Angeblich soll man sich ja des Lebens besinnen, aber habt ihr schon mal versucht, manuell zu atmen? Das macht einen nur panisch. Also verbrachte ich die letzten 24 Jahre damit, die wesentlichen Dinge zu ignorieren und stattdessen Manifest um Manifest für ein Dasein zu entwickeln, nach welchem niemand gefragt hat.

Irgendwann wurde dann schmerzhaft bewusst, dass mein CO2-Fußabdruck alleine nicht meine Steuererklärung erledigt und dass ich mich mit About-Texten nicht lang genug von den wichtigen Dingen (Hausarbeiten schreiben, Wäsche waschen, Augenbrauen zupfen) ablenken lassen kann. Aber so ist das halt: mach einen guten Song an, zieh dir einen guten Schuh über die HUF-Socken, roll dir eine entspannte Tüte, leg einen guten Film ein, koch ein köstliches Festmahl für dich und deine Freunde, leg dich in dein frisch bezogenes Bett, kommentiere die gesellschaftlichen Zustände, schlage die ZEIT auf, gucke dir YouTube-Videos an, buche eine Zugfahrt nach Paris, starte ein neues Projekt, geh Sonntagnachmittags tanzen. Vergiss dein Konto, vergiss den schlechten Kaffee, vergiss die gebrochenen Herzen, vergiss Hip Hop und vergiss all die Menschen, die nicht die Augen zu machen während sie im Nacken geküsst werden.

DSG existiert jetzt lange genug, um keine Form mehr haben zu müssen und keiner fragt nach Erklärungen. Ich möchte bitte keine Promo-CDs per Post geschickt bekommen, bitte schickt mir die digitalen Files (wenn ihr mir schon was schicken müsst).

Weitere Sache, die im Netz wild rumfliegen:

FINDINGBERLIN.com (Berlin)

80DAYS.co (Welt)

YEAHSARA.COM (Virtualität)

 

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