One Soap

Veröffentlicht April 11, 2011

Verrückt, wie die Gedanken sind, erwische ich mich dabei wie ich das Leben als “wie in einer Soap” beschreibe, bis mir dann einfällt, dass es ja genau andersherum ist. Und plötzlich lebe ich genau das aus, was ich mir immer gewünscht habe: ich bin irgendwie down, und ich habe viel zu tun, und Träume und Pläne. Ich lebe jeden Tag genau das, was ich machen möchte und bin in meinen Entscheidungen nicht gefangen, sondern völlig frei. Das alles passiert nicht ohne Tränen, und eine Portion Drama mischt sich in jeden Alltag. Egal, ob meine eigenen Gefühle strapaziert werden oder ob ich meine Empathiefähigkeiten ausdrehen muss, weil ich den schönsten Tag der Welt erlebe (was ich, wie ich feststellen musste, überhaupt nicht kann; ich bin ein Sensibelchen, selbst wenn ich nicht direkt betroffen bin).

Plötzlich ist die Kategorie “Erwachsen sein” gar nicht mehr so schlimm, möchte ich behaupten, sondern eigentlich relativ angenehm, denn es ist berechenbar. Ich warte eigentlich auf nichts, und wenn ich Druck empfinde, dann lasse ich ihn heraus. Probleme habe ich viele, aber irgendwie passt das ja ins Prinzip rein. Und ob ich zufrieden bin oder nicht, das spielt erst mal gar keine Rolle: Hauptsache, das Rad dreht sich weiter, ich mittendrin, und irgendwie fliegt einem dann alles zu, und die Zeit rennt vorbei, ohne das man sich wünscht, mehr davon gehabt zu haben (wieso auch, wenn alles, selbst in Makeln getränkt, im Gesamtbild dann doch wieder perfekt erscheint).

Die Formel dafür läuft etwa so: gute Entscheidung + fremdbestimmtes Problem + politisches/wirtschaftliches/gesundheitliches Issue + Liebesdrama + Freunde + Family + Träume + Charakter + Sonnenschein + schlechte Entscheidung + Alltag + Frust + Glücksgefühle + Weed = alles ist irgendwie genau so, wie es sein muss. Es ist nicht besser oder schlechter als irgendetwas anderes und es ist auch nicht unbedingt erstrebenswert so zu sein oder so zu leben. Aber es ist gerade so. Vielleicht sehe ich das in zwei Jahren ganz, ganz anders, und blicke zurück und schüttel den Kopf wehement ablehnend, weil ich nur Scheisse gebaut habe und vergessen musste, wer ich bin. Aber andererseits: wie komme ich jemals an diesen Punkt, ohne genau so zu sein?

Seht ihr, das Leben, es macht mir gerade Spaß, obwohl ich gleichzeitig auch weinen muss. Ich fühle mich normal und verrückt gleichzeitig, weil ich das ernsthaft so artikulieren kann und mich dabei nicht eine einzige Sekunde anzweifle. Der Ball rollt, die Kugel fliegt, die Uhr tickt, and that’s how it goes.

 

6 comments in “One Soap”

  1. toby says:


    tolle bilder, toller artikel! Passt.

  2. Veronika says:


    Gut! Du machst alles richtig.

  3. Robby says:


    Ich kann nur den Kopf schütteln und gleichzeitig nicken.

  4. queen of maybe says:


    geile farben, by the way.

  5. Chris says:


    ich weiß gar nicht wie ich auf diesen Blog aufmerksam geworden bin – jedenfalls ist es großartig hier zu lesen, einzutauchen und sich trotzdem ganz fremd dabei zu fühlen. Dein teils stranger Stil helfen dem Alltagschaos zu entfliehen obwohl er so viel davon deutlich macht. Komisch!

    der ganze mindfuckkram einiger anderer seiten erinnert mich irgendwie an das buch “ich trag ein massengrab im herzen” von tobi pff f..irgendwas. nicht dick, scheinbar oberflächlich aber doch irgendwie groß.. vielleicht mal was für die zwischendurch ;)

  6. HecPac says:


    dies’ blau in den pics is so geil, lass dir das schützen und mach n eigenes klamotten-label auf.

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