We Were Once A Fairytale…

Veröffentlicht October 19, 2009

Ich liebe Kanye West. Der Typ hat einen fetten Schaden in der Birne, hat wahrscheinlich schon als Kleinkind aus Whiskeytits gesoffen und schwebt momentan bei 9000 auf der Megalomaniac-Skala. Ich sehe mich da ein bisschen wieder, auch wenn mein Teint da noch nicht ganz mitspielt.

Kanye West hat niemals nur seine Musik verkauft, sondern sich selbst, als Brand. Und das ist ein verdammt harter Brand. Mittlerweile ist der Typ steinreich mit mittelmäßigem Rap, hat Massen-PR für Umme erschaffen und kriegt jeden Tag einen Arsch voll von Menschen, die das mit der Wirtschaft nicht so ganz gerafft haben (um nicht damit zu sagen, dass ER es großartigerweise gerafft hätte, aber dumm verdient ja bekanntlicherweise ganz gut).

Anyway. Und dann gibt’s da noch Spike Jonze. Und wenn man den irren Kanye und den völlig zerstörten Jonze zusammenführt, bekommt man ein ehrliches Stück Kunst geschaffen, was nicht nur Hype-Potenzial hat, sondern was ich persönlich auch als “gut” befinden würde. “We Were Once A Fairytale” ist ein Kurzfilm, in dem Kanye West erkennt, was für ein Arsch er ist und sein Ego schließlich ermeuchelt. Hell fucking yeah.

Update: Ok, strange. Ich hatte hier gestern doch ein Vimeo-Video eingefügt, oder? Stattdessen finde ich heute ein YouTube Video wieder, dass nicht mal funktioniert, weil Kanye gegen die Urheberrechtsverletzungen anstößt. Ich werde langsam entweder alt oder die Zersetzung beginnt schneller als gedacht. Hm.

 

4 comments in “We Were Once A Fairytale…”

  1. nico trc says:


    oh oh, hier bin ich ja vollkommen anderer Meinung. Kanye West täte gut daran wenn er einen vernüftigen PR-Berater hätte. Seine ganzen Eskapaden sind doch vollkommen contraproduktiv für so eine Vermarktung wie du sie beschreibst. Er ist eher das Gegenteil. Emotional und ehrlich. Er sagt eben immer seine Meinung, was meistens vollkommen nach hinten losgeht. Sein ganzer Egoismus und alles ist doch nicht inszeniert! Er denkt so, das kann man hassen, aber das ist sicher keine genadenlose Vermakrtung. Gerade um ihn herum gibt es ja viele, die es 100mal besser amchen. JayZ, Puff Daddy, Pharrel. DAS sind wirkliche Marken. Die ersten beiden leiten wahre Imperien. Vom Parfüm bis zur Boxershorts verkaufen sie alles mit ihrem Namen drauf und haben 100 Werberverträge. Kanye hat für seine lieblingsmarken Schuhe designt.. naja. Das ist eben seine Art der Selbstverwirklichung. Aber das “er niemals Musik, sondern nur sich selbst verkauft” hätte, kann man so wirklich nicht stehen lassen. Und warum ist Spike Jonze “völlig zerstört”?

  2. S says:


    Hmm Nico, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt.. durch seine Fahrlässigkeit und seine Ehrlichkeit entwickelt er sich zu einem Phänomen, was nur George W. Bush vor ihm gemacht hat. Vielleicht ist aber auch das Wort “Brand” dahingehend falsch, denn während Jay Z und Co es zwar geschafft haben, mit ihren Produkten viel Geld zu machen, macht Kanye mit seinem Gesicht die Schlagzeilen. Das sind halt zwei völlig verschiedene Formen von Marketing, und letztere dient eher dem Selbstzweck als dem Sale.

    Letztendlich ist der Hype um Kanye vielleicht nicht nachhaltig genug um wirklich daraus wert zu schöpfen, aber am Ende des Tages ist er es, der die Aufmerksamkeit bekommt. Und mir kann keiner erzählen, dass seine Musik, die maximal überdurchschnittlich gut ist, der alleinige Aufhänger für seinen (zweifelhaften) Erfolg ist.

    Übrigens wollte ich nicht “zerstört”, sondern “genial” schreiben, aber so ist es mit Freud :D

  3. P says:


    “dass seine Musik, die maximal überdurchschnittlich gut ist”

    Hier muss ich mich doch stark wundern. Wie kann man z.B Late Registration als maximal überduchschnittlich bezeichnen?! Ich bin nicht der Größte Fan der aktuellen LP, aber die Vorgänger sind doch bei weitem mehr als nur überdurchschnittlich. Ich höre mir Late Registration gerade an und muss sagen, dass viele Lieder genial sind.

  4. S says:


    P: Ok, vielleicht habe ich da den Bogen etwas überspannt. Sicherlich ist seine Musik nicht einfach nur überdurchschnittlich. Im Gesamtpaket ist da etwas bei rumgekommen, was Spaß macht und gleichzeitig intelligent genug ist. Aber das ist leider nicht unbedingt auf Kanyes Talent zurückzuführen, denn ein besonders außerordentlicher Rapper ist er eigentlich nicht. Er ist ein kreativer und mutiger Kopf, was man dabei aber nicht übersehen darf ist dass er nicht das Rap-Geschäft, sondern das Pop-Business aufgerüttelt hat; dazwischen liegen meiner Meinung nach Welten.

    Kanye West ist für mich eine Marke, wie Bushido sie ist, nur eben in anderen Dimensionen. Das ist auf vielen Ebenen auch mehr als überdurchschnittlich gut, aber der Erfolg ist seit seinem ersten Durchbruch auch ziemlich kalkuliert– und wie gesagt, Rap ist es auch nicht mehr.

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