"Girl gone wide."


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Die Sache mit dem Studium ist ja so (und da hat sich nichts im Vergleich zu den vergangenen Schuljahren geändert): die Motivation, tatsächlich in der Vorlesung anwesend zu sein, kommt entweder weil man Dozent ist und dafür bezahlt wird, einer gigantisch interessanten und lebensbereichernden, spektakulär vorgetragenen TED-Style Rede beiwohnt, oder weil deine Homies auch hingehen.

Und so ziehe ich hiermit einen Ronald Weasley ab und gehöre zu den Menschen, die jegliches Wissen aufsaugen können, so lange nur jemand anderes mitmacht, den man kennt, schätzt und mit dem man im Zweifelsfall zusammen schwänzen kann.

Alles hat seine Ordnung in meiner Bildungs-Gesellschaft.

by yeahs in Gangster

Back to life, back to reality ist das Motto dieser nächsten kräftezehrenden Tage. Während ihr schon zitternd auf meine Nachberichterstattung wartet, bereite ich mich auf die Uni vor indem ich schon am ersten Tag schwänze. Gut zu wissen allerdings, dass R.Kelly dazu eine Studie gemacht hat.

Ein großartiger WTF-Fund aus der Flugzeug-FAZ.

by yeahs in Gangster

Das Leben auf einem Geburtstags-BMX ist immer mitten im Sommer und spielt seinen eigenen Highschool-Soundtrack im Hintergrund ab. Noch nie habe ich mich so lebendig, jung und frei gefühlt wie wenn ich die kleinen Hügelchen zum Görlitzer Park hochfahre, mich dann gemütlich auf meinem Sattel niederlasse, ein Eis schlecke, allen Gangstern High Five gebe und gediegen in den Sonnenuntergang cruise. Ich brauche kein Malibu, kein Venice, keinen Broadway. Ich brauche nur dieses BMX, ein paar Sonnenblumenkerne und Songs, die passen.

With all them badass friends you be thinking you a 10 but you a 8
Now that’s great!

Danke an Marcus & Stefan für das großartige Geschenk.

by yeahs in Berlin Gangster


Geht schneller, als man denkt! Kreuzberg wird von schlechten Übergängen und gedrückter Partystimmung unsicher gemacht. Ihr braucht jemanden, der drei Stunden lang nicht aus dem Arsch kommt und vergisst, den Bass wieder reinzunehmen? Kein Problem! YEAHSARA KOMMT HERBEISABOTIERT!

Am Freitag, den 05. 10. 2012 werden REW & LUIS exklusiv von mir gefeiert. Ob das mit den Platten gut geht weiß man zwar nicht – aber wenn ihr schon betrunken kommt können wir davon ausgehen, dass wir problemlosen Spaß haben werden.

by yeahs in Gangster Musik


Der Trick am Auflegen ist doch nicht, den Panic Room in der Luzia mit so vielen Hits zu beschallern, bis sich alle gegenseitig gröhlend im Schwitzkasten halten und mein Laptop an die Wand geschmissen wird. Nach dem 34. Rewind von Niggas in Paris geht es nur noch darum, wer am nassesten ist, sowohl von der Eigentranspiration als auch von der Jägermeisterdusche. Und ich bin kein Querulant was Partys angeht: auch ich weiß es, meine stressige Woche gepflegt auf dem Boden der Club-Tatsachen und an den Schultern anderer zu zerstampfen. Ich bin dann auch diejenige, die am lautesten schreit, wenn Justin Timberlake, Destinys Child oder, ach, von mir aus auch Christina Aguilera gespielt wird. Das hat aber weder etwas mit Tanzmusik noch mit Hip Hop zu tun. Das ist eher so dieser Moment der Verbundenheit, wo alle sich noch mal jung fühlen, weil ein alter Song gespielt wurde. Wenn man den Text kennt, macht es das halt auch ein bisschen leichter.

Aber der Trick ist doch, dass man Highlights setzt in seinem Set und es schafft, die Leute auch zum Tanzen zu bringen, wenn sie den Song nicht kennen. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen, hier muss man eben ein Gefühl haben für das, was die Leute wollen und auch kennen. Hier muss man sich einen Namen und einen Ruf machen, darf nicht darauf setzen, dass das Publikum supportet. Denn am Ende der Nacht betteln sie dich trotzdem an, dass du doch mal “Simon Says” spielt (sorry babe), auch nach dem 45. Event, auf dem genau dieser Song eigentlich nur dafür sorgt dass jemand erstickt und der DJ sich in seinen frühen Tod langweilt. Ich habe mich übrigens NICHT gerade einen DJ genannt, ich möchte nur damit sagen: wenn ich den scheiss schon durchziehe, aus Spaß oder weil ich es jetzt gerade mit dieser neuartigen Karriere ernst meine und stacks on stacks on stacks verdienen möchte, dann aber genau so, wie ich es im Club gerne hätte. Ob das dann qualitativ hochwertig genug ist um andere Leute zu begeistern… who gives a fuck.

Nichtsdestotrotz: danke an alle die da waren und vor allem an alle, die beim nächsten Mal auch da sein werden.

by yeahs in Gangster Musik


Der Look von Billig-Supermärkten sagt eigentlich schon alles, was man über unsere wirtschaftlich getriebene Gesellschaft wissen muss. Am schlimmsten sind diese verkürzten Kassen, an denen es keine Ablage mehr für die Einkäufe gibt. Wenn man Pech hat, dann landen die Eier und Colaflaschen einfach auf dem Boden. Wer nicht zügig mit dem Einkaufswagen oder dem Jutebeutel auffängt, hat verloren. Wer Geduld von der Kassiererin beim Einpack-Tetris fordert, wird mit Todesblicken gestraft. Wer sein Geld nicht passend in den Händen hält, der muss sich per Körpersprache den anderen Anstehenden gegenüber rechtfertigen. Man hastet dann mit roten Backen und riesigen Schweißflecken unter den Achseln aus dem Supermarkt raus, man möchte ja niemanden aufhalten, allen voran sich selbst nicht. Blasse, anonyme Gesichter, die sich für das Verplempern von Zeit schämen müssen. Das System der verkürzten Kassenlaufbänder ist der Krebs, der sich ausbreitet. Burn Out vom Laufbandsport. Post-traumatisches Stresssyndrom, weil man seinen Geldbeutel versehentlich im Auto vergessen hatte und fast gehängt wurde. Depressionen, Panikattacken, Peer Pressure, Zeitdruck. Time is Money.

by yeahs in Crystal Meth State of Mind Gangster


“Geduld hast du mir beigebracht. Wie man mal nach oben guckt, um die Dächer und Fassaden bekannter Häuser von einer Perspektive zu sehen, anstatt in eine andere Stadt zu fahren und wieder nur die Scheuklappen aufzusetzen.”

“Das Gegenteil von reden ist warten.”

“Manchmal fühlt es sich aber ein bisschen so an, als hätten wir mit dem Streben nach Ruhe ein neues Ideal gefunden, welches möglicherweise aber nicht so erfolgsversprechend ist wie wir es gerne hätten.”

“Überraschenderweise habe ich überhaupt keine Angst davor, das zuzugeben. Die Kapitulation in meinem Kopf fand anscheinend schon längst statt. Was kümmert es mich, was der Rest der Welt denkt? Natürlich bin ich seelisch kaputt. In meiner Vorstellung sind wir sowieso alle seelisch kaputt. Wir übergießen all unsere Gedanken und unsere Ehrlichkeit mit Benzin in Form von Oberflächlichkeiten und Systemgefälligkeiten, und wenn sich das ganze dann entzündet und unsere Grundwerte, unsere Ideen und unsere Menschlichkeit in Flammen stehen, wundern wir uns darüber dass wir nur noch ein Haufen Asche sind. Im Wind verblasen. Mit 23 schon kaputt. Einmal komplett von vorne anfangen, bitte. Und das wofür? Für eine Großstadt, die uns beibringt, niemals genügsam zu sein. Für einige Momente, die wir fotografisch festhalten und dann mit all denjenigen teilen können, die kein Teil von uns sind. Für die Jobs und die Karrieren, die wahrscheinlich niemals im Glück, sondern nur in finanziellen Bestrebungen enden. Für Urlaube in exotische Länder, die uns nicht den Kulturen, sondern nur unseren dämlichen Gelüsten nach einem vollständigen Leben näher bringen. Als ob es vollständige Leben gäbe.”

“Die Ex-Spielerfrau ist die Persona Non Grata der höheren Gesellschaft. Ihre Wichtigkeit war keine Lüge gewesen, eher eine logische Notwendigkeit. Mit dem Ablegen des Rings legt sie auch ihre Eintrittskarte in ihre gewünschte Society ab. Einst im Mittelpunkt der Dinge – freilich nicht durch eigenes Schaffen, sondern nur durch ihren dankbaren Status – ist sie nun nur noch die Randerscheinung, die ungebeten ihr eigenes Talent nun an die Türschwelle bringt und um Einlass bettelt.

Doch Loyalität ist berechenbar. Ihre Anwesenheit ist nicht nicht erwünscht, aber auch nicht mehr mit unmittelbarem Profit verknüpft. Was möchten Sie denn heute sein? Entourage? Groupie? Nur eine Dekoration für Männer, die Geschäfte machen. Nur ein Anhängsel von Frauen, die nicht alleine auf die Toilette gehen wollen.

Kriecht nun an den Anfang zurück und macht jetzt was mit Mode oder irgendetwas in dieser Art. Hätte den Höhepunkt ihres Ansehens lieber mal genießen sollen, statt immer mehr zu verlangen. Genügsamkeit ist auch eine Tugend. Sie hat verloren, was andere nie gehabt haben und ist zu gleichen Teilen verbittert und erleichtert. Verbittert, denn ihre Privilegien beschränken sich nun nur noch auf großzügig ausgelegte Scheidungspapiere. Erleichtert, denn sie hat die schönsten Lebensjahre noch vor sich, die sie nicht verbraucht auf oberflächlichen Empfängen und mit ausbeutenden Menschen verbringen will.”

“Ein Leben aus Punchlines. Du bist nicht Nas, du bist A$AP Rocky. Das sagt schon alles. Du bist nicht die Zeit, du bist der Spiegel. Du bist Vogue, bitch: eine Zeitschrift voller Werbung. Eine wandelnde Reklame für Oberflächlichkeit. Ein leeres Blatt, auf dem jedes Unternehmen mal seine Signatur setzen darf. Du brüstest dich mit falschen Brüsten. Deine Existenz ist eine Blase aus Meinungen, von der keine relevant ist – und von der mit Sicherheit nicht eine stimmt, aber danach hat ja niemand gefragt.”

“Deine Freunde verteilen High Fives auf dich und bewundern deine Stamina. Sie feuern dich an. Und zählen mit: One Bitch, Two Bitch, Three Bitch, Four, Don’t Care About Your Heart Cause I Need To Fuck More. Dein Schwanz ist hart wie Diamant. Irgendwann hast du ja auch gelernt, dass dein Schwanz immer hart sein muss. Ready to fuck the pain away. Ich weiß auch nicht, welcher Pain das sein soll… vielleicht das erwachsene Äquivalent zum Arme aufritzen, diese Leere, die du mit Oberflächlichkeiten zu füllen versuchst. In Alkohol und Tabak ertränkst und dir sagst, “so lange wie ich noch jung bin, kann ich das noch machen, und deshalb habe ich gerade keine Zeit für ernsthafte Dinge in meinem Leben”. Karriere und Topmodels bumsen, das willst du jetzt alles noch haben, bis du eines Tages verbraucht in den Spiegel guckst und entweder doch noch ‘ne Line ziehst – irgendwann werden alle weich, glaub’ mir – oder dich so hart vor der Realität erschreckst und halb-tot vor Leere umfällst.”

“Und irgendwann ist man in einem Alter, da nickt man alles ab und sagt, “Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht”, und beim nächsten Mal ist der Schmerz ganz klein und die Zeit dazwischen wieder ganz groß und alles andere irgendwie unwichtig.”

“The Arab Cheeseball Slam is horribly inspired by your beauty. If you weren’t real, I’d make you up. Wenn ich den Rest meines Lebens mit dir verbringen könnte wäre das immer noch nicht genug Zeit um dich kennen zu lernen. Ich wünschte, die ganze Welt wäre in diesem Raum mit uns, damit wir ihn nie wieder verlassen müssten. Ich messe den Erfolg meiner Tweets daran, ob du sie favst. Du bist mein Lieblingsmensch. Jede schlechte Erinnerung mit dir ist tausend Mal besser als eine gute ohne dich. I love you like a fat kid love cake. I’m going to rule the world today, wanna come?”

“Ab und zu, wenn ich mit den richtigen Leuten unterwegs bin, mache ich ganz bewusst rassistische oder sexistische Witze. Also nicht, weil das auf meiner Agenda steht, sondern weil es die Leute zum lachen bringt. Das ist aus der Ferne betrachtet traurig – sowohl die Tatsache, dass ich es mache, als auch die Tatsache, dass darüber gelacht wird – aber so ist es halt. Manchmal ernte ich verurteilende Blicke, das nervt mich dann, aber ich verstehe es auch. Kann ja nicht jeder so ein spritzig-lustiges Wesen sein wie ich.

Ich habe absolut keine Tischmanieren, obwohl ich mal einen Etikettenkurs gemacht habe. Ich bin mir ziemlich sicher dass ich mich auch genau deshalb weigere, Messer und Gabel richtig zu halten, weil es meinen Eltern damals so wichtig war. Rebellion auf unterstem Niveau.”

“Schon eine Weile war sie in ihren Gedanken gefangen. Krampfhaft versuchte sie sich auf’s Lernen zu konzentrieren, aber die Sonne schien durch das Panoramafenster des Cafés und hänselte sie mit ihrer Schönheit. Luhmanns Systemtheorie wollte sich ihr nicht erschließen, Umwelt, System, Differenzierung, Parsons, Talcott, irgendwo der Habitus von Bordieu und das sinnvolle Deuten von Weber. “Lutsch mein sinnvolles Deuten”, murmelte sie in sich hinein.”

“In jedem Fall finde ich es interessant, dass sich wieder nur Frauen darüber unterhalten.”

“ABER TROTZDEM. Manchmal wäre es viel schöner, wenn jemand anderes die Kamera in die Hand nimmt und eine Erinnerung macht, die man den Kindern zeigt und sagt: guck mal, das waren wir, alle zusammen.”

“Manchmal fickt mich alles viel zu hart um überhaupt klar zu kommen.”

“Also nehme ich die Dinge, diesen offensichtlich furchtbar egozentrischen Soundtrack, und interpretiere die Gedanken und Emotionen aus ihnen heraus, forme sie zu Texten, tue das, was ich am besten kann: viel Shit um Nichts publizieren”

“In Berlin, dem größten Dorf Deutschlands, dessen teuerstes Kapital der Döner und angeblich auch das Nachtleben sind, erstmal eine Weile zu überleben ist schon ohne das Klischee der jutebeuteltragenden Fixie-Fahrer, die alle besser aussehen als man selbst, eine Herausforderung. Wenn man dann noch irgendwie künstlerisch tätig ist – gute Nacht.”

“Ich beschuldige die Forschung und den Fortschritt für die seelischen Narben, die mein Geist und mein Körper von diesem Tage an tragen wird.”

“In der Branche kursiert ein Scherz: Woran erkennt man, falls man es vergessen haben sollte, dass man mit den Samwers paktiert? Es gehören einem nur noch fünf Prozent der Firma.”

“Gott, so viel Abstraktes, da wird einem einfach nur schlecht.”

“Ich habe keine gesunde Beziehung zu Metaebenen, deshalb verzeiht mir. Über meine eigenen Texte zu urteilen und Blogkommentare zu reflektieren liegt nicht in meiner Natur. Mir fehlt dafür die Geduld und die Ausdauer ein Thema so lange in Worten aufzuweichen bis davon nichts mehr übrig bleibt; es macht keinen Spaß, ein Wort so lange laut aufzusagen, bis es wie Kauderwelsch in den Ohren klingt.”

“Am Ende des Tages habe ich entschieden, in Berlin zu leben, weil ich mich dort am ehesten entfalten kann. Nicht als Künstlerin, nicht als Einzigartige, sondern als Mensch, der sich gerne an diesen Personen labt um es selbst nicht sein zu müssen.”

“Und dann sich noch die ganzen Menschen anhören, die sich über den kommerziellen Valentinstag echauffieren. Ihr sucht doch nur einen Grund zum Ficken! Na und? Ihr sucht doch nur einen Grund um noch einsamer zu sein… wartet’s nur ab. Langsam merkt ihr, dass keiner von euch beiden glücklicher ist als der andere. Zerbrochen, nach freiem Fall, am Boden der Tatsachen.”

by yeahs in Berlin Crystal Meth State of Mind Gangster


“I’m a slave to the Absolute. That means I don’t have to be a slave to any human on earth.” Was er sagt, macht natürlich Sinn. Wenn man etwas Absolutes gefunden hat – etwas, das über allem anderen, also über alles irdischem steht – dann verliert man die Demut vor der Welt. Man verliert die Demut vor dem Tod, denn das Absolute – in diesem Fall Allah – verspricht ein Leben nach dem Tod, das viel größer ist, das viel reicher ist. Wozu das Leben mit jeglichem Müll füllen, immer auf der Jagd nach dem absoluten Glück sein, wenn es sowieso unvergleichbar ist mit dem, was danach kommt? Das Schicksal weist den Weg. Wenn alles einen Grund hat, dann gibt es keine Hoffnungslosigkeit. Das Absolute ist der Sinn des Lebens, der Sinn jeglicher Existenz.

Ich sage ihm, dass er natürlich unglaublich reif und ausgeglichen wirkt, und vor allem glücklich. Aber er korrigiert mich mit seinem verschmitzten Straßenlächeln, und wie er dann diesen typisch arabischen Laut macht, dieses “tz tz”, aber ganz schnell, und dabei seinen Finger verneinend schüttelt – das ist so sympathisch, weil es mir so nahe ist. “I am almost never happy. I suffer. I chose a very simple life, but I am tested all the time. I can’t go out with my friends and drink and have fun and not think of tomorrow. I am human, I see the things you have and I want them too. I suffer. But I know why I suffer: because I know what is ahead of me when Allah gives me the gift of the afterlife.” Natürlich kann man sich nicht einfach so dafür entscheiden, obwohl er das genauso drehen möchte. Aber was er sagt, ist durchaus eine Lehre wert, immerhin muss man ja nicht seinen persönlichen Religionsmoment finden, um trotzdem an den Punkt zu kommen. Vielleicht ist es leichter, zur Religion zu gelangen, weil sie einem in vielen Dingen schon Entscheidungen abnimmt.

“If you are always happy, you never know what it’s not like to be happy. So this cannot be the point in life. You can be happy sometimes, it is the best feeling. But you would not know if you didn’t suffer sometimes. But you need to know why you suffer, or life will be more than just life. You will be dead while breathing.” Ich sage zu ihm, dass ich das aber ein bisschen lächerlich finde, das alles so fatalistisch zu sehen. Dass er doch auch manchmal zweifelt und nicht weiß, wieso ihm das Schicksal so spielt. Natürlich sind seine antworten alle studiert, er unterhält sich ja nicht zum ersten Mal mit jemandem über das Thema. Aber er versteht trotzdem nicht, dass es mir nicht um Religion geht. Mir geht es um Zufriedenheit. Er gibt mich Recht: “If you can find what I find in Allah, you will be happy, but not the kind of happy that you expect. It’s a different shade of happy.”

Ich rede über viele Dinge – nur darüber nicht so oft. Ich rede über alles, aber darüber eigentlich nie. Darüber, wo ich herkomme und welche Gegensätze mein Leben bestimmen. Wie konfus alles ist, wenn man nicht nur zwischen zwei Stühlen lebt, sondern einen gänzlich dritten Stuhl darstellt. “I am a child of the globalized world. The only thing that gives me identity is me being a Muslim. It is something I chose. It is not something I am born into. I am French, because I have lived my whole life in France. I am also from Morroco, because this is where my roots lie. But I can’t decide, I will never decide because people have always decided for me. Being a muslim is my decision. It is my identity. It is above everything and nobody can take it away from it, no paper, no state, no jail. It is something I can always have, everywhere. In this globalized world, it connects me to the Ummah, to all my brothers and sisters. When everything fails, we always go back to tradition and belief. It is not a coincidence. It is natural for the human being.”

Ich sage ihm nicht, dass ich das bezweifle. Wenn es so wäre, dann wäre ich an einem ganz anderen Punkt, jetzt, “when all else fails”. Aber ich verstehe schon, dass er einen Weg gefunden hat, sich aus seiner Misere zu ziehen. Ich beneide ihn darum, auch wenn er mich in seiner ganzen Frömmigkeit beschämt. Er verurteilt mich nicht, aber mein Beschämen zeigt mir, dass ich mich selber verurteile – dafür, dass ich nicht so bin wie er. Dass ich Fehler mache, aber auch nur seiner Norm entsprechend. Meiner Norm, um ehrlich zu sein. Denn das ist das, womit ich aufgewachsen bin. Ich habe mich nie dagegen oder dafür entschieden, deshalb rede ich nicht gerne darüber. Es ist ein Teil von mir, den ich durchaus auslebe, wenn ich das Bedürfnis verspüre – kulturell zumindest. Aber ich habe mich nie dazu positioniert in der Hoffnung, dass es eines Tages einfach verschwindet. Und wie das so ist, wenn man sich plötzlich mit verdrängten Teilen auseinandersetzt, kann es ganz schön weh tun. Das sieht er mir an, er ist ja auch nicht dumm, auch wenn ich versuche mich bedeckt zu halten. Es interessiert mich, was er denkt. Aber es macht mich traurig, dass ich nicht vollständig ehrlich zu ihm bin, noch nicht zumindest. Er repräsentiert alles, womit ich nicht umgehen kann.

Ich frage ihn: “Do you think people can find an Absolute without Allah?”, und er sagt “Yes, of course. But today it is so much more difficult. You have Instant-Satisfaction. Everything must be now, now, now. You are hungry, you eat now. You are sad, you take drugs. You have any problems and there is an instant solution. Life is not about instant solutions, life is about nurturing your soul and your mind. You consume and consume and consume but your soul stays weak and small. Your soul does not grow up because it always gets what it wants now. By the end of everything, you will be nothing but a can filled with consumer trash, full of society codes that do not mean anything after your death and after the death of all of your friends. You leave nothing. When you were a child, it was easy to believe in everything. Now you believe in only the things you can see. And when you feel empty, you long for something that you can’t see, but nobody teaches you how to do believe. I am not saying technology is bad; I say it is not an excuse to kill yourself mentally. It is not an excuse to lose your belief and stop teaching the children the supernatural. Because virtuality is supernatural, too. You can’t touch Facebook. You can’t touch Twitter. You cannot touch communication, it is a new word and it is metaphysical. Everything has turned into spirituality. But people cannot believe in God anymore? They cannot believe something they don’t see? That is a joke.”

Er sagt das alles und ich glaube es ihm, weil er es so formvollendet darstellt. Und zugleich bin ich traurig, denn ich weiß: was für ihn funktioniert, muss nicht zwangsweise für mich funktionieren. Meine Mutter sagt immer, sie mache sich keine Sorgen, denn eines Tages werde ich den richtigen Weg finden – also den richtigen Weg zurück zu Allah. Und er sagte das genau so, wenn auch ein bisschen distanzierter: “There is a reason why you have all these questions. It means you are trying to find God. It doesn’t matter where you find it; but you are now at a point where you feel like something is missing. It is good. Your soul is trying to find it. You will find it just by this feeling. It’s nature. You can ignore it, or you can give into it. Give into it. Be unhappy. Find what you believe in. Turn off the music and the distraction and stop feeding your soul and your body with instant satisfaction when you don’t feel happy. Find things that you work for. Find things that are not instant. Principles of any kind. But I tell you: Allah has made a book for us with all the principles we need. It’s easier that way. Take the easy wait and acknowledge your destiny, but maybe your destiny is another one. It is also a test by Allah.”

Der letzte Satz widerspricht natürlich allem, was er zuvor gesagt hat. Er hat nunmal seinem Glauben, er wird davon nicht wegkommen- auch wenn er mich darüber hinweg trösten will, dass ich ihn nicht habe.

Hier finden Sie nun ein virtuell-schriftliches Dokument zu folgenden Themen: gutes Make-Up, nette Menschen kennen lernen, minimalistisches Reisen, Elternhäuser, Seelensadismus und Körperlichkeiten (obacht: dies ist als ein einziges Thema zu behandeln), Frömmigkeit im vom Glauben verlassenen Haushalt, verlorene Pinguine, Kettenrauchen, Vodka Soda, gute T-Shirts, Mamas Köstlichkeiten, der hart akute Status “MEGA PlEITE”, die erbarmungslose Friends-Zone und das metaphysische Über-Thema: wenn ich ein Mann wäre, wäre ich dann schwul?

Zum Abschluss käme das Fazit, dass alle anderen irgendwie weiter machen und schon an ganz anderen Punkten angelangt sind, nur ich trete immer und immer wieder auf derselben Stelle, beiße mir die Zähne am selben Stein aus und hoffe dann, das alles automatisch besser wird. Ich glaube, ich bleibe bei dieser Variante. Bisher hat sie mir schon immer nicht geholfen.

by yeahs in Gangster