Robert Johnson

Veröffentlicht September 29, 2010

Es gibt eine Sache, die kann Offenbach besser als Berlin. Einer geht noch vor der Reise.

(via)

 
 

100/2010

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Es gibt keine Regeln für Musik, die einen durch die ganz besonderen Phasen und Momenten begleitet. Das ist unter anderem verdammt schlechte Musik, aber an die erinnert man sich dann eben zwanzig Jahre später noch. Hoffentlich. Und ich gebe es auf: es wird niemals einen Bob Dylan mehr geben, und ich habe es satt, mir den Sommersoundtrack aus der Vergangenheit auszuleihen. Es geht weiter. Hier sind meine Erinnerungen an das Jahr, und speziell den Sommer 2010, welches sich für mich zumindest musikalisch dem Ende neigt. Auf einer Reise wird man wahrscheinlich keinen großen Fokus auf Neuerscheinungen legen, und ich könnte es nicht ertragen, ohne eine Top 100 aus dem Jahr zu gehen. Also gibts die halt Ende September. So wie Lebkuchenherzen. Müsst ihr mit klar kommen.

100 – 90

100/Booka Shade/Teenager Spaceman/YouTube
99/Darwin Deez/Up In The Clouds/YouTube
98/Elite Gymnastics/If U Love Me/Download
97/Diggy Simmons/Made You Look/Vimeo
96/Gucci Mane/Break Yourself (Diplo Remix)/YouTube
95/Grum/Can’t Shake This Feeling/YouTube
94/Home Video/I Can Make You Feel It/YouTube/Download
93/Intuition/Buzzkill ft. Slug/YouTube
92/Kisses/Bermuda/YouTube
91/Juelz Santana/Back To The Crib (ft. Chris Brown)/Vimeo

And I’m sorry I let you down
Down to the ground
But who cares now?

90/Jonsi/Go Do

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100/2010 · Kategorien: Musik · 14 Kommentare
 
 

punktpunktpunkt

Veröffentlicht September 28, 2010

photo by the duckduckcollective, from "Americana II"

Wir haben alle Uhren, die wir finden konnten, rückwärtsgedreht. Haben gegenwärtige Impulse an Lunten angezündet und die Streichhölzer danach ausgeblasen. Wir haben von ‚Morgen‘ geredet und ‚Gestern‘ gemeint. Haben falsche Fährten für das Outro gelegt. Haben das Repeat rücksichtslos, aber gutgemeint in die Logik installiert und das Warten mit Hoffen ausgewechselt. Wir wollen nichts sagen, nur halten, auftürmen, alles in unsere Taschen stecken und für uns behalten. Wir haben Luftschlösser mit Granit angedeutet, Fenster in dunkle, feuchte Keller gebaut. Wir haben ‚auf leisen Sohlen gehen‘ gelernt und sind rückwärts geschlichen. Wir haben nachts das Licht angemacht und tagsüber die Augen geschlossen. Ja, du hast recht, wir lassen einfach nichts unversucht

- danke, bisaz

punktpunktpunkt · Kategorien: Inspiration Netzwelt · Comments Off
 
 

Abschiedsnotiz

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In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen Protagonisten eines anderen Lebens (anderer Welten, Dimensonen, Zeiten und Gesellschaftsformen) ihre Gedanken, Erlebnisse und Traumata hier. Manche sind Alter Egos ihrer selbst, einige gibt es wirklich, doch die meisten haben nie existiert. In einem Zustand des Nicht-Da-Seins finden sie ihren Frieden darin, in die Außenwelt zu schreien, was sie nicht mehr in sich tragen können. Um ihre Anonymität zu wahren, werden nur ihre Pseudonyme preisgegeben. Willkommen in der Restrealität…

Eine Abschiedsnotiz für das Mädchen, dass ich gehen lassen musste.

photo by Matthias Heiderich, taken from "Meanwhile, Back in Berlin"

Du wirkst so unnahbar.
Ich kann Dich nicht mehr fühlen.

Mir ist so schlecht wie einem zwölf jährigen nach einer misslungenen Prüfung.

Als würde Bekanntes unbekannt. Als würde die Welt, die eben sinnig war, nun ein unlösbares Rätsel… nein. Vielmehr ein kaum anschaubares verschwommenes Bild.

Das ist kein Vorwurf! Nein, es ist ein verzweifelter Ausschrei.

Ein Ruf rüber ans andere Ufer, an dem Du stehst und zu dem die Brücke durchschlagen wurde. Ein Ruf der Dir sagen will, dass wir eine andere Brücke finden müssen. Dass ich mir wünsche eine zu finden. Du stehst drüben, zu mir gewandt und hörst mich an und ich weiß nichts mehr zu sagen. Habe Angst, dass du dich umdrehst und gehst… uns so rede ich, kann nicht von der Stelle gehen und bin unfähig die Brücke erneut aufzubauen.

Welch ein Dilemma!
Bleibe ich stehen, so kann ich dein Ufer nicht erreichen, gehe ich, so verliere ich Dich aus meinen Augen.

Verzeih mir! Ich gehe dich jetzt finden.

 
 

Aeroplane September Mix

Veröffentlicht September 27, 2010

Für die letzten Sonnenstrahlen und herunterfallende Blätter und den Geruch von ausgebrannten Kerzen in der Nase.

Aeroplane September Mix by Aeroplane (Official)

 
 

 
 

Tulsa / Teenage Lust

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Als ich das erste Mal den Film KIDS sah war ich jünger als die Protagonisten. Trotzdem war alles, was in der erzählten (und sehr intensiv erlebten) Geschichte für mich glasklar greifbar, und kaum so schockierend, wie es wahrscheinlich einst auf ein Kind in der Vorstadt vielleicht gewirkt haben mag.

Im MMK Larry Clarks Photografien zu entdecken war unschuldig, und obwohl ich den Namen selbst nie gehört habe, waren die Fotos ganz klar zuzuordnen, aus derselben Zeit, in dieselbe Situation, mit einem Unterschied: so viele Jahre später bin ich gerührt. Oder bis ins Mark erschüttert. Oder vielleicht auch einfach nur zergangen in Ehrfurcht, so richtig zuordnen lässt sich das nicht.

Zeithistorische Dokumente aus einer faszinierenden Ära voll mit Verlust, Spritzen und viel zu früher Ejakulationen in Schwarz/Weiß. Ich kann meine Faszination nicht in Worte fassen. Larry Clark.

Falls jemand übrigens weiß, wo ich eine große Version des Jungens auf dem letzten Bild (der rechte) herbekommen kann, bin ich für jeden Hinweis sehr dankbar.

 
 

Home

Veröffentlicht September 24, 2010

Home. Fühlt sich nur leider eher an wie weit, weit weg…

Home · Kategorien: Musik · 4 Kommentare
 
 

Abschied

Veröffentlicht September 23, 2010

Zwei Jahre Berlin, und alles, was mir die Stadt beigebracht hat, ist den Mittelfinger dick gegen alles zu richten, was keinen Bock auf dich hat. Freunde, die einen im Endspurt mit Unverständnis begegnen und verlassen, ohne auch nur einmal nachzufragen, was eigentlich los ist – fickt euch. Eine Leistungsgesellschaft, die den emotionalen Zusammenbruch herbeiführt – fickt euch. Menschen, die so viel Bitterkeit in all ihren Taten vermitteln, so viel Hass und Neid in ihren Stimmen tragen, dass man sich verantwortlich für das Leid aller Menschen fühlt – fickt euch.

Ich wollte Berlin mit einer weißen Weste verlassen, um irgendwann in Ruhe zurückkehren zu können. Ich wollte nicht flüchten, aber fick die weiße Weste. Ich habe Scheisse gebaut, ja, aber das war nicht unverzeihlich. Ich war rücksichtslos, ja, aber auch nicht über die Normen einer Freundschaft hinaus. Ich habe bestimmt auch Versprechen gebrochen, aber nicht halb so viele wie ihr. Nein, der einzige Unterschied zwischen jetzt und früher ist, dass auch mir bewusst wurde, dass ich nicht Everybodys Darling sein kann. Und wenn ihr euch als die Leidtragenden seht – dann verdammt noch mal, fickt euch einfach. Danke für die zweite Chance, die ihr mir nie gegeben habt. Danke, dass ihr mich nicht mal gefragt habt, wie es mir geht. Danke, dass ihr mir beigebracht habt, ein schlechtes Urteil über mich einfach auch stehen lassen zu können. Nein, diesmal rechtfertige ich mich nicht, und ich werde mich auch nicht mehr entschuldigen. Ihr wollt unsere Freundschaft in die Tonne treten und abrechnen? Verdammt, ja, tut es. Ich habe noch zehn Tage in diesem Land, und ich werde einen Scheiss drum kämpfen. Nicht so, nicht mehr. It takes two. Und wenn ihr wollt, trete ich auch noch mal rein. Richtig fest. Mit Eisen an den Sohlen.

Was sich so negativ anhört ist verdammt befreiend. Mich kettet nichts fest. Ich bin bereit, diese befleckte Weste mitzunehmen, und noch mehr Blut an ihr zu verlieren. Ich bin völlig bereit dazu, mein altes Leben, diese zwei Jahre der gepflegten Ordnung und der Aufopferung für die Arbeit und für das Alleinsein-Ding aufzugeben und alles in die Luft zu sprengen, was mir dabei im Weg steht, weil ich verdammt noch mal sowieso niemandem mehr gerecht werden kann. Ich war 21 Jahre alt, und ihr habt mich ständig gelobt dafür, wie erwachsen ich doch bin und wirke. Wisst ihr was? Heute bin ich 22. Happy fucking Birthday. Und ich scheisse auf’s Erwachsensein, wenn das bedeutet, dass ich mir nie wieder einen Fehltritt erlauben darf.

Danke Berlin, danke an alle, die mich begleitet haben – egal ob nur temporär oder für immer bleibend – danke für eine schöne Zeit, für eine furchtbare Zeit, für viel, viel bittersüße Stimmung im Abgang und ein herzliches FICK DICH an alles, was bisher geschah. Am 3. Oktober geht mein Flug ins Chaos. Ihr seid herzlich eingeladen, mir beim Scheitern zuzugucken.

 
 

Laundry Day

Veröffentlicht September 19, 2010

Laundry Day · Kategorien: Netzwelt · 5 Kommentare
 
 
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