Man hat das Gefühl, jeden Moment könnte dieses Musikvideo sich in einen Softporno der 90er Jahre verwandeln. Die Art, die man früher heimlich auf VOX nach 22 Uhr geschaut hat, wenn Mama und Papa schon geschlafen haben. Keine Sorge; das einzige, was man fürchten muss, ist zu sehr an die schmerzliche Erfahrung schlechter Popmusik erinnert zu werden.

Dieses funktionale Video-Werk von Chester French mit dem Namen “Drop” ist die perfekte Gegenüberstellung zu dem lyrischen, in BSB-R&B eingebetteten, Inhalt. Denn während Video und Sound, ganz generell, sich überhaupt nicht ernst nehmen wollen und dadurch ambivalent erscheinen, ist die Aussage des Textes durchaus unkompliziert: zieh dich aus, kleine Maus.

Hier ein paar Schlagwörter, die zu einem abgerundeten Review des Songs gehören: Justin Timberlake, Hipster, Ironie, Post-Ironie, Metaebene, Popmusik, Based Pop, Vintage, Coolness. Kann jemand bitte BastiH bescheid sagen, dass seine Rolle als Moustache-Man leider niemals den Fame dieser Produktion übertreffen wird? Kann jemand das Ende der Geschichte einläuten, weil wir definitiv den im König der Löwen vorhergesagten Circle of Life erkennen können?

Textliches Highlight: Put on some Ren and Stimpy // While you’re gettin’ skimpy
Poesie auf dem Höhepunkt des Jahres 2012.
Idiocracy für Anfänger.

PS: Chester French sind eine ganz tolle Indie-Pop Band aus den USA, die überwiegend mit Hip-Hop und R&B Produzenten und Künstlern zusammen arbeiten. Mein Lieblingssong, der mich immer wieder in die pre-erwachsenen Zeiten des Jahres 2008 zurückwirft, bleibt für immer “She Loves Everybody”.

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