I Told My Therapist About You

Veröffentlicht June 22, 2010

Vielleicht kommen die Zweifel von der Bucket List, die ich seit sechs Jahren führe, und von der ich mittlerweile fast monatlich einen Punkt runterstreiche um dafür zwanzig Dinge hinzuzufügen. Wie immer, wenn es in die Nähe einer Ziellinie geht, dieses aufkeimende, schmerzhafte Bauchgefühl, zuerst Zufriedenheit, bis es irgendwann zur quälenden Unruhe wird. Und dabei ist das Ziel völlig nebensächlich, es ist der Weg, das beschäftigt sein, das nicht-nachdenken, das “der nächste Schritt ist abgesichert”. Nur- wie lange?

… in einer kleinen Seifenblase voller unrealistischer Erwartungen leben, ein bisschen Ehrgeiz und gute Laune und Oberflächlichkeit durchmischen und einen Teig voller Chaos und Unwissen erhalten. Nein, ich will nicht die beste sein, ich will nicht undankbar sein, ich will auch nicht im absoluten Stillstand verweilen- aber wann hört die Suche nach “ausgewogen” auf? Wann darf ich ausatmen und mich glücklich zurücklehnen – für mehr als nur einen temporären Zeitpunkt – für mehr als nur einem Ziel, das ich von meiner Liste abhaken kann?

Was kommt nach einer Weltreise? Was kommt nach einer Großstadt? Was kommt nach der Liste? Was kommt nach Unruhe, Ungeduld, nach pleite sein, nach reich sein, nach hungrig sein, nach schlank sein, nach fett sein, nach Mann, nach Frau, nach gelangweilt sein, nach verrückt sein, nach verliebt sein, nach bekifft sein, nach wach sein, nach fertig sein, nach fertig sein?

 

6 comments in “I Told My Therapist About You”

  1. W says:


    sein. sich über das sein bewusst sein. oder auch einfach das IST feiern.

  2. Robby says:


    Das Nichts, der Tod?! :D

    Was die Ausgeglichenheit anbetrifft: Wenn das alles so ist, wie ich mir das denke – und dafür müsste ich endlich mal meine Diplomarbeit vorantreiben – so ist für die meisten Menschen wohl der “kompatible Partner” der Balancegeber. Sprich: Alleinige Unausgeglichenheit wird (im Idealfall) gemeinsam ausbalanciert. So zumindest meine Überlegungen. Außer natürlich man ist einer der beneidenswerten Menschen, die für sich schon ruhig und ausgeglichen sind. (Aber auch die dürften Partner haben ;) :D)

  3. slomo says:


    das Leben bleibt unfertig.

    Ausatmen und glücklich zurücklehnen – gerne, immer, wenn einem danach ist. Aber das ist das besondere am “Glück” – es ist vergänglich. Nicht, weil uns ständig das Unglück auflauert, sondern da das Gefühl einfach vergeht, wenn es einmal eingetreten ist. Es braucht einen weiteren Auslöser, um sich wieder einzustellen.

    keep on keeping on

  4. mac says:


    Danach kommt der Tod: Life is short and then you die!

  5. N says:


    jedes nach ist ein davor.
    vorfreude und nostalgie.
    und zwischen allem ein verschwindend blasser Hauch von JETZT.
    embrace it.

  6. Andi Licious says:


    Wieso überhaupt etwas “danach”. Das gibt’s doch gar nicht. Es geht immer weiter, selbst wenn man schon lange nicht mehr da ist. Und das ist auch gut so, denn anders wäre man nicht existent, war niemals existent.

© Copyright 2009-2011 dragstripgirl · All rights reserved