Best Songs 2011

Veröffentlicht December 29, 2011

Jeder Song bindet sich an einen Moment und wird damit zu einem Bedeutungsträger, einem Symbol für die Zeit, ein Konservat, gebündelte Erinnerungen. Meine Lieblingssongs werden zu kleinen Schatztruhen, die Gefühle und Bilder vergangener Zeiten in sich bergen. Eine Liste der besten Songs ist willkürlich; jeder einzelne davon gehört auf meinen Number 1 Spot, denn jeder einzelne wiegt schwer in meiner Geschichte. Am Ende des Tages bewährt sich dann, was ich im Lichte aller mir verfügbaren Gedanken und Gefühle auch bewusst als “das beste” bewerte; nur, das kann man dann eher im subjektiven Licht betrachten, rein objektiv liegt mir nichts ferner als musikalische Rezensionen zu den 100 besten Songs des Jahres schreiben…

Zusammengefasst: Musik ist anekdotisch. Diesmal soll der Jahresrückblick aber mehr sein als nur eine Liste mit seltsam-introvertierten Kommentaren meinerseits. Diesmal sollt ihr auch was davon haben. Der Berliner Lifestyle- und Streetwear-Store Def-Shop war so großzügig, für diesen Beitrag 2×1 WESC Kopfhörer zu spendieren. Was ihr dafür machen müsst? Euren Lieblingssong 2011 in die Kommentare posten (mit einer funktionierenden E-Mail Adresse!). Dafür habt ihr bis zum 3. Januar 2012 Zeit. Wer in Berlin ist, sollte sich auf jeden Fall den Store auf der Friedrichstraße mal reinfahren. Basketballschuhe, Sneaker, alles da – nicht entgehen lassen.

Wer die Vergangenheit auch noch mal antesten möchte, findet die 200 aus 2000 Liste und das Best Of 2010 in den Archiven. Zu 2011 gibt es folgende Zusammenfassung: dieses Jahr war dem Hip Hop verschrieben, mehr als jemals zu vor. Dieses Jahr hat vor allem Drake (rein quantitativ) die Liste erobern können. Was das über mich und ihn aussagt ist zwar fraglich, aber wir wollen jetzt nicht zu weit vorgreifen. Einzig wofür ich keine Zeit mehr hatte: die mediale Ausstattung mit Download-Links oder Grooveshark-Playlist. Aber ich denke, das werden wir alle gemeinsam überleben. Habt Geduld beim Laden: so viele YouTube-Videos auf einer einzigen Seite sind für die schnellste W-Lan Connection nur schwer zu verkraften (ich habe es bereits nach den ersten Beschwerden ausgedünnt).

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TERRA X

Veröffentlicht December 26, 2011

TERRA X BBC ZDF Doku Eisige Welten

Ich spüre, wie sich das Universum ausdehnt, wie sich Raum und Zeit in alle Richtungen erstrecken. Diese mir sonst versperrte Vorstellung wird greifbar, denn ich habe mich in den letzten Tagen sehr ausführlich mit der Ruhe und der Beständigkeit der tiefsten Punkte meiner Seele auseinandergesetzt. Mir ist richtig beschissen langweilig. Die Grenzen zwischen Langweile und Depression können an Weihnachten schon mal verschwimmen- mir bleibt nichts anderes übrig, als fest an das Ende dieser Tage zu glauben.

Denn an Weihnachten bleibt die Zeit in diesem Haushalt stehen. Gemessen werden keine Stunden oder Minuten, sondern nur die Momente, an denen man sich nicht vor Langweile umbringen möchte. So friedlich und still das kollektive Nichtstun auch sein mag, wenn sich der aufgewirbelte Staub denn erst Mal legt, erkennt man auch, wie dreckig der Boden eigentlich ist. Und dann bindet sich dieses widerliche Gefühl davon, wie das Universum nicht aufhört, noch größer und mächtiger zu werden, an das Gefühl, bei den Eltern zu Hause zu sein. Das sorgt dann für dieses trügerische Heimweh, eine Art Kausal-Wahnsinn der sagt: hier bist du nicht zu Hause, und wenn nicht hier, dann kannst du dir ja auch irgendwo einen Ort aussuchen, und an dem wirst du definitiv glücklich.

So denke ich an das letzte Weihnachten, welches ich mit meinem Arsch nach oben auf dem Grill von Bali verbrachte; an eine Reise, die in mir genau dieses Gefühl der Einsamkeit manifestierte, dieses “nicht klarkommen”, wenn man nicht ständig NOISE NOISE NOISE um sich herum hat. Alltag, Stress, Freunde, das ständige Gelaber, To Do Listen. So widerlich diese Routine auch sein mag, sie überdeckt die eigenen Schreie. An Weihnachten kann man es rein aus Gründen der Infrastruktur nicht umgehen. Und wenn man selbstständig auf sein eigenes Hotelzimmer in Kuala Lumpur geht, nach erfolgreichem Tag im Ausland, nach unheimlich vielen tollen Begegnungen, und nichts mehr außer kahlen Wänden und einem nicht ausreichend funktionierendem Ventilator existiert, dann verkrampft sich alles und man erkennt, dass man sein zu Hause mit Sicherheit nicht alleine finden wird. “Alleine” ist ein Trugschluss, und die Einsamkeit in diesen Momenten im Keller aller Gedanken sorgt dafür, dass ich das weiß.

Anders gesagt: die Länge meiner bewusstseinserfüllten Tage richtet sich danach, wie gut oder schlecht das Fernsehprogramm ist. Der ZDF zeigt gerade die Terra X Doku über unseren eiskalten Planeten, die man sich auch online angucken kann. Die Bilder sind wie ein Traum, den man nicht verpassen sollte. Über die Mediathek-App kann man sich die Folgen sogar runterladen, sobald sie ausgestrahlt wurden. Weihnachten ist also auch nächstes Jahr für 3 Stunden gerettet.

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The Weeknd / Echoes of Silence

Veröffentlicht December 22, 2011

Dass ich meine Best of 2011 Liste noch nicht fertig habe ist vielleicht der glücklichste Umstand des Jahres, denn er erlaubt mir, auch das letzte Mixtape von The Weeknd in meinem Jahresabschluss zu berücksichtigen. Und irgendwie ist das auch der entsprechend perfekte Ausklang für 2011, wo das Jahr doch mit so viel Liebe zu House of Balloons startete und bei Thursday einen kleinen Knick nach unten hatte. Nachdem ich das Mixtape auf einer vierstündigen Zugfahrt mal um mal hören konnte, ohne dass mir ein einziges Mal langweilig wurde oder ich mich ärgern musste, wird klar: The Weeknd ist nicht nur ein großartiger Meister des R&B, er ist auch mein persönlicher Künstler des Jahres. Love, Love, Love. Zum Download.

the weeknd echoes of silence download

 
 

Ich kann mich, trotz des widerlichen Versuches, “relay” mit “YMCA” zu reimen, nicht gegen The Motto versperren. Catchy, cocky und lebensbejahend wie gewohnt. Man kann ja immer auch ganz gut über die Inhaltslosigkeit hinwegblicken, solange die Delivery stimmt.

 
 

Not 2011 Music

Veröffentlicht December 21, 2011

Zwischen dem ganzen überwältigenden Kram, der im Jahre 2011 veröffentlicht wurde, finden sich auch immer wieder Neuentdeckungen alter Zeiten. Darunter Dinge, die untergegangen sind, oder Klassiker, die alle Jahre wieder aufleben. Einige dieser Songs habe ich dieses Jahr öfter gehört als je zuvor, und bevor sie untergehen: hier meine kleine Top 10 aller Songs, die ich dieses Jahr am liebsten gehört habe, obwohl sie nicht dieses Jahr erschienen sind.

(Und by the way lässt sich ja auch ganz gut das allzu wunderbare “everyone’s mixtape” ausprobieren. Es ist ein Segen und ich wünsche den Erfindern unendliche Simultanorgasmen.)

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Hässliche Ichs

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Irgendwann, ich schwöre euch, explodiert mein konfliktscheuer Magen direkt aus der Bauchdecke heraus in die Fresse der mich ankotzenden Menschen. Man, ich bin ein netter Mensch. Ich bin so nett zu jedem, ich lasse meine schlechte Laune selten an unschuldige Beteiligte raus. Selbst wenn ich den beschissensten Tag aller Zeiten hatte, sage ich noch “bitte” und “danke” und hinterfrage nicht die Welt in ihrer Abscheulichkeit. Ich kotze den bemitleidenswerten Fotzen in der Drogerie nicht ins Gesicht, nur weil mir grade der kleine Fingernagel abgebrochen ist. Man, nicht mal wenn ich dreihundert Euro für ne Steuerberaterin latzen muss aufgrund eines Problems, dass ich eigentlich nicht haben durfte, selbst wenn ich danach humpelnd durch achtzehn Kublikliter Regen auf einem Quadratcentimeter nach Hause schleichen muss, selbst dann bin ich noch nett, und lächele freundlich, und wünsche eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Feierabend.

Manchmal, da kotzt mich mein Gutmenschsein an, da will ich einfach auch mal unbeteiligte Menschen mit nem Roundhousekick vom Fahrrad runtertreten und ihnen schön ins Gesicht scheißen. EINFACH SO. Oder kleine Kinder vor den Zug werfen. Oder Rentnern die Kehle aufschlitzen und ihr Blut in Geisteswahn trinken. So scheinen es nämlich alle anderen zu machen, wenn sie einen schlechten Tag hatten: Hauptsache noch ihrem Umfeld so richtig schön nen miesen Spruch reindrücken, als ob nichts anderes mehr ihrem Leben einen Sinn geben kann. Wie die Frau heute am Bahnhof. Ich bestellte zwei Sachen. Für die erste Sache brauchte sie ungefähr dreitausendmillionen Stunden, so lange, dass ich tatsächlich meinen Zug verpasste. Die zweite vergaß sie. Als ich sie darauf hinwies, bretterten ihre Eierstöcke bis ins Gehirn und durchlöcherten ihr regulierendes Über-Ich. Das Monster fing an zu schreien, was ich mir eigentlich erlauben würde, “so mit ihr zu reden”, dabei hatte ich freundlich gelächelt und nur gesagt: “Entschuldigung, da fehlen noch die Pommes.” Sie hätte es ja nicht vergessen, aber sie war ja auch mit der ersten Bestellung noch beschäftigt, und was das jetzt eigentlich soll.

Anstatt ihr zurück in die hässliche Visage zu entgegnen, dass sie sich mal ordentlich ins Knie ficken und lieber einem Beruf auf dem Land nachgehen sollte, am besten als fette, hässliche, bald zu schlachtende dumme Kuh, bat ich sie um Entschuldigung. Nein, ich schwanzloses, dummes Ding bettelte förmlich, stotterte ein “sorry” ab, ließ mich noch drei weitere Sekunden ungerechtfertigt von ihrer schlechten Laune und ihren absolut untragbaren Beschuldigungen übergießen und verzog mich wieder in den seidigen Kokon meines Ichs, der solche abstrakten Begriffe wie “Ego”, “Stolz” und “Würde” nicht kennen muss.

Eines Tages werde ich wegen genau solchen Menschen, die ihr jämmerliches Leben auf andere abwälzen müssen, meine Hoffnung in die Menschheit verlieren und selbst so jemand sein, und wenn auch nur, weil man das anders überhaupt nicht aushalten kann.

 
 

Shit Girls Say, 2

Veröffentlicht December 19, 2011

Ich werde hier jede einzelne Folge posten. Es ist die menschgewordene Großartigkeit.

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Shit Girls Say

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Ein Leben voller traumhafter Klischees, die ich so liebe und ohne die mein Geist wertlos wäre.

Shit Girls Say · Kategorien: Netzwelt · Comments Off
 
 

Kevin McCallister

Veröffentlicht December 18, 2011

Wenn man Kindheitserinnerungen im Erwachsenenalter wiederaufleben lässt (danke, liebe mediale Möglichkeiten), dann stellt man manchmal fest dass man die Hälfte der Storyline nicht verstanden hat. Im Falle von Home Alone 2, einem meiner Lieblingskindheitsfilme (übrigens gibt es zu dem verlinkten Post vielleicht bald ein kleines Update) fällt vor allem der zeitlose Style des Kevin McCallisters auf. Wunschklamotten 2012 für alle süßen Typen die mal als Crackbabys von MJ enden möchten und mit Drew Barrymore Blutsbrüderschaft schließen: edler Strick, klassische Muster/Prints, subtile Farbspritzer, ein gewisser rustikalen Touch (der Rucksack!) und eine allgemein-gültige Funktionalität. Erst der Air Mag, dann das.

kevin mccallister fashion style home alone 2

Kevin McCallister · Kategorien: Fashion · Comments Off
 
 

DARK CLOUDS / Mixtape

Veröffentlicht December 15, 2011

Wie ich letztens schon erwähnte, war ich eines Abends sehr kurz davor, einen bahnbrechenden Erfolg des musikalischen Zusammenspiels hinzulegen. Die Epiphanie kam zwar und manifestierte sich so, dass ich sie nicht mehr los wurde, doch leider waren meine tatsächlichen Fähigkeiten zu eingeschränkt um den Ansprüchen meines inneren Genies zu genügen.

Dennoch wollte ich der Welt nicht vorenthalten, was sich an diesem Abend in meiner Seele zusammenbraute. Ich hatte ständig das Bild (und, zugegeben, den Geruch) einer Rauchwolke vor mir – eine, die so dick ist, dass man sich reinlegen kann. Eine, die zum schweben einlädt, wo die Füße anfangen zu kribbeln und der Bauch so tut, als hätte man gerade eine Dauerkarte zum Achterbahnfahren gelöst. Dieses Gefühl, vom ersten Zug bis zum letzten Versuch, seine Sinne zu ordnen, wenn plötzlich die Synapsen durchpeitschen und Dinge sogleich klar und verworren sind und die Augen auf Halbmast hängen; das ist das Gefühl, welches nach einem entsprechenden Soundtrack verlangt.

Im ersten Akt ist ein grinsender Protagonist zu beobachten. Man ist mit einer entspannten, geradezu schleichenden Aufregung erfüllt. Vorfreude. Eine gewisse Leichtigkeit. Der zweite Akt erzählt schon klar und deutlich die Geschichte, auf die man sich gefreut hat. Der erste Kontakt mit dem Gefühl, dass der Kopf langsamer wird, die Muskeln ihre Steifheit verlieren und das Kopfkino sich einschaltet. Der dritte Akt taucht die Wolke in ein dunkles schwarz, eine düstere Atmosphäre sozusagen, die die Stimmung dieses besonderen Augenblicks wieder geben soll. Das hier, das weiß man jetzt, ist keine Fressattacke, keine freundschaftliche Kommunikation, keine Lust auf Aktivität- das ist jetzt Lähmung. Im vierten Akt sind wir am Höhepunkt unserer Gedanken angekommen, wo alles ineinander verschwimmt, die Zeit stehen bleibt und die Sekunden sich wie Kaugummi in die Unendlichkeit strecken. Im fünften und sechsten Akt kommen wir langsam zurück, diese beiden Akte sind untrennbar, müssen sozusagen fließend ineinander übergehen, um einen Rückfall oder negative Rückschlüsse auf den kleinen Flug auszuschließen. Am Ende des sechsten Aktes sehen wir uns blinzelnd um, und fragen uns, was eigentlich in den letzten Stunden passiert ist.

STONER by Yeah Sara on Grooveshark

Im Übrigen ist der thematische Zusammenhang kein besonderer; er dient vor allem der Repräsentation meines derzeitigen Lieblingssounds, der vor allem von einer gewissen Atmosphäre bestimmt wird und genreübergreifend wie ein Virus durch das Internet-Land zieht.

PS: das Grooveshark Widget ist ja mal richtig, richtig mies. Falls jemand eine Alternative zum Einbetten kennt, holla at your girl.

 
 
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