FOUR PINS

Modeblogs sind ja in einem unsterblichen Klischee verhaftet. Kleines Mädchen möchte auch endlich Presse-Material erhalten und fotografiert sich selbst deshalb jeden Tag mit einer schlechten Kamera im Spiegel. Früher hätte man sich anständigerweise für Aufmerksamkeit geritzt, heute gibt es die von Trollen, Lustmolchen und PR-Agenturen nachgeschmissen. Wie dem auch sei: dass Mode anders gehen kann beweisen uns ein paar Jungs aus den USA: Four Pins.

““Tiré à Quatre Épingles” is an old French saying with a foggy etymology that dates back to Renaissance-era France. Literally translated, it means “held by four pins,” but the the figurative meaning is more like “well dressed,” “impeccable,” “of the best quality,””to the nines,” etc. You get the point. We didn’t expect you to know that, but now you do.”

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PAC DIV // BLACK ACURA // GMB

Zündet eure Blunts an, legt euch zurück und geht mit mir auf eine unglaubliche Reise durch das zweite Pac Div Album. Die kalifornische Boygroup-Ausgabe der Rapszene macht mit “GMB” richtig Alarm. Von lyrischem Swag bis zu düsterer Attitüde ist da alles dabei. Nachdem Snoop Dogg frühzeitig in die Raggae-Rente gegangen ist, haben diese Herren seine bedächtige Aufgabe des Weed-Konsums übernommen. Kein Zweifel: zu stoned, um gut zu sein sind sie noch lange nicht.

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CAPTAIN MURPHY // DUALITY

Anscheinend weiß immer noch keiner, wer Captain Murphy ist, aber ich schiebe es Tyler, The Creator in die Schuhe. In jedem Fall aber ist es die Odd Future Gang, niemandem sonst traue ich so viel Schabernack in einer gesunden Mischung mit Talent zu. Ich kann mir nicht vorstellen dass Earl Sweatshirt sein erstes Release nach dem Exil zu einer hypnotischen Psycho-LSD-Anleitung für Sektengründer macht. Im Übrigen meine ich den Flow identifizieren zu können, aber da lag ich schön öfter falsch, also verwettet nicht eure Organe bei einem dubiosen russischen Kartenspiel drauf.

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Gossip Dings in Berlin

Die “(Fashion-)Bloggerszene” (ich kotze) von Berlin findet sich selbst so wichtig, dass sie nun mehrere Blogs hervorzaubert, die diese lächerliche Wichtigkeit vorführen. Leider haben die meisten Progatonisten der vermeintlichen Szenen dadurch nur das Gefühl, sich noch ernster nehmen zu müssen. Das hat man davon, wenn Karl Lagerfeld, Rihanna und Chris Brown jeweils für 3 Minuten in Berlin sind.

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WEBOOGIE AT SWANGERS PARADISE

Es gibt mal wieder ein Leckerli für alle, die auf derbe Musik stehen: die WEBOOGIE Crew ist zurück mit ihrer monatlichen SwingSwangSwungSwag-Partyreihe im Chester’s Inn bei mir um die Ecke. Letzteres ist besonders wichtig für alle, die einen Schlafplatz in meiner hotten Crib wollen: kriegt ihr nicht.

Das letzte Mal haben die Veranstalter mit den zwölfjährigen Bass-Typen aus Litauen bereits dafür gesorgt, dass der Partyszene kollektiv der Schweiß aus den Achseln triefte. Die einen mögen mit Karl Lagerfeld abhängen, wir verzichten auf den Inhalt unseres Lebens, ziehen uns Joggen an und grinden booty-to-booty zum R’n’Bass. Wenn Usher schon nichts mehr drauf hat, dann doch wenigstens diese Hip Hop Ingenieure.

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Der Aufstieg der elektronischen Musik in den USA oder: Usher.

Die aktuelle Entwicklung von Pop-Musik sieht man am besten an Ushers Diskographie. Er ist nicht nur schon ziemlich lange dabei, er ist dabei auch konsequent erfolgreich. Und das nicht trotz, sondern weil er sein Genre subtil (und dann nicht mehr ganz so subtil) mit der Zeit in etwas anderes reformiert hat. Einst von R&B geformt ist er nun die Bronze-Statue auf dem Dancefloor der elektronischen Tanzmusik.

Usher: My Way (1997)

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Chester French // Drop

Man hat das Gefühl, jeden Moment könnte dieses Musikvideo sich in einen Softporno der 90er Jahre verwandeln. Die Art, die man früher heimlich auf VOX nach 22 Uhr geschaut hat, wenn Mama und Papa schon geschlafen haben. Keine Sorge; das einzige, was man fürchten muss, ist zu sehr an die schmerzliche Erfahrung schlechter Popmusik erinnert zu werden.
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Low Leaf – 1×2 Gästeliste zu gewinnen

Endlich sind auch die Perlen im Hip Hop Buisness angekommen. Da nicht mehr nur eine dominierende Alte, wie es mal Missy Elliot war, den Platz für den Rest versperrt, gibt es zudem auch noch eine breite stilistische Auswahl, sozusagen für jeden was dabei: Azealia Banks, Iggy Azalea, Angel Haze, Nitty Scotty, Schwesta Eva… das Spektrum der Eierstöcke ist im letzten Jahr quasi explodiert.

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oh boy! (k)ein Berlin-Film

Kreuzberg 61, “Oh Boy” hat noch nicht mal Anlauf genommen. Das Publikum ist jetzt schon völlig außer Rand und Band. Das ist kein sehr eleganter Ausdruck, aber weil er so deutsch und unbeholfen klingt, passt es perfekt zu den geernteten Lachern im ausgebuchten Kino. Von nihilistischer, überlegener Coolness keine Spur – dabei regen die Dialoge maximal zum Schmunzeln an. In diesem Kino rasten die Leute aus. Als stünde Helge Schneider höchstpersönlich auf der Bühne. Vielleicht hängt dieser explosiver Enthusiamus mit dem Humor des Filmes zusammen.

Vorsichtig werden die Seltsamkeit des Alltags ohne Superhelden und die deutsche Sachlichkeit der Gefühle mit ihren Grenzen konfrontiert und in Leichtigkeit gehüllt. Übertriebene, aber unspektakuläre Situationen sind zu liebevollen, wenn auch berechenbaren Szenen komponiert. Die Nähe dieser scheinbar gar-nicht-so-lustigen Lustigkeit zum deutschen Publikum fasziniert bei dieser Vorstellung wohl am meisten. Natürlich handelt es sich hier auch um ein Berliner Publikum – dankbar auch für die Stereotypen, die selbst bei scheinbar so viel Anspruch an die eigene Stadt noch ziehen können.

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Jessie Ware & BenZel // If You Love Me

Jessie Ware. Diese Frau hat es geschafft, Pferde in meinem Herzen zum Gallopieren zu bringen. Sie laufen in ihrer wilden Schönheit durch Wüsten und Wälder und wirbeln einiges an Staub und Emotionen auf. Ihre Stimme kommt im Gesamtpaket mit einem wunderbar kontemporären Pop-Konzept, dass sich aus der üppigen Schatzkiste der englischen Tanzmusik bedient.

Jessie Ware wird auch bald in Berlin auftreten- im Rahmen der Konzertserie “Introducing“. Dort kann man sich auch noch für die Gästeliste eintragen. Am 19.11. wird sie im Bi “schlechtester Clubname ever” Nuu am Schlesischen Tor zu besten geben und selten habe ich mich so sehr auf einen Pop-Gig gefreut.

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