Du musst verstehen, dass du nicht alles verstehen kannst. Und das es nicht schwer ist, in Dingen und Gedanken einen Sinn zu sehen, wenn man sie nicht versteht. Am Ende wirst du entweder die Verwirrung teilen oder deine eigenen Gedanken dazu haben.
Nämlich schnell. Denn: So ist das stets. Du hast keine Zeit, Gedanken aushallen zu lassen. Du wirst unter Kliniklampen auf die Welt gebracht und stirbst meistens auch unter diesen. Zwischendurch muss man schlafen, Partymachen, lernen, lieben, vögeln und mal nachdenken, ob man diese Dinge auch addieren kann. Und wenn ja, ob vielleicht vor der Summe ein Minuszeichen stehen könnte. Wichtig ist, dass man über so was nicht nachdenken muss. Du musst fröhlich sein, wenn Anlässe dazu da sind. So wie bei mir. Und was voll wichtig ist: Die schwersten Steine sind diejenigen, die man alleine tragen muss. Dass man sich wieder auf Menschen emotional einlässt, die einem andere Träume ermöglichen und verwirklichen. Träume, die man so nicht hat, wenn man sehnt oder Angst hat, dass was sehens- und mitnehmenswert ist, nie wirklich greifbar wird.
Das sind so kleine Dinge wie einen Menschen zu verabschieden oder zu verlassen und allein mit den Fragen „Soll ich? Kann ich?“ zu bleiben. Ja, man will, hat aber Angst, dass der andere das nicht will oder noch besser: auch Angst hat. Seltsam, wenn man sich gleichzeitig so unglaublich gut fühlt, oder eben schlecht. Kontrolliere deine Gefühle da, wo es möglich ist, denn es ist das Einzige, das du in deinem Leben kontrollieren kannst. Märchen sind Metaphern. Und deswegen ist es ein Märchen zu glauben, dass Kontrolle über die eigenen Gefühle, uns vor irgendwas hindert. Irgendwas. Denn: Du hast es satt, dass du ständig mit Verarbeiten beschäftigt bist. Du weißt auch nicht, ob es falsch ist, was du da jetzt tust oder denkst. Du genießt nur das verdammt geile Gefühl in diesem Augenblick, wenn etwas in deinem Kopf passiert, das du nicht aussprechen kannst. Größe passiert einfach. Erst hinterher fragt man sich, was da so im Genick zwickt. Ich wünschte, sie würde den Weg zum Ja-Sagen finden.
Denn: Einfach so ist derjenige eine pulsierende Fußnote im Keller deiner Gegenwart geworden und verweist nun auf etwas. Man muss sie lesen und will sie fragen, egal was sie dir mitteilen würde. Alles andere macht kribblig. Wenn man schweigt wird man eine hässliche Weiche Konstruktion mit gekochten Bohnen, so wie das Gemälde von Salvador Dalí. Und das sollte man nicht werden. Nicht so. Das verdammte Problem ist dieses ganze behinderte Spiel aus Menschen-an-sich-heran-lassen und Wieder-von-sich-wegstoßen, um sie dann vielleicht wieder an sich heran zu lassen. Woher nehmen Menschen den Traum sich in jemanden zu verknallen, ihn aber auf Distanz zu lassen, wenn es soweit ist? Dieses strategische sich-erst-nach-drei-Tagen-zu-melden oder wegzulaufen, weil der andere sich ehrlich offenbart und man dann ja kein Rätsel mehr für den anderen ist, kein mysteriöses souveränes Wesen mehr, das man erkunden muss. Tabula Rasa, mann. Denn: Wenn man was haben kann, dann will man es nicht mehr.
Das ist Ego-Virus und führt dazu, dass andere sich nicht mehr trauen, ehrlich auf den anderen zuzugehen und zu fragen „Wollen wir?“:
„Mein Leben ist nichts Besonderes und ich kann dir nicht das bieten, was du dir erträumst und wovor du Angst haben musst, irgendwann zu bereuen, die Gelegenheit nich ergriffen zu haben. Du könntest mich haben, wenn du willst. Und ich zeige dir die unspektakulären Dinge meines Lebens und wie sie mich glücklich gemacht haben. Und ich glaube, sie könnten auch dich glücklich machen, wenn du mir und diesen Dingen nur eine Chance gibst und von deinen Verpass-Ängsten Abstand nehmen könntest.”
Denn: Denn ich bin infiziert mit meinem Leben und meinen Gedanken und fühle mich trotzdem unheimlich gut, weil es noch nicht soweit gekommen ist, dass ich mich für andere nicht mehr interessiere, wenn sie sich trauen Ja zu sagen. Ja zu Dingen, die nachhaltig und von Dauer sind.
„Wollen wir?“, möchte ich dich fragen, aber du hörst nicht mehr zu. Du hast gewartet, bis du was sagen kannst, bis du dran bist. Denn: So ist es immer.
Du sagst: „Wenn alle auf der Welt jemanden lieben würden, dann würde niemand mehr was wollen.“
Es ist deine Ausrede. Wir bleiben alleine. Und du lebst dein Leben so, wie ich es für verschwendet ansehe. Aber das ist nicht schlimm. Denn: Meine Gedanken – Mein Leben. Keine Chance für uns.
Eigentlich bist du ein unerträglicher Mensch. Ein Hybrid aus allen Facetten, die Kribbeln im Kopf verursachen können. Ständig in Bewegung zu sein, ständig Fehler zu machen, und dann beim Versagen so unglaublich gut auszusehen und die Wut auf deine Fehler, die immer mich betreffen, verschwinden zu lassen, das ist allein dein Märchen. Es ist deine Einsamkeit, die mich verzaubert hat und die mich zwingt bei dir zu bleiben, damit es dir gut geht. Dir ist das nicht bewusst, weil wir beide etwas teilen: unsere Geschichte und unser Alleinsein.
Mit ihrer Geschichte konnte ich nie was anfangen, weil sie mir diese ja nie erzählt hat. Immer wenn die Augenblicke zwischen uns ihre Augen schlossen, wagte ich einen Versuch nach dem anderen, ihr näher zu kommen. Ernstgemeinte Fragen hat sie mit profanen Warum’s, Darum’s und Mir doch egal’s zurückgeschmettert.
»Hast du Zärtlichkeit denn gar nicht gerne?«, fragte ich sie, als ich mit meiner Hand über ihre Wange fuhr und sie ganz verspielt rein biss, während wir fetten Frauen im Fernsehen beim Abspecken zusahen. Der Schmerz war unerträglich, aber wie immer versuchte ich das zu ertragen, weil ich mochte wie sie mir körperlich weh tat und dabei tief befriedigt war. Immer wieder hatte ich schwere Bisswunden von ihr auf meiner Haut. Ich weiß nicht, ob es mir suspekt sein sollte, dass sie mir sogar wehtun musste, wenn ich versuchte ihr Zärtlichkeit zu geben. Wenn ich sie dann also fragte, ob sie denn Zärtlichkeiten nicht gerne hat, entgegnete sie mir grinsend mit einem Warum. Warum wollte sie wissen Warum? Darum, sagte sie dann. Ich bekam dabei jedes Mal Kribbeln in meinem Kopf.
Ich habe mich immer gefragt warum sie so auf Schmerzen steht. Sie liebte es, wenn ich ihr wehtat, körperlich. Wie oft habe ich sie geschlagen, weil sie es wollte, wie oft hat sie mir den Rücken blutig gekratzt, weil sie es wollte und ich Zähne zusammenbeißend Erregung vortäuschte? In gewisser Hinsicht hatte ich mich daran gewöhnt und empfand ebenfalls Lust daran, ihr weh zu tun. Ihr ganzer zierlicher Körper war übersäht mit Narben. Jede Narbe schien eine Geschichte der Lust zu erzählen.
Dann kam der Tag, als sie mich mit einem Gürtel schlagen wollte, weil es sie erregte und ich redete mich mit einer Lüge raus, weil mir die Nummer zu krass war (und ich nicht meinen Zahnschmelz endlos vernichten wollte) und sagte ihr, dass ich das nicht aushalten könne, weil mein Vater mich früher mit einem Gürtel geschlagen hatte und ich dann ein Kindheitstrauma reanimieren würde. Es war eine Lüge aus Scham. Sie war natürlich beleidigt und drückte mir eines ihrer inflationären Mir doch egal’s. Sie wurde früher schließlich auch schwer von ihrem Vater geschlagen, mit Kochlöffeln, Stöckern und Gürteln. Sie erwähnte das ganz beiläufig und lachte dabei. Ich musste den Schock über ihr Statement erst mal beiseite legen um meine Chance, zu ihr durchzudringen, wahrzunehmen. Ihre Narben, die für sie und mich immer Lust symbolisierten, waren auf einmal nur noch Narben.
Ich glaube ganz fest an den Grundsatz meinen Partner nicht analysieren zu dürfen, wenn ich merke, dass in ihm etwas Furchtbares schlummert, das ich selber nicht erlebt habe. Ich glaube deswegen daran, weil man sich bei solchen Tatsachen nicht im selben Orbit aufhält.
Nein, dieser jemand bin ich nicht. Aber ich habe so das Gefühl, dass da jemand schreibt, der es wirklich kann. Ein ganz neues Blog mit sehr eigentümlichen, kurzen und treffenden Statements, die eine ganz sonderbare Eigennote haben. Ich glaube, ich bin bereits nach sehr wenigen Beiträgen ein Fan geworden. Und das liegt nicht mal daran, dass da scheinbar ein Namensvetter am Werk ist: B+.
“mit neun monaten wartet man das man raus kommt. mit anderthalb jahren drauf, dass man laufen kann. mit vier wartet man auf die schule, die man mit sieben durchaus schon hassen kann. mit fünf wartet man auf den ersten kuss. mit vierzehn auf den ersten sex (oder der ist schon passiert). mit sechzehn wartet man auf das ende der pubertät. mit achtzehn auf den führerschein. zwischendurch auf das ende der schule. manch einer wartet nun aufs studieren. endlich raus daheim. mitunter warten einige schon länger auf die große liebe. mit fünfundzwanzig will man arbeiten. mit dreißig bitteschön reich sein. mit mitte dreißig beginnt das lange warten auf die rente. empfindlich verbessert (hoffentlich nicht verschlechtert) durch frau und kinder. die lieben kleinen. mit fünfzig wartet man drauf das die kleinen langsam groß werden. mit fünfundsechzig ist sie da. die rente. jetzt wartet man auf die zeitung und den nächsten tag.
Die Schlammschlacht letztens zwischen der halben Blogosphäre und einer taz-Autorin, die Philipp von NomNomNom hat abmahnen lassen, ist nun wieder vom Tisch des Tagesgeschehens gewischt. Spreeblick, Don Alphonso und Niggemeier stehen unter der Dusche, um das alles hoffentlich abzuwaschen und jeder Kommentator in den laufenden Debatten kam endlich mal wieder dazu, etwas verdammt zwei-nulliges zu sagen. Das war ganz schön aufregend. Wir müssen das jetzt nicht weiter ausführen, denn das, was zu diesem Fauxpas bereits für immer und alle Ewigkeiten ins Netz geschrieben wurde, ist ja fast überall vollständig nachlesbar.
Was ist übrig geblieben? Tja, einmal die Tatsache, dass die Definition des Internet – wie wir sie alle gerne sehen und verstehen – noch Zukunftsmusik ist und zum anderen, dass es noch eine verflucht große Asymmetrie zwischen Bloggern und Journalisten hierzulande gibt. Und im schlimmsten Fall wird eine Schlammschlacht geführt, in der auf der einen Seite jeder seine eigene Wahrnehmung und Kulturvorstellung als Anklage gegen das vermeidlich Obsolete darlegt. Und auf der anderen Seite, hallt harsch die unerträgliche Arroganz zurück. Diese Debatte hat deutlich gemacht, dass der Blogosphäre entweder verdammt langweilig ist oder aber dass ein riesiger Diskussionsbedarf zu Problematiken wie dieser herrscht. Letzteres ist natürlich äußerst wünschenswert. Der Diskurs hat stattgefunden und unter den vielen Kommentaren aller Akteure war auch so manches Mal etwas sehr Schlaues zu lesen, dass einem zu denken gibt.
Was können wir mitnehmen?
1. Blogger sollten sich wehren, wenn sie unberechtigt abgemahnt werden. Im Falle NomNomNom und einem ZEIT-Artikel trifft dies jedoch nicht zu. Philipp hat offenbar unwissentlich das Zitatrecht in seiner Definition gedehnt und aus Sicht unseres Netz-Kultur-Verständnisses trotzdem alles richtig gemacht. Denn er hat es als Zitat ausgewiesen und auf den gesamten Artikel verlinkt. Das ist meine persönliche Meinung. Aber er hätte es anscheinend nicht machen dürfen. Die Diskussion drehte sich letztendlich um die Verhältnismäßigkeit der Summe, die man ihm mit der Abmahnung aufbrummte. Und selbstverständlich um die Tatsache, dass man das alles auch hätte anders klären können. Professionell. So richtig möglich ist das aber anscheinend nicht.
2. Am Ende geht es um die wichtigste Währung im Web: Die Aufmerksamkeit. Und da kann sich wohl niemand von freisprechen. Beide Seiten hatten irgendwie nachvollziehbare Punkte. Und beide Seiten haben es nicht verstanden von Anfang an vernünftig miteinander zu sprechen, als das alles dann publik wurde. Ich möchte sagen, dass es gar in einem peinlichen Desaster endete, dass vielen Bloggern Angst machte, aber auch Mut (weil es gibt ja Spreeblick und Niggemeier). Und relativ unbekannte Journalisten können das alles zu einem Aufmerksamkeitstrichter umbauen und davon profitieren. Ich bezweifle jedoch, dass diese Taktik nachhaltig ist, womit ich in diesem Fall der taz-Autorin nicht unterstellen möchte, sie hätte es während des Gefechts so zu ihrem Gunsten gedreht. Im Kern hatte sie nämlich Recht, auch wenn ich ihre Art und Weise in höchstem Maße unsympathisch empfand.
3. Für die Zukunft sollten sich sowohl Blogger, als auch Journalisten im Netz ein paar Dinge bewusst machen: Blogger müssen vorher fragen, wenn sie etwas nehmen wollen, selbst wenn sie, wie Philipp, etwas Gutes im Sinn haben und Netz bereichern wollen. Journalisten müssen hin und wieder auf Augenhöhe herunterkommen, wenn sie nicht zerpflückt werden wollen. Und auch wenn ihnen das egal ist, sie das belustigend finden oder daraus virtuelle Puplicity generieren, wir teilen eine Sache: Das Schreiben im Netz. Wir verlinken, machen aufmerksam, subjektivieren und bereichern journalistische Inhalte damit. Und wir kaufen Zeitungen und lesen journalistische Inhalte. Blogger sind eigentlich eine Zielgruppe. Wäre eine Marke so mit seinen potentiellen Kunden umgegangen, wäre das fatal gewesen. Nicht generell, aber für den Ruf im Netz mit Sicherheit. Und es ist alles andere als vorbildlich und erzeugt eben viel Widerstand, den man dann eben sarkastisch kommentieren kann. Niemand hat gewonnen. Nur die mit den vielen Backlinks.
Dass es auch anders gehen kann, haben ebenfalls am Vorfalls-Tag , Annette Milz, Chefredakteurin vom Medium Magazin und Sebastian Heiser von der taz bewiesen. Natürlich so gut wie unbemerkt. Vernunft wird viel zu oft übersehen.
Sebastian Heiser hatte ein Interview mit Ines Pohl aus der Printversion des Medium Magazins abgetippt und ungefragt im taz-Blog veröffentlicht (siehe Verlinkungen im vorigen Absatz).
Ebenfalls kommentierte Milz im entsprechenden Blog, worauf Heiser äußerst angemessen und wohltuend reagierte:
Milz nahm die Entschuldigung umgehend an und die Sache war gegessen:
Das alles ist in Lichtgeschwindigkeit passiert. Ohne Schlammschlacht. Zwei kluge Menschen, die sich erwachsen und klug schnell geeinigt haben. Kann man sich natürlich die Frage stellen, ob das in diesem Fall ja auf Augenhöhe passierte (also Journalist vs. Journalisz und nicht Blogger vs. Journalist) und deswegen so professionell vonstatten lief. Derartiges Verhalten kann ich allerdings mit voller Überzeugung als angemessen und wünschenswert bewerten.
So löst man Probleme. Und beide Seiten wahren ihr Gesicht.
Fehler kann jeder mal machen, ob es nun aus Unwissenheit oder Faulheit geschieht, es ist menschlich.
Ich habe sowohl Annette Milz, als auch Sebastian Heiser telefonisch darum gebeten, diese kurze, faire und schmerzlose Diskussion auch mit Screenshots veröffentlichen zu dürfen. Und beide waren sich unabhängig voneinander einig: Miteinander reden, ohne dabei zu drohen, ist eine solide und fruchtbare Basis, auf der die Kommunikation und der vernünftige Dialog gedeihen kann.
Da können sich andere Journalisten, aber vor allem auch Blogger eine riesige Scheibe von abschneiden.
Danke nochmal an Annette Milz und Sebastian Heiser für ihre Offenheit und ihre Vernunft.
„Leck mir den Arsch fein recht schön sauber.“ Und ich finde gut, dass ich diesen Beitrag auch mit diesem Satz eröffne, denn er richtet sich an unersättliche Hedonisten, ebenso wie an Kulturpessimisten. Was ich mit diesem Satz sagen möchte, ist nicht etwa das neue Tiefstnievau hier, nein, ich möchte auf ein Stück Kulturgeschichte aufmerksam machen, das höchst vergleichbar ist mit dem Fernsehprogramm der Privaten.
„Leck mir den Arsch fein recht schön sauber“ stammt von Wolfgang Amadeus Mozart, ist ein dreistimmiger Kanon, 1782 in Wien entstanden und trägt die Nummer 382d in seinem Werkverzeichnis. Nicht zu verwechseln mit 382c: „Leck mich im Arsch“ (und nein, das ist weder ein Rechtschreibfehler, noch ein Scherz). OMG.
Als ich mir nun gerade den Arsch abgelacht hatte, insbesondere auch weil das Kommentar von „mssfleischberg“ unter dem YouTube-Video (Ansehen!) vom Autor entfernt wurde (Äh: LOL), bin ich dem Titel dieses Kanons aus Sicht der Volkskunde mal auf den Grund gegangen. Das, was ich bereits während meines Studiums geahnt hatte, hat sich noch einmal bestätigt: Die Hedonisten-Kultur des 21. Jahrhunderts ist nur eine verfluchte kulturelle Renaissance der Wiener Klassik. Vor allem das Hause Mozart: Alles Schmutzfinken.
Mozart, mann, Mozart. Und so obszön und vulgär das alles klingen mag, dieser Sprachgebrauch war einst völlige Normalität in allen Bevölkerungsschichten. Roche, Bukowski, Faldbakken und Konsorten können Stiften gehen. Oder sich eben irgendwas fein recht schön sauber lecken.
In Zukunft spiele ich Mozart auch auf Partys. Aus heutiger Sicht ist der einfach wunderbar subversiv. Wirklich.
Entschuldigung schon mal für das, was gleich folgen wird, aber verdammt es ist Alexander Marcus. Und Alexander Marcus ist für mich das deutsche Pendant zu Jon Lajoie. Weil ich morgen früh zur Meet Magento nach Frankfurt fahren muss und mich das gerade nicht glücklich stimmt, muss ich mir diesen Sonntag ja irgendwie verschönern.
Also zeige ich euch nun Deutschlands coolsten Typen, gleich nach Alice Schwarzer und Pulsivs Mutter: Alexander Marcus. Wichtig neben seiner verdammt schmierigen FDP-Frisur und seinem Persilgrinsen, ist sein Penis ab 3:10 Minuten. Und es geht um das verdammte Gesicht. Und seine abstoßende Bratze.
Klarer Fall: Dieser Typ ist cool. Und er liebt Hawaii-Toasts. Siegerschluck.
[Danke noch mal an T-Dizzle für diesen Tipp, ohne den ich dumm gestorben wäre.]
Neo hat in Matrix 1 dieselbe Katze zweimal hintereinander gesehen und alle anderen haben darauf abgespackt und kamen nicht mehr klar. Was Neo nicht wissen konnte, war, dass er einem Denkfehler zum Opfer fiel, den man weiß Gott nicht berücksichtigen kann, wenn man so vor sich hindenkt und an keine greifbaren Asymmetrien in der Welt glaubt. Das machen wir Nicht-Auserwählten übrigens ganz ähnlich mit unseren Moralvorstellungen. Wir haben da einen Moralkodex, der unser Leben bestimmt und von dem Wissenschaftler behaupten, er würde unsere Gesellschaft in einem Gleichgewicht halten und das Chaos verhindern. Ist wohl auch wahr. Aber: Moralisches Empfinden führt meistens zu Entscheidungen, die nur auf den ersten Blick richtig sind. Und weil wir kein zweites Mal hinschauen, wiegen wir uns in Sicherheit, dass alles gut so ist, wenn man nur selber moralisch gesunde Ansichten zu vertreten glaubt.
Herr Gott konnte den Teufel noch nie leiden. Und gerade heute trat er aus der Hölle zu ihm empor. Angewidert blickten Engelsvisagen, als er den himmlischen Torbogen durchschritt.
Und der Allwissende sprach: “Luzifer, habe ich dir nicht genug Verdammte gesandt, dass du mich jetzt aufsuchen musst???“
„Doch Herr, reichlich… gewiss ich kann mich nicht beklagen…“
„Auch du erfüllst deine Arbeit zu meiner Zufriedenheit, lieber Luzifer, und hilfst mir stets das Gute vom Bösen zu trennen. Also hätten wir das geklärt!“
„Nun…“
„Was, nun?!“
„Allwissender, ich sprach mit einer Schuldigen, die du mir sandtest….”
…
„Jaa… ?!“
„Herr, warum schickst du sie zu mir?“
„Weil sie unmoralisch handelte, Luzifer, warum fragst du?!“
„Mit einem Schuss ermordete sie den Mann, der ihre Tochter mit zwanzig Messerstichen tötete!“
„Mörderin ist Mörderin!“
„Gewiss…. Ich hörte auch von einem Helden, den ihr hier im Himmel feiert…!“
„Ja, mein liebster Luzifer! Er hat vier Männer vor einem Zugunglück gerettet!“
„Er rettete sie dadurch, dass er den Zug auf ein Gleis leitete auf dem nur ein Mensch stand!“
„Ein Menschenleben gegen Vier!“
“Gewiss…. Dann ist da noch der Verbrecher, den ich foltern sollte….“
„Ja…“
„Herr, er ist masochistisch veranlagt, ich glaube nicht, dass er leidet…“
„Bestrafe ihn so wie hier schon seit jeher bestraft wird! Mit Pein und Schmerz! …Wir müssen Bestrafung an denen üben, die Bestrafung verdient haben!“
„Ach, es fällt mir so schwer auszusprechen, was mich bedrückt…“
„Sprich, damit wir es bereinigen können, ich habe zu tun…!“
„Allwissender, hat denn diese besagte Frau nicht auch Bestrafung an dem geübt, der Bestrafung verdient hat?“
„Nun gut, ich werde es mir überlegen, ob ich Gnade über sie walten lasse, einverstanden?“
„Und der Held, woher wissen wir eigentlich, ob er nicht einen guten Menschen für vier Schlechte tötete?!“
„Nun gut, ich werde es mir überlegen, ob ich ihn aus dem Paradies verbanne, einverstanden?“
„Und dieser Masochist? Sollten wir ihn nicht lieber als Bestrafung in den Himmel senden?“
„Nun gut, ich werde den Sündiger ins Paradies geleiten, einverstanden?“
„Herr, all diese Menschen verdammt zu ewiger Höllenqual, mir scheint dass auch wir Sündiger sind!“
„Luzifer! Du wirst doch wohl noch Gut von Böse unterscheiden können!?!“
Was später eine riesige Herausforderung werden wird, ist nicht so zu werden, was man immer verabscheut hat. Man kann nämlich gar nicht so schnell gucken – Bämm – ist man ruckizucki wie Dr. Joe Gerner aus GZSZ und schläft mit einer Frau, die ihrer Tochter vorgibt, ihre Schwester zu sein, damit die Kamera einen Grund hat mal ordentlich ins Close-up zu gehen um die ganzen schockierten Visagen ins Visier zu nehmen, wenn die nächste schmierige Intrige aufgedeckt wird. Einmal wie der gute Herm in der U-Bahn neben einem in der Daily-Soap bereits verstorbenen Darsteller sitzen. Nur einmal. Mann. Wir brauchen definitiv mehr Fokus.
So vom Tischlersohn in fancy Schornseinfeger-Outfit, den man nie malochen und stehts im “Mokka” rumchillen sieht, wie er seinem neuen schwulen Kumpel voll tolerant die Hand gibt. Ist irgendwem mal aufgefallen – bevor ich zur eigentlichen Sache zurückkomme – dass die in GZSZ immer irgendwelche Getränke bestellen, die sie dann nicht trinken um sie dann mit einem fürstlichen Trinkgeld von 20 Euro stehen zu lassen? Und überhaupt: Wann arbeitet dieser komische Joe Gerner überhaupt? Ständig sieht man ihn finster und schmierig grinsend an einer Kamera vorbeischielen. Als würde die Welt nur aus ihm und Gott bestehen, den es zu erledigen gilt. Dieser Blick erinnert mich ein bisschen an mich selber, wie ich mich früher an meiner Schwester gerächt habe, wenn sie mich mal wieder verpetzt oder Leuten erzählt hat, ich sei im Besitz einer Spice-Girls-CD. Ja, es ist wahr. Aber grundgütiger, es war 1996, ich war im Stimmbruch und bekam Haare an den Genitalien. Joe Gerner saß damals noch im Rollstuhl und war der Endgegner der Miesepetrigkeit. Sorry, aber das sind alles Umstände, die es zu berücksichtigen gilt.
Auf jeden Fall hab ich dann angefangen, die Umstände so zu drehen, dass meine Schwester leiden musste. Ich war damals schon subversiv freischaffend und schlich nachts in ihr Zimmer um ihr Tamagotchi zu reseten oder ihr Fireball-Jojo so zu manipulieren, dass der Leerlauf nicht mehr funktionierte. Es hat sie ganz langsam über einen längeren Zeitraum zermürbt und ich habe mich daran gelabt. Also so wie Joe Gerner aus GZSZ. Ich habe dann auch finster in eine imaginäre Kamera gelächelt und so getan, als würde hinter der ganzen Intrige ein tieferer Sinn bzw. ein akribischer Plan stecken.
So. Das war jetzt ein viel zu ausführliches Intro. Was ich eigentlich nur sagen wollte: Wer so werden will wie Joe Gerner, der schleudert in seiner Freieit auch Katzen am Schwanz durch die Luft und gibt feuchte Fuzzies.
Und um noch konkreter zu werden: Erwachsenwerden gefällt einem im Normalfall nicht sonderlich, aber man spielt mit, weil es witzigerweise genau das Dilemma ist, das das Leben zu einem Normalfall macht. Schon komisch irgendwie. Erwachsen zu sein ist im Gegensatz zum Erwachsenwerden nochmal viel seltsamer. Vor allem, wenn man dazu irgendwie gezwungen wird. Ich zum Beispiel sitze gerade (es ist 6:59 Uhr morgens) im Zug nach München, wegen Arbeit. Im Moment könnte es auch an der morgentlichen Wintermelancholie liegen, aber müsste ich mich jetzt mit zwei Songs zudecken, dann wären das I WALK THE LNE von Johnny Cash und NEEDLE IN THE HAY von Elliott Smith. Voll oft merke ich, wie ich aufpasse, was ich zu anderen sage. Das ist neu. Aber auch irgendwie gut. Man findet es prinzipiell gut, wenn man Dinge an sich beobachtet, die einen reifer wirken lassen.
Erst gestern abend hatte ich ein ganz gutes Gespräch mit meiner neuen Mitbewohnerin, die gerade 19 oder 20 ist. Sie macht viel Party und verkörpert all das, was ich jetzt nur noch verachte, weil ich es nicht mehr machen kann. Und sie hat voll die guten, aber auch phrasenhaften und naiven Dinge vonn sich gegeben. Ich saß daneben und habe versucht zu verstehen, wie sie die Dinge und die Welt sieht.
Das fällt mir wirklich schwer mittlerweile, wenn es um Hedonismus geht. Da muss ich mich stetig in Toleranz üben. Aber ich habe „Cool“ gesagt und zugehört. Das klingt voll einfach. Aber wenn fast so gut wie jeder in meinem Umfeld noch studiert oder nur am Partymachen ist, dann ist das wirklich sehr schwer. Und man fühlt sich oft sehr einsam oder wie in dem Song NEEDLE IN THE HAY.
Mich unterscheidet eigentlich kaum was von meiner Mitbewohnerin. Außer dass ich eben hin und wieder Verantwortung für mein Leben übernehmen muss. Ganz alleine. Ich muss gucken, was meine Lebensversicherung macht. Muss meine Berufsunfähigkeitsversicherung bezahlen, jeden Tag zehn Stunden auf Arbeit sein und viel überlegen. Ich muss mich in meiner Freizeit dazu zwingen, nicht Fernsehen zu gucken, sondern auch mal zu lesen. Ich muss dafür sorgen, dass ich nicht nur außschließlich von Tiefkühlscheiße lebe. Ich muss mich zwingen, meine Freunde gerne zu sehen. Ich muss mich in Toleranz üben, anderen gegenüber, die noch ein Stück weit länger schlafen können als ich. Ich darf meinen Status nicht vorschieben, um auf andere herunterzublicken oder zu verachten. Ich übernehme volle Verantwortung für die Frau, die ich liebe.
Muss meine Zeit managen. Ich muss mir Gedanken darüber machen, dass ich morgens aufstehe, obwohl ich das was ich gerade mache, manchmal einfach nicht leiden kann. Und was ist überhaupt wenn ich weinen will oder wütend bin? Wann soll ich das machen? Erwachsen zu sein, heißt Spontanität gegen Verantwortung an vielen Ecken und Enden einfach auszutauschen. Und damit komme mal einer klar, der vor einem oder zwei Jahren noch völlig anders gelebt hat. Und was ich schlussendlich nicht vergessen darf: Ich sollte nicht jammern, denn ist eigentlich mehr als okay und fair. Ich bin mir gegenüber sehr fair.
Das hätte man mir aber alles mal vorher sagen sollen, dann wäre das nicht so eine große Umstellung gewesen. Dann müsste ich jetzt nicht so bewusst darauf aufpassen, das zu werden, was ich nie werden wollte: Ein bescheuerte Hedonist, der sich von seiner Jugend nicht trennen kann, weil er es als unfair empfindet, nicht mehr mitspielen zu können.
So wie Andreas Elzholz, den ich damals, als ich in Berlin noch an einer Tankstelle arbeitete, bediente und der wirklich sehr freundlich war. Der durfte auch nicht mehr bei GZSZ mitspielen. Aber GZSZ ist nicht wahre Leben. Wissen auch nicht viele, glaube ich.
Ich war kein außergewöhnliches Kind, sagen wir es mal so. In der Grundschule habe ich total gerockt mit Noten und so. Von der ersten bis zur sechsten Klasse hatte ich stets einen Notendurchschnitt von 1,0-1,1. Also im Grunde derjenige, der nach der Schule mit Nasenbluten noch alleine im Hort saß und Hausaufgaben machte. Dass ich von meinen Mitschülern nicht verprügelt wurde, ist allein dem Grunde geschuldet, weil es genügend komische Leute in meiner Klasse gab, die Ziel des Mobbings aller waren. Anne, zum Beispiel. Die war ziemlich dick und wurde von ihren Eltern permanent in weinrote Presswurstsachen gequetscht, von denen man schon von weitem Augenkrebs bekam. Oder Robert, der stets nach Kotze roch, ohne sich jemals erbrochen zu haben, und bis zur fünften Klasse permanent einpinkelte. Die wurden richtig ran genommen auf dem Pausenhof. Die Grundschule: die Vorhölle für alle, die irgendwie von der gemeinen Masse abweichen. Was in der Grundschule mit einem geschieht, ist der gottverdammte Grundstein für alles, was später folgen wird. Ungefähr.
Als ich dann auf dem Gymnasium zum ersten Mal Sex hatte und meine Noten parallel dazu in den Keller gingen, dachte ich, dass es die Frauen seien, die mit ihren Vaginen und Brüsten alles kaputt machen. Trotz dieser Erkenntnis habe ich weiter gemacht. Anne und Robert sind zu diesem Zeitpunkt mit gutem Hauptschulabschluss auf den Arbeitsmarkt geschwemmt worden und ertrunken.
Manchmal stellt man sich einfach die Frage, wer einem die Spielsachen weggenommen und weggeschmissen hat, und die mit Kaffee ersetzt hat?
Dann kamen Frauen, viele Jahre Graffiti-Subkultur, ein ewig langes Jahr voller Partys und Alkohol, Drogen und so. Jung, wild und frei. Fühlt man sich zumindest. Dann noch ein Jahr Peng-Peng in der Armee, und fast fünf Jahre Studium der Kunstgeschichte, einhergehend mit einem Dauerpleitezustand. Und jetzt sitze ich in einer Agentur, mache was mit Internet und Medien, wie ich immer wollte, und sehe das alles um mich herum weiterhin passieren. Das alles halt. Das ist schon verdammt seltsam.
Ich gebe mittlerweile nicht mehr den Frauen mit ihren Vaginen und Brüsten die Schuld an allem, aber auch nur, weil mein Leben momentan ziemlich cool ist. Ich bin froh diese vielen Erfahrungen gesammelt zu haben, ein Leben am Existenzminimum geführt zu haben. Und so. Frauen, Partys, Alkohol und zwischendurch mal total individuelle Eigenarten ausbilden. Ganz recht. Das habe ich gerade geschrieben. Shame und so.
Wenn ich so war, wie die vielen, die das jetzt alles gerade durchleben, also wenn ich wirklich so extrem war, wie ich das ewig und drei tagelang immer und permanent überall mitbekomme, dann muss ich ehrlich sagen, dass ich mich zum kotzen finden sollte.
Diese Erfahrungen, die ich gesammelt habe, haben ein Stück weit dafür gesorgt, dass ich jetzt nicht da sitze und einer ungelebten Jugend nachtrauere. Sie haben mich im Grundkern aber nicht geprägt. Die Umstände haben mich dazu gezwungen, unter dem Leben von damals ein Schlussstrich zu ziehen und neu anzufangen. Und dem habe ich lange nachgeheult, weil viele so weiter machen konnten wie bisher.
Wahre Unabhängigkeit ist verdammt unromantisch. Sie ist weder jung, noch wild, noch frei. Aber wenn man da irgendwie hinkommt, hat man verdammt Glück gehabt. Ich hatte es. Die meisten könnten es haben, wenn sie sich trauen würden, einen Schlussstrich da zu ziehen, wo er fällig ist. Das gilt für die meisten Lebenslagen, glaube ich. Aber viele werden diesen Schlussstrich nicht ziehen. Weil sie süchtig geworden sind. Süchtig nach einer Illusion, die einen jung, wild und frei machen soll. Weird.
Heute ist Freitag, das Wetter ist scheiße, mir ist kalt und schlecht, weil das Wetter halt scheiße ist und das Wetter ist auch scheiße. Gut, dass es StyleSpion und die heute zum zweiten Mal stattfindende, großartige Aktion Ein Herz für Blogs gibt. Dem schließen sich S und ich heute knallhart an, weil das Wetter scheiße ist.
Hier nun unsere Dudes und Dudettes:
1. Melancholie Modeste schreibt seit Oktober 2004 Monat für Monat viele absolut wundervolle und charmante kleine Geschichten aus dem Alltag des Alltages. Bewundernswert an dieser Frau, die ich im April 2008 bei einer Lesung des Blog-Kulturmagazins >mindestenshaltbar< zum ersten Mal live sah und hörte, ist, dass sie neben ihrem Durchhaltevermögen immer auch Qualität und Niveau bietet, eine Seltenheit in der gesamten Sphäre der Blogs. Hin und wieder, vor allem früher, fand man sie häufig auf Lesungen wieder und auch in großartigen Printprodukten. (B)
2. Es gibt viel zu viele Blogs, die nur auf Titten, Sex, Alkohol und Exzesse abgehen. Eine andere und wirklich bessere Alternative, bietet der Hedonismus der Ally Klein, die mit dreckiger Lyrik, tollen Fotos und noch viel tolleren Musiktipps, die eigentliche Romantik im Upfuck-Lifestyle aufzeigt. Verworrene Worte rühren und stiften Sehnsucht. Hinterher fühlt man sich jedoch nicht überladen und leer, was bei vielen Blogs einfach der Fall ist, die möglichst plump über solche Themen schreiben. Eine ganz klare Alternative für vieles: Ally Klein, die in letzter Zeit im Abenteuer lebt. (B)
3. Wie Ally Klein und Melancholie Modeste gehört Julie Paradise zu den Autorinnen im Netz, die durchweg Klasse und Durchhaltevermögen bewiesen haben. Gerade ältere Texte von Julie können das Gemüt so manches Mal zum Kochen bringen. Teilweise lustig, oft charmant und auch tieftraurig, bietet Julie Einblicke in ihre Gedanken und reflektiert stets auch den Gegenüber. Seit ihr Kind da ist, ist ein merklicher Wechsel in ihrem Schreibstil bemerkbar. Klingt alles mittlerweile erwachsener und ruhiger. Und selbst dieser Umstand macht das Leseerlebnis dort zu etwas besonderem, denn wer ihre alten Sachen kennt, der weiß, wie man zu fühlen hat. Und malen kann sie auch, verdammt. (B)
4. Mademoiselle Fragmente, die den Blues in den Fingern und den Vorschlaghammer im Herzen hat. Nach über drei Jahren aktiven Mitlesens, kann man ihre Sachen mit nichts anderem kommentieren, als mit einem verdammten Punkt. Und wäre sie ein Musikstück, dann irgendwas zwischen Zero Seven, Coldplay, Sophie Hunger und Ryan Adams. Ganz toll und ganz groß und Zitat: “Er sagte, er sei in mich verliebt. Ich habe davon nichts gespürt.” Punkt. (B)
5. electru.de – Electru ist ein Phantom, weil ich jeden Eintrag im Feed Reader lese, aber ungefähr noch nie auf der Webseite war. Ich habe keine Ahnung, wann ich diesen Blog abonniert habe, aber ich bereue keine Sekunde. Es ist Jeriko meets Nerdcore meets Amy&Pink, womit wir auch die drei größten auf meiner Liste mit erwähnt haben (obwohl diese wohl keine Erwähnung mehr brauchen…). (S)
6. kopfbunt – Style, Style und nochmal Style. Wenn seine Inhalte schlecht wären, würde ich alleine wegen seinem Blog-Theme schon jeden Tag rübersurfen. Dann würde ich Stinkbomben schmeissen, weil es so viel schöner ist als meins. (S)
7. Argh! – “man sollte boytro nics „luna square“ im ohr haben, wenn man den kopf in den nacken kippt, und dann muß, it never ceases to amaze, auf den letzten metern der fernsehturm mit fancy beleuchtung im nachtnebel zu sehen sein. sehr viel mehr benötigt man eigentlich nicht.” So sieht Frank das mit den Bars. Und die vielen anderen, kleinen Dinge beschreibt er mit so viel Liebe und Gefühl, dass es Blasphemie wäre, ihn hier nicht mit zu nennen. Nur öfter schreiben, das wäre großartig. (S)
8. Indigoidian – Ist es eigentlich unfair, wenn man quasi seinen hübscheren Klon auflistet, der sowieso schon in der Blogroll vertreten ist? Ich glaube nicht. Mit Franzi macht das Leben wieder Spaß, und die Hoffnung, dass nicht alle Frauen blond-mit-unten-schwarz-gefärbt gut finden, darf wieder atmen. Franzi, meine Liebe zu dir wird niemals verblassen, und so. (S)
9. Herm’s Farm – Der Herm Typ ist irgendwie strange und verrückt, aber er ist auch unglaublich sexy und manchmal frage ich mich, ob ich nicht zufällig nach ihm suchen soll, hier in Berlin, und einfach in ihn reinrenne und dann Ponys mit ihm züchte. Denn erstens schreibt der nicht nur gut, der hat auch noch genau meinen Humor. Und gestört ist er auch. Wann geht’s los? (S)
Und weil ich dagegen bin, Listen immer auf eine glatte Zahl aufzurunden, hört das bei 9 nun auf. Das Wetter ist übrigens immer noch scheisse. Aber hey B., das war eben unser erster gemeinsamer Beitrag. Irgendwie fühle ich mich entjungfert.
Update: Ich bin völlig inkonsequent, ein Sucker und außerdem finde ich die 10 doch besser als die 9:
10. Mc Motherfucking Winkel, zu finden unter whudat.de, ich will es gar nicht weiter ausführen, aber der Typ ist mal echt ‘ne dufte Sau. Bushido ist und bleibt zwar mein Lieblingsrapper, aber MC Winkel ist Sieger der Herzen.