Pai & dBridge

Wir waren in Pai, einem Dorf im Norden Thailands. Pai gilt als das Hippie-Resort jenseits der überfüllten Thai-Strände. Es besteht maßgeblich aus einer Hauptstraße. Hier und da gibt es die typischen Bars, Hostels, Restaurants mit schlechter Pizza. Man hat ständig das Gefühl dass alle high sind. Es regiert eine überschwängliche Langweile und das hedonistische Lebensgefühl das einem in Gesprächen mit Backpackern verkauft wurde lässt sich nirgends erblicken. Zum Kiffen und in der Sonne liegen hätte es gereicht, wäre da ein Pool, etwas Meer oder wenigstens eine schöne Wiese gewesen. Die “Hippies” liebten Pai wegen der Ruhe. Keine Touristen, keine Denkmäler, keine Sehenswürdigkeiten. Perfekt zum “Aussteigen”. Was machen diese Leute in ihrer Freizeit? Was ist “Aussteigen”?

Vielleicht lag es an dieser Langweile dass meine kleine Reisegruppe nicht eine Sekunde zögerte: eine Einladung zur Jungle-Party im Umland. Wir bereiteten uns mit Neonfarben vor, so enthusiastisch war das Projekt. In Schichten stapelten sich bereits unzählige Backpacker auf den Ladenflächen der Pick-Up Trucks. Alle hatten schon diverse Substanzen gefressen. Ich setzte mich auf den Kopf eines Engländers. Es war stockdunkel und er bot mir einen Magischen Trüffel an. Ich überlegte kurz und verzichtete dann dankend. Das Psilocybin wäre mir jetzt wahrscheinlich in den Kopf gestiegen und das Ruckeln der Autos durch die Pampa in der pechschwarzen Dunkelheit hat mir schon genug toxische Schübe verpasst.

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#YNTHT: Hintergrundmusik

Noisey hat sich, trotz meines verzweifelten Kampf dagegen (don’t ask) zum Geschmacksverstärker in Sachen guter Musik gemausert. Der YouTube-Channel ist eine Goldgrube für Jäger der neuen – und vor allem guten – Musik. Ich gebe zu: die Specials interessieren mich selten, aber die Video-Releases und Playlisten sind meistens der Knaller. Es braucht Zurückhaltung, nicht jeden Song in meinen Facebook-Stream zu posten. Mein Favorit der letzten Woche:

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Grimes vs Boiler Room

Das Wort “Troll” stammt aus dem Internet und bedeutet so viel wie: jemand, der den anderen einfach nur auf den Sack gehen will. Umso witziger, dass Grimes sich gegen die Anschuldigungen, den Boiler Room getrollt zu haben, nun wehrt: Nichts, was sie macht, sei jemals ironisch.

Im Garten des TechHouse-Riesen Richie Hawtin höchstpersönlich wurde auf Ibiza eine kleine andächtige Feier zu Ehren der elektronischen Musik gefeiert. Zusammen mit Nina Kraviz, Hawtin Höchstpersönlich und Azari & III durfte Grimes in ihrer Special-Editions Plattensammlung stöbern und exklusive/seltene Fundstücke herzaubern. Denn der Boiler Room ist in der Szene der Tanzmusik zum besten Ort des Schwanzvergleiches geworden.

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TRANCE

Trance ist ein visuelles Meisterwerk, mehr will man von Regisseur Danny Boyle auch schon nicht verlangen. So funktioniert das aber nicht. Zugegeben: Er bringt den Kunstraub zurück in die Action-Thriller-Sparte des Kinos. Das, an sich, birg schon eine faszinierende Grundlage. Die Farblichkeit des Filmes und das durchdachte Set machen Trance immerhin gut; nicht so subtil wie Drive, aber definitiv mit einigen Hinweisen darauf, dass die zynische Betonstimmung im Film ein gern gesehenes Stilmittel des 21. Jahrhunderts ist.

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Download: 100 Tracks of 2013 (Summer Edition)

Das wirkt jetzt nur ein bisschen lieblos, weil ihr das Treatment der anderen gewohnt seid.
Die stellen euch dann schön Woche für Woche eine Soundcloud-Streaming-Liste zusammen, die ihr bei der Arbeit anklicken könnt. ABER NICHT MIT MIR! Ich sehe überhaupt nicht ein, jede Woche Songs zu empfehlen. Musik muss wirken! Ich kann gar nicht wöchentlich Empfehlungen aussprechen. Abgesehen davon sollte man am Arbeitsplatz nicht nur streamen können dürfen. Man muss die Musik mitnehmen. Dafür sind MP3s da. Um mitgenommen zu werden. Sie sollen beim Spazieren gehen – geht mehr spazieren! – ihr Können entfalten. Wie soll das gehen, wenn ich nur einen Soundcloud-Stream hingeklatscht bekomme? Ich will die Tracks besitzen, so bescheuert das in diesem virtuellen Kontext klingen mag.

Und deshalb gibt’s ein Zip-Pack mit 100 Tracks, alle, die mich bisher in 2013 (und auch vorher, seien wir mal ehrlich) begleitet haben. Es hätten auch locker 200 oder 500 sein können, aber man soll ja Abstriche machen, und da sind sie nun, die besten der besten bzw. derjenigen, die ich nicht vergessen habe (das ist wirklich das ehrlichere Kriterium). Einige habe ich nicht in 320 gefunden, verzeiht mir, aber wenn ihr die habt – ihr wisst ja, schreibt mir, am besten per Post, schreibt mir Briefe.

Mein Sommer ist jetzt vorbei und fängt an (gleichzeitig!) und das ist mein Abschiedsgeschenk, bevor ich in die intensiven Ferien fahre (und damit meine ich: bevor ich zu meinen Eltern fahre um ordentlich über mein Leben und vor allem über meine finanzielle Situation nachzudenken). Und dann kommen ganz viele (tolle) Dinge über die ich euch hier und hier und hier auf dem laufenden halte, versprochen.

Ich tausche übrigens auch. Ich nehme jederzeit Mixtapes an. Müssen keine 100 Tracks sein. Wäre aber der Knaller.

(Download Not Available Anymore)

Orange Is The New Black

Dass Jenji Kohan noch mal mit einem Rundumschlag alles kaputt macht, was die von Männern dominierte Frauenwelt herzugeben hat, wundert mich nicht: wenn eine Frau in der amerikanischen Serienlandschaft mit all den Unzulänglichkeiten aufräumen kann, dann ist sie es. Auf die wunderbarste, absurdeste Art und Weise versteht sich und ganz so, wie wir es von Weeds gewohnt waren (bis auf die 7. Staffel, die mich traumatisiert hat). Frauen in der Hauptrolle, Frauen als Chefs, Frauen als Kommandeure, als Schwächlinge… man stellt sich die übliche Serie vor und ersetzt einfach alle männlichen Rollen mit Frauen und schon sind die Horizonte um einiges erweitert. Hach, Frauen.

Bei Orange Is The New Black – dem viel besseren Frauenknast-Format, das exklusiv auf Netflix läuft – ist die Rollenverteilung jedenfalls fantastisch abgelaufen, die Wahl der Schauspielerinnen perfekt und selbst Jason Biggs, den man nur von seinen Apfelkuchenvergewaltigungen kennt, passt irgendwie in das Casting rein. Wenn jemand wie ich – jemand, der sich offensichtlich in Arrested Development verliebt hat und keine Serie in Sachen Humor größer schätzt – also das semi-dramatische Erlebnis im Knast abfeiert wie ein Feuerwerk am Himmel der TV-Sendungen, sollte das für euch die größte Empfehlung des Jahres sein. Weil es leider nur eine Staffel gibt, empfehle ich zusätzlich auch die Dosis der Binge Watching Sessions einzugrenzen und eine Folge pro Woche zu genießen, sonst ist man schnell entzügig. Trust me, bro.

Für das absolute Kontrastprogramm laufen aber auch wieder neue Folgen der Macho-Anwaltsserie Suits. Just sayin’.