’ Man Bizzy Bone – On The Freeway Blackstreet – No Diggity ft Dr. Dre N.W.A. – Express Yourself Run DMC – It’s Like That Afrika Bambata – Planet Rock Skee Low – I Wish I Was A Baller Outkast – ATLiens Warren G – Regulate ft. Nate Dogg LL Cool J – Doin It Ice Cube – It Was A Good Day The Roots – What They Do Lil 1/2 Dead – Had To Be A Hustla Dr. Dre – Nothing But A G Thang (ft. Snoop Dogg)
If I wasn’t ah, eight figure nigga by the name of Jigga
would you come around me or would you clown me?
If I couldn’t flow futuristic would ya
put your two lips on my wood and kiss it – could ya
see yourself with a nigga workin harder than 9 to 5
then 10 to 6, two jobs to survive, or
do you need a BALLA? So you can shop and tear the MALL UP?
Puff Daddy – Can’t Nobody Hold Me Down (ft. Ma$e) 2 Pac – California Love Jay Z – Big Pimpin’ ft. UGK B Real, Busta Rhymes, Coolio, LL Cool J, Method Man – Hit Em High Pharoahe Monch – Simon Says Wutang Clan – Gravel Pit Dead Prez – Hip Hop A Tribe Called Quest – Hot Sex On A Platter The Roots – The Seed Dr. Dre – Still Dre (ft. Snoop Dogg) Jay-Z – 99 Problems Outkast – BOB Chamillionaire – Hip Hop Police 2Pac – Hit Em Up LL Cool J – Momma Said Knock You Out Wu Tang Clan – Protect Ya Neck Nas – Made You Look Jay Z – Can I Get A … KRS-One – Sound Of Da Police A Tribe Called Quest – Scenario 8ball & Mig – Thank God LL Cool J – The Ripper Strikes Back
You soft as a newborn baby takin a nap
Make my dick hard with that bitch ass track
Where you at? Smokin in some one room flat
Suckin on Clef’s dick hopin to come back
Never that, nigga my size is unlimited
Yours is prohibited, of course that’s contributed
To not knowin ya limits and who you need to test
When you step into the house of the Lord and get blessed
Mobb Deep – Shook Ones pt 2 The Notorious BIG – Biggie (ft Junior MAFIA) Brandy – Top Of The World (ft. Ma$e) Outkast – Ms Jackson Dr. Dre – The Next Episode Jay-Z – Hard Knock Life Lauren Hill – Everything Is Everything Field Mob – Cut Loose Missy Elliot – Sock It 2 Me Outkast – Rosa Parks Bone ThugsNHarmony – Thuggish Ruggish Bone Mobb Deep – Hey Luv (ft. 112) LL Cool J – Hey Lover Nas – One Mic Missy Elliot – The Rain (Supa Dupa Fly) The Notorious BIG – Mo Money Mo Problems Jay-Z – Money Ain’t A Thang (ft. Jermaine Dupri) Nappy Roots – Hustla LL Cool J – Phenomenon Puff Daddy – Been Around The World (ft. Notorious BIG & Ma$e)
Ich musste mich auch echt zurückhalten, einfach nur die Jay Z Diskografie zu posten. Playlist bei Grooveshark.
“Wir sind nur einmal jung” rechtfertigt alles- jeden Fehler, jede unmoralische Handlung, jede rücksichtslose Bewegung und jede Distanzierung vom Gemeinwohl in einem einzigen Satz gefangen und abgenickt. Wir erlauben unseren Kindern diese Freiheiten, weil sie noch früh genug die Hürden und die Lasten eines verantwortungsvollen Leben auf ihren so schwachen Schultern spüren werden. Manche entscheiden sich freiwillig dafür, manche haben nie die Gelegenheit ihre Limits zu sprengen und werden in das Erwachsensein reingeboren; ich, ich bin hier mittendrin und mir dessen bewusst. Aber nicht für immer.
Ich weiß, du und ich, wir werden die nächsten drei oder vier Jahre noch toben und spielen wollen, unsere Grenzen austesten wollen und sehen wohin uns diese verrückte Welt und die augenscheinlich nie endende Jugend hinführen wird, aber ich sage dir ganz ehrlich und unvermittelt: ich bin nicht für immer jung, und ich will mir nicht für immer alle Möglichkeiten offen halten. Ich will die nächsten Jahre mit dir und euch auf Drogen verbringen und jeden Tag chaotischer leben als vorher, dazulernen, wissbegierig aufsaugen und im Dreck aller Träume wühlen. Ich will die nächsten Jahre von einem spontanen Trip zum nächsten jetten, ich will auf Parties gehen, studieren, die Welt sehen. Ich will mit dir in einem Bett liegen und darüber philosophieren warum wir nie zusammen sein können, ich will berührt werden und verletzt werden und ich will alle Erfahrungen in eine kleine Schatzkiste packen und daraus ein Paket für meine Zukunft schnüren: voller Wortschatz, Selbstsicherheit, Erfahrung, Freundschaft, Schmerz, Meinungen und Urteil. Denn ja, eines Tages will ich wissen, was mich glücklich macht. Was mich nicht glücklich macht. Wogegen ich mich kategorisch entschieden habe, bewusst, welche Politik ich gut finde und welche Beziehungen ich nicht mehr eingehen möchte. Ich will mich festlegen. Ich will Menschen nicht gut finden, sie verurteilen können, weil sie nicht nach meinen Prinzipien leben; nicht um sie zu bessern oder um die Welt zu verändern, sondern um in meinem eigenen kleinen Mikrokosmos ein Stück Fassung zu bekommen, für mich, für dich, für meine ungeborenen Kinder und für das, was unsere Welt so viel schöner macht: die Ruhe und die Gelassenheit der Sicherheit und Liebe. Prinzipien und Grundsätze nach meinen Maßstäben finden, endlich ein fertiges Bild malen. Es muss nicht jedem gefallen, die Farben müssen nicht passen, aber ich muss endlich mit diesem Kunstwerk zufrieden sein und sagen können: das ist das, was ich in den letzten fünf Jahren mitgenommen habe, und das ist die Komposition und das sind die Farben, die mich heute zeichnen.
So weit bin ich noch nicht, natürlich nicht. Wir beide wollen das jetzt nicht für uns. Festlegen und Pläne schmieden, dafür ist unser Drang nach “mehr” noch viel zu stark. Wir können uns noch nicht für einen Weg entscheiden, weil uns so viele Wege theoretisch gefallen. Und ach. Dafür ist dieser Luxus unserer Generation ja da, um zu testen, und dafür können wir uns glücklich schätzen. Wir spielen mit uns, mit unseren Gefühlen, und wir akzeptieren jede Richtung und jede Begegnung weil es sich so schön von unserer Bucket List abhaken lässt. Aber ich kenne mich jetzt gut genug. Ich weiß, dass meine Haltestelle irgendwann kommen wird, und ich werde von diesem Highspeed-Zug springen und mich für ein Leben außerhalb der schnellen Bewegung entscheiden. Nicht um stehen zu bleiben, sondern um ein Tempo zu finden, das ich für immer halten kann.
Ich hoffe du schaffst das auch.
Für B, ohne den ich den roten Faden schon längst verloren hätte. Fotos by Tamara Lichtenstein (via)
Und wenn wir schon dabei sind können wir ja auch die anderen Kategorien mal etwas besser darstellen… mhm, You, Me, Fuck Fuck sag ich dazu nur. Kristina Rose, Hauptdarstellerin, ist übrigens nach Sasha Grey mein absoluter Favorite. Not Safe For Work, Leute. Und das dürfte ja dann wohl auch für meinen Zuckertörtchenausbruch entschuldigen.
Ganz, ganz furchtbar; danach muss man eigentlich duschen gehen, so furchtbar ist das, was jetzt kommt. Ich bin ja nur im Herzen so ein Zuckertörtchen, ich muss mich gleich mal selber verprügeln.
Ihr kennt das: man kommt in einen Raum rein und stuft die sich darin befindlichen Menschen direkt ein. Jeder hat dafür seine eigenen Kategorien, aber – wir sind erwachsen, wir dürfen jetzt ehrlich sein und das mit den Märchenwelten ausblenden – eigentlich kommt es nur auf sehr wenige Abstufungen an. Davon ganz unten “Oh Gott gib mir mein Augenlicht zurück”, in der goldenen Mitte “Hmm kann man machen” und natürlich die heiligste aller heiligen und seltenen Kategorien “Muss ich SOFORTwegballern sonst fallen mir die Klöten ab.”
Jetzt werden vor allem viele Gentlemen und -women der älteren Generationen erschrocken und gar empört erwidern, dass ich ja nicht alle Tassen im Schrank hätte und mit meinen Worten wieder nur provozieren möchte, aber, ey, sorry: wenn das nicht jeder so macht, dann lass ich mich direkt einweisen. Wir sind hier in der Gruppentherapie. Ich möchte damit auch gar nicht behaupten, dass man auf diese kategorische Zuweisung unbedingt handelt. Bei manchen Typen kann man das gezielt beobachten, bei Frauen ebenso (auch, wenn das zumeist subtiler ausfällt). Nicht alle reagieren. Aber machen wir uns nichts vor: diese Zuweisungen sind wichtig, damit wir im Leben klar kommen und uns von unseren instinktiven Trieben sagen lassen können, auf welche Pheromone wir anzuspringen haben. Wir tun es doch nur für die Kinder, die nicht aussehen sollen wie Monsterhöllengeburten.
Anyway. Was ich eigentlich sagen wollte: bei Frauen fällt mir diese Kategorisierung erheblich leichter. S macht die Bitches klar, ihr wisst Bescheid. Bei Männern ist das Einstufen immer ein bisschen auch Verzweiflungsakt, weil man plötzlich über Liga und Klassengesellschaft nachdenken muss sobald man einen Mann so gut aussehend findet, dass man sich Ponys und Regenbögen vorstellt. Bei Frauen geht das irgendwie klar, da kann man das, wenn man selber Angehörige dieser wahnsinnigen Zucht ist, einfach objektiver bewerten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei Frauen nur vier bis fünf wichtige Labels gibt, und die werde ich jetzt euch offenbaren. Vorarbeiten nennt man das.
Zuckertörtchen – die Frau, die niemals alt wird. Einfach unglaublich süß, mädchenhaft, versprüht eine Aura die leise BESCHÜTZ MICH schreit. Da denkt man nicht ans Ficken, Jungs. Da denkt man nur an Liebe machen am Sandstrand, und weiße Schimmel reiten, und sowas. Und ganz, ganz doll fest halten. Ladylike im Abendkleid, selbst wenn sie ihre Haare nur wild hochstecken sehen sie aus wie Cinderella. Ein umwerfendes, völlig entwaffnendes Lächeln. Frauen wollen ihre beste Freundin sein. Manchmal verprügel ich sie einfach. Aus Neid. Weil Zuckertörtchen keine Büffelhüften haben wie meine Wenigkeit. Und so niedlich zärtlich aussehen. Und nie Pickel hatten. Ja, man könnte sagen, Zuckertörtchen sind vom Aussterben bedroht und zwar nur Dank mir und den Schlägerbitches mit Bartwuchs.
Fick-Mich-Gesichter – Fick Mich Gesichter sind die ÜBER Pornohauptdarsteller. Facettenreich, von braun bis blond, von groß bis klein, von Mediterran-Muschi bis Moskau-Madonna. Ausstrahlung ist hier der Schlüssel. Fick-Mich Gesichter haben meistens riesige Augen und tragen ständig Strapse. Man sieht das nicht, okay, man kann das nicht sehen, aber jede andere Frau im Umkreis von 500 km kann es mindestens fühlen, die schwarzen Sex-Strapsen, und schärft schon mal ihre Krallen für den Kampf um ihren Stecher. Penisse merken das auch, ohne irgendeine Emotion ihres Besitzers. Wenn man Zuckertörtchen und Fick-Mich Gesichter übrigens zusammenschmeisst, kriegt man meistens das urtypische Mann-Drama mit, dieses “Oh nein, das hier soll die Mutter meiner Kinder werden, aber ich bin so heiß auf das Fick-Mich-Gesicht aus meiner Firma!” Fick-Mich-Gesichter tragen damit viel Verantwortung und haben wahrscheinlich den größten Applaus verdient, weil sie sich durch alle Altersgruppen ziehen und chamäleonartig umschalten können, wenn es mal seriös gehen soll.
The Girl Next Door – Früher hießen The Girl Next Doors auch “Sporty Spice”, aber an die 90er will sich ja keiner mehr erinnern, und an Mel C, das olle Butterface, schon mal gar nicht. Deshalb hat man Mitte der 2000er diese ganz neue Hybridkategorie eingeführt, irgendwo zwischen Fick-Mich-Gesicht und Zuckertörtchen, sozusagen der unerreichbare Traumwagen der Pseudo-Unkonventionen. The Girl Next Door bekifft sich mit Typen, fickt herum, ohne jemals als Schlampe entlarvt zu werden, hört gute Musik, kennt sich eigentlich sowieso immer und überall aus und säuft andere unter den Tisch ohne danach contenancelos in die Ecke zu kotzen oder wahllos Schwänze zu lutschen. Im Gegeteil- bei sieben Promille lackiert sie sich die Fingernägel noch knallrot, drückt verwirrten Jungs einen dicken Kuss auf die Wange und geht ihren exzentrischen Hobbies (Busfahren, beispielsweise, wegen der Atmosphäre und so weiter) nach. Sie trägt Festivalbändchen und Hippiekleidchen oder Jogginghosen und Super-Sneaker. Sie ist hübsch, wird aber von Zuckertörtchen und Fick-Mich-Gesicht in den Schatten gestellt, und erst nach dem dritten hingucken von Kerlen ihres Alters bemerkt (ihre ausreichende sexuelle Erfahrung sammelte sie vor allem mit haarigen Männern mit gepflegten Moustaches). Wahrscheinlich macht sie Musik. Sie spielt Triangel. Sie könnte auch Zooey Deschanel heißen.
Butterface – Das Butterface ist eigentlich nur der weibliche Wingman, völlig unbedrohlich. Obwohl Butterface ja schon sehr diskriminierend ist, ist dieses Mädchen selten wirklich hässlich – ich meine, wer ist schon hässlich auf dieser Welt, jeder ist schön, außer deine Mutter – aber sie steht im Schatten ihrer Selbst, gefressen von Unsicherheiten und einer irgendwie porrös wirkenden Haut und damit wirkt sie automatisch hässlich. Männer können mit ihr nichts anfangen, weil sie so nervös wird bei einer Unterhaltung, dass sie anfängt zu stammeln und im nervösen high-pitch anfängt hysterisch zu lachen. Mit der Zeit wird sie zum Mauerblümchen. Sie entwickelt seltsame, geheime Fetische, die sie eines Tages mit ihrem glatzköpfigen Liebhaber ausleben kann. Sie ist sozusagen die Charlotte aus Sex and The City – mit mehr Komplexen. Wer es mit ihr aufnimmt und über die anfänglichen Hürden hinwegkommt, wird mit viel Zuneigung, viel Spaß, Spannung und Action belohnt, denn hier trifft der Spruch “Stille Wasser sind tief” ganz großartig zu.
Schlägerbitches – Sie reissen jedem dem Arsch auf, Männern, Frauen, Priestern, Müttern, Präsidenten, Chuck Norris. Die Schlägerbitch hat die größte Klappe, und will dir nur auf’s Maul hauen und schreien “HOL DEINEN BRUDER DU HURENSOHN”. Oh ja, Schlägerbitches- auf dem ersten Blick beeindruckend maskuline Ausstrahlung und beängstigende Muskelbespannung, aber irgendwo findet sich (nach vielen Schlachten, wenn man das denn herausfordern möchte) auch ein weicher Kern.. nicht, dass man danach mit weniger blauen Flecken davon kommt, aber sobald sich die Schlägerbitch auf deiner Seite befindet kommst du nie wieder als Verlierer aus einer dicken Klatscherei heraus. Schlägerbitches kann man übrigens sehr leicht mit Fick-Mich-Gesichtern verwechseln, weil sie genauso selbstsicher auftreten, allerdings würde ich jedem von diesem Fehler abraten. Schlägerbitches ergeben sich vor allem der Berufung als Dominatrix oder Cougar, was ich persönlich ja nur gutheißen kann.
Jungs; ihr könnt mir dankbar sein, dass ich das für euch so aufgebröselt habe. Ab sofort müsst ihr euch nie wieder fragen, ob das, was ihr fühlt, eigentlich rational erklärbar sein muss oder nicht. Huldigt mich, ich habe euch gerettet.