Wunderbare Studienzeit

Ist das nicht die schönste Zeit? Studieren und nebenbei ein Langzeit-Dauerpraktikant sein… oder Selbstständig… jedenfalls mit viel Zeit in der Hand. Da war das Leben noch unbeschwert und schön. Leben in einer WG mit geteilten Kosten; denn bekanntlich ist ja ” Geteiltes Leid-Halbes Leid “. Sämtliche Kosten konnte man sich teilen. Egal, ob Fernsehen, Strom, Waschmittel. Alles wurde durch die Anzahl der Mitbewohnerinnen geteilt. Natürlich auch die Miete.

Unsere WG nannte man uns “Die Internet Studenten”. Damals, im Wedding, mit den drei TU-Studenten und ich, VWL und Russistik, na klar. Wir hingen mehr im Internet, als in unserem Hörsaal.  Ständig geschaut, wo gute Partys waren, oder auch wo mal wieder eine Praktikantin gebraucht wurde, oder ein Barkeeper, oder Runner, oder Messehostess. Von irgendwas musste man ja sein Leben bestreiten. Natürlich lief auch mal die eine oder andere Romanze auf dem PC oder Musik. Meistens aber nur Friends und Scrubs. Lernen ist uns da nicht in den Sinn gekommen. Warum auch. Wir hatten ja alle Zeit der Welt, und die Lebenshaltungskosten wurden eben geteilt.

Genauso wie die Hausarbeit. Die Wäsche musste aber jeder für sich machen. Lebensmittel konnte sich jeder kaufen, es wurden aber auch Sachen gekauft, die zusammen benutzt wurden. Ja, das waren schöne Zeiten. Das einzige Problem waren dann die Abende, die man gern mit dem Freund alleine sein wollte. Ich kann euch sagen, das war manchmal schon schwer alles unter einen Hut zu bekommen. Man musste schon schauen, dass man sturmfreie Bude hatte. Dies war manchmal eine teure Angelegenheit. Am schönsten waren die Mädelsabende. Oh waren die schön. Mit den Freundinnen abhängen, kochen, trinken und lästern. Ja, das lästern hat mir am meisten Spaß gemacht.

Wenn es dann mal darum ging, im Alltag was zu erledigen gab es immer Alternativen. Bei uns gab es in der WG ein Auto, drei Fahrräder und zwei Motorroller. Es gab auch richtige Pläne, wer wann das Auto oder den Roller nutzen wollte. Alternativen dazu waren noch Bahn fahren mit dem Monatsticket der Mitbewohnerin, oder aber zu Fuß gehen.

Bei uns hatte jedes Mädel ihr eigenes Notebook, und konnte im Internet surfen wie sie wollte. Wir hatten uns einen preiswerten Anbieter rausgesucht, mit einem speziellen Tarif für Studenten. So hielten sich die Kosten in Grenzen und man konnte doch relativ unbeschwert surfen.

Und heute? Was ist heute? Immer noch nicht ausgelernt und ganz sicher noch keine eigene Wohnung, obwohl die WG sich verkleinert hat, nach Kreuzberg wanderte und prinzipiell etwas erwachsener ist. Keiner der einem beim Bezahlen der Rechnungen hilft. Alles muss man selber bezahlen. Natürlich hat es auch Vorteile, besonders wenn ich im Internet surfe. Da hab ich die gesamte Bandbreite für mich und kann in aller Ruhe Filme schauen, Musik hören oder im sozialen Netzwerk surfen. Trotzdem: meine Mitbewohnerin gebe ich nicht mehr her, glaube ich. Alleine wäre das unerträglich.

So hat jede Zeit seine Vorteile aber auch seine Nachteile. Meine Zeit als Studentin in der 4er-WG möchte ich um nichts in der Welt missen. Die war einfach herrlich. Wenn ich an die vielen durchgeheulten und durchgelästerten Nächte denke. Einfach nur schön.

CBD Öl & Legalisierung

Vor einigen Monaten gab es eine sehr heiße Diskussion in Berlin darüber, ob im Görlitzer Park einmalig in Deutschland Cannabis verkauft werden sollte. Das, so die Anwohner und Befürworter, könne den Schwarzmarkt dort vielleicht beseitigen. Viel wichtiger als eine legale Zulaufstelle für Freizeitkonsumenten sollte man aber die medizinische Behandlung mit CBD nehmen. Es wird gerade immer deutlicher, dass dieser Wirkstoff neben dem THC maßgeblich an den gesundheitlichen Vorteilen beteiligt ist. CBD Öl gibt es eigentlich sogar legal im Handel. Es darf nur nicht in Deutschland angebaut werden.

Aus industriellen Hanfpflanzen, die kein THC enthalten, wird CBD gewonnen. CBD steht für Cannabidiol und ist anders als THC nicht psychoaktiv, das bedeutet, man wird nicht berauscht und gilt weder als high noch als stoned. Die Wirkung von Cannabidiol ist beruhigend und sedierend und schmerzlindernd. Die Krux: je mehr THC in einer Pflanze ist, desto weniger CBD ist enthalten. Für Normalkiffer bringt die Sache also nichts. Für die rechtliche Lage eignet sich das aber sehr wohl, denn so könnte man die Legalisierung von CBD vorantreiben, ohne eine nachlässige Politik mit dem Freizeitkonsum aufzubauen.

Leider wissen viel zu wenige Menschen über diesen Unterschied bescheid. Für die meisten ist Marihuana eine Pflanze mit einem sehr entschleunigendem und klischeeüberhäuften Wirkstoff, die man nur illegal im Park bekommt und einen über Jahre hinweg verdummen lässt. Vielleicht stimmt die Annahme bei Missbrauch. Aber CBD konnte sich bisher nur gut präsentieren: es hilft Epileptikern dabei, ihre Anfälle um bis zu 50% zu reduzieren. Es hilft Leuten mit psychischen Störungen und Angstzuständen dabei, sich zu beruhigen. Es kann sogar gegen die negativen Wirkungen von THC helfen.

Trotzdem bleiben die Vorbehalte groß, und das bedeutet, die medizinische Forschung kann nicht weiter vorangehen. CBD Öle erhält man zwar von europäischen Anbietern auf legalem Weg, aber die entsprechend wirksame Dosierung ist relativ gering und die Preise ziemlich hoch. Für Schmerzpatienten und Menschen, die auf natürliche Produkte angewiesen sind, ist das nicht unbedingt schön. Man kann nur hoffen, dass die Erkenntnisse über das CBD (auch im Gegensatz zum THC) bald dafür sorgen, dass eine neue Diskussion um die Legalisierung von Cannabis gestartet wird.

Nissan putzt London: Reverse Graffiti

Ich habe ja vor einigen Jahren den komplett elektronische Nissan LEAF testen dürfen. Das Auto fährt sich wie zerlassene Butter: geräuschlos gleitet es durch die Straßen und hinterlässt dabei im wortwörtlichen Sinne keine einzige Spur. Jetzt hat der LEAF aber eine neue Aufgabe bekommen. In London wurde mit seiner elektrischen Leistung eine Hochdruckwasserpumpe gesteuert, die per “Reverse Graffiti” auf die Luftverschmutzung und generelle Abgasbelastung aufmerksam machen soll.

Moose, eine Streetart-Ikone, hat ein riesiges Mural entworfen, auf der man die Londoner Skyline sieht. Nur: statt Farbe zu verwenden, hat er den Schmutz von der Oberfläche der Wände quasi abradiert, um dann ein imposantes Negativ zu hinterlassen. Der Schmutz legt sich vor allem durch Autoabgase ab. In Europa und in London übersteigen die Abgaswerte teilweise alle regulativen Grenzen.

Das Kunstwerk – bei Station’s Approach in Waterloo zu sehen – zeigt Londons berühmten Sehenswürdigkeiten, darunter Buckingham Palace, The Shard, Battersea Power Station und das London Eye. Das Reverse Graffiti macht damit auf die steigende Luftverschmutzung durch Autos und Verkehr aufmerksam – und darauf, wie viel reiner die Luft wäre, würden alle auf elektrische Fahrzeuge wie den Nissan LEAF umsteigen.

Den LEAF kann man über das LEAF to Home Gadget ziemlich einfach als Batterie für alles mögliche nutzen. Ein gutes Beispiel ist der Hochdruckreiniger, mit dem Moose sein Kunstwerk produziert hat. Der wurde an das Auto angeschlossen und bekam zwei Tage volle Ladung Energie, um das 2,5 Meter hohe und 10 Meter breite Bild fertigzustellen.

Die ganze Kampagne ist ein ziemlich innovativer und kreativer Weg, um auf Luftverschmutzung und die Probleme mit der Umweltbelastung hinzuweisen. Moose, der Gründer des Reverse Graffiti, freut sich sicherlich durch sein Werk Teil einer sauberen Bewegung zu sein, die unsere Zukunft in Europa und weltweit bewahren will.