Best Songs 2011

Veröffentlicht December 29, 2011

Jeder Song bindet sich an einen Moment und wird damit zu einem Bedeutungsträger, einem Symbol für die Zeit, ein Konservat, gebündelte Erinnerungen. Meine Lieblingssongs werden zu kleinen Schatztruhen, die Gefühle und Bilder vergangener Zeiten in sich bergen. Eine Liste der besten Songs ist willkürlich; jeder einzelne davon gehört auf meinen Number 1 Spot, denn jeder einzelne wiegt schwer in meiner Geschichte. Am Ende des Tages bewährt sich dann, was ich im Lichte aller mir verfügbaren Gedanken und Gefühle auch bewusst als “das beste” bewerte; nur, das kann man dann eher im subjektiven Licht betrachten, rein objektiv liegt mir nichts ferner als musikalische Rezensionen zu den 100 besten Songs des Jahres schreiben…

Zusammengefasst: Musik ist anekdotisch. Diesmal soll der Jahresrückblick aber mehr sein als nur eine Liste mit seltsam-introvertierten Kommentaren meinerseits. Diesmal sollt ihr auch was davon haben. Der Berliner Lifestyle- und Streetwear-Store Def-Shop war so großzügig, für diesen Beitrag 2×1 WESC Kopfhörer zu spendieren. Was ihr dafür machen müsst? Euren Lieblingssong 2011 in die Kommentare posten (mit einer funktionierenden E-Mail Adresse!). Dafür habt ihr bis zum 3. Januar 2012 Zeit. Wer in Berlin ist, sollte sich auf jeden Fall den Store auf der Friedrichstraße mal reinfahren. Basketballschuhe, Sneaker, alles da – nicht entgehen lassen.

Wer die Vergangenheit auch noch mal antesten möchte, findet die 200 aus 2000 Liste und das Best Of 2010 in den Archiven. Zu 2011 gibt es folgende Zusammenfassung: dieses Jahr war dem Hip Hop verschrieben, mehr als jemals zu vor. Dieses Jahr hat vor allem Drake (rein quantitativ) die Liste erobern können. Was das über mich und ihn aussagt ist zwar fraglich, aber wir wollen jetzt nicht zu weit vorgreifen. Einzig wofür ich keine Zeit mehr hatte: die mediale Ausstattung mit Download-Links oder Grooveshark-Playlist. Aber ich denke, das werden wir alle gemeinsam überleben. Habt Geduld beim Laden: so viele YouTube-Videos auf einer einzigen Seite sind für die schnellste W-Lan Connection nur schwer zu verkraften (ich habe es bereits nach den ersten Beschwerden ausgedünnt).

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Mustafa’s Gemüse Döner

Veröffentlicht October 20, 2011

Mehr als einen dönerischen Gaumenfick und eine gute Werbung braucht der Tag nicht, um gut zu werden. Da haben sich die Muschi Kreuzberg Dojo Menschen wieder selbst übertroffen, und Berlin um ein weiteres Weltkulturerbe bereichert.

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59

Veröffentlicht March 15, 2011

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe – mit Sicherheit aber nicht die Zahl 59. 59 Geschichten, mal aus eurer Perspektive erzählt. 59 Mal hören, was einen dazu bewegt, einen Blog zu lesen, 59 und davon 7 Emails, die mich absolut bewegt und gerührt haben (und auf die ich irgendwann auch noch antworten werde). Es gibt eigentlich gar keinen Ausdruck dafür, wie dankbar ich euch dafür bin. Die, die mir etwas über sich erzählt haben- für diese Menschen schreibe ich hier. Gewidmet an 59 Leute, die es für wichtig genug erhalten, eine Art Leserbrief an mich zu verfassen. Da fühlt man sich ganz schön bescheiden.

Und wie versprochen gehen 59 € auch an Reporter ohne Grenzen, wohl aber erst am Ende des Monats. Ich komme darauf zurück. Bis dahin: hdgdl, Sara.

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DPS/SYD – Run Away

Veröffentlicht December 27, 2010

Es ist schwierig, sich in der Welt zu verlieren. Es ist anders als den Nat Geo Adventure Channel einzuschalten und den Abenteurern bei ihren Abenteuern zuzusehen. Ich beschwere mich nicht darüber; nicht mehr. Ich bin ein einfacher Tourist mit CO2 Fußabdrücken, einer dicken Kreditkartenrechnung und freue mich über kostenlose Business Class Upgrades und vielleicht werde ich niemals die Gelegenheit haben, in einen Zug ohne Final Destination zu steigen. Vielleicht werde ich nie das Gefühl haben, verloren zu sein, nie umgeben von der Unsicherheit der Wüste. Vielleicht war das mal so. Vielleicht gibt es Menschen, deren Leben daraus bestehen, von Kathmandu nach Bondi Beach zu jetten um zu surfen, zu tauchen, zu skydiven, zu fotografieren, zu skateboarden, zu leben und zu entdecken. Ich kann mit Sicherheit für die Existenz absolut hirnverstümmelter Goa-Spasten attestieren, klebengebliebene Insekten mit furchtbaren Frisuren und einem Faible für schlechtgedröhnten Psy-Jungle-Trance und ebenso schlechten Mushroomdröhnungen. Aber das sind keine Abenteurer, das sind Hobbyphilosophen, deren Wichtigtuerei auch Ghandi noch zum Genozid herausfordern könnten. Nukleare Wegbombung von 95% abrasierten Dreadlocks, eine neue Petition in meinem Namen, und glaubt mir, ich unterschreibe drei Mal.

Meine Reisehelden sind verrostet; meine idyllischen Reiseträume und -erwartungen und -illusionen verstaubt. Ich bin zu müde um mich darüber aufzuregen, denn ich habe jetzt schon sechs Tage am Stück damit verbracht, genauso flüssig zu scheissen wie zu trinken und ich bin zu paralysiert um mich darüber aufzuregen, weil ich nicht mehr an das Reisen glaube. Nicht mehr an die Romantik des Reisens. Ich glaube daran, dass es mir Spaß macht, Menschen an lauen Abenden bei rumgehenden Spliffs kennen zu lernen und meine Jokes zu formulieren. Ich glaube daran, dass ich es liebe, nicht zu wissen, was ich am nächsten Tag machen werde (insofern ich nicht tatsächlich reise). Ich muss nicht arbeiten und für die nächsten 2-3 Monate werde ich auch weiterhin nicht über das große Geld (oder eher die große Geldverlustigkeit) nachdenken müssen. Ich glaube daran, dass das Reisen ein inflationäres, aber auch selbstverständliches Angebot unserer Jugend geworden ist, brought to you by Ryan Air und wirtschaftlichem Erwartungsdruck was den Lebenslauf angeht. Wie, du hast mit fünf Jahren noch keinen Abschluss einer anerkannten Elite-Privat-Windelschule gehabt? Na dann auf auf, ins Ausland! Und, natürlich, danke auch der Militärtechnologie, ohne welche unsere Welt wohl noch im Mittelalter stecken würde. Krieg (Macht, Verteidigung, Schutz, politische Wahrung seiner Selbst, oder eben Krieg) ist der Antrieb in unsere Zukunft, und ich bin mitten in reingeboren worden. Nur, weil ich mir gerne die Rolling Stones anhöre und Bob Dylan nicht aufhört in meinem Kopf zu spucken, heisst das nicht, dass ich die Zeit zurückdrehen kann. Zeiten, wo man nicht alles über jeden Ort wusste. Wo jeder Schritt durch die nasse Pampa irgendwo in Balabuga einen epischen Moment im Leben eines Niemanden spielte, der dann zum Held gekürt wurde. Meinem verstaubten Held.

Sich in der Welt zu verlieren ist schwierig, weil es keinen Ort mehr gibt, an dem man sich verlieren kann. Oder, wenn man kann, will (denn es gibt auch für Verloren-Sein gewisse Grenzen, das mit den Schlagen und Spinnen, das haben wir ja schon ausführlich besprochen, das ist nichts für mich). Also irren von Thailand nach Kuta Beach auf dem ganzen Weg Backpacker umher und flüstern sich im Stille-Post-Verfahren ihre sogenannten „Geheimtipps“ ins Ohr, doch jedes Mal, wenn man diesen Tipps folgte, jedes Mal wenn man seine Sachen aufgeregt packte und weiterzog und auf etwas mehr Verlustgefühl hoffen durfte, jedes Mal traf man ein weiteres Pack Gleichgesinnter, alle wieder im selben Prozess des Austausches, „ich habe gehört, Burma ist noch ziemlich jungfräulich, da muss man mal mit der Machete durchgehen, das muss man sich mal trauen“. Aber, ganz im Ernst, ich will nicht nach Burma und mit einer Machete den Wald bekämpfen um mich dort dann wider meiner urbanen Natur niederzulassen um ein Buch darüber zu schreiben wie ich mich mit wilden Pilzen selbst vergiftet habe. In Alaska. Mit Eddie Vedder im Hintergrund. Ich will das nicht, ich will das nicht, ich will das nicht. Ich will keinen Ed-Hardy-Strass-Steine-Resort-Urlaub auf Ibiza mit furchtbaren Pop-Medleys und Schlager-House-Remixen, und nach all meinen Beschwerden und nach meinem ganzen Rummosern und dem ständigen Suchen nach irgendetwas, was mir diese Reise bringen soll, fällt es mir wie Schuppen vor die Augen, wie ein dicker Pickel, der darauf pochte, seinen Eiter an den Spiegel zu spritzen: ich kann mich nicht in der Welt verlieren. Ich kann mich nur in Menschen verlieren. Oder mit ihnen. Oder um sie herum oder vor ihnen, aber die Welt ist völlig egal.

Jetzt ist es zum ersten Mal so weit: kein Plan. Absolut keine Richtung. Niemand, der mich begleitet. Ich bin völlig frei (wenn auch zerfickt vom Jetlag und 300 Euro leichter dank überteurer Hostels) in Sydney angekommen und es gibt nichts, was ich mir für diesen Tag erdacht habe. Nichts, was ich vor 8 Monaten schon mal auf eine Excel Liste geschrieben habe. Ich kann nicht in mein Dorm, weil gefühlte 30 Leute dort noch schlafen. Es regnet. Alles ist anders als gedacht. Aber alles ist gleichzeitig viel besser. Und so geht es einfach weiter.

Chile, Hawaii, Libanon, Deutschland, Vietnam, egal ob es die Reisenden oder die Natives sind, Indien, Nepal, China, scheiss drauf; und wenn ich eines Tages auf dem Mond lande und meinen Namen in Stein ritze, „Sara war hier und hatte Dünnschiss, vielen Dank, Thailand!“, dann hat das alles meine Helden nicht mehr zum Leben erweckt. Egal wie viele Länder ich bereise, egal was ich sehe oder nicht sehe oder mache, egal ob ich aus einem Flugzeug springe oder mir die Wirbelsäule beim Surfen anknacke, nichts davon wird The Beach sein. Nichts davon wird das sein, was meine Helden verkörpern. Aber manchmal muss man eben sein eigener Held sein. Und genau das einzige genießen, was einen so völlig aus der Bahn geworfen hatte: das man auf dieser ganzen weiten Welt niemals verloren sein wird.


(By the way, Weihnachten zog an mir vorbei wie der D-Zug an Bielefeld. Nicht, dass es mich je großartig interessiert hätte, als Moslem besteht mein einziges Weihnachtsritual daraus an Heiligabend mit meinen Brüdern bei McDonalds vorbeizufahren und mit den anderen Kanacken rumzuhängen. Diesmal lag ich den ganzen Tag am Pool und habe Shroomies gefüttert und bin letztendlich wieder bei McDonalds gelandet. Wie jedes Jahr also).

DPS/SYD – Run Away · Kategorien: Ohne Worte Weltreise · Comments Off
 
 

Mixtape: 93 til infinity

Veröffentlicht August 27, 2010

Hip Hop beschäftigt mich gerade von Geschichte über Sounds über Raps über Lines über Battles über Beefs über East zu West Coast zu Graffiti zu Attitüde zu Kriminalität zu Skateboarding zu Beatboxing zu Scratching zu allem, was in meinem Leben so irgendwie Einfluss hatte. Man, jeder Film, jeder Soundtrack, jeder Spruch: potenziell der Hip Hop Kultur entsprungen, aber was weiß ich schon darüber, ich bin eh viel zu jung. Für mich ist das – wie beim Graffiti schon – immer ein Ding der Selbstverständlichkeit gewesen. Wie laut wir die Boxen aufgedreht haben, damals, und es war völlig okay, das war Popmusik, man.

Lange habe ich überlegt, wie mein ultimatives Rap/Hip Hop Mixtape aussehen würde: chronologisch? Nach Phasen geordnet? Best Of Everything? Die Geschichte des Hip Hops begleitend? Nur Gangster, nur East, nur West, ich habe noch nie so lange für ein Mixtape gebraucht und ich habe auch noch nie ein Mixtape gebastelt das so umfangreich war wie dieses. Aber scheiss drauf: mein Mixtape würde aus den Tracks bestehen, die mich in meinem Leben begleitet haben, völlig egal ob die Songs selbst irgendeinen kulturellen Wert oder Durchbruch für Hip Hop bedeutet haben, ob sie bekannt, alt oder neu sind (wobei es sich durchaus eher um die Classics handelt und nicht um das was den letzten 5 Jahren entsprungen ist, Outkast vielleicht als Ausnahme).

Die letzten paar Jahre habe ich sowieso gut ausgesetzt; nie vollständig, aber immer distanziert genug. Dem Techno verschrieben habe ich mich, davor der Rockmusik, aber es kommt immer wieder hoch, diese Vergangenheit, vielleicht speziell jetzt weil Hip Hop wieder einen kleinen Turn Richtung Flow und Style und Conscious Rap gemacht hat anstelle dieses ganzen Gangster Bling Bling Quatsches.

Mein erster Walkman, gut durchgenommen, tausend Kopfhörer, im Wohnzimmer mit den Brüdern abspasten, oh man, 93 til infinity war schon längst tot als wir es entdeckt haben, und auf VH1 druff, und irgendwann Dosenbier und Aggro Berlin auf dem Skatepark– this is how we chill…

Mixtape: 93 til infinity

Souls of Mischief – 93′ til infinity Mobb Deep – Survival Of The Fittest Raekwon – Ice Cream (ft. Ghostface Killah & Method Man) Eric B & Rakim – Eric B. Is President Nas – NY State Of Mind (Pt. 2) The Pharcyde – Runnin’ The Roots – You Got Me (Erykah Badu) Mary J Blige – You’re All I Need (ft. Method Man) Luniz – I Got 5 On It Wu-Tang Clan – Wu-Tang Clan Ain’t Nothing Ta Fuck Wit Mos Def – Travelin’ Man Bizzy Bone – On The Freeway Blackstreet – No Diggity ft Dr. Dre N.W.A. – Express Yourself Run DMC – It’s Like That Afrika Bambata – Planet Rock Skee Low – I Wish I Was A Baller Outkast – ATLiens Warren G – Regulate ft. Nate Dogg LL Cool J – Doin It Ice Cube – It Was A Good Day The Roots – What They Do Lil 1/2 Dead – Had To Be A Hustla Dr. Dre – Nothing But A G Thang (ft. Snoop Dogg)

If I wasn’t ah, eight figure nigga by the name of Jigga
would you come around me or would you clown me?
If I couldn’t flow futuristic would ya
put your two lips on my wood and kiss it – could ya
see yourself with a nigga workin harder than 9 to 5
then 10 to 6, two jobs to survive, or
do you need a BALLA? So you can shop and tear the MALL UP?

Puff Daddy – Can’t Nobody Hold Me Down (ft. Ma$e) 2 Pac – California Love Jay Z – Big Pimpin’ ft. UGK B Real, Busta Rhymes, Coolio, LL Cool J, Method Man – Hit Em High Pharoahe Monch – Simon Says Wutang Clan – Gravel Pit Dead Prez – Hip Hop A Tribe Called Quest – Hot Sex On A Platter The Roots – The Seed Dr. Dre – Still Dre (ft. Snoop Dogg) Jay-Z – 99 Problems Outkast – BOB Chamillionaire – Hip Hop Police 2Pac – Hit Em Up LL Cool J – Momma Said Knock You Out Wu Tang Clan – Protect Ya Neck Nas – Made You Look Jay Z – Can I Get A … KRS-One – Sound Of Da Police A Tribe Called Quest – Scenario 8ball & Mig – Thank God LL Cool J – The Ripper Strikes Back

You soft as a newborn baby takin a nap
Make my dick hard with that bitch ass track
Where you at? Smokin in some one room flat
Suckin on Clef’s dick hopin to come back
Never that, nigga my size is unlimited
Yours is prohibited, of course that’s contributed
To not knowin ya limits and who you need to test
When you step into the house of the Lord and get blessed

Mobb Deep – Shook Ones pt 2 The Notorious BIG – Biggie (ft Junior MAFIA) Brandy – Top Of The World (ft. Ma$e) Outkast – Ms Jackson Dr. Dre – The Next Episode Jay-Z – Hard Knock Life Lauren Hill – Everything Is Everything Field Mob – Cut Loose Missy Elliot – Sock It 2 Me Outkast – Rosa Parks Bone ThugsNHarmony – Thuggish Ruggish Bone Mobb Deep – Hey Luv (ft. 112) LL Cool J – Hey Lover Nas – One Mic Missy Elliot – The Rain (Supa Dupa Fly) The Notorious BIG – Mo Money Mo Problems Jay-Z – Money Ain’t A Thang (ft. Jermaine Dupri) Nappy Roots – Hustla LL Cool J – Phenomenon Puff Daddy – Been Around The World (ft. Notorious BIG & Ma$e)

Ich musste mich auch echt zurückhalten, einfach nur die Jay Z Diskografie zu posten.
Playlist bei Grooveshark.

 
 

Today, a year ago

Veröffentlicht August 16, 2010

Heute vor einem Jahr veröffentlichte ich den ersten Post auf DSG.

– 2009

DragstripGirl hat absolut keine Bedeutung. Auf der Suche nach einem wahllosen Domainnamen bin ich über einen ziemlich eintönigen, aber trotzdem ohrwurmigen Song gestoßen. Dragstrip Girl. Dabei hat dieser Blog gar nichts mit einem Girl zu tun oder mit einem Dragstrip. Vielmehr mit einer gewissen Schnelligkeit und Brisanz an Neuigkeiten und Dingen, die irgendwie, irgendwo, irgendwann passiert sind oder passieren, und nicht zuletzt, noch passieren werden.

Vielleicht passt es also doch. Auf dem Weg dahin werden wir entdecken, was dieses Medium eigentlich darstellen soll. Wer mitmachen möchte, ist dazu eingeladen und aufgefordert. Diese Metadiskussion ist völlig überflüssig, nun, da wir alles wissen. Later skater.

— 2010

Ich wollte mich davon trennen – von Lyrik und von Ambivalenz, von Persönlichkeit und Pseudo-Schreibkraft. Ich ließ mich auf Medien ein, auf Bilder und auf Videos und vor allem auf Musik. Ich lies mich auf ein Projekt ein, auf Kollaboration, ich ließ mich auf neue Eindrücke ein, ich quetschte alle Inhalte meines Kopfes auf ein dreckiges Blatt Papier, und der restliche Input landete auf DragstripGirl.

Aber es wollte so nicht, und die Dinge änderten sich, und mein Leben änderte sich, und jetzt sind wir hier wieder an einem Punkt der Unordnung gefallen. DragstripGirl ist keine Sperrmüllsammelstelle für glitzerndes Nippes aus dem Internet, sondern mein Scrapbook, meine Lieblingsbucht im Ozean der Worte.

Für das nächste Jahr wird DSG wohl die Form eines Travel Diarys annehmen, Bebilderung, Beschilderung, und so weiter. Ich hoffe, ihr seid dann auch wieder am Start. Und mal sehen, wo es uns dann hinführt.

Danke.

 
 

published?

Veröffentlicht July 30, 2010

was passiert, wenn man preview mit published verwechselt? genau. dann steht hier ein relativ kontextloses bild, dass man eigentlich nur abspeichern wollte (für “wenn es mal passt”). möh.

published? · Kategorien: Ohne Worte · 4 Kommentare
 
 

(absender unbekannt)

Veröffentlicht July 24, 2010

Dogmatische Grundsätze eignen sich nicht für mich. Nicht virtuell, nicht real, nicht im Leben, niemals. Alles ändert und dreht und verformt sich in meinen Händen und die Bedeutung vieler Dinge nimmt gerade einen großen Anlauf um in ein Becken voller NICHTS zu springen.

So ändert sich das alles ganz schnell, und plötzlich wird aus einer Bekanntschaft eine Freundschaft, aus einer Freundschaft eine Beziehung – zu zweit steht man dann da, sich an den Händen haltend, während die Menschheit, die Welt und alle ihre Bewohner im Zeitraffer hinter diesem Portrait vorbeigespult wird, völlig belanglos. Menschen kommen und gehen, gute Dinge und schlechte Dinge passieren. Aus einem kleinen Projekt, dass als Aggregator von Vorlieben dienen sollte, wurde ein persönliches Output und ein kleines Lager mit viel Platz für Erinnerungen. Und Erlebnissen. Und Liebe. Und vielvielviel Krimskrams.

dragstripgirl. restrealität. basti und nico (die nicht mehr da sind). freunde. spreeblick. republica. stammtische. ganz viel berlin. ganz viel frust. ganz viel musik. ARBEIT/WORKAHOLIC. ganz viel persönliches. das alles wurde hier aggregiert, in weniger als einem jahr. back to the future wurde back to the past. ein stück quarterlife-crisis, ein stück erwachsenwerden hier. immer mehr text, immer weniger inhalt.

die subtilität und das nichts-sagen wurden radikal vernichtet, obwohl ich beides so liebe.

Marcel fragte mal: was ist, wenn das, was man gestartet hat, nicht mehr das ist, was man will? Was ist, wenn man selbst nicht mitgewachsen ist? Und ich sage: dann mach ich es wieder so, dass es mir gefällt. So, wie es ich will. Hatte allerdings nicht gemerkt, dass ich’s dann doch nicht so gemacht hab. Weil es sich in Stein gemeißelt fühlte.

Ist es aber nicht. Ich weiß nicht, was hier in Zukunft stehen wird, ich weiß nicht, ob es diese Ankündigung wert ist. Vielleicht ändert sich nichts – vielleicht aber doch. Ich möchte nur sagen: es beginnen bald vielleicht zwei Reisen. Mit viel Beschallung und Belichtung. Vielleicht.

(und auch: danke.)

 
 

Status

Veröffentlicht July 12, 2010

Ich glückliche: seit Donnerstag Urlaub und jeden Tag heftig am erleben, meine Brüder waren die letzten paar Tage in Berlin und wir haben gut auf den Klotz gehauen (bzw. ich wurde im Schwitzkasten angefurzt und feuchte Modersocken wurden mir in die Nasenlöcher gebohrt). Ab morgen bin ich dann für eine Woche in der Heimat zu finden: endlich ausschlafen, endlich Mama wieder sehen, und vor allem, endlich Mama wieder kochen lassen. Das war dann auch das letzte Mal, bevor ich endgültig Berlin verlasse um für zwei Wochen zu den Eltern zurück zu ziehen– und dann die Weltreise beginnt.

Verstehe übrigens nicht, dass sich die Menschen hier über das Wetter beschweren. Ich finde es fantastisch, denn so viel Zellulite an der Haut anderer Frauen zu sehen gleicht mich innerlich vollständig aus. Auch der Gestank vieler schwitzender Menschen, die nicht meinen genetischen Hitzevorteil des Nichtschwitzens besitzen, lässt mich duften wie ein Schmetterling der in Rosen geboren wurde.

Mit dem Ende der WM – Spanien hat gewonnen, die Krake wird gegrillt, Müller ist der beste junge Spieler des Tuniers – und dem Anfang meines Urlaubs, wird es auf DragstripGirl für eine Woche entweder Pause geben, oder zumindest seltener Updates verteilt werden. Und Lindsay Lohan sitzt im Knast, aber das nur am Rande.

Aber seid nicht traurig, meine lieben Freunde: dafür findet ihr mich (jawohl, die Ehre sei mein!) die nächsten Tage immerhin drüben bei die Kraftfuttermischwerk, wo ich nebst den Top-Spielern (Blogrebellen, Miss Sophie, Murdelta, Doktor Katze,Mister Honk, Mogreens und Björn Grau) die Urlaubsvertretung im doppelten Sinne mache.

Und, um den letzten Monat noch mal mit Würde zu beschreiben, das ist u.A. der Grund, wieso ich trotz manchmal extrem zerrenden Spielen die WM so unglaublich schön finde:

Hach. Liebe ((für die Frage, wen ich denn zum bestaussehendsten Spieler wählen würde, habe ich mich heute tatsächlich gegen Casillas und für Ramos entschieden. Man man man, is das ‘ne Budderzitronenschnidde oder was. Ich weiß nicht, wieso mich die Heidi mit den langen Haaren so brutal vernichtet, aber meine Vagina schreit nach ihm. Ja, ich habe Vagina gesagt.))

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Wrestling-Revolution

Veröffentlicht March 25, 2010

Mit dem Magazin „Limit“ hielt Anfang bis Mitte der Neunziger das Wrestling Einzug in mein Leben. Es dauerte nicht lange, bis ich meinen Vater dazu nötigte den Royal Rumble auf VHS aufzunehmen. Die ersten Preise aus den Limit-Preisauschreiben trudelten in den Briefkasten meiner Eltern ein (ein Bret „Hitman“ Hart-Kissen und ein Enterprise-Brettspiel mit hässlichem Klingonen-Video) und nachts ließ ich die Schmerzensschreie meiner jüngeren Schwester ungehört vor einer mit Handtüchern gedämmten Kinderzimmertür verstummen, als ich heimlich den Sharpshooter an ihr übte.

[Dieser Artikel beinhaltet gewalttätige Videos, die dem Inhalt dienen und als Belege fungieren.]

Ja mann, Wrestling war so ziemlich der einzige Sport, den ich als kleiner Knabe mit Vokuhila-Frisur für die Erkenntnis hielt. Das Merchandising machte auch vor mir nicht Halt und so spielte ich bald „WWF – King oft he Ring“ auf meinem Gameboy,  welches ich hiermit verlose.

Ende der Neunziger kannte ich sie alle. Die Wrestler, die Moves und die Spacken aus meiner Klasse, die die WCW besser fanden als die WWF (heute: WWE). Vor allem Joe Neise, der miese Typ, an dem ich in einer Hofpause den ersten und letzten Tombstone Piledriver meines Lebens ausprobierte. Das war die Rache für 1996, als er mir bei einem Gerangel den linken Zeigefinger in einer Klassenzimmertür zur Hälfte zerfetzte und abriss. Der Finger konnte wieder repariert werden. Der Piledriver war meine Rache, mann. Nimm das, Joe Neise.

Tatanka, BamBam Bigelow (R.I.P.), Yokozuna (R.I.P.), Lex Luger, Hulk Hogan, Shawn Michaels, Undertaker, Diesel, Razor Ramon, Randy Savage, Bret Hart, Mr. Perfect (R.I.P.), Ric Flair, Sid Vicious, Jeff Jarett und so.

Die heimlichen Helden meiner Kindheit. Bis ich heraus fand, dass das alles nur verdammte Show ist. Diese dreckigen Mistkerle.

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