"Girl gone wide."


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Guess who’s back? Als hätte jemand quer durch’s Don Xuan Center “einmal Ente Kross” gerufen, so watschel ich völlig zerballert von einem 10-Stunden-Flug zurück in mein geliebtes Kreuzberg und stelle fest, dass die Arbeit leider genauso auf mich gewartet hat wie ihr auf die Sonne. Wie sehr sich meine abgebrannte Haut von meinen Knochen schälen lässt, dürft ihr aber alle morgen in ganz nah miterleben, wenn ich am Rande der Ohnmacht und vom Jetlag gefickt an den “Turntables” (hahaha) stehe und mit meinen Lieblingsboys ein Set spiele, von dem wir noch keine Ahnung haben, was es beinhalten wird. Beim sechsten Luzia-Geburtstag wird 36 für eine Nacht ins Ghetto verlegt. Die einen kennen es als ranziges Schwimmbad, die anderen als Austragungsort für die Boiler Room Afterparty, ich kenne es nur als Nachbar zur naheliegenden Superkneipe “Magendoktor”; dort habe ich mal gewohnt. Für die Groupies unter euch: wir sind erst spät dran und wer will sich eigentlich Koze anhören, ich meine, SCHON WIEDER?! Geht also zeitig ins Bett und steht zum Sonnenaufgang auf, fahrt zum Stattbad und lasst euch zum Sektfrühstück ein bisschen Bass in die Ohren brettern. Immerhin bin ich der Diplo unter den Amateuren.

Mehr zu den Abenteuern meines Lebens gibt’s dann, wenn ich wieder mehr kann als nur in der Ecke liegen und leise vor mich hin wimmern.

by yeahs in Berlin


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Liebe Kinder, wie ihr vielleicht wisst ist heute der Internationale Tag der Frauen. So viel konnte ich jedenfalls aus den hysterischen Tweets meiner Timeline herauslesen. Außerdem ist heute Freitag, beides also gute Gründe, um ordentlich auf die Barrikaden zu gehen. Die Feierlichkeiten haben mir letzte Woche zwar die Fähigkeit zum Atmen genommen, aber ich bin nach 5 Tagen Kriegsführung gegen meinen Körper endlich gesundet und brauche keine Eiterbrocken mehr von den Wänden zu kratzen. Hurra!

Um diesen Anlass ordentlich zu zelebrieren muss man aber schon ein bisschen Style haben. Wer hat den Style? Genau, unsere Freunde von WeBoogie, die das Chesters neu auferstehen haben lassen. In Gedenken an den größten Frauenversteher der Welt gibt es heute die “All Kells Everything”-Veranstaltung. Ich habe keine Ahnung, in welchem Zusammenhang das steht, ich weiß noch nicht mal, ob das Sinn machen darf. Und ich befürchte, es wird die meiste Zeit am Abend R.Kelly laufen. EGAL! Zieht euch eure Fliegen an und steppt in den Club, motherfucker!

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by yeahs in Berlin Musik

Wir haben uns mal wieder ultra viel Mühe dafür gegeben, alles so furchtbar wie möglich abzumischen, auf Play zu drücken und wie David Guetta hinter seinen Millionen verschanzt alles zu tun, nur nicht aufzulegen. Wir haben Poster an die Wand gehängt, heiße Bräute bestellt, neue Anlagen besorgt und Rosenverkäufer eingeladen, alles nur, um vom Sound abzulenken. Vergesst eure Drogen nicht, ihr werdet sie beim verschämten Bump & Grind noch brauchen.

Ich würde mich sehr freuen, eure zarten Gesichter heute Nacht beim Pop & Lock Contest auf dem Bass-Floor sehen zu können. Von meinem Thron aus. Es gibt Prinz von Zamunda T-Shirts (kein Scheiss) für alle die gut aussehen beim Schwitzen oder bei Backstreet Freestyle auswendig mitrappen können.

by yeahs in Berlin Gangster


Wer wieder zappelige Füße hat, der kann nach dem Kendrick Lamar Konzert in heimeliger Columbiahallen-Stimmung seine epileptischen Anfälle mal wieder zu fetten Tunes im Chesters praktizieren. Und falls du dachtest, dass DAS ein langer Satz war, solltest du den nächsten lesen: wie immer hat die ultra-talentierte WEBOOGIE Crew keine Kosten und Mühen gescheut um den audiophilen next-gen Partygängern der deutschen Hauptstadt die Creme de la Creme elektronischer Tanz- und Bassmusik zu bringen, die kein anspruchsvoller Mensch verpassen sollte.

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by yeahs in Berlin

Wer in Berlin ankommt hat nach einer Weile das Gefühl, den ästhetischen Ansprüchen der Stadt nicht gerecht zu werden. Mit dem Mietvertrag unterschreibt man nämlich auch den Verlust seiner trashigen, unbelasteten Seele, die sich gerne auch auf IKEA-Möbeln ausruht. Wer in dieser Stadt mit Rang und Namen überleben möchte, der muss sich auch an ihre Statussymbole gewöhnen: Fixie statt BMW, Air Max statt Luis Vuitton, Reichtum statt reich tun. Das man für all das fast mehr Geld braucht als für die erste Eigentumswohnung vergisst man als studentischer Langzeitpraktikant spätestens wenn man die erste geschenkte Line auf dem Klo eines Clubs zieht, in den man auch problemlos mit Jogginghose rein kommt. Ich esse lieber Haferflocken als auf einem OTTO-Katalog-Futonbett zu schlafen, nur dass das klar ist. Klischee hin Klischee her, alle kennen die Wahrheit: Praxis kennt keine Gnade – hier geht es um Funktionalität im minimalistischen, moralverträglichen Berlindesign. Wer braucht ein Auto in der Großstadt, wenn man seine zwei Quotenkinder in seiner Allwetter-Fahrrad-Kapsel transportieren kann? Eben.

Von Bar über Boutique bis Hansaviertel ist alles so straight und schlicht und innovativ und kreativ und augenweidig wie es sein kann. Wer sich an diese schlichte Benimmregel der Inneneinrichtung nicht halten kann, der wird von den biestigen umgebauten Türsteherinnen ausgelacht, zurück zu Mama geschickt, von oben bis unten mit den Augen verurteilt und als uninteressante Dorfkuh abgetan. Deine Jack Wolfskin Jacke ist so peinlich wie dein 9-5 Job, Bitch.

FreundevonFreunde sei Dank gibt es ja so eine Art Ästhetik-Standard, den man vor seinem Umzug schon mal üben kann. Die Verzweiflung in den Augen des Berliner Frischbluts, wenn es in die von Provisionen bestochene Wohnung zieht: scheisse, die Bude ist saniert. Der Horror. Schnell, reiß den Putz von der Wand, die Dielen aus den Boden und mal dir deinen eigenen Stuck an die Decke!

Lasst es euch von mir sagen: es ist nicht einfach, “arm aber sexy” zu sein. Inneneinrichtung: karg und schlicht, bloß nicht belastend, “Vintage” mit Seele, Fundstücke auf dem Flohmarkt für unschlagbare Preise, und alle bewundern wie schön du es hast, mit den Büchern und der Matratze auf dem Boden, dem Bauhaus-Fotoband, dem iMac auf dem Sekretär, der antiken Lampe, das ironisch gemeinte Poster, der leere Bilderrahmen der an der Wand hängt, die wuchernde Pflanze in der Ecke, die dreckigen Fenster ohne Gardinen. Der Heroin Chic der Inneneinrichtung.

Wohin aber mit solchen Dingen wie: Druckerpapier, Bettwäsche, Werkzeug, Medikamenten, lose herumfliegende Kabel, Elektronik-Verpackung, Tacker & Tesafilm, Reisekoffer (selbstverständlich auch Vintage). Ach so, stimmt, es wohnen ja alle in 300 Quadratmeter Altbauten, da gibt es bestimmt einen kleinen Raum in der Wohnung in dem dann der Ausnahmezustand von “praktischen, aber nicht gut aussehenden” Dingen herrscht. Das Bügeleisen zum Beispiel. Außer es wurde von Dieter Rams designed, dann ist es auf einem dänischen Holzregal drapiert worden.

Mir wurde mal – subtil herablassend – gesagt, dass ich “schön pragmatisch” wohne. Damit war gemeint: ich habe einen IKEA Schreibtisch, eine IKEA Kommode, eine IKEA Matratze, ein IKEA Regal, zwei uninteressante und ziemlich gebändigte Pflanze, einen Bürostuhl den ich mir bei Amazon bestellt habe und Laminat, OH MEIN GOTT, Laminat auf dem Boden. Anders ausgedrückt: mein Zimmer wird nie Geschlechtsverkehr miterleben. Auf der Skala von 1 bis iGNANT bin ich irgendwo bei minus Fünf, also da, wo sich indischer Bollywood mit skandinavischen Massenproduktionen trifft, kurz vor minus 6, also Fliesentischen, Lavalampen und Bravo-Poster.

Nach fünf Jahren in dieser Stadt kann man vieles über mich behaupten, aber leider nicht, dass mein Sinn für Einrichtung irgendwie dazu gewonnen hätte. Mein Lebensraum ist so etwas wie die Anti-Heterotopie der ästhetischen Gesellschaft. Für den Selby-Typen wäre mein Zimmer so etwas wie die persönliche Hölle, das kann ich garantieren. Das Ausmaß der Katastrophe – erst kürzlich um kitschige Masken aus dem Urlaub erweitert – ist bei “Berliner Großflughafen” angekommen. Bei allen anderen sieht die Bude so aus wie aus einem ästhetischen Hochglanzmagazin, bei mir kann nicht mal mehr RTL2 was retten. Whatever.

Ich bin kein ganzer Mensch und ich weiß das. Für Berliner Verhältnisse bin ich gar nichts. Das ist mein dunkles Geheimnis: ich hab kein Style und ich hab mit Sicherheit auch kein Geld und wenn ich das Geld hätte wäre ich eher wie diese russischen Neureichen, über die sich die mit dem Adeltitel beim Apres Ski immer lustig machen. Immer öfter denke ich darüber nach, dass der Ruhrpott womöglich die Heimat ist, die ich suche.

Fehlt mir der sechste Sinn der Inneneinrichtung?
Wo verstauen andere Menschen ihre unschönen Dinge?
Wie viel Zeit sollte ein normaler Mensch in seinen Lebensraum investieren?
Gelte ich in Kopenhagen als vollwertiger Mensch?

by yeahs in Berlin Konsumbehindert


Am 1.2.2013 ist Kendrick Lamar live on Tour in Berlin – und zwar im Huxley’s. Das ist ein bisschen so, als würden sich 1000 Leute dem blechernden, kaputten Reisefön meiner Mitbewohnerin ans Ohr halten – für zwei volle Stunden. Irgendwo im Hintergrund brüllt das an Tourette erkrankte Nachbarskind mit türkischen Schimpfwörtern gegen Erwachsene auf der Straße an und zwischendurch hört man noch durch die rauschenden Frequenzen eines kaputten Duschradios den Beat, für den man knapp 30 Euro bezahlt hat. So ungefähr ist es, wenn man sich “Musik” im Huxleys anhören möchte.

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by yeahs in Berlin Musik


In den letzten drei Wochen habe ich unzählige E-Mail-Einladungen zu irgendwelchen sinnlosen Märkten bekommen. Auf “den Markt gehen” ist das Tatort-Gucken der neuen hippen Draußen-Aktivität. Irgendein Lauch hat eines Tages gesagt, “kommt, liebe urbane Großstädter, lasst uns einen auf Alt machen, dann ist das wieder hip und wir müssen nicht mehr so hart feiern gehen”, und deshalb gucken alle coolen Menschen Sonntagabends Tatort und gehen an lauen Wochenenden der Weihnachtszeit auf Boutique-Design-Weihnachtsflohmärkte.

Dinge, die es dort zu kaufen gibt (auf jedem einzelnen dieser Märkte):

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by yeahs in Berlin Gangster


Die “(Fashion-)Bloggerszene” (ich kotze) von Berlin findet sich selbst so wichtig, dass sie nun mehrere Blogs hervorzaubert, die diese lächerliche Wichtigkeit vorführen. Leider haben die meisten Progatonisten der vermeintlichen Szenen dadurch nur das Gefühl, sich noch ernster nehmen zu müssen. Das hat man davon, wenn Karl Lagerfeld, Rihanna und Chris Brown jeweils für 3 Minuten in Berlin sind.

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by yeahs in Berlin


Es gibt mal wieder ein Leckerli für alle, die auf derbe Musik stehen: die WEBOOGIE Crew ist zurück mit ihrer monatlichen SwingSwangSwungSwag-Partyreihe im Chester’s Inn bei mir um die Ecke. Letzteres ist besonders wichtig für alle, die einen Schlafplatz in meiner hotten Crib wollen: kriegt ihr nicht.

Das letzte Mal haben die Veranstalter mit den zwölfjährigen Bass-Typen aus Litauen bereits dafür gesorgt, dass der Partyszene kollektiv der Schweiß aus den Achseln triefte. Die einen mögen mit Karl Lagerfeld abhängen, wir verzichten auf den Inhalt unseres Lebens, ziehen uns Joggen an und grinden booty-to-booty zum R’n'Bass. Wenn Usher schon nichts mehr drauf hat, dann doch wenigstens diese Hip Hop Ingenieure.

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by yeahs in Berlin Musik

Endlich sind auch die Perlen im Hip Hop Buisness angekommen. Da nicht mehr nur eine dominierende Alte, wie es mal Missy Elliot war, den Platz für den Rest versperrt, gibt es zudem auch noch eine breite stilistische Auswahl, sozusagen für jeden was dabei: Azealia Banks, Iggy Azalea, Angel Haze, Nitty Scotty, Schwesta Eva… das Spektrum der Eierstöcke ist im letzten Jahr quasi explodiert.

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by yeahs in Berlin Musik