French

Nach dem hochauflösendem Shiny-Scheiss wurde mir immer mehr nach Rohkost; nicht nur etwas, dass so aussieht, weil man es so aussehen lassen kann. Nach Glitzer und Make Up und Technik kommt Realität für mich. Realität, die mit einer einzigen Kamera, inmitten tobender Massen aufgenommen wird, und nicht in Mille Euro Produktionen für ein Riesenpublikum in einer Special DVD veröffentlicht wird.

Ja, auf sowas stehe ich gerade irgendwie.

Ferias no Brasil

Ich hatte ja überlegt, meine Reisevideos zu einem lamen Urlaubsvideo zusammenzuschneiden, aber nachdem ich das hier gesehen habe, verzichte ich dann doch auf die Blamage.

In der Kleinstadtbäckerei

Als ich das erste Mal nach längerer Zeit aus Berlin zurück in die Heimat fuhr um die Eltern mal wieder zu beglücken, war das ein heftiger Kulturschock. Es äußerte sich nur in subtilen, kurzen Momenten; die Banken sind eigentlich immer dann geschlossen, wenn man sie braucht, die Bürgersteige werden um 7 Uhr abends hochgeklappt und zu 90 Prozent der Zeit beobachtete mich die alte, herrische Nachbarin von nebenan die hoffentlich einen Mord dabei sah und an einem Herzinfarkt verreckt ist (wirklich, sie hat mich mit ihren teuflischen Augen jeden Tag meines Lebens verunsichert).

Ein ganz besonderer Moment, geradezu der symbolische Ausschlag auf meiner Zufriedenheitsskala, fand in der örtlichen Bäckerei statt. Hier der wortwörtliche Dialog:

“Hallo. Habt ihr noch frische Brötchen?”
“Nee und für dich heisst das immer noch SIE, junge Dame.”

Und damit hat sich auch schon erklärt, wieso ich jetzt wieder in Berlin und nirgendswo anders bin. Und, wer hätte es gedacht, es ist trotz Hundescheisse, Minusgraden und Schlaucherei (weil currently Arbeitslos) gut.