Wrestling-Revolution

Veröffentlicht March 25, 2010

Mit dem Magazin „Limit“ hielt Anfang bis Mitte der Neunziger das Wrestling Einzug in mein Leben. Es dauerte nicht lange, bis ich meinen Vater dazu nötigte den Royal Rumble auf VHS aufzunehmen. Die ersten Preise aus den Limit-Preisauschreiben trudelten in den Briefkasten meiner Eltern ein (ein Bret „Hitman“ Hart-Kissen und ein Enterprise-Brettspiel mit hässlichem Klingonen-Video) und nachts ließ ich die Schmerzensschreie meiner jüngeren Schwester ungehört vor einer mit Handtüchern gedämmten Kinderzimmertür verstummen, als ich heimlich den Sharpshooter an ihr übte.

[Dieser Artikel beinhaltet gewalttätige Videos, die dem Inhalt dienen und als Belege fungieren.]

Ja mann, Wrestling war so ziemlich der einzige Sport, den ich als kleiner Knabe mit Vokuhila-Frisur für die Erkenntnis hielt. Das Merchandising machte auch vor mir nicht Halt und so spielte ich bald „WWF – King oft he Ring“ auf meinem Gameboy,  welches ich hiermit verlose.

Ende der Neunziger kannte ich sie alle. Die Wrestler, die Moves und die Spacken aus meiner Klasse, die die WCW besser fanden als die WWF (heute: WWE). Vor allem Joe Neise, der miese Typ, an dem ich in einer Hofpause den ersten und letzten Tombstone Piledriver meines Lebens ausprobierte. Das war die Rache für 1996, als er mir bei einem Gerangel den linken Zeigefinger in einer Klassenzimmertür zur Hälfte zerfetzte und abriss. Der Finger konnte wieder repariert werden. Der Piledriver war meine Rache, mann. Nimm das, Joe Neise.

Tatanka, BamBam Bigelow (R.I.P.), Yokozuna (R.I.P.), Lex Luger, Hulk Hogan, Shawn Michaels, Undertaker, Diesel, Razor Ramon, Randy Savage, Bret Hart, Mr. Perfect (R.I.P.), Ric Flair, Sid Vicious, Jeff Jarett und so.

Die heimlichen Helden meiner Kindheit. Bis ich heraus fand, dass das alles nur verdammte Show ist. Diese dreckigen Mistkerle.

[Weiterlesen]

 
 

Viacom vs YouTube

Veröffentlicht March 19, 2010

Es gibt Dinge, die sind so absurd und lächerlich, die kann man einfach ohne weitere Worte so stehen lassen. Copyright, my ass.

Aus dem offiziellen YouTube Blog:

For years, Viacom continuously and secretly uploaded its content to YouTube, even while publicly complaining about its presence there. It hired no fewer than 18 different marketing agencies to upload its content to the site. It deliberately “roughed up” the videos to make them look stolen or leaked. It opened YouTube accounts using phony email addresses. It even sent employees to Kinko’s to upload clips from computers that couldn’t be traced to Viacom. And in an effort to promote its own shows, as a matter of company policy Viacom routinely left up clips from shows that had been uploaded to YouTube by ordinary users. Executives as high up as the president of Comedy Central and the head of MTV Networks felt “very strongly” that clips from shows like The Daily Show and The Colbert Report should remain on YouTube.

Viacom’s efforts to disguise its promotional use of YouTube worked so well that even its own employees could not keep track of everything it was posting or leaving up on the site. As a result, on countless occasions Viacom demanded the removal of clips that it had uploaded to YouTube, only to return later to sheepishly ask for their reinstatement. In fact, some of the very clips that Viacom is suing us over were actually uploaded by Viacom itself.

Update 11:35 Uhr, 19. März 2010

Kleines Update, habe auf Reddit eine interessante Diskussion dazu gefunden und dachte das könnte vielleicht zu einer halbwegs vernünftigen Erklärung des Viacom Super-GAUs führen:

from Reddit.com:

They obviously can see the benefit of sharing media but legally they are restricted from doing so.
permalinkreportreply
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This.
Broadcasting networks make a significant portion of their money from selling their shows to foreign broadcasting networks. These are usually sold with an exclusive distribution right for the region.
As an example, CTV has the exclusive distribution rights in Canada to many of the Fox and Comedy Central shows. If Fox or Comedy Central were to distribute the shows for free online and Canadians were able to access them, they would be in breach of contract and CTV would sue them.
This is why there is geo-IP restrictions on many of the network approved, online distribution platforms like Hulu, ABC.com, etc…
I suspect these lawsuits against YouTube are more about maintaining plausible deniability than actually winning the case.

—-
[...]
—-
Don’t worry, if what the YouTube Chief Counsel says is true and there is proof, this is going to be a backfire of epic proportions. Foreign broadcasting networks are probably going to start filing suit against Viacom for breach of contract.
—-
Viacom could simply make the “marketing” argument that their actions increased the popularity and thus interest of the foreign audience, making the show more valuable to foreign broadcasting network.
—-
It would depend on the particulars of the contracts, the videos that were uploaded by employees and the ones they were made aware of and allowed to remain online.
If they are all just short clips then they might successfully make the marketing claim. If they are extremely long clips or full episodes then they wouldn’t have a very compelling argument that it was merely marketing.

Und wo wir gerade bei YouTube sind: Nutzt unbedingt die Feather Beta, wenn ihr die hässlich zugeballerte und richtig schön langsame Seite wieder lieben lernen wollt.

 
 

dragstripGirls on Twitter

Veröffentlicht March 15, 2010

In den letzten Woche und Monaten haben B und ich viele neue Freunde über DragstripGirl gemacht. Menschen, mit denen man sonst nicht zusammen gekommen wäre. Wir wurden oft in Staunen versetzt, weil so viele großartige Schreiber in der Underdog-Blogosphäre unterwegs sind. Die Restrealität platzt aus allen Nähten und mit weiteren wunderbaren Projekten wie Kurzschluss wollen wir auch zeigen, wie viel Spaß wir eigentlich daran haben.

Mittlerweile ist unser Team stolze drei Personen breit, Nico lebt sich gerade ein während er sich in Berlin die Kante gibt. Ich sag erwähne das alles jetzt, weil unsere Leserzahlen so angestiegen sind, dass wir nicht mehr jedem persönlich Hallo sagen können. Und deshalb: Hallo an alle.

Für die schnelle Kommunikation, sozusagen entgegen des Amtsweges, gibt es natürlich Twitter. Nur sind unsere privaten Accounts mittlerweile (zu 2/3) tatsächlich auf geschützt gestellt. Wieso? Weil das Leben keinen Spaß macht, wenn Mutti weiß, dass ich mir zwischendurch mal eine Line ziehe (nein Mutti, ich mach Spaß, ich zieh mir keine Line, und nein, ich meine damit keine Wäscheleine, aber doch, ich habe meine Wäsche gewaschen, ACH KOMM MUTTI LASS JETZT GUT SEIN). Das gibt’s alles ja schon hier zur Genüge. Um trotzdem irgendwie da zu sein und perverse kleine Anekdoten aus unseren exhibitionistischen Leben rausposaunen zu können, gibt es ab sofort den Twitter-Account für dragstripgirl. Nämlich @dragstripgirls (ja, mit s hinten, dragstripgirl ist schon belegt).

Für die ganz harten Fans die noch mehr Nähe brauchen gibt’s uns auch noch mal auf Facebook. Sehr ihr, das Ding ist nicht, dass wir unsere Reichweite für irgendwelche Mediadaten aufrecht erhalten wollen. Wir sind zu doof, um hiermit Geld zu verdienen, wirklich. Aber es gibt so viele kleine Sachen, die nicht auf den Blog passen, aber auch nicht verpasst werden wollen.. da eignet sich das Bloggen-Für-Arme doch ganz gut, oder? Genau. Also. Danke an euch, danke an uns, und jetzt: weitermachen.

 
 

Als wir beide waren

Veröffentlicht March 8, 2010

Manchmal müssen wir uns vom Glauben an eine vorbestimmte Konvergenz, zwischen einem selbst und einer anderen Person, verabschieden. Der Zeitpunkt, der so kleine Veränderungen in der Liebe radikal verdreht, aus Plus ein Minus macht und so, der schleicht auf leisen Sohlen. Und schnell ist er auch, denn wenn man sich Hand in Hand gehend schnell umdreht um zu schauen, dass bisher alles okay und cool gewesen war, dann verschwindet dieser Zeitpunkt ratzefatz hinter einem Gebüsch und lacht sich ins Fäustchen: „Tanzt ihr Marionetten, tanzt!“.

Man dreht sich wieder um und ist stolz darauf, dass man von der Glückskeks-Weisheit nicht enttäuscht wurde: Liebe bedeutet nicht, sich gegenseitig mit rosaroter Brille anzuschauen. Es bedeutet in dieselbe Richtung zu blicken. Hand in Hand. Weisheiten, die von Liebe handeln, wurden von einsamen und ungeliebten Menschen geschrieben, die ihre innersten Sehnsüchte aufs Papier bringen mussten. Fickt euch.

[via bferry]

Und so sitzen wir beide wieder einmal beim Chinesen an der Ecke, essen Xiang Cai und Dim Sum, Nr. 27 und 54, zum hundertsten Mal und füllen das Schweigen mit Lächeln und vereinzelten Gedankenfetzen, die nicht zusammenhängen. Zwei Wochen und vier chinesische Gerichte später eröffnest du mir, dass du keine Perspektive mehr in unserer Beziehung siehst, dass du Angst hast, dass das schon alles gewesen sein soll. Wir beide wissen, dass du keine Angst davor hast, sondern dass du das alles schon irreversibel gegenwärtig siehst. „Ich habe Angst vor…“ – das ist der Code. Den habe ich des Öfteren schon gehört und immer war ein paar Atemzüge später Finito mit uns und den gemeinsamen drei oder mehr Jahren, in denen es uns gut ging, auch beim Chinesen an der Ecke.

Für mich ist das besonders schwierig, dieses Intro, weil ich das nicht kann, was so viele machen: Einfach mal testen, ob das mit dem anderen klappt und dann hat man die Freiheit nach ein paar Wochen zu sagen „Uh, das mit uns beiden klappt nicht, wir sind einfach nicht füreinander gemacht“. Bämm. Nach zehn solchen Versuchen ist dann mal Einer oder Eine dabei, mit dem oder der es klappt. Dann kommt der Chinese an der Ecke, Gericht Nr. 27 und 54, und dann hat das auch ein Ende. Nein, ich brauch ein Gefühl, das mir sagt „Das klappt mit derjenigen“, und keine Tests. So bin ich eben. Deswegen habe ich erst drei Beziehungen geführt, jede mehr als drei Jahre, bis das Mindesthaltbarkeitsdatum ablief. Die ganzen Frauen, die dazwischen in meinem Leben oder in meinem Bett waren, da war es entweder Trieb oder verschiedene Vorstellungen von einem „Gemeinsam“. Oder eben Ängste vor Zuständen, für die man sich noch nicht bereit gefühlt hat. Da kann ich dann denken: “Willst du nicht hübsche Kinder mit mir machen?” Nein? Gut, ich auch nicht (mehr). Hach, sind diese Gedanken großartig.

Was mache ich innerlich beim Chinesen und danach, wenn man Hand und Hand nach Hause geht? Ich schaue mich um und wiege mich in Sicherheit. Du bist dann bei mir, auch wenn du innerlich woanders bist, bei deinen „Ängsten“. Dass du bei mir bist finde ich gut und deswegen tue ich so, als könnte es für immer so sein. So im Nachhinein wünschte ich mir, du hättest auch so getan, als ob.

Wenn ich dich dann ein paar Wochen später mit einem anderen Kerl animalisch-anmutender Natur sehe, dann bin ich traurig, weil er dich ein paar Wochen jeden Tag ordentlich ficken wird, dir leere Hüllen von Perspektiven zeigt und dich ahnungslos bestätigt, dass das Aus mit uns richtig war. Das ist mir in der Tat mal so passiert und das beschissene Gefühl, das ich da hatte, war wie das eigene Gehirn in den Regen zu halten. Und ordentlich Tritte in den Bauch.

Du kannst dich auch nicht dafür schämen, dass du auch viele Jahre später noch in meinen Gedanken auftauchst. Das ist wohl normal so. Denn man vergleicht immer und im besten Fall ist es hinterher irgendwie besser – oder treffender: anders.

Ich konnte dir nie sagen, dass ich beim Chinesen bei Essen Nr. 27 damit beschäftigt war, dass mit uns toll zu finden. Ich war froh und glücklich jemanden in meinem Leben zu haben, der verstanden hat, dass es völlig unwichtig ist ein aufregender oder besonderer Mensch zu sein. Jemand kann so „unbesonders“ sein und ist für irgendwen so wichtig. So habe ich das immer gesehen. Das aufregend ist irgendwann immer weg. Immer. Ja, der animalische Typ mit Drei-Tage-bart und dem Riesenpimmel, der ist aufregender für dich als ich nach dem hundertsten chinesischen Essen. Ja, es spielt für dich keine Rolle, ob ich am Tisch auf dich warte – zwar nicht mehr aufgeregt, aber verdammt zufrieden – oder ob du eine neue Welt, einen neuen Mann und neuen Schwanz kennen lernen kannst. Wenn du hier bereits in einer Zwickmühle steckst, dann ist es vorbei. Dafür kannst du nichts. Aber was viel wichtiger ist: Ich auch nicht. Ich hasse die “neuen” Typen, die ersetzen einen ja oft schneller, als es einem lieb ist. Die können nichts dafür, ich weiß. Vielleicht ist es auch nur der Neid, dass die jetzt etwas tun können, das einem ganz allein gehört hat. Das schmerzt.

Und zwischen den ganzen Schmerzen danach und der jahrelangen Reflektion, habe ich viel mitgenommen. Und ich hoffe bei jedem Neuanfang mit jemanden, dass man ein paar Jahre später beim Chinesen dieselben Gedanken hat: „Es ist nicht mehr so aufregend, aber es ist toll, dass da jemand ist, der bleibt, einem zuhört, einem aufrichtig zur Seite steht, einen liebt, einem nicht gleich wegläuft wenn Ängste kommen, ehrlich ist und der bereit ist auch an sich zu denken, einen zwar nicht mehr täglich, aber regelmäßig fickt“.

Hand aufs Herz, das kann nicht nur Theorie sein, das kann auch verdammt echt und erfüllend sein. Und diese Hoffnung, diesen andauernden Kampf, sollte man nicht verlieren, nicht aufgeben und nicht unterschätzen, wenn man am Ende bezahlt.

„Die Rechnung, bitte“, sage ich zu dem lustig dreinblickenden chinesischem Kellner. „Nr. 27… das macht 16,99 Euro“, sagt er. Ich bezahle, puste die Kerze aus, verlasse dieses Mal alleine das Restaurant und halte meine eigene Hand.

 
 

Collective Art

Veröffentlicht February 3, 2010

Eine Sammlung an mehreren Gedankengängen, Impressionen und Fundstücken. Zeit existiert nicht in der schöpferischen Welt- Zeit nimmt sich, was benötigt wird. Und ich? Ich verpasse alles, die Wochen ziehen vorbei, ich muss meine Mutter anrufen, ich gebe mir Facebook-Verbot, iTunes ist unsortiert, es gibt diverse Ramen-Nudeln Rezepte, die einen beim Geld sparen helfen, die Dusche geht nicht, schnell noch auf ‘nen Kräuter, aber es ist auch ganz gut so: bald ist nämlich die Hetzerei vorbei.

Auf der Strecke Reinickendorfer Straße – Stadmitte/Mohrenstraße ist ein McDonalds eröffnet worden (an der Friedrichstraße, inklusive McCafé, nicht immer an allen Aktionen beteiligt, nehmen Gutscheine an). Damit ist das McDonalds Bermuda-Dreieck “Berlin Mitte” gebrochen. Beginn der Fettwampenzucht: jetzt.

Habe fast drei Stunden lang Radio gehört bis ich feststellte, dass ich zu Phil Collins, Nickelback, Creed und Linkin Park wippte. Musste weinen.

The Drunk Guy. Ein fremdes Leben begaffen, in Form von Bildern. Ist es moralisch verwerflich, darüber zu lachen? Wahrscheinlich. Tu ich es trotzdem? Selbstverständlich. Frage mich, ob das noch so lustig wäre, wenn nur Text da stünde. Wahrscheinlich nicht.

Life tips, from the awesome community known as Reddit: Buy quality and buy local. But not so much that you’re tied down by your things. Spend a few years with only what you can pack into a small car and be able to leave at a moment’s notice. Keep a month’s worth of cash handy for when this opportunity comes up.

Aus der Reihe “Sachsen-Anschlag“:

  • Hart (“Du willst ein Liebeslied, du kriegst mein Riesenglied!”)
  • Härter (“Since you put yourself on my dick I put my nuts on ya chin!”)
  • Lebensgefährlich (…)

Ich bin 1,65 m groß, und trotzdem schafft es mein sabbernedes Ich jede Nacht wieder die Decken so auf dem warmzuhaltenden Körper zu platzieren, dass lediglich meine unbedeckten Füße noch irgendwo im Winter meines Altbauzimmers vor sich hin vereisen. Wenn ich mir eine Superkraft wünschen könnte, es wäre “in Socken schlafen können”.

Habe im völlige nüchternen Zustand versehentlich zur Vodka- statt zur Wasserflasche gegriffen. Bin dabei geblieben. Mich gefragt, wieso arme Musikanten in den U-Bahnhöfen Violine spielen können. Frage mich, ob ich ein Stubenhocker bin.

 
 

FEATURING: Stichwort Elite

Veröffentlicht January 21, 2010

Featuring: (Blog’s Not Dead) ist eine Sammelbox der Perlen aus dem Web. Wir dachten, sie wären tot, vom Bloggersterben befallen, aber sie sind hier, sie sind unter uns, man muss nur die Augen offen halten. Und so halten wir ständig Ausschau nach dem, was uns am Schreiben hält, und laden Blogger ein, zu unserer Schatzkiste beizusteuern…

Gastautorin: Hannah – a Headwork.

Irgendwann erreicht man diese Phase im Leben, die – ich will nicht sagen, dass sie das Ende der Kindheit markiert, aber irgendeinen wichtigen Punkt markiert sie dann doch – auf jeden Fall ist es die Phase, in der die Gesellschaft auf einmal Meinungen fordert. Die Gesellschaft ist natürlich einfach nur durch den kleinen Kreis symbolisiert, den man sein Leben nennt: Schulfreunde, Lehrer, Freunde, Eltern. Und alle fordern sie auf einmal Meinungen. Und irgendwie auch immer dieselben. Als gäbe es eine Themenschablone, die den Menschen irgendwann – wenn sie erwachsen genug sind, um selbst Meinungen zu fordern und nicht mehr klein genug, um sie noch bilden zu müssen – ausgehändigt wird und eine Übersicht darüber enthält, wozu man Meinungen haben muss. Ist irgendwie voll egal, in welche Gesellschaftsschichten man guckt oder in welchem Jahrzehnt man das Ganze untersucht – gefragt sind Meinungen zu den Themen: Individualismus, Nationalsozialismus/Hitler und Eliten. Gibt natürlich dann noch andere Dinge, nach denen gefragt wird, aber das sind so die Hauptthemen meiner “Jugend” gewesen, zu denen ich oberflächliche Meinungskonstrukte gebildet habe, die eigentlich nur das wiederspiegeln, was andere mir vorgekaut haben oder ich mir irgendwo zusammengesucht habe. Individualismus ist gut, Nationalsozialismus ist schlecht, Hitler war ein Mörder und Eliten sind abgehobene Snobs, die die Gesellschaft dominieren und mich zu einem Nichts machen wollen, obwohl sie mich gar nicht kennen. Aber um euch genau diese Allgemeinplätze zu verschweigen (ihr überlest die vorherigen Zeilen also bitte), habe ich grade bei wissen.de geguckt, was das Wort “Elite” eigentlich bedeutet. Bin kein Stück weiter gekommen, aber immerhin hab ich kurz so getan, als würd ich recherchieren. Auslese, die Besten steht da nämlich. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bei “Auslese” ersteinmal an Kaffee dachte. Das aber nur am Rande. Danach dacht ich nämlich schon viel intelligenter: Auslese bedeutet doch, dass irgendwer oder irgendwas .. ausliest. Selektiert. Entscheidet, wer besser ist als X bzw. wer schlechter ist als Y. Wer macht das denn?

So ganz pauschal gesprochen könnte man jetzt sowas sagen wie: Gott entscheidet, wer wie wird. Aber dann würde man ja ins religiöse abdriften und außerdem .. Gott liebt uns doch alle, er würde doch nicht sagen, dass jemand besser ist als der andere. Also trifft hier jemand anders die Entscheidungen. Politiker können es nicht sein – die meisten haben ihren Glauben in die bunten Schweinchen da oben auf der Kanzel eh längst verloren und wenn Frau Merkel mir sagen würde, dass meine Nachbarin besser ist als ich und deshalb zur Elite gehört, dann würde ich sie müde belächeln und drauf scheißen. Entschuldigen Sie, werte Kanzlerin. Ich wähle Sie bestimmt, sollte ich je meinen Glauben in Politik zurückgewinnen und mich dazu aufraffen, wählen zu gehen – immerhin sind Sie genauso scheiße/gut wie alle anderen, die sich zur Wahl stellen. Sie werden ohnehin nie etwas ändern, von dem ich etwas mitkriege, obwohl Sie ja bestimmt zur Elite gehören. Da stehen Sie, hoch oben irgendwo im Bundestag, der Adler thront gebieterisch über ihrem schlecht frisierten Köpfchen und Sie erzählen mir was über EU-politische Maßnahmen, Haushaltskürzungen und Kindergelder, während ich hier unten in meiner kleinen Wohnung hocke, mir Sorgen mache, ob meine Miete rechtzeitig gezahlt wird und so wirklich rein gar nichts mit der EU zu schaffen habe. Aber Sie sind die Elite, Sie wissen schon, was mich interessiert, sonst würden Sie sich ja nicht die Mühe machen, sich von ihren kleinen Reden-Schreib-Dackeln irgendwas zusammenkleistern zu lassen, was Sie dann voller Inbrunst – sofern man bei Ihnen von so etwas sprechen kann – verlesen, kurz Ihr kleines Fäustchen schütteln, um anschließend wieder in den Atombunkern unterm Bundestag zu verschwinden, wo Sie dann – zusammen mit anderen Eliten-Menschen – vor dem drohenden Unheil geschützt sind.

Genug -chenisiert, über Adler und Fäustchen geschwafelt und an Kaffee gedacht. Eigentlich geht es hier um Eliten und ich weiß noch immer nicht, was das sein soll. Ich glaub ja eigentlich, dass jemand nur dann zur Elite gehören kann, wenn die Nicht-Elite daran glaubt, dass es so ist. Vielleicht ist das mein Problem. Irgendwann mit 15 hab ich mich dafür entschieden, dass ich Lenin und Marx ganz unglaublich cool finden will – war halt grade IN. Heute – mit 22 – hab ich mich dazu entschieden, dass ich niemanden mehr cool finde und mir Lenin und Marx genauso schnurz sind, wie Mao und Stalin. Trotzdem ist das kommunistische Gedankengut – haha, hört sich das nicht geil, intelligent und hochtrabend an? – irgendwie in meinem Kopf verankert geblieben, weil, sorry, mir der Grundgedanke gefällt. Der Gedanke, dass alle Menschen gleich sind, dass es keine Unterschiede, keine Klassen, keine Schichten und eben auch keine Eliten gibt. Du bist nicht mehr oder weniger wert als ich. Du bist auch nicht mehr oder weniger wert als jeder andere. Und deswegen würde ich alles für dich tun, was ich auch für mich tun würde. Leute nennen das hilfsbereit und wundern sich darüber, warum ich mich für andere aufopfere. Tu ich gar nicht. Ich behandel euch einfach nur so, wie ich mich behandel und wenn ich scheiße zu euch bin und euch mit meiner Meinung verletze: Macht euch keine Sorgen, so behandel ich mich selbst auch. Gehört aber nicht zum Thema. Worauf ich hinaus will: Ich hab keine Meinung zu Eliten. Ich weiß nichts mit dem Begriff anzufangen, weil es Niemanden gibt, der über mir steht. Es gibt auch niemanden, der unter mir steht. Wir stehen hier alle auf weiter Flur, auf einer Höhe, blicken ins Tal und sehen Blut fließen, jawoll.

Worauf ich hinaus will: Irgendwer “da oben” entscheidet darüber, elitär zu sein bzw. darüber, wer es nicht ist. Es machte nicht Plopp und die Elite ward geboren. Es machte Platsch und irgendein Idiot legte sich auf die Fresse, wobei ihm der Gedanke kam, er könne sich doch auch mal über andere erheben, statt ständig im Dreck zu landen. Er war nur irgendwer, der ein Jemand sein wollte und jetzt haben wir den Salat, kämpfen uns durch soziale Erfahrungen, die uns lehren, dass wir nicht immer gewinnen können, weil es Menschen gibt, die elitär sind, die von vorne herein dazu geboren wurden, etwas zu sein, während wir – die dumme, kleine Masse – es uns erkämpfen müssen.

ichgehschlafen. Ja, ich finde euch scheiße. Ihr mich. Wir uns. Maximal hat man ohnehin 3 beste Freunde, die einen nach der Schulzeit verlassen und sich in fremde Städte verpissen. „Ich muss Karriere machen“. Musst du nicht, halt inne, denk nach: Musst du ernsthaft nicht. Aber tun wir mal alle so als ob doch, es ist ja gut. Kein Geld ist die beste Ausrede für mehr Eigenbrödlertum. Meinetwegen, geh, schau dir die Welt an! Aber glaub mir: Ob hier, ob dort. Scheiße bleibt dein Grundwortschatz.

In der Zwischenzeit pendle ich hin und her zwischen Kollegen, Feierabendbieren, Freundschaft über Facebook und Nachtleben. Ein Bastardleben zwischen Weiterentwicklung & Betäubung. Bloß nicht zu viel mitbekommen, bloß nicht zu wenig Fortschritt. Außerdem: In deinen Stammkneipen und Stammclubs sind Leute, die du potenziell geil finden könntest. Sonst wärst du nicht dort. Es ist nicht die Musik, es sind die Leute. Darum auch kein Dorfdiscobesuch. Selbst wenn Daft Punk dort auftritt. Für Umme. Du gehst nicht hin. Und falls doch, dann als “Besserer”.

Warum bricht man eigentlich nicht in lauthalses Lachen aus? Schließlich befindet sich die (wahre) Liebe wirklich immer in deiner Stadt und in den meisten Fällen sogar noch in deinem Freundeskreis. 80 Millionen Glückspilze. Aber wer hat schon noch Freundeskreise? Dann lieber Elite-Partner. Ist ja auch bloß ein heimliches Eingeständnis. Bloß nicht am Konzept Liebe zweifeln. Oder an deinen Clubs. Gleichgesinnte treffen Gleichgesinnte. Aber selbst da: Parzellen! Der und der, cool, der und der, scheiße. Ein gesamtes System auf Abneigung als Ablenkungsmanöver. Man bleibt unter sich. Die Elite reproduziert sich selbst. Das Prekariat macht freudig mit. Wir fingen an mit Individualismus und fanden unser Heil in Zielgruppen. Hedonisten. Aber: Wir bräuchten keine Staatsgrenzen, so sehr wie wir uns nicht in Clubs reinlassen. Der Unterschied zwischen Türstehern und Gatekeepern liegt nicht im Übersetzungsproblem. Jeder hat sein Label zu tragen. Eine Konstante: “Es liegt an den anderen”. Womöglich zurecht, schließlich sind sie ja nicht umsonst die Hölle. Sartres geschlossene Gesellschaft. Ein Mosaik bestehend aus 10.000 hermetisch abgeriegelten Stückchen.

Darum grinst du auch so bescheuert, wenn du alleine auf der Straße unterwegs bist und auf unebenem Asphalt beinahe auf die Fresse fliegst und dein Gleichgewicht nur halten kannst, wenn du zwei Schritte joggst. Dann Grinsen. Könnte ja jemand gesehen haben und wie uncool, wenn du dann nicht über dich selbst lachen kannst. Damit würdest du ihm/ihr, dem Unbekannten, der absoluten Hölle, Grund für einen Lacher Schadenfreude bieten. Also lieber Grinsen. Das Nichts hat die schärfsten Augen.

Der Rest liegt sich in volltrunkenen Armen, Grobmotoriker-Patrioten. Aber nur dann, wenn man endlich auch stolz sein darf. Einmal alle vier Jahre. Schaltjahr-Patrioten. Alle sehnen sich danach, aber die Mundwinkel geben in der Zwischenzeit hilflos der Schwerkraft nach und da bringt es auch nichts, mal zur Abwechslung kein Buch zu lesen und frohen Mutes in die Runde zu schauen. Die Tristesse blickt lieblos zurück. Man kennt sich nicht, man braucht den Abstand, man braucht einen Grund, morgens aufstehen und sei es nur, um sich zu bestätigen, dass Gott uns verarscht hat: Die Hölle ist auf Erden.

Alltag auf Armlänge. Der Tod der Subkultur, vernichtet durch die Vorurteile des amorphen “Wir”. Kein Platz für Analyse bei Geschwindigkeitskontrollen. Nur, dass es jetzt eine Mindestgeschwindigkeit ist, die nicht mehr unterschritten werden darf. Da müssen Kategorien her. Ghetto + “Konkret”, “68″ + “Zecke”, “Mann” + “Anti-Emannzipation”. Ein kurzer Lacher für Wortspiele. Jeder mag die Bild. Jeder hat einen Feind. Denselben. Andersartigkeit. Irgendwann nur noch Normalität. Alle, normal. Gleich in unserem Ungleichsein, das auf Indifferenz basiert. Endlich Dystopie. Unsere Insel der Normalität, die uns währenddessen unter den Füßen wegklimakatastrophiert wird. Am Ende haben wir dann schließlich unseren Standpunkt. Und mit dem ersaufen wir. Das letzte was aus dem Wasser lugt, ist der Fickfinger. Scheiß-Eliten.

 
 

How To Disappear Completely

Veröffentlicht January 16, 2010

Kein Fan von kurzen, inhaltlosen Beiträgen: aber wie soll man sonst erklären, dass man keine Worte findet für das, was man schon seit Tagen zu Papier bringen möchte? Da kümmert man sich die ganze Zeit um das Generationsgelaber, pauschalisiert und schiebt in Schubladen, schreibt Analysen und will sich die ganze Zeit über das Außenrum aufregen, sieht Garden State als die Bibel an und vergisst bei so viel intellektuellem Scheissgelaber und Kunstgeschwafel sich selbst mal beim groß werden zuzusehen. Wer kann da sein Kotzen schon zurückhalten?

Natürlich ist es Radiohead. Was denn sonst.

 
 

FEATURING: teilweise/partially

Veröffentlicht January 11, 2010

Featuring: (Blog’s Not Dead) ist eine Sammelbox der Perlen aus dem Web. Wir dachten, sie wären tot, vom Bloggersterben befallen, aber sie sind hier, sie sind unter uns, man muss nur die Augen offen halten. Und so halten wir ständig Ausschau nach dem, was uns am Schreiben hält, und laden Blogger ein, zu unserer Schatzkiste beizusteuern…

Gastautorin: Charlotteteilweise/partiallygegenwart.wagemut.kulturpessimismus

das eigentlich meinerseits geliebte sz magazin proklamiert: der pop, die gebliebene leitkultur/strömung, ist tot.

was folgt ist ein abgesang auf die aussichtslosigkeit, die inhaltslosigeit und die kulturelle endlosschleife der jungen generation. nun, wo also mit michael jacksons tod die apokalypse besiegelt ist bleibt nicht mehr: kulturelle leere, hier und da heidi klum und detlef d! soost.  weltuntergangsstimmung. ich will kotzen.

in den medien ist immer wieder die rede von der ziellosen generation. uns, die nichts eigenes schaffen, nicht rebellieren, die unpolitisch sind. verleudmung und kulturpessimismus. die arroganz der vergangenheit.

was bleibt. der versuch eines manifests. einer verklärung. eines zeit ideals. nicht des tot erklärens der gegenwart, aufgrund des vergangenen. die erklärung einer gegenwart an der schnittstelle von möglichkeit und realtität.

1. definitionen sind wertlos

zu defninieren bedeutet festzulegen. in einer zeit, in der der technische fortschritt jedoch jeder statik trotzt, sind zeit-definitionen überholt. in einer zeit der globalisierung und der flexiblen gesellschaft gibt es keine unveränderlichen menschen, keine unveränderlichen umstände und wahrheiten mehr.

veränderung ist die einzige konstante.

2. konsum und kunst

während in der  (“verstorbenen”) popart konsum zur kunst erhoben wurde, erhebt die gegenwart kunst zum konsum. die gegenwart hat an mode den anspruch ein menschliches kunstwerk zu schaffen, an alltagsgegenstände den der außergewöhnlichkeit, der individualität, der form, des designs. street art, virtuelle kollektionspräsentationen, blogs haben den zugang zu kultur demokratisiert.

3. realität statt utopie

während der gegenwart ein mangel an idealen/ideologien verschrieben wird, trotzt die global city jeder nationalen beschränkung und einseitigkeit. freies wissen, weltgemeinschaft, vernetzung und creative commons sind der sound der neuen generation. statt der alten träume und der politischen ideologien wandern ideen durch die welt, geteilt, optimiert und weltweit verwirklicht. weltgemeinschaft statt weltfremde.

4. die straße ist kein politisches medium mehr

während sich die straße sich selbst auf plakatslogans und eine vergleichbar geringe wirkung, bzw. nur die mediale feststellung, “dass da was war” reduzieren muss, ist organisation und aussagekraft im netz effektiver und deutlicher. anstelle von kurzen slogans treten websites und blogs.

5. es gibt keine klare richtung mehr

es gibt keine kulturelle hauptströmung. kultur ist individualisiert, die außergewöhnlichkeit tritt anstelle der eintönigkeit und der trends. schaffenskraft und inspiration mulipliziert sich. es gibt tausend meinungen und antriebe,gesamtgesellschaftlicher konformismus ist unmöglich.

6. überfluss/verzicht/bewusstsein

politische und ethische überzeugungen äußern sich mehr praktisch als theoretisch. menschen der gegenwart entscheiden bewusst über konsum und verhalten. einzelteile statt massenware.

7. neue moral

alte maßstäbe und falsche vorwände sind überflüssig geworden. der einfluss schein und doppelmoralischer leitbilder nimmt ab. ethik ist eine persönliche entscheidung und entwicklung, alte definitionen werde durch neue ersetzt.

8. wandel

die gegenwart hat kein einzelnes gesicht, sondern viele. leitkultur ist passé, leitkulturen sind real. einfluss ist international, nationalität ist mehr und mehr unbedeutend. die agierenden menschen haben sich schneller vernetzt und freundschaft geschlossen, als die politischen spitzen.

9. menschen

alte rollenbilder lösen sich auf. menschen statt geschlechter. unabhängigkeit statt abhängigkeiten. freiheit statt determination.

gegenwart: freiheit, vielfalt, schnelllebigkeit, individualismus, purismus, bewusstsein, global city, kreatives teilen.

 
 

Weeste/Dit Haus

Veröffentlicht December 10, 2009

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen Protagonisten eines anderen Lebens (anderer Welten, Dimensonen, Zeiten und Gesellschaftsformen) ihre Gedanken, Erlebnisse und Traumata hier. Manche sind Alter Egos ihrer selbst, einige gibt es wirklich, doch die meisten haben nie existiert. In einem Zustand des Nicht-Da-Seins finden sie ihren Frieden darin, in die Außenwelt zu schreien, was sie nicht mehr in sich tragen können. Um ihre Anonymität zu wahren, werden nur ihre Pseudonyme preisgegeben. Willkommen in der Restrealität…

Weeste?

Ick war mir ja schon gar nicht mehr so sicher, weeste.
Dachte mir so: da haste dich verknallt; passiert jeden Tag.
Dann musste ick mirs wieder abjewöhnen. Zack Bumm. Von jetze auf nachher.

Paule, sage ick zu mir. Paule, pass uff. Die ruft wieder an.
So war dit och. Ruft se an und meent sie häts ja nich so jemeint. Mag mich voll gern und so …
Mag mich. Aha. Na dit lässt man sich gern jefallen.
Is schön, so jemocht zu werden.
Icke, nich blöde, lass mir dit jefallen und sag: klar komm ick rum. Wat jetzt gleich? Nöö keen problem!

Da sitz ick nu und hörs mir an:

Weeste, wa? Freund und so. Aber wenn der nich wär, dann bestimmt du!
Laberrabarber denk ich noch, doch dann kommtet dicke:

Ick mag keene Lügen.
Ick wees wat ick will.
Ick bin treu und integer.
Direkt und spontan.
Ick sag wat ick denke, auch wennes nich passt.
Lass jeden sein wie er ist.

Eigentlich wollte ick wegrennen. Weil dit schaff ick nie.

Weggerannt bist du.

Ick wees wirklich nich wo du nu bist und wat du so machst.
Is allet lange her.
Aber eines sei dir versichert:

Ick mag keene Lügen.
Und ick wees wat ick will.
Ick bin treu und integer.
Direkt und spontan.
Ick sag wat ick denke, auch wenns grad nich passt.
Lass jeden sein wie er ist.

Und weeste wat?
Ick dank dir dafür,
Wo auch immer du bist …

Dit Haus

Da steht son Haus in der Landsberger Allee. Dit sieht aus wie ick mir oft fühle.
Da hängt son Banner: Zu verkaufen.
Mit ner Nummer hintendran.

Fenster kaputt und volljeschmiert. Dit Erdgeschoß komplett vernagelt.
Drumherum tobt der Verkehr.
Ick gloobe da ruft keener an.

Manchmal wenn mir so blümerant ist, dann gucke ich aus die Straßenbahn und sehe
dit Haus und will da einziehn. Allet schön machen und renoviern, weeste.
Hats echt nicht verdient, da so rumzustehen. Dit Haus.
Da hat mal wer gewohnt drinne und sich verliebt und Kinder jekriegt.
Da hat mal wer aus dem Fenster geguckt.
Im Haus in der Landsberger Allee.

Seltsam isset.
Ich komm nach Hause und sitze jerader als sonst.
Ick wees nich warum, aber uff een mal jeht mir allet leichter vonner Hand.
Ick erledige Dinge als wäre et nüscht, obwohl ick sie ständig verschoben habe.
Aus heiterem Himmel entschuldige ick mich für längst vergangene Taten
Bei Menschen die ich mag, und
Manchmal kriege ick sogar ein Lächeln hin.

Und dit allet nur wegen dem Haus.
Dem Haus in der Landsberger Allee.

- stoertebeker

 
 

Chicken Techno

Veröffentlicht November 27, 2009

Nach einem entzückenden Tegan & Sara Konzert (Entschuldigung, wenn jetzt alle Mädels, die andere Mädels mögen, so zuckersüß sind, dann überleg ich mir das nochmal) und einer halb-durchzechten Nacht (weil Wäsche machen, aufhängen und Sachen packen) geht’s bald ab für mich nach Madrid, wo es auch nicht viel wärmer ist als hier. Tja, Pech.

Das Review zum Konzert gibt es in den nächsten Wochen, weil ich es aber nicht sein lassen kann, gibt es zum Abschied noch ein bisschen Chicken Techno. Ja, Chicken Techno.

Bäm. via Reddit

 
 
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