Jeder Song bindet sich an einen Moment und wird damit zu einem Bedeutungsträger, einem Symbol für die Zeit, ein Konservat, gebündelte Erinnerungen. Meine Lieblingssongs werden zu kleinen Schatztruhen, die Gefühle und Bilder vergangener Zeiten in sich bergen. Eine Liste der besten Songs ist willkürlich; jeder einzelne davon gehört auf meinen Number 1 Spot, denn jeder einzelne wiegt schwer in meiner Geschichte. Am Ende des Tages bewährt sich dann, was ich im Lichte aller mir verfügbaren Gedanken und Gefühle auch bewusst als “das beste” bewerte; nur, das kann man dann eher im subjektiven Licht betrachten, rein objektiv liegt mir nichts ferner als musikalische Rezensionen zu den 100 besten Songs des Jahres schreiben…

Zusammengefasst: Musik ist anekdotisch. Diesmal soll der Jahresrückblick aber mehr sein als nur eine Liste mit seltsam-introvertierten Kommentaren meinerseits. Diesmal sollt ihr auch was davon haben. Der Berliner Lifestyle- und Streetwear-Store Def-Shop war so großzügig, für diesen Beitrag 2×1 WESC Kopfhörer zu spendieren. Was ihr dafür machen müsst? Euren Lieblingssong 2011 in die Kommentare posten (mit einer funktionierenden E-Mail Adresse!). Dafür habt ihr bis zum 3. Januar 2012 Zeit. Wer in Berlin ist, sollte sich auf jeden Fall den Store auf der Friedrichstraße mal reinfahren. Basketballschuhe, Sneaker, alles da – nicht entgehen lassen.

Wer die Vergangenheit auch noch mal antesten möchte, findet die 200 aus 2000 Liste und das Best Of 2010 in den Archiven. Zu 2011 gibt es folgende Zusammenfassung: dieses Jahr war dem Hip Hop verschrieben, mehr als jemals zu vor. Dieses Jahr hat vor allem Drake (rein quantitativ) die Liste erobern können. Was das über mich und ihn aussagt ist zwar fraglich, aber wir wollen jetzt nicht zu weit vorgreifen. Einzig wofür ich keine Zeit mehr hatte: die mediale Ausstattung mit Download-Links oder Grooveshark-Playlist. Aber ich denke, das werden wir alle gemeinsam überleben. Habt Geduld beim Laden: so viele YouTube-Videos auf einer einzigen Seite sind für die schnellste W-Lan Connection nur schwer zu verkraften (ich habe es bereits nach den ersten Beschwerden ausgedünnt).

100. Speak! & Vince Staples – Dank

Sie sitzen einer Treppenstufe an einer belebten Straße und beobachten das Geschehen, während sie in lethargischer Erzählweise darüber rappen, dass unsere Gesellschaft den Bach runtergeht. Crystal Meth In Value Packs.

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99. Danny Brown – Monopoly

Danny Brown ist mein Animal Collective: check ich nicht, das Riesengeschiss. Aber da Exzentrik im Jahre 2011 groß geschrieben wurde, war auch Brown vorne mit dabei. Lediglich ein einziger Song konnte mich begeistern. Wie es in dieser Beziehung weitergeht? Unklar.

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98. Propain – Smiling Faces

Der Südstaatenakzent bricht Herzen einsamer Mädchen, die irgendwo in Deutschland ihr Leben der Hip Hop Musik verschrieben haben.

97. A$AP Rocky – Palace

Clams Casinos Beat wird lediglich von Rockys Rap untermalt, aber die Stärke liegt ganz eindeutig im Aufbau des instrumentalen Dramas. Ein Triumph für die Ohren.

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96. Los Rakas – Hierba

Für entspannte Kiffer in ihrer Sommerblütephase (sprich, die drei Tage in 2011, die uns in Deutschland gegönnt wurden) war dieser Song nicht wegzudenken. Auch wenn sich einige Querulanten gegen die spanische Sprache verschließen möchten, ist auch der Faktor des Nicht-Verstehens ungemein wichtig: man konzentriert sich auf das Gefühl, nicht auf den Inhalt. Ich sage: die sprachliche Freiheit ist eine erweiterte Perspektive, keine Einschränkung.

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95. Brenmar – Boy U Got Me

Brenmars Beat ist verstörend; zerrüttet und schwer tanzbar. Aber er fügt sich in ein gewisses musikalisches Momentum, dass sich durch die elektronische Musik zieht. Entzückende Zerstückelung auf Kosten der Tanzbarkeit, aber wer will schon tanzen.

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94. Waka Floka & Drake – Round of Applause

Waka Flocka ist auf jeden Fall das behinderte Kind in unserer Familie. Man mag ihn aus Prinzip. Er darf immer alle dummen Dinge machen, die den vernünftigen Erwachsenen verwehrt bleiben.

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93. Gotye – Somebody That I Used To Know

Schlussmachen hat sich noch nie so friedlich, freundlich und großartig angehört.

92. The Weeknd – D.D.

Dirty Diana ist mein absoluter MJ Favorit (diese Aussage ist wahr und falsch gleichzeitig), das Cover von The Weeknd somit automatisch ein Grund, es hier aufzunehmen. Die Version ist nah genug am Original, um von ihm zu profitieren, aber weit weg von großer Eigenleistung in Weeknd Manier, weshalb es hier hinten mit den anderen 90ern chillt.

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91. Radiohead – Lotus Flower

OMG wie egal „King of Limbs“ jedem war. Ich will nicht mal versuchen das aufzuschlüsseln. Ich war dankbar für das Video von Thom Yorke, denn es brachte mir Lotus Flower (immerhin!) näher. Der Rest ging den Gulli der Langweile runter.

90. Lil’ Wayne – President Carter

Ich hatte zuerst „John“ nominiert für diesen Platz. Die Line I GOT A CHOPPER IN THE CAR hat vielleicht mehr für den Dadaismus getan als Zürich es je konnte. Aber ich entschied mich für Qualität.

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89. Pac Div – Top Down ft. Casey Veggies

Perfekte Unterhaltung für weiße Ghetto-Prinzessinnen, die Rap-Boygroups gut finden.

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88. Terius Nash – This Shit Real N*gga (feat. Pharrel)

Singende Rapper, rappende Sänger. Auch das Dickerchen des kontemporären R&B kann sich nicht genau entscheiden, was er sein möchte. EVER SEEN A NIGGA BUY A HOUSE FROM THE TOILET / ADD A BOAT TO THE CART CLICK YES, BOUGHT IT – und was genau macht Skateboard-P? Die Welt regieren? Wie Obama von ihm.

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87. Drake – The Motto (ft. Lil Wayne & Tyga)

Was er erzääääählt. Aber ich kann nicht NICHT feiern wenn der Song läuft. Wer soll sich bei Drake auch zwischen gut und schlecht entscheiden?

86. Fred The Godson – Ferocious (Norf Side Chicharons Remix)

Gruselig, zerstückelt wie blutige Dosentomaten, gehört in das Mixtape „Horrorfilme der 80er Jahre“, subtile Gänsehautmomente, qualitativ hochwertig und doch von Unscheinbarkeit gefährdet.

85. Jacques Green – The Look (Koreless Remix)

Sie sind die perfekte Synthese. 2011 war ein gutes Jahr für Producer à la Hudson Mohawke. Nur in Berliner Clubs muss man das noch üben.

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84. The Internet – Cocaine (ft. Left Brain)

2011 war übrigens auch ein überaus gutes Jahr für Rotznasen in Supreme-Uniform aus LA. Mit „The Internet“ haben OFWGKTA ein bisschen ihren Pattern gebrochen. Cocaine ist Feenstaub und Glockenspiel und Achterbahnfahrt, alles gleichzeitig. Und verdient Internetherzen: <3

83. Creep – Days (ft. Romy XX)

Dem Namen alle Ehre machen. Creep haben dem Jahr einen gewissen Stil mitgegeben, der global durchgeschlagen ist: die dunkle, düstere Atmosphäre, die tanzbar blieb. In Berlin überlegte man, in den großen Clubs fortan Orgeln statt Plattenspielern zu installieren.

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82. SBTRKT – Wildfire (ft. Little Dragon & Drake)

Wir sind erst bei 82 und Drake ist öfter dran gewesen als so mancher Buchstabe im Alphabet. Ich denke, das kann man einfach mal so für sich sprechen lassen.

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81. Jai Paul – BTSTU

DON’T FUCK WITH ME DON’T FUCK WITH ME hört sich in diesem Song eher an wie Teil eines Rollenspiels im Schwulenclub. Aber wisst ihr was? Der Track ist auch nur so durchgestartet, weil Drake da seine Hände im Spiel hatte (an dieser Stelle auch ein respektzollender Mention für Dreams Money Can Buy – das war ein GUTER Drake Track, aber das Original steht alleine einfach noch viel, viel stärker da).

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80. The Roots – Make My (ft. Big K.R.I.T & Dice Raw)

Mit Undun fühle ich mich alt. Ein Album für Erwachsene. Manchmal traue ich mich da ran- mache Make My an und fühle mich wieder ganz klein. Das können nur The Roots schaffen.

79. Joker – Back In The Dayz (ft. Buggsy und halb England in der Feature-Liste).

2011 war der englische Global-Durchbruch (über Indie-Geschrammel hinaus). Und britischer Akzent bewährt sich weiterhin als Feuchtigkeitsspender.

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78. DB Tha General – Gangsta

Kommt ma’ klar auf eure Leben – fickt nicht mit einem Gangsta. Denn all seine Homies sind Gangsta. Und das kann er nicht oft genug wiederholen. Gangsta. Gangsta. Gangsta. Gangsta. GANGSTA.

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77. Shabazz Palaces – Are You… Can You.. Were You? (Felt)

Es fällt auf: je besser ein Album insgesamt ist, desto schwieriger wird es, einzelne Tracks für einer Best Of Liste herauszubrechen. Es würde nicht ohne einen Favorit gehen, aber Shabazz Palaces’ Black Up Album ist mehr als nur eine bloße Sammlung. Are You… soll nur stellvertretend sein.

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76. Lana Del Rey – Blue Jeans

Video Games war so lame, man.

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75. Rick Ross – You The Boss ft. Nicki Minaj

Indoor Pool / Outdoor Pool. Wir befinden uns in einem parallelen Universum in den 90er Jahren. B.I.G und Lil’ Kim machen eigentlich genau das gleiche wie immer – nur irgendwie anders.

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74. Julian – Joy

Julian hat eine ganz feine Nuance Abstand zur Mülltonne. Aber er kriegt gerade so die Kurve – und begleitete mich tatsächlich über Wochen auf den Höhenflügen der Liebe.

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73. Jacques Greene – Motivation

Jacques Greene rettet das verfehlte Potenzial aus dem Kelly Rowland Song. Aus welcher Höhle ist die eigentlich rausgekrochen, und warum?

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72. D Double E – Bluku! Bluku! (feat. Dizzee Rascal)

OH MY GOD! Notting Hill Carnival abbanger London Urlaub mit D Double E, Bluku! Bluku! WHAEVA MATE!

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71. Childish Gambino – Sunrise

EVERYONE HATED ME / I’M MORE HIP HOP THAN YOU’LL EVER BE – Was er erzählt! So Drake von ihm, man. Aber die Delivery stimmt. Wenn man also das Gehirn zumacht, dann glaubt man ihm das alles auch… ein bisschen.

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70. The Weeknd – The Birds Pt. I

DON’T MAKE ME MAKE YOU FALL IN LOVE – Ansage des Jahrhunderts. Aber er weiß, dass wir es wollen. Ich will es. Ich liebe ihn, seine Stimme, seine Dramatik. Das Geschenk des Jahres. Danke Toronto. Danke Internet. Danke… Drake?

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69. Jose James – Blackmagic (Joy Orb Recreation Remix)

Im Wintergarten Lust auf Hoodies bekommen und am Sound des Sommer-Herbst mit den Jungs rumwerkeln. Manche Songs begleiten dann das Wetter. Blackmagic ist das Berlin, dass sich die Sonne verbietet und trotzdem noch schön ist.

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68. Big K.R.I.T – Moon & Stars (Clams Casino Remix)

Wie viel Entspannung erträgt der Mensch? CHEERS CLAMS CASINO- ohne ihn könnte ich diesen 2010 Track nicht auf meine Liste setzen. Deuces up!

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67. WU LYF – We Bros

2011 war das Jahr der Proteste und der Umschwünge. Wir werden diese Revolution im Frieden beenden – aber wenn wir in der Zwischenzeit kreischen, gröhlen, brüllen, uns im Dreck suhlen und gegenseitig zerreissen müssen, dann nehmt uns das nicht übel. Wer noch einen gewalttätigen Riot-Soundtrack für 2011 braucht, kann sich am ganzen Album GO TELL FIRE TO THE MOUNTAIN prächtig orientieren.

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66. Raziek – Thong Song

Aber 2011 war auch das Jahr der exzessiven Ignoranz. Nicht nur, dass wir trotz aller moralischer Bombardements noch mehr konsumierten, wie konsumierten jetzt auch noch Dinge, die schon mal da waren (und nannten es eine „Revolution der Ironie“). Oder wie sonst erklärt man sich den kitschigen Thong Song im Rahmen einer eingängigen Soundproduktion? Genau: gar nicht. Es funktioniert einfach.

65. JMSN – Alone (Kno Remix)

Song taucht auf, Song wird in die Playlist geschmissen, Song wird über 400 Mal in 2 Wochen gespielt, Song kommt auf Platz 65. Geschmeidig, überraschend und ohne Erwartungen. Wie 12 Grad im Dezember.

64. Frank Ocean – Thinking About You

OR DO YOU NOT THINK SO FAR AHEAD / CAUSE I’VE BEEN THINKING BOUT FOREVER. Mit größter Vorsicht macht Frank Ocean R&B wieder zum vollwertigen Mitglied unserer Gesellschaft. Die Facetten der Liebe müssen sich nicht mehr verstecken. Endlich.

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63. Bon Iver – Holocene

Holocene ist nicht mein Skinny Love. Es ist nicht mehr nur noch roher Schmerz, sondern auch atmosphärische Kälte und kalkuliertes Gefühl. Die Rechnung geht trotzdem auf, Holocene reiht sich ein, keine Überraschungen, nur Funktion, keine Höhepunkte, aber das ist auch okay. Das reicht schon.

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62. Soul Clap – Lonely C

„Das ist aber schön, dass ihr euch für die 90s Party passend angezogen habt.“
„Wir sehen immer so aus.“

61. Drake – Marvins Room

Wenn er singt, passt plötzlich alles. Er hätte Frank Ocean sein können- aber ist er nicht. Kein Charakter wie Rick Ross, aber jemand, der im gleichen Film mitspielt.

60. Trouble – Bussin’

Große Überraschung: Trouble macht einen coolen Song! Bei Bussin’ lag er goldrichtig, immerhin sollte es neben “Swag” und der Phrase “They been sleepin’ on me” zum meistgenutzten Hip Hop Wort 2011 gehören.

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59. Woodkid – Iron

Es ist die Mischung: diese ruhige Stimme, die den Ritter am Instrument bändigt, zügelt, bis er endlich in einer Explosion des Klangs seinem kämpferischen Willen die Freiheit lässt sich endgültig zu entfalten.

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58. King Krule – The Noose of Jah City

Wie ein Tag am Meer, den man abbrechen musste, weil Wolken am Himmel heranzogen. Ehrlich und roh. Trotz des Alters lässt sich das Selbstbewusstsein nicht kränken; das merkt man als Zuhörer und lässt sich einlullen. Nicht von der Realität, sondern von der Fantasie. Das ist die wahre Kraft von King Krule: wir glauben ihm.

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57. Anthem – Ugly

YOU SAY YOUR FRIENDS GOT SOME PERSONALITY / I WOULD TOO IF I REFUSED TO BURN A CALORIE
Ouch.

56. Drake – Lord Knows

Nicht mal Drakes schlechteste Performance auf dem Album konnte diesen fantastischen Beat zerstören; ich musste ja schmunzeln, als Hudson Mohawk im Umspannwerk nur das Instrumental spielte. Und habe mich unendlich darüber gefreut.

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55. Pac Div – Posted

Da ist sie wieder – meine Lieblingsboygroup. Diesmal mit Bauchtänzerinnen und Desert Boots angerückt. Ohne Scheiss: hätten Hypebeast eigene Maskottchen, es wären Pac Div.

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54. Death Grips – Takyon (Death Yon)

Und dann auf einmal ist bei irgendwem die Sicherung durchgebrannt. So viel Wut kann doch gar kein Mensch in sich tragen, denkt man, wenn man sich vor Angst unter der Bettdecke verkriecht. Das ist Musik für Kindersoldaten.

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53. Azari & III – Manic

Gefunden auf der GAY HOUSE MUSIC Playlist (und nach Death Grips auch überhaupt nicht awkward).

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52. Kingdom – Dreama

Ruhe, Gelassenheit, Eloquenz. Wer braucht schon mehr? Elektronische Höhenflüge, massive Eleganz. Kein bombastisches Auftreten- eher wie ein schwarz/weiß Film, Fokus auf’s Wesentliche.

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51. Azealia Banks – 212 feat. Lazy Jay

Ich möchte meine Platzierung im Verhältnis zu den großen Outlets relativieren. Der Track ist ein KILLER, no questions. Aber esst mal ein Snickers oder so. Ihr tut so als hätte die Alte schon drei Grammys in der Mö verstaut. Kanye nahm Kontakt auf? Dann lasst uns gemeinsam beten.

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50. WU LYF – Dirt

Okay, vergessen wir das mit der Revolution. Wir wollen einfach nur wieder einen Ort, an dem wir uns die Seele aus dem Leib brüllen können. Einverstanden? Eine Moshpit, zerrissene Jeans, viel Schweiß und Hoffnungslosigkeit. Aus dem Abschaum erwachsen dann die Blumen der neuen Welt. Aus dem Dreck stehen wir dann auf, schütteln uns ab, und gehen unseren Jobs wieder nach… als wäre nie etwas anderes gewesen.

49. Clams Casino – Motivation

Ich lasse mich nicht darauf ein, Clams Casino Instrumentals mit Worten zu beschreiben (oder mir irgendeine Story, Bilder, oder kleine Sinnlosigkeiten für sie auszudenken). If you don’t know, now you know.

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48. Tyson – Out Of My Mind

Out of My Mind ist wie der Krebs, der nicht aufhört zu streuen. Keine Sorge – gutartiger Fall. Symptome: sexuelle Erregung, Käfigtänze, künstlicher Nebel, Snap! werden neidisch, straighte Jungs tanzen im 2-Step, Kanye & Hova tragen Lederhosen.

47. The Weeknd – Coming Down

Das Jahr 2011 war das Jahr, als “Wollen wir ein bisschen The Weeknd hören?” synonym zu “lass uns sanft Liebe auf meinem Bärenfell vor dem Kamin machen” wurde, obwohl man eigentlich sagen wollte: “Lass uns Anti-Depressiva mit Alkohol mischen, Romeo & Julia & Julia & Julia spielen und das Leben außerhalb unseres New Yorker Lofts vergessen”.

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46. A.Dd+ – Brain Sex

PISTACHIO / I’M GOING NUTS / DYNAMITE / WE BLOWING UP – es war wirklich angemessen, bei der ganzen Hektik auch noch mal ein “Ritalin” reinzuwerfen. Assoziationen mit Outkast? Erlaubt.

45. Araabmuzik – Streetz Tonight

Man könnte es sich leicht machen und ihn irgendwo bei LuckyMe unterbringen. Jedoch – hört genau hin – er ist lauter und impulsiver. Für jeden lesbar und ohne versteckte Talente. Das hat seinen Reiz. Aber Vorsicht: auch Skrillex hat sich einst für die dunkle Seite der Macht entschieden.

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44. Frank Ocean – Swim Good

Frank Ocean setzt uns Idioten einfach so seinem SO VERDAMMT KRASSEN Album aus. Seitdem ich Nostalgia, Ultra höre, versuche ich es zu entschlüsseln, frage mich: wieso zur Hölle gefällt mir das eigentlich? und komme immer wieder bei Swim Good an. Emanzipation. Keine Grenzen für R&B. Wir tauchen voll angezogen in den kalten Ozean. Scheisse, ist das gut.

43. College – A Real Hero (ft. Electric Youth)

Ich habe Drive immer noch nicht gesehen – ich warte auf Großleinwand, O-Ton, Popcorn, und den besten Anlagen für den besten OST. Den habe ich nämlich als einzigen Spoiler genossen. Er ist ein richtiger Held. Und erinnert mich an Auto-Streifzüge durch amerikanische Nächte in Hawaii-Hemden (thanks, GTA: Vice City).

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42. A$AP Rocky – Trilla

“Word is bond…that beat is a menace my nigga. This like some shit where you jus be picturin yaself ridin across the desert in one of those Mad Max type joints wit the armor plates n the big ass wheels n shit n you got like 2 broads rockin black leather bikinis wit some furry thigh high boots on n fly ass blowout afros n these vultures is circlin above yall while the sun is settin n the sky be lookin all orange n burgundy n shit namsayin…….”

Word.

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41. Scuba – Tell Her

Bassmusik, die einem Geheimagententhriller entsprungen sein könnte. Das ist nämlich das Ding: elektronische Musik soll Geschichten erzählen, nicht in der Dorfdisco landen.

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40. A$AP Rocky – Leaf (feat. Main Attraktionz)

2011 war auch das hier: Based Rap x Harlem x Houston x Clams Casino x Hipster x Hypebeast x Weed x Syrup x Designer Clothes x DSLR Videos x A$AP Rocky x Main Attraktionz x NYC Flow x Sportswear. Ey- kein Ding für’n King.

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39. Clams Casino – She’s Hot

Es ist Zauberei, ich schwöre es euch.

38. Light Asylum – Dark Allies

Sie sind gekommen um uns zu holen. Mit Lasershootern jagen sie uns wahnsinnig lachend durch dunkle, dichte Wälder. Wir rennen, und rennen, und rennen, ihre neongrünen Sucher im Rücken, unsere kalter Atem in der Luft, unser Betteln, unser Fall, der Tod, die Befreiung, das weiße Licht. Die allmächtige Religion hat unsere verworrenen Gedanken gefressen und leere Kadaver, elendig verrottend, übrig gelassen…

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37. Kreayshawn – Gucci Gucci

Und hier ist mein Beitrag zur Ehrlichkeit. Ihr sagt “debile Girl Power”, ich sage: Lady Gaga kann es auch nicht anspruchsvoller.

36. Nicolas Jaar – I Got A Woman

MDMA-Melt! war wetterfest; die Gummistiefel hätten auch locker zu Hause bleiben können (unendlich viele Besucher ebenso). Und dann passiert folgendes: Nicolas Jaar, der schönste DJ Berlins (“ach komm halt’s Maul”), spielt Koma-Musik, Massenhypnose, perfekt geeignet um in Nordkorea hörige Untertanen auszubilden, im Hintergrund sprangen glitzernde Rehkitze über Regenbogen in der Nacht und der Mond hatte Pipi in den Augen. No kidding. Nicolas Jaar, respektive MIND FUCK, und das, obwohl man nicht mal mit größter Mühe dazu tanzen kann.

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35. Wiley – Wise Man And His Words

EIN HOCH AUF KÜNSTLER DIE OHNE EINE AUSARTENDE HOOK AUSKOMMEN.

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34. Face – Black Lodge

2011 war auch das Jahr für den zähen Aufbau; das Highlight war nicht das Ziel, sondern das Warten darauf; nicht der Klimax, sondern der Ausklang in den Schlaf; immer so, als wäre man zu müde für mehr gewesen; immer so, als wäre das kein ernst gemeinter Versuch; als ob morgen schon wieder was anderes wichtiges bevorsteht, weshalb man seine Energie nicht verschwenden sollte. Also gießt man langsam, sehr langsam, das Öl ins Feuer. Gönnt sich sogar zwischendrin eine Pause. Keine Eile; alles entspannt; 2011 ist ja noch lang; das Eis wird schon nicht schmelzen.

33. M83 – Midnight City

Midnight City: ein bisschen wie beim 1. Mai vor der Luzia auf der O-Straße stehen und sich wundern, wo die Party vom letzten Jahr geblieben ist. Infrastrukturell hat sich alles verbessert, mehr Leute wollen feiern, sogar die Krawalle sind auf ein leises Rauschen im Backdrop von Kreuzberg reduziert, Konfetti gibt’s für jedermann und Geschlechtskrankheiten sowieso. Aber Legende x Erwartung = Enttäuschung, und so geht Midnight City, gemessen an allen anderen Dingen, irgendwie unter. Wie die Party vor’m Luzia.

32. Massive Attack vs. Burial – Four Walls

Keine Best Of Liste ohne Burial, das verspreche ich euch bis an sein Lebensende. Mit Massive Attack (da hat jemand die Zeichen der Zeit nicht gedeutet und ein vs für ein x vorgemacht) zusammen stellt sich nur die Frage: wie viel Gänsehaut kann ein Mensch ertragen?
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31. Gil Scott-Heron & Jamie XX – I’ll Take Care Of You

You won’t ever have to worry / You won’t ever have to cry
For I’ll be there beside you / To dry your weeping eyes

30. Jay-Z x Kanye West – N*ggas In Paris

THAT SHIT CRAY / AIN’T IT JAY? / WHAT SHE ORDER / FISH FILET? – Das schönste Internetmeme auf Platz 30. Dennoch: Watch The Throne war nicht der wahr gewordene Traum. Jetzt wieder lange auf die Solopfade warten. Ich ja immer ein bisschen mehr auf Yeezy als auf Jeezy. Es ist bedingungslose Liebe.

29. Adele – Rolling In The Deep (Jamie XX)

Sind Adele Songs in Deutschland bei YouTube nicht verfügbar? Das ist jedenfalls auch der Grund dafür, warum ich keinen einzigen Beyoncé Song dieses Jahr gehört habe. Immerhin hat mich Jamie XX in diesem Fall vor der (vollständigen) Bildungslücke bewahrt.

 

28. Wiz Khalifa – Phone Numbers (feat. Trae Tha Truth & Big Sean)

Es gab so ein paar Wochen in diesem Jahr, wo sich alle gegenseitig für ihr Jetset-Leben fistbumpten. Peking, Sao Paulo, New York, London, und alle so: I’m talking millions, I’m talking millions. Hielt nicht so lange an, aber waren schöne fünf Minuten.
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27. Dom Kennedy – CDC (feat. Casey Veggies & cARTer)

Entschuldigung. Geht mal bitte alle zur Seite. Lasst einfach nur mal Casey Veggies ein bisschen was aus seinem Leben erzählen. Ihr werdet folgendes feststellen: der Beat ist SICK und der Mann eine große Nummer. Internetherzen: <3

26. The Weeknd – Outside / Montreal

Niemand – wirklich niemand – hat je so gut demonstriert, wie dünn die Grenzen zwischen künstlerischer Freiheit und Huldigung von Gewaltverbrechen sind. Leidenschaftliche Liebe? Brutale Vergewaltigung? Fear & Loathing in Toronto?

Ooh baby when I’m done with you / You ain’t sayin nothin’
Ooh baby when I’m done with you / You ain’t sayin nothin’
Yeah you ain’t sayin nothin’ / You gon’ make me show off
All the pain that you feel you can tell that we ain’t makin no love

Ihr bemerkt sicherlich die Doppelpositionierung. Ich sage euch: sie war notwendig.

25. Joy O – Sicko Cell

Wir surfen wieder auf der düsteren Welle der Creepyness / der wahnsinnigen Repetition / der gerade so tanzbaren elektronischen Moralpredigt / der Bedrohung nach der Scarface-Story
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24. Sun Glitters – There (Stumblein Remix)

Zu einem Weck-Ton sollte man immer eine besondere Beziehung haben. Sanft soll er einen wach küssen; niemals darf er durch die Assoziation des Aufstehens mit einem negativen Bild behaftet werden. Im Gegenteil: dieser Ton soll so gut sein, dass das fiktive Ich im inneren des Traumes geradezu auf das Ende der REM-Phase wartet, um endlich, endlich, dieses wunderschöne Lied zu hören…

23. Nicolas Jaar – Colomb

Eines soll hier nicht untergehen: dass meine Rückkehr in die Zivilisation Anfang März 2011 nicht ohne Nicolas Jaar hätte stattfinden können. Ein Mix, der alle knechtete, in seinem Kern tief verwurzelt war Colomb, und in diesem kleinen Break, in diesem Moment, wo er sich den Knöchel bricht und der Schmerz sich musikalisch äußert, GENAU DA wurde es immer so verdächtig ruhig im Raum und ich stellte nüchtern fest: hier bist du mit Menschen zusammen, die das genauso verstehen wie du. Wer braucht da schon eine Weltreise.
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22. James Blake – Wilhelm Scream

Wir bezahlten 50 Euro pro Ticket am Berghain-Eingang. Wir wollten ein Teil davon sein. Wir wollten uns unter die Dusche der künstlerischen Zauberei stellen. Ich stellte mich auf meine Zehenspitzen, aber ich sah ihn nicht. Dann setzte der Bass ein – der Rest ist Geschichte. Die Zeit blieb stehen, in meinem Kopf wurden Drehbücher geschrieben. Das ist nicht nur Musik. Das ist musikalische Philosophie auf höchstem Niveau.

21. The Weeknd – What You Need

HE’S WHAT YOU WANT / I’M WHAT YOU NEED – und wie sie mich gehasst haben, dafür, dass ich den ganzen Tag nichts anderes spielen konnte.
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20. The-Dream – Body Work / Fuck My Brains Out

Mein Justin Timberlake Ersatz, mein Lieblingsdickerchen, since MJ is dead, he’s all we have, right? Ich fordere euch heraus, NICHT mitzusingen, NICHT mitzutanzen, NICHT vor dem Spiegel eine Bürste in die Hand zu nehmen und komplizierte Choreographien einzustudieren, erst harmlos, dann lasziv, dann downright fucking dirty. Karaokenächte der 2030er Jahre.

SHE SAID LISTEN TO ME BABY I’M THE ONE THAT YOU GO UP AND LEAVE
SHE KNOW I’M A VIRGO AND I’M IMPOSSIBLE TO PLEASE
LOOK INTO MY EYES, TURNED AROUND GOT ON HER KNEES
SHE SAID I KNOW YOU’RE A CHEATER, BUT BOY BEFORE YOU LEAVE…

19. Hercules & Love Affair – My House

Es ist nie zu spät für Konfetti-House und Glitterschlachten in der Hauptstadt.

18. Young Joc – Ugh

Manchmal reicht die Urquelle der Philosophie nicht. Manchmal muss man auch Sekundärliteratur zu Rate ziehen. 12 Monate lang auf regelmäßiger Basis “UGH” zu grunzen ist wohl Rechtfertigung genug dafür, warum nicht Rick Ross selbst hier steht.

17. Ghostpoet – Survive It (Koreless Remix)

Das Leben geht in Zeitraffer an uns vorbei, als wären wir auf der beweglichen Oberfläche festgeklebt. Das hat Ghostpoet schön festgehalten. Aber erst im reduzierten Koreless Remix kommt die Kraft seiner Worte zum Tragen. I JUST WANNA LIVE LIFE AND SURVIVE. Das traurige Mantra für die schweren Tage und die dunklen Wolken, von denen es 2011 genügend gab.

16. One Room – Wait

Okay – es war ein gemachtes Bett in meiner Seele, in das man sich legte. Ohne die mühevolle Arbeit von The Weeknd hätte Wait das alleine nicht geschafft. Sind aber (phew) meine eigenen Regeln. Und die lassen sich gerne von Copycats verführen, insofern sie es denn gut machen.

15. Crazy P – Heartbreaker

In Sachen “Party” war dieses Jahr nicht viel zu holen. Bis Sonnenaufgang den Schweiß von der Decke mit der Zunge auffangen? Man kann sich halt nicht mehr ohne große Konsequenzen in den Untergang saufen, da bleibt man lieber bei vollem Bewusstsein. Nur: hätte man mir Heartbreaker auf der Tanzfläche versprochen, ich wäre länger geblieben.

14. Elite Gymnastics – h e r e i n h e a v e n 3 (How To Dress Well Cover)

Ein wortgewandtes Acapella zwischen Leben und Tod, zwischen Liebe und Gefühllosigkeit.
And this is how i hurt you: by trying so hard not to / can’t you see i love you please let that be enough

13. Joker & Buggsy – Music (4 AM)

Wieder ein Liebeslied; das schönste 2011 (wirklich). Es hat ein unerwartetes Happy Ending, eine große Geschichte. Hört genau hin. Wenn schon nicht für die Story, dann für den Akzent (it never gets old).

12. A$AP Rocky – Peso

Blog-Sternchen und Pretty Motherfucker. Fffffound-Ästhetik, Tumblr-Rap, Lifestyle-Hip Hop. Harlem 2011 wearing Supreme and BVLGARI. Hört sich an wie Texas ohne die konservative Politik, ist global anerkannt, 3 Million für 2 Tracks und ein Mixtape dass mich erst auf dem zweiten Blick umgehauen hat.

11. Tyler, The Creator – Yonkers

Der 6. Mai 2011, Konzert im Cassiopeia; schweißgebadet aus einem Traum aufgewacht um in einem anderen zu landen. Aber so gesehen hat sich 2011 mit Yonkers noch mal komplett gewandelt. Ich bin OFWGKTA etwas schuldig, ob ein Faustschlag in die hässliche Fratze oder einen BJ auf einem dreckigen Klo werden wir dann 2012 sehen.

10. Lunice – Hip Pop

Nur drei Leute haben auf dem Melt! dem Sizarr Sound System zugehört, als sie Hip Pop von Lunice spielten. Zwei davon haben Instant-Orgasmen erlebt; eine davon hat das Tor zum Paradies entdeckt. Das war ich.

09. Holy Other – Touch

Sexy, verfolgt, heimgesucht. Dunkler, mysteriöser Song Noir. Ein Horrorfilm für Fetischisten der rauschenden Musik. Der Beat ersetzt Herzschläge.

08. Chris Brown – Look At Me Now (ft. Busta Rhymes & Lil’ Wayne)

Diplo, 2 Mal 2011. Einmal: Bread & Butter Regensommer-Superapokalypse, sechs Promille auf der Bühne, mein Arsch in tausend Gesichtern. Peinlich? Wahrscheinlich. Das zweite Mal: als Skrillex-Verschnitt, “Club XBerg” in Treptow, das sogenannte Berlin Festival. Ich gab nach 4 Minuten auf. Look At Me Now hingegen? Für die Ewigkeit.

07. Frank Ocean – Novacane

Unendlich viele Erinnerungen an die Landwehrkanalmärsche von 61 nach 36 und zurück. Halluzigene, und die Frage: Wie komme ich der Liebe näher, ohne mich auf diese erniedrigende Sucht einzulassen? Fade Out.

06. Little Dragon – Ritual Union (Tensnake Remix)

2011 hieß es: keine Chance ohne saftige Bassline. Deshalb ist der kleine Drachen in meinem Himmel erst mit dem Aufwind von Tensnake so hoch gestiegen.

05. Kendrick Lamar – A.D.H.D.

Kendrick und ich- keine große Liebe. An vielen Stellen ist er zu sperrig, lässt mich nicht rein in seine Welt. Aber A.D.H.D. hat er für mich geschrieben, seitdem gebe ich ihm immer wieder eine Chance. 2012 ist sein Jahr, das Ticket zum Konzert ist gekauft. Im April soll er mir seine Geschichten noch mal langsamer erzählen. Bis dahin bewährt sich hoffentlich das Zepter des Conscious Rap, dass er erobert hat.

04. Tyler, The Creator – She (feat. Frank Ocean)

Es ist Frank Ocean, der She dominiert, aber es ist Tylers Gesamtkonzept, das aufgeht. Es ist seine Fantasie, sein Talent, seine Arbeit. In Yonkers hat er demonstriert, wer er ist- aber bei She, über Plot, Text, Inhalt bis hin zum Video hat er bewiesen, was er kann, nämlich komponieren und gestalten und zusammensetzen und Geschichten erzählen, egal, wie bescheuert sie sind.

03. The Weeknd – Wicked Games

Wicked Games entflieht, anders als Novacane etwa, nicht der düsteren Atmosphäre. Der Protagonist frisst sich nicht auf, sondern er versteckt sich. Die düstere, unheimliche Sexyness, dieses allgegenwärtige Thema 2011, ist nicht nur eine Abhandlung bei The Weeknd. Im Gegenteil: The Weeknd ist verantwortlich dafür, geht darin auf und möchte mit vielen nackten Frauen in seinem Loft darin baden. Natürlich ist es auch cheezy, wie hier Liebe und Sex zu einem angestaubten 90er Jahre Soft-Porno verarbeitet werden. Aber diese Nostalgie hat eine toxische Aura, das bewiesen die letzten Monate, und ist nunmehr ein Fass ohne Boden das sich von Ironie und Ernsthaftigkeit gleichsam nährt. In jedem Fall wird man sich nach diesem Song schuldig fühlen, als wäre man selbst ein Teil von dieser moralisch zweifelhaften Orgie gewesen. Als wäre man, ohne zu duschen, zurück zu seiner Frau gefahren, mit Lippenstift am Kragen und dem Duft der Wollust an den Händen. Und wacht auf aus einem Blackout bei einem verübten Mord. Das ist nicht R&B von Frank Ocean oder The-Dream, das ist R&B für Sünder. Und 2011 gab es von denen genug.

02. DJ Khaled – I’m on One (feat. Drake, Rick Ross, Lil’ Wayne)

Es ist nachts in Brooklyn, als ein Auto langsam die Straße lang fährt. Wir sitzen auf der Feuertreppe und rauchen – es ist kaum 2 Tage her, da ist dieser Song veröffentlicht worden – und erkennen sofort die Klänge, die den Track des Jahres ankündigen. Plötzlich werden wir überall von der Melodie umgeben: auf der Williamsburg Bridge, am Times Square, auf einem willkürlichen Zebrastreifen in der LES. Wir waren nicht die einzigen, die wussten, dass es der Track des Jahres sein würde.

01. Jacques Greene – Another Girl

Mag sein, dass seine Rezeptur an sich nichts besonderes mehr ist. Allerdings ist sein Zusammenspiel aller für 2011 bedeutsamen Felder (zumindest in meiner Liste, hah) die perfekte Synthese. 2011: Bass, R&B, die verrauchte Atmosphäre, die koherente Geschichte, die Vocals, dieser düstere Hauch, und vor allem: Sex.

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