Lullaby/Stars

Veröffentlicht August 14, 2010

Zu Schulzeiten – siebte oder achte Klasse – da waren wir eine zusammengeschlossene Gruppe von Kids, die sich jeden morgen vor der Schule trafen, einen durchzogen, Karten spielten, in den Schulpausen noch mal durchzogen und nach der Schule wieder zum Spielplatz fuhren um zu spliffen und zu zocken. Das war ein oder zwei Jahre lang unser Leben.

Es wurde nie gefragt, wer kommen würde, es wurde nie darum gebeten, jemanden anderes anzurufen oder etwas anderes zu machen. Wir legten uns ins Gras, teilten unser Dope, unsere Getränke und das Essen, was wir aus den Vorratskammern unserer Eltern stahlen und blickten in die Nacht hinauf, erzählten uns Witze, lachten über unsere Erlebnisse.

Das war eine zeitlang das schönste Leben, dass ich mir hätte vorstellen können; keine Fragen stellen, sondern ein endloses Gefühl der Zugehörigkeit, eines, welches man vielleicht nur in diesen jungen Jahren haben kann, wenn man nicht über komplizierte Zwischenmenschlichkeiten nachdenkt, über das Fundament einer Freundschaft, über den eigenen Status in einer Gruppe und wie man sich selbst profilieren muss um an attraktive Menschen heranzukommen die man dann trotzdem nur von weitem bewundern will oder eher sogar darf.

Aber hier und jetzt ist ein kleiner Teil von diesem Gefühl wieder da; irgendwo sein, völlig blind und ahnungslos, aber in vollem Vertrauen, ohne besorgt sein zu müssen, ohne viel zu erwarten und trotzdem alles und mehr zu erhalten. Unvergleichliche Wärme in versteckten Berührungen, und so teilen wir nicht mehr nur unsere Joints, sondern auch unsere Gedanken, für einen klitzekleinen Augenblick genau die Art von Perfektion, die man vielleicht nie wieder so erleben wird.

Für N&M&M.

 

4 comments in “Lullaby/Stars”

  1. ebbe says:


    nochmehr herzen und so.
    genauso war das, sara. genauso. früher, wie heute.
    tchibo sei hier an dieser stelle nochmal ausdrücklich gedankt. :)

  2. N says:


    ach ja. danke.

  3. Veronika says:


    Hmh…da werd ich ein wenig wehmütig.

  4. MoK says:


    so true. kuhler blog.

    genau das war wohl auch für eine lange zeit mein leben.
    mittlerweile ist man in der realität, oder besser gesagt im erwachsenenleben angekommen, man studiert, man muss sich um zwischenmenschliche und soziale kompetenz kümmern, das leben ist anstrengender und umfangreicher als sims. und es klappt trotzdem nichts. liegt es an meiner schönen zeit von damals? gibt es die schönen momente nun immer seltener?

    mfg

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