How To Dress Well // Konzert Review Berlin

How To Dress Well hat mich überfahren wie ein Betonmischer auf einer schockgefrosteten Autobahn ohne Leitplanken in Russland. Bisher fand ich das lo-fi Geplänkel nur annehmlich und bezeichnete Tom Krell’s kleine Abenteuer der Geräuscheproduktion als typischen White Noise, den ich mir beim arbeiten anhöre. Leider – oder glücklicherweise – musste ich feststellen, dass mir so ziemlich alles entgangen ist, was How To Dress Well richtig gut gemacht hat. Und dass es wesentlich mehr ist als Einschlafgedusel mit einem kriminellen R&B-Twist.

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Nike Blazer High VNTG ND

Elegante High Tops wie ich sie seit meinen Onitsuka Tiger nicht mehr tragen wollte. Idealerweise wären das keine Blazer sondern Dunks, aber man will den Nike-Göttern ja nicht in die Quere kommen wenn sie die Botten schon mal in ordentlichen Größen produzieren (Girls: die gibt’s von Pygmäen-Size 36 bis Schuhgröße 40, sorry you’re dismissed). Happy thanksgiving, ya bish!

(via Overkill)

Pause Da 90s

Liebe 90er. Ich vermisse euch. Ich vermisse den Samstagmorgen, an dem ich mich schon ganz früh aus dem kuscheligen Bett schäle um früher im Wohnzimmer zu sein als meine Brüder, um die ultimative Macht – die Fernbedienung – für mich zu haben. Ich vermisse es, dass meine Mutter schon freitags die Cornflakes und die Milch so hinstellt, dass ich auch ran komme. Ich vermisse die Pyjamas, in denen ich mich auf den Teppich gesetzt habe, mit perfekt eingeweichten aber noch knusprigen, bunten Cornflakes, den Fernseher einschaltete und mich stundenlang von den schönsten Fantasiewelten Nickelodeons berieseln ließ.

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Petite Noir // Südafrika

Die Südafrikaner stehen ganz hoch im Kurs der kontemporären Pop-Musik. Im Hip Hop haben sich schon einige kleine Sternchen am Himmel zeigen können. Mit Acts wie Die Antwoord hat sich zudem auch eine kulturelle Annäherung eingeschlichen. Plötzlich ist es irgendwie auch selbstverständlich, neue Bands zu entdecken, die weder britisch noch US-amerikanisch sind, aber mindestens genauso dasselbe Level an Innovation und Sleekness in der Produktion aufweisen können. Das alles trotzdem ohne auf eine gewisse, womöglich heimatverbundene Persönlichkeit zu verzichten, die die Südafrikaner ganz eigenständig mitbringen.

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S-Type / Billboard

Das Label “LuckyMe”, dass die Superstars der EDM-BassRap-Beats Szene Lunice, Hudsown Mohawk und Jacques Greene vertritt, hat weiteren Zuwachs bekommen. S-Type schließt sich dem erfolgreichen Run seiner glaswegischen Kollegen an und schraubt Beats zusammen, die perfekt in den Zeitgeist passen. Der Produzent hat es mit “Billboard” immerhin dahin geschafft, dass ich plötzlich Lust habe, in einer Superhelden-Montage um den Block zu joggen und dabei von einem kreischenden Publikum angefeuert zu werden. Da letzteres wahrscheinlich sehr schwer zu beschaffen ist, bleibt es dabei, dass ich zerklatscht in meinem Bett liegen bleibe und S-Type mich zum Träumen anstiftet.

Mehr von dem Schotten gibt’s auf Soundcloud.

(via things&kunst)

rucksackrucksack.com

In dieser Sache mache ich gerne eine Ausnahme für mein erzwungen eingegrenztes Konsumverhalten: die Vintage-Shopping Reise geht bei RucksackRucksack.com in die Detail-Runde. Der Name sagt alles und die Website besticht im Schaufenster-Look. Noch bestechender: die schönsten Rucksäcke sind auch noch ziemlich günstig zu haben, für Berlin-Mitte Verhältnisse überhaupt keine Selbstverständlichkeit. Ich bin ein großer Fan und habe mir direkt auf oldschooligem Weg per E-Mail ein schicket Ding bestellt.

Wenn es mehr so kleiner Nischen-Konzepte gäbe, würde ich wahrscheinlich auf öfter einkaufen gehen. Für jemanden der leicht überfordert ist in einem Laden, der alles ausstellt, ist das hier wie Balsam für die Seele und natürlich Kampfansage für das gute alte Spaßkassen-Konto.

(via ceecee)

diplo got stoned and mixed really old records for half an hour

Ich kann mir Diplo so gut vorstellen, wie er diese Tour-Pause nutzt um mit seinem Sohnemann in Los Angeles abzuhängen und sich nebenbei die Birne voll zu dröhnen. Der vielschichtige Produzent, glaube ich, hat aber langsam die Nase voll von immer den gleichen Beats und Ibiza-Trance-Dubstep-Tunes, die er in letzter Zeit vor den Massen droppen lässt. Ab und zu geht er tief in sich hinein und fragt sich ehrlich: was soll der ganze Mist eigentlich? Wieso kann ich nicht einfach mal hart chillen und so etwas wie den Glauben an die Musik zurückerobern? Shit, ich brauche noch einen Zug von der Bong. Und dann, in einem Moment der vollkommenen Freiheit, in dieser Spirale der Gedanken und Gefühle, setzt er sich an seine üblichen Tools um etwas ganz anderes zu machen. Der perfekte Hintergrundsound für jede schamanische Kiff-Session ward geboren.

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Kendrick Lamar // good kid, m.a.a.d city

good kid, m.a.a.d city” ist kein Rap Album, sondern ein Hip Hop Musical. Die West Side Story 2012. Comptons Most Finest. Eine moderne Oper. Sie umschreibt die Entwicklung des Protagonisten von K.Dot zu Kendrick Lamar in wechselnden Perspektiven, ohne sich den typischen Gangster-Marotten hinzugeben, ohne in den Conscious-Moral-Rap-Klischees stecken zu bleiben– ohne Lupe Fiasco zu imitieren und ein kompromissbehaftetes, wechselhaftes Werk zu veröffentlichen, dass nicht das eine und nicht das andere und somit gar nichts, sondern etwas ganzheitlich Neues ist. Mit diesem Major Debüt hat es Kendrick Lamar vollbracht eine entschleunigte und doch spannende Geschichte und ein atemberaubendes Hörspiel zugleich zu erschaffen. Wenn ich könnte, dann würde ich alles in meiner Macht stehende tun um ihn den Musik-Oscar zu überreichen, denn bei so viel detailreicher Poesie kann man sich die Visualisierung direkt sparen. Das ist der springende Punkt: das Album, wenn man sich denn darauf und auf die erläuternden Skits einlässt, ist ein Film, oder besser noch: ein Bildungsroman. Ein Lebenswerk, eine perfekt kuratierte Ausstellung.

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