What Would I Say

What Would I Say

Facebook: das Innerste wird zum Äußersten, fragmentiert, in Zeitkapseln aufbewahrt und auf ewig zum Spiegelbild der Idioten gemacht, die sich selbst mit anderen Augen sehen wollten. Wenn man all die Statusmeldungen, die Kommentare, sozusagen die Essenz der Kommunikation nach Innen und Außen zusammenträgt, dann erhält man mitnichten nur Kauderwelsch, sondern vielleicht das Gros einer Persönlichkeit. “What Would I Say” ist eine mutige App, die den eigenen Narzissmus ad absurdum führt und gleichzeitig so wundervolle, glorreiche Dinge verfasst – es könnte Poesie sein.

Natürlich aber eben nur die eigene. Wenn also jemand mal nicht so genau weiß, was er nach außen kommunizieren sollte – viele Brands sollten sich daran womöglich orientieren – dann hilft What Would I Say mit Freude und unerwarteter Präzision. Hier meine eigenen Favoriten.

 

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November 15th, 2013 Posted in (Pop)Kultur | 2 Comments »

Grimes vs Boiler Room

Grimes vs Boiler Room

Das Wort “Troll” stammt aus dem Internet und bedeutet so viel wie: jemand, der den anderen einfach nur auf den Sack gehen will. Umso witziger, dass Grimes sich gegen die Anschuldigungen, den Boiler Room getrollt zu haben, nun wehrt: Nichts, was sie macht, sei jemals ironisch.

Im Garten des TechHouse-Riesen Richie Hawtin höchstpersönlich wurde auf Ibiza eine kleine andächtige Feier zu Ehren der elektronischen Musik gefeiert. Zusammen mit Nina Kraviz, Hawtin Höchstpersönlich und Azari & III durfte Grimes in ihrer Special-Editions Plattensammlung stöbern und exklusive/seltene Fundstücke herzaubern. Denn der Boiler Room ist in der Szene der Tanzmusik zum besten Ort des Schwanzvergleiches geworden.

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August 15th, 2013 Posted in (Pop)Kultur, Musik | 3 Comments »

TRANCE

Trance ist ein visuelles Meisterwerk, mehr will man von Regisseur Danny Boyle auch schon nicht verlangen. So funktioniert das aber nicht. Zugegeben: Er bringt den Kunstraub zurück in die Action-Thriller-Sparte des Kinos. Das, an sich, birg schon eine faszinierende Grundlage. Die Farblichkeit des Filmes und das durchdachte Set machen Trance immerhin gut; nicht so subtil wie Drive, aber definitiv mit einigen Hinweisen darauf, dass die zynische Betonstimmung im Film ein gern gesehenes Stilmittel des 21. Jahrhunderts ist.

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August 15th, 2013 Posted in (Pop)Kultur | Comments Off

Orange Is The New Black

Dass Jenji Kohan noch mal mit einem Rundumschlag alles kaputt macht, was die von Männern dominierte Frauenwelt herzugeben hat, wundert mich nicht: wenn eine Frau in der amerikanischen Serienlandschaft mit all den Unzulänglichkeiten aufräumen kann, dann ist sie es. Auf die wunderbarste, absurdeste Art und Weise versteht sich und ganz so, wie wir es von Weeds gewohnt waren (bis auf die 7. Staffel, die mich traumatisiert hat). Frauen in der Hauptrolle, Frauen als Chefs, Frauen als Kommandeure, als Schwächlinge… man stellt sich die übliche Serie vor und ersetzt einfach alle männlichen Rollen mit Frauen und schon sind die Horizonte um einiges erweitert. Hach, Frauen.

Bei Orange Is The New Black – dem viel besseren Frauenknast-Format, das exklusiv auf Netflix läuft – ist die Rollenverteilung jedenfalls fantastisch abgelaufen, die Wahl der Schauspielerinnen perfekt und selbst Jason Biggs, den man nur von seinen Apfelkuchenvergewaltigungen kennt, passt irgendwie in das Casting rein. Wenn jemand wie ich – jemand, der sich offensichtlich in Arrested Development verliebt hat und keine Serie in Sachen Humor größer schätzt – also das semi-dramatische Erlebnis im Knast abfeiert wie ein Feuerwerk am Himmel der TV-Sendungen, sollte das für euch die größte Empfehlung des Jahres sein. Weil es leider nur eine Staffel gibt, empfehle ich zusätzlich auch die Dosis der Binge Watching Sessions einzugrenzen und eine Folge pro Woche zu genießen, sonst ist man schnell entzügig. Trust me, bro.

Für das absolute Kontrastprogramm laufen aber auch wieder neue Folgen der Macho-Anwaltsserie Suits. Just sayin’.

 

 

August 9th, 2013 Posted in (Pop)Kultur | 1 Comment »

Blame It On The Molly

Dass Rapper auf Verballerung stehen ist keine Neuigkeit: wie weit sie sich aber in den Themenkomplex der Lifestyledrogen vorgewagt haben, sieht man erst seit dem EDM wie ein überfüllter Wasserballon über den großen Teich explodiert und die Rap-Renaissance im Minutentakt neue leichtfüßige Partymonster aus den Projects gebärt. Wo die Jungs aus dem Gangsters Paradise bisher nur SELBSTGEZÜCHTES OG KUSH oder reines kolumbianisches Puderzucker in ihren durchdachten Lyriks bewarben, sind es mittlerweile vor allem gefühls- und bewusstseinserweiternde Substanzen wie MDMA und LSD, die immerwährend in den Partyzeilen angesagter Popsongs dominieren (mal ganz abgesehen von erfrischenden Codeingetränken oder den unschicklichen Pennerdrogen wie Hero und Crack, die immer mal wieder gewisse Hypes haben um dann wieder dank Todesopfern abzuflachen).

In der NEW YORK TIMES GAB ES EINEN ARTIKEL, DER GENAU DIESES PHÄNOMEN – DROGEN ALS KIND DER ZEIT, ABER INSBESONDERE DEN NEUEN RUN AUF MDMA - beschreibt und erklärt, wieso MDMA fälschlicherweise als “pur” durch die Clubszene gereicht wird und eigentlich nur ein Sinnbild für gewisse Entwicklungen ist. Die Clubszene im Wandel und mit ihr die Drogen.

Liegt der vermehrte Konsum bestimmter Substanzen im Zeichen der Zeit? Sind LSD und “Molly”, der Rufname von MDMA/Ecstacy, nun beliebter, weil die Welt so viel kälter geworden ist und Kokain oder Amphetamine dieses Gefühl nur verstärken würde?

Rick Doblin, the founder of the Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies, which has helped finance MDMA studies since the drug first entered the club scene, put Molly in the context of past drug trends: in the 1960s, he suggested, people searched for deeper spirituality and found LSD; in the ’70s, as hippie culture became mainstream, marijuana entered the suburban household; in the ’80s, COCAINE complemented the extravagance and selfishness of the greed decade; and by the early ’90s, youths dropped out of reality, dancing all night on Ecstasy or slumping in the corner on heroin. MDMA, which in addition to acting as a stimulant also promotes feelings of bonding and human connection, just might be what people are looking for right now.

Die Zeiten der gefühlskalten Banker sind vorbei! Wie THE WEEKND ja schon mit Gefühl, Pein und Leidenschaft besungen hat, geht es auch in der wertentleertesten Partynacht noch um die Verbundenheit zum anderen (wobei der andere in diesem Zusammenhang eine bis drei vollbusige Frauen sind, die verdammt gut aussehen, fast unzurechnungsfähig sind und hauptsächlich vor Extase schreien). Die stellt man dann dank MDMA und Doggystyle-Orgie problemlos hin.

Was so plakativ erscheint ist ja tatsächlich – wie immer – die poetische Suche nach Liebe und Geborgenheit. Erschreckend, oder nur eine neue Perspektive auf ein altbekanntes Ding? Ist doch egal, wer den Konsum proklamiert – ob LCD Soundsystem, Your Favorite Techno DJ oder eben, so ganz nebenbei, irgendwelche Rapper (der wesentliche Unterschied dürfte wohl sein, dass erstere Werbeträger niemals offiziell verlautet haben lassen, dass Drogen dazu gehören, auch wenn es jeder wusste und generell Akzeptanz fand. Letztere hingegen sprechen ein Imperativ aus, das an die Fans raus geht).

Je früher der Konsum ausgereizt wird, desto eher wird keiner mehr Spaß auf dem Dancefloor haben (meine ganz persönliche Prognose). Es wird ja lediglich die Möglichkeit dieser Form von Affekten damit gelebt. Wer immer in relativer Nähe zu diesen Möglichkeiten sein kann – für ein paar Euro, no less – der wird es auch sein. Wer immer friedvoll einschlummern kann, der wird auf die Gelegenheit nicht verzichten – wie etwa beim exzessiven Cannabiskonsum. “Ist ja nur halb so schlimm”, aber es ist eben nicht die komplette Wahrheit. Nur eine Möglichkeit. Und die Gefühle auf dem Floor? Auch nur Möglichkeiten. Sobald die Beschaffungsmaßnahmen zurückgehen und “this molly is currently not available” auf dem Smartphone diktiert wird, versiegt die Party wieder. Ein Trauerspiel für die Oberfläche, ein Aufatmen für all diejenigen, die sich ihre intime Clubatmosphäre zurückwünschen (never ever).

So dient aber die Musikszene, nicht alleine durch die Rapper (aber mit besonderem Verdienst) vor allem als Vermarktungsplattform der angesagten Szenedrogen. Was es macht, wenn nicht mehr lediglich die eingeschworenen Restrealität-Besucher das Zeug nehmen, sieht man dann an seiner kleinen Schwester oder so. Ist ja auch billiger als Koks. Und dann ist es plötzlich in einem ganz neuen Bereich Mainstream und ich frage mich, wann die Pharmakonzerne genug Lobbydruck machen um die Gesetze zu lockern und den Stuff selber zu verbreiten. Ich kann mir da einige gute Werbespots einfallen lassen.

Ein neu gelernter Begriff ist in diesem Zusammenhang besonders interessant: der Wook, ein verwahrloster Hippie-Festivalbesucher, der sich durch die Städte und Drogen schnorrt. Diese oberkörperfreien Typen mit halbabrasierten Dreadlocks die auf Skateboards durch die Gegend pullern und im Sommer niemals Schuhe tragen und manchmal ein bisschen müffeln. Und mit müffeln meine ich: fies abstinken. Jeder hatte mal einen in seiner Klasse, der heute ein Wook ist, ein Wanderer und Streuner. Find ich eigentlich eine recht gut Betitelung, weil sie unabhängig von der Musik zu sein scheint. Sie scheinen sich auch oft in Thailand aufzuhalten.

In jedem Fall wird es langsam aber auch ein bisschen langweilig – STIMMT’S, K.DOt? Bis eine Epidemie der falsch betitelten Pillen ein paar Berghaindruffis umhaut, wird es noch dauern, aber mich würde es nicht wundern wenn beim Splash! ‘n paar Fünfzehnjährige statt Berentzen Apfel lieber 2C-B geknallt haben und umgefallen sind. Und dann schreien wieder alle: That’s why we can’t have nice things!

(By the way: mich würde es nicht wundern, wenn die nächste lyrische Reaktion darauf eine Art Straight Edge Bewegung im Sinne von ODD FUTURE ist; aber eben ein bisschen missionarischer. Zielgruppenmarketing, hallo!)

July 30th, 2013 Posted in (Pop)Kultur | Comments Off

Magna Carta Holy… Fail?

Das neue Album von Jay-Z fühlt sich an wie eine Beta-Vision: die Beats, die Beats, die Beats! Diese Zeitalter setzt voraus, dass der Produzent im Vordergrund steht oder mindestens eine Symbiose mit dem perfomenden Künstler eingeht. Ich freue mich ja über die plötzliche Wertschätzung derjenigen, die einst im Hintergrund agierten und nun vor ausverkauften Hallen spielen und damit selbst zur Performance werden (wobei ich mir das im Fall von David Guetta nicht gewünscht hätte, und auch Skrillex und Diplo sollten einfach aufhören, sich selbst im Vordergrund zu positionieren). Herzlichen Glückwunsch, jeder darf alles sein. Kanye West hat bewiesen, dass das die beste Idee aller Zeiten sein kann, bis Hit-Boy kam und das schöne Bild eines rappenden Beatproduzenten zerstörte. Gangster, bleib bei deinen Fruity Loops!

Da sind ja einige wunderbare Namen im Abspann zu finden. Skateboard-P, Swizzy, The-Dream, Boi 1-da, Wondagurl, Travi$ Scott, Mike Will… irgendwie ist das alles jetzt nicht soooo spannend. Ich meine, die Beats sind der Kanller, nicht wahr?

Yet Jay doesn’t seem to love the paintings but rather the social echelons they represent, an elitism somehow more odious than his Tom Ford and Maybach homages. The conspicuous waddling of his auction paddle, like the yearning he expresses to get “bluebloods” to attend his housewarming, is a more alienating class betrayal than hip-hop’s usual aspirational materialism—a transformation not just of circumstances but of identity and allegiance. – Slate

Aber ganz ehrlich, um Beats zu besprechen bin ich nicht hier. Erinnert ihr euch noch an das Narrativ, das Jay-Z seit jeher in seine Alben brachte? Kleine Geschichten, die erzählt wurden, um den Menschen näher an seine Hood, sein Life, seinen Struggle, sein Business zu bringen? Erinnert man sich da noch dran? Wo ist das hin? Holy Dingsbums, mal abgesehen von den nervigen 90s-Remakes (SERIOUSLY?!), ist das lyrische Äquivalent zu jedem schlechten Rick Ross Song ever. Die Liste der Produzenten hätte echt um ein paar Namen zu Gunsten des ein oder anderen Songwriters genutzt werden können.

Jigga hat Geld, y’all. Habt ihr davon schon mal gehört? Ist das nicht schön, 16 Songs lang zu hören, wie er Kunst sammelt und besser ist als die ganzen anderen Cats aus dem Ghetto, aber er ist ja trotzdem Street, weil er es kann.
Und dieser Nas Song…

Yeezus, halp.

Aber: ich pumpe das Teil, als säße ich in einer Mercedes S-Klasse mit Frank Ocean auf dem Beifahrersitz, weil es eingängig ist. Meiner Mutter gefällt das Album auch ganz gut, es fordert jetzt nicht so heraus und bei Losing My Religion summt sie mit. Tom Ford, y’all.

So schlimm ist das nicht. Man hat mir Pasta mit Garnelen versprochen und stattdessen servierten sie mir Yum Yum mit Shrimpsgeschmack, mein ganz spezielles Comfort Food, aber nicht unbedingt für die Seele. Nicht so wild. Ich genieße trotzdem, und wer Hunger hat, der frisst auch Ungesundes.
Die Frage, die sich mir stellt: ist das jetzt der Sound für den Club? Bei dem der Ingenieur aus dem Hintergrund nun auf Kosten des Gesamtwerkes in den Vordergrund gerückt wird? Wenn die Liste der Produzenten eines Albums interessanter wird als die Lyrics, dann wird Musik entleert. Das ganze Braggadocio der Rapmusik ist natürlich seit eh und je da gewesen, aber ging es nicht auch hier beim vermeintlich besten Rapper der Welt um eine Erzählung der besonderen Art?

“Lass uns doch noch mal was über Basquiat erzählen…”

July 11th, 2013 Posted in (Pop)Kultur, Musik | 1 Comment »

YEEZUS

Irgendwer hat aus allen möglichen Interviews mit Kanye West eine Art autobiographischen Monolog erstellt (Quellenangaben inklusive). Mein Favorit:

I am so credible and so influential and so relevant that I will change things. (7) I wanna take over the world. And people say, “It’s kinda cocky to think that.” (8) In America, they want you to accomplish these great feats, to pull off these David Copperfield-type stunts, but let someone ask you about what you’re doing, and if you turn around and say, “It’s great,” then people are like, “What’s wrong with you?” (2) Yo, why won’t you let me be great?… Please, I beg you, give me a break! Just let me be great! (9)

Unsympathisch, weil er nicht konform geht mit dem, wie ein Superstar sein sollte, zugleich aber genau so ist, wie sich alle einen Superstar hinter der oberflächlichen, netten Fassade vorstellen. Meine Augen verdrehen sich, bis die Sehnerven einen hübschen Seemannsknoten bilden. Der Typ will dope sein, sagt er. Er ist seine eigene selbsterfüllende Prophezeiung. Das ist ziemlich stark, wenn auch nicht unbedingt “ich habe mich verliebt” stark, sondern eher “der Typ ist schon irgendwie mutig” stark; vielleicht ist er auch eher dumm, wobei ich das bezweifle. Vielleicht ist er ja #based? Vielleicht ist er die Urform des #based-Konzeptes. Vielleicht ist er der schwarze James Franco. Vielleicht ist er wirklich größer als Lil B und seine Posse. Sein Inneres heraus gekehrt, egal wie hässlich es ist, um es zu etwas positivem umzuwandeln.

Er hat seine Tochter wirklich NORTH West genannt. Ich bin so begeistert. Vielleicht doch verliebt.

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June 26th, 2013 Posted in (Pop)Kultur, Musik | 3 Comments »

Spring Break, Spring Break

Spring Breakers zu gucken war wie sich in einen Eimer voll Konfetti reinzulegen um dann bei einem Skrillex-Rave durch die Gegend getreten zu werden. Voll schön.

You’ve probably read the synopsis of the film time and time again, the gist being that four girls go on spring break and shit gets fucked up. It’s a simple story, but it’s well-told and should resonate with a generation who are facing high unemployment and feeling so desolate and bored that getting wasted seems to be a reasonable way to escape. (via)

Technisch wie ein Song, visuell wie ein Videoclip; Drogen, Alkohol, Spaß, Sonne. All diese Dinge, die ungezügelte Lust, die Freiheit der Partymomente, der Hedonismus in seiner ganzen Abartigkeit, komprimiert auf einige Minuten von Harmonie Korines absurder Traumwelt. Es kribbelt im Film ständig so unter der Haut, als hätte man selbst gerade eine Pille geworfen. Man ist dabei und mittendrin und völlig hyperaktiv zugange.

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March 26th, 2013 Posted in (Pop)Kultur | 1 Comment »

Vine & Die

random, zusammenhangsloses bild

Ich habe die letzten paar Tage damit verbracht – ohne BH, hauptsächlich von grünen Elfen bespaßt, in Salt&Vinegar Chips eingerieben, Prossekschen in Jogginghose gurgelnd, im Sexchat Inserate aufgebend – meine Seitenstrangvagina groß zu pflegen und bin stolz auf meinen Kadaver weil er ausnahmsweise nicht im, sondern vor dem Urlaub krank wird. Zwar in der stressigsten Woche des Jahres, wenn ein “Launch” (nukleare Testraketen aus meinem nordkoreanischen Exil? WER WEISS!) bevor steht, wenn das Herz mal wieder rumzickt, wenn die Ferien angefangen haben und man deshalb eigentlich durchweg sternhagelvoll sein müsste. Eigentlich müsste mein Blut aus MDMA-Kristallen bestehen, genau jetzt. Ich müsste in einem richtig schäbigen Berliner Schuppen stehen und mir die Füße blutig tanzen und dann aus Dehydrations-Gründen mit einem Schlaganfall in die Charité eingeliefert werden. Stattdessen trinke ich Kaffee und Tee GLEICHZEITIG – weil ich ein Rebell bin – und muss trotzdem in die Charité, aber halt wegen der unsexy Seitenstrangangina.

Das alles soll euch eigentlich nur das Intro für ein Leben sein, dass ihr niemals bewundern werdet. Die Angina lateralis ist daran nicht primär Schuld, aber unter diesen Umständen erschwert sie mir ein aufregendes, interaktives Dasein, für das man sich einen BH anziehen muss. Warum sollte ich also eine App wie Vine runterladen, die ganz offensichtlich spannenden Menschen in den Ghettos von Brasilien vorbehalten sein sollte? Menschen, die keinen Zugang zu hochwertiger Video-Technologie haben, könnten so die seltene Aufmerksamkeitsspanne einer ganzen Generation einnehmen. 15 Sekunden Videoclip Zusammenschnitt. Und was passiert? Ich filme eine Zigarette ab und übe Stop-Motion-Gekritzel. WEIL ICH ES KANN. Andere aus meinem Stream “filmen” die U-Bahn in ihren beweglichen Elementen. Seht ihr, das Leben wird nicht spannender mit Vine, das ist leider das ernüchternde Ergebnis. Genauso wie das Essen mit Instagram nicht leckerer wird.

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February 19th, 2013 Posted in (Pop)Kultur, Konsumbehindert | 5 Comments »

Alabama Shakes

Saturday Night Live ist – Hulu sei Dank – mein neuestes Fenster in eine Fernsehwelt, die uns in der BRD spätestens seit dem Ende von Viva+ verwehrt bleibt. SNL ist ein Einblick in die Bewältigung des amerikanischen Medienalltag mit Humor, der funktioniert.

Die letzte Folge war vor allem deshalb viral angehaucht, weil Christoph Walz – der erste “German speaking SNL-host” – die ganze Sendung mit Finesse und Albernheit moderierte. Viel intensiver gefühlt als Walz (Django immer noch nicht geguckt, manchmal muss man sich ja Filme auch aufheben) habe ich allerdings die Band, die zu Gast war.

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February 18th, 2013 Posted in (Pop)Kultur, Musik | Comments Off