"Girl gone wide."


Info

Posts from the Berlin Category

Kreuzberg 61, “Oh Boy” hat noch nicht mal Anlauf genommen. Das Publikum ist jetzt schon völlig außer Rand und Band. Das ist kein sehr eleganter Ausdruck, aber weil er so deutsch und unbeholfen klingt, passt es perfekt zu den geernteten Lachern im ausgebuchten Kino. Von nihilistischer, überlegener Coolness keine Spur – dabei regen die Dialoge maximal zum Schmunzeln an. In diesem Kino rasten die Leute aus. Als stünde Helge Schneider höchstpersönlich auf der Bühne. Vielleicht hängt dieser explosiver Enthusiamus mit dem Humor des Filmes zusammen.

Vorsichtig werden die Seltsamkeit des Alltags ohne Superhelden und die deutsche Sachlichkeit der Gefühle mit ihren Grenzen konfrontiert und in Leichtigkeit gehüllt. Übertriebene, aber unspektakuläre Situationen sind zu liebevollen, wenn auch berechenbaren Szenen komponiert. Die Nähe dieser scheinbar gar-nicht-so-lustigen Lustigkeit zum deutschen Publikum fasziniert bei dieser Vorstellung wohl am meisten. Natürlich handelt es sich hier auch um ein Berliner Publikum – dankbar auch für die Stereotypen, die selbst bei scheinbar so viel Anspruch an die eigene Stadt noch ziehen können.

(more…)

by yeahs in (Pop)Kultur Berlin


Jessie Ware. Diese Frau hat es geschafft, Pferde in meinem Herzen zum Gallopieren zu bringen. Sie laufen in ihrer wilden Schönheit durch Wüsten und Wälder und wirbeln einiges an Staub und Emotionen auf. Ihre Stimme kommt im Gesamtpaket mit einem wunderbar kontemporären Pop-Konzept, dass sich aus der üppigen Schatzkiste der englischen Tanzmusik bedient.

Jessie Ware wird auch bald in Berlin auftreten- im Rahmen der Konzertserie “Introducing“. Dort kann man sich auch noch für die Gästeliste eintragen. Am 19.11. wird sie im Bi “schlechtester Clubname ever” Nuu am Schlesischen Tor zu besten geben und selten habe ich mich so sehr auf einen Pop-Gig gefreut.

(more…)

by yeahs in (Pop)Kultur Berlin Musik

Jets, das ist die neue Oberliga-Dancekombo bestehend aus Machinedrum und Jimmy Edgar. Die gleichnamige Debüt-EP ist gerade auf dem hauseigenen Kreuzfriedrich-Label Leisure Systems erschienen. Jimmy sehe ich ab und zu völlig verklatscht durch Kreuzberg flanieren. Der Typ besteht aus nicht viel mehr als drei Knochen und ein bisschen Liebe zur Musik, aber dieses bisschen hat durchaus die Power den nichts ahnenden Besucher auf der Tanzfläche dicke Kullertränen der Freude zu entlocken.

(more…)

by yeahs in Berlin Musik

How To Dress Well hat mich überfahren wie ein Betonmischer auf einer schockgefrosteten Autobahn ohne Leitplanken in Russland. Bisher fand ich das lo-fi Geplänkel nur annehmlich und bezeichnete Tom Krell’s kleine Abenteuer der Geräuscheproduktion als typischen White Noise, den ich mir beim arbeiten anhöre. Leider – oder glücklicherweise – musste ich feststellen, dass mir so ziemlich alles entgangen ist, was How To Dress Well richtig gut gemacht hat. Und dass es wesentlich mehr ist als Einschlafgedusel mit einem kriminellen R&B-Twist.

(more…)

by yeahs in Berlin Musik

In dieser Sache mache ich gerne eine Ausnahme für mein erzwungen eingegrenztes Konsumverhalten: die Vintage-Shopping Reise geht bei RucksackRucksack.com in die Detail-Runde. Der Name sagt alles und die Website besticht im Schaufenster-Look. Noch bestechender: die schönsten Rucksäcke sind auch noch ziemlich günstig zu haben, für Berlin-Mitte Verhältnisse überhaupt keine Selbstverständlichkeit. Ich bin ein großer Fan und habe mir direkt auf oldschooligem Weg per E-Mail ein schicket Ding bestellt.

Wenn es mehr so kleiner Nischen-Konzepte gäbe, würde ich wahrscheinlich auf öfter einkaufen gehen. Für jemanden der leicht überfordert ist in einem Laden, der alles ausstellt, ist das hier wie Balsam für die Seele und natürlich Kampfansage für das gute alte Spaßkassen-Konto.

(via ceecee)

by yeahs in Berlin Konsumbehindert


looky looky birthday + high-res version

“Support your local girl gang”, wie die anderen schon sagten. Am Samstag feiern die coolsten Broschen Berlins eine kleine Hommage an sich selber. Zurecht, denn sie sind die geilsten hier. In der Berghain Kantine gibt es dann alles, was es auf meiner eigenen Party nicht gibt. Und auch das sollte bestimmend sein für die Qualitätsverhältnisse.

Happy Birthday, Looky Looky.

by yeahs in Berlin

Es ist wieder so weit. Wir laden ein zur regulären Abschuss-Nacht im Luzia-Lab, der darkste Room von allen. Wir knechten euch und uns mit richtig schlechtem Sound und es gibt nichts umsonst auf dieser Party, schon gar nicht die Drinks und mit größter Selbstverständlichkeit auch keine T-Shirts. Wir wollen gemeinsam um den Verlust guter Musik weinen und spielen nur Fidget und Jungle.

(more…)

by yeahs in Berlin Musik


Rückwärts rausgefallen aus der Legende über die sich Journalisten gerne die Zunge staubig reden, obwohl es doch gar nicht SO viel zu sagen gibt. Ein bisschen gibt es was: darüber schreiben sie aber nicht, dass die Abläufe hier anders, irgendwie aus der Realität ent-rückt sind. Anstatt Sonntags nach Hause zu gehen, gehen wir erst hin. Draußen ist es noch hell, doch wenn innen die Jalousien hochgezogen werden, ist es plötzlich dunkel und die Mondsichel strahlt in die hochkonzentrierten und doch völlig entspannten Gesichter derjenigen, die ihren Tatort-Abend gegen einen Tatort der Musik eintauschen.

Ich finde aber, dass das Berghain und die Panoramabar als Gesamtkonzept überbewertet sind, genauso wie Berlin und jegliche Liebe zur elektronischen Musik. Ich liebe es auch, und ich liebe es mehr als viele andere Dinge und das ist keineswegs zynisch gemeint. Ich meine nur, es ist überbewertet, weil man es entweder zerreisst oder hoch lobt oder ein Geheimrezept finden will, aber keiner sich einfach damit zufrieden gibt dass es wunderbar funktioniert und das Leben nun mal so ist. Manchmal funktioniert es. Nur ist die Legende nicht so überragend, wenn man sie mal nüchtern betrachtet (was man vielleicht gar nicht sollte, oder zumindest nicht, wenn man vor hat sich wirklich dem Kontrollverlust hinzugeben).

(more…)

by yeahs in Berlin Gangster Musik


Bei mir um die Ecke geht’s rund. Und mit “bei mir um die Ecke” meine ich das Chester’s Inn, wo anscheinend ein neues Booking den Laden regiert. Eines, dass mich, die unmittelbare Nachbarin, voll und ganz versteht und meinen musikalischen Launen folgen will. Denn neuerdings ist die WEEBOOGIE Crew in den kleinen Laden eingezogen und veranstaltet da ihr zeitgenössisches Hip Hop vs Everything Remmidemmmi.

(more…)

by yeahs in Berlin Musik