“Geduld hast du mir beigebracht. Wie man mal nach oben guckt, um die Dächer und Fassaden bekannter Häuser von einer Perspektive zu sehen, anstatt in eine andere Stadt zu fahren und wieder nur die Scheuklappen aufzusetzen.”

“Das Gegenteil von reden ist warten.”

“Manchmal fühlt es sich aber ein bisschen so an, als hätten wir mit dem Streben nach Ruhe ein neues Ideal gefunden, welches möglicherweise aber nicht so erfolgsversprechend ist wie wir es gerne hätten.”

“Überraschenderweise habe ich überhaupt keine Angst davor, das zuzugeben. Die Kapitulation in meinem Kopf fand anscheinend schon längst statt. Was kümmert es mich, was der Rest der Welt denkt? Natürlich bin ich seelisch kaputt. In meiner Vorstellung sind wir sowieso alle seelisch kaputt. Wir übergießen all unsere Gedanken und unsere Ehrlichkeit mit Benzin in Form von Oberflächlichkeiten und Systemgefälligkeiten, und wenn sich das ganze dann entzündet und unsere Grundwerte, unsere Ideen und unsere Menschlichkeit in Flammen stehen, wundern wir uns darüber dass wir nur noch ein Haufen Asche sind. Im Wind verblasen. Mit 23 schon kaputt. Einmal komplett von vorne anfangen, bitte. Und das wofür? Für eine Großstadt, die uns beibringt, niemals genügsam zu sein. Für einige Momente, die wir fotografisch festhalten und dann mit all denjenigen teilen können, die kein Teil von uns sind. Für die Jobs und die Karrieren, die wahrscheinlich niemals im Glück, sondern nur in finanziellen Bestrebungen enden. Für Urlaube in exotische Länder, die uns nicht den Kulturen, sondern nur unseren dämlichen Gelüsten nach einem vollständigen Leben näher bringen. Als ob es vollständige Leben gäbe.”

“Die Ex-Spielerfrau ist die Persona Non Grata der höheren Gesellschaft. Ihre Wichtigkeit war keine Lüge gewesen, eher eine logische Notwendigkeit. Mit dem Ablegen des Rings legt sie auch ihre Eintrittskarte in ihre gewünschte Society ab. Einst im Mittelpunkt der Dinge – freilich nicht durch eigenes Schaffen, sondern nur durch ihren dankbaren Status – ist sie nun nur noch die Randerscheinung, die ungebeten ihr eigenes Talent nun an die Türschwelle bringt und um Einlass bettelt.

Doch Loyalität ist berechenbar. Ihre Anwesenheit ist nicht nicht erwünscht, aber auch nicht mehr mit unmittelbarem Profit verknüpft. Was möchten Sie denn heute sein? Entourage? Groupie? Nur eine Dekoration für Männer, die Geschäfte machen. Nur ein Anhängsel von Frauen, die nicht alleine auf die Toilette gehen wollen.

Kriecht nun an den Anfang zurück und macht jetzt was mit Mode oder irgendetwas in dieser Art. Hätte den Höhepunkt ihres Ansehens lieber mal genießen sollen, statt immer mehr zu verlangen. Genügsamkeit ist auch eine Tugend. Sie hat verloren, was andere nie gehabt haben und ist zu gleichen Teilen verbittert und erleichtert. Verbittert, denn ihre Privilegien beschränken sich nun nur noch auf großzügig ausgelegte Scheidungspapiere. Erleichtert, denn sie hat die schönsten Lebensjahre noch vor sich, die sie nicht verbraucht auf oberflächlichen Empfängen und mit ausbeutenden Menschen verbringen will.”

“Ein Leben aus Punchlines. Du bist nicht Nas, du bist A$AP Rocky. Das sagt schon alles. Du bist nicht die Zeit, du bist der Spiegel. Du bist Vogue, bitch: eine Zeitschrift voller Werbung. Eine wandelnde Reklame für Oberflächlichkeit. Ein leeres Blatt, auf dem jedes Unternehmen mal seine Signatur setzen darf. Du brüstest dich mit falschen Brüsten. Deine Existenz ist eine Blase aus Meinungen, von der keine relevant ist – und von der mit Sicherheit nicht eine stimmt, aber danach hat ja niemand gefragt.”

“Deine Freunde verteilen High Fives auf dich und bewundern deine Stamina. Sie feuern dich an. Und zählen mit: One Bitch, Two Bitch, Three Bitch, Four, Don’t Care About Your Heart Cause I Need To Fuck More. Dein Schwanz ist hart wie Diamant. Irgendwann hast du ja auch gelernt, dass dein Schwanz immer hart sein muss. Ready to fuck the pain away. Ich weiß auch nicht, welcher Pain das sein soll… vielleicht das erwachsene Äquivalent zum Arme aufritzen, diese Leere, die du mit Oberflächlichkeiten zu füllen versuchst. In Alkohol und Tabak ertränkst und dir sagst, “so lange wie ich noch jung bin, kann ich das noch machen, und deshalb habe ich gerade keine Zeit für ernsthafte Dinge in meinem Leben”. Karriere und Topmodels bumsen, das willst du jetzt alles noch haben, bis du eines Tages verbraucht in den Spiegel guckst und entweder doch noch ‘ne Line ziehst – irgendwann werden alle weich, glaub’ mir – oder dich so hart vor der Realität erschreckst und halb-tot vor Leere umfällst.”

“Und irgendwann ist man in einem Alter, da nickt man alles ab und sagt, “Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht”, und beim nächsten Mal ist der Schmerz ganz klein und die Zeit dazwischen wieder ganz groß und alles andere irgendwie unwichtig.”

“The Arab Cheeseball Slam is horribly inspired by your beauty. If you weren’t real, I’d make you up. Wenn ich den Rest meines Lebens mit dir verbringen könnte wäre das immer noch nicht genug Zeit um dich kennen zu lernen. Ich wünschte, die ganze Welt wäre in diesem Raum mit uns, damit wir ihn nie wieder verlassen müssten. Ich messe den Erfolg meiner Tweets daran, ob du sie favst. Du bist mein Lieblingsmensch. Jede schlechte Erinnerung mit dir ist tausend Mal besser als eine gute ohne dich. I love you like a fat kid love cake. I’m going to rule the world today, wanna come?”

“Ab und zu, wenn ich mit den richtigen Leuten unterwegs bin, mache ich ganz bewusst rassistische oder sexistische Witze. Also nicht, weil das auf meiner Agenda steht, sondern weil es die Leute zum lachen bringt. Das ist aus der Ferne betrachtet traurig – sowohl die Tatsache, dass ich es mache, als auch die Tatsache, dass darüber gelacht wird – aber so ist es halt. Manchmal ernte ich verurteilende Blicke, das nervt mich dann, aber ich verstehe es auch. Kann ja nicht jeder so ein spritzig-lustiges Wesen sein wie ich.

Ich habe absolut keine Tischmanieren, obwohl ich mal einen Etikettenkurs gemacht habe. Ich bin mir ziemlich sicher dass ich mich auch genau deshalb weigere, Messer und Gabel richtig zu halten, weil es meinen Eltern damals so wichtig war. Rebellion auf unterstem Niveau.”

“Schon eine Weile war sie in ihren Gedanken gefangen. Krampfhaft versuchte sie sich auf’s Lernen zu konzentrieren, aber die Sonne schien durch das Panoramafenster des Cafés und hänselte sie mit ihrer Schönheit. Luhmanns Systemtheorie wollte sich ihr nicht erschließen, Umwelt, System, Differenzierung, Parsons, Talcott, irgendwo der Habitus von Bordieu und das sinnvolle Deuten von Weber. “Lutsch mein sinnvolles Deuten”, murmelte sie in sich hinein.”

“In jedem Fall finde ich es interessant, dass sich wieder nur Frauen darüber unterhalten.”

“ABER TROTZDEM. Manchmal wäre es viel schöner, wenn jemand anderes die Kamera in die Hand nimmt und eine Erinnerung macht, die man den Kindern zeigt und sagt: guck mal, das waren wir, alle zusammen.”

“Manchmal fickt mich alles viel zu hart um überhaupt klar zu kommen.”

“Also nehme ich die Dinge, diesen offensichtlich furchtbar egozentrischen Soundtrack, und interpretiere die Gedanken und Emotionen aus ihnen heraus, forme sie zu Texten, tue das, was ich am besten kann: viel Shit um Nichts publizieren”

“In Berlin, dem größten Dorf Deutschlands, dessen teuerstes Kapital der Döner und angeblich auch das Nachtleben sind, erstmal eine Weile zu überleben ist schon ohne das Klischee der jutebeuteltragenden Fixie-Fahrer, die alle besser aussehen als man selbst, eine Herausforderung. Wenn man dann noch irgendwie künstlerisch tätig ist – gute Nacht.”

“Ich beschuldige die Forschung und den Fortschritt für die seelischen Narben, die mein Geist und mein Körper von diesem Tage an tragen wird.”

“In der Branche kursiert ein Scherz: Woran erkennt man, falls man es vergessen haben sollte, dass man mit den Samwers paktiert? Es gehören einem nur noch fünf Prozent der Firma.”

“Gott, so viel Abstraktes, da wird einem einfach nur schlecht.”

“Ich habe keine gesunde Beziehung zu Metaebenen, deshalb verzeiht mir. Über meine eigenen Texte zu urteilen und Blogkommentare zu reflektieren liegt nicht in meiner Natur. Mir fehlt dafür die Geduld und die Ausdauer ein Thema so lange in Worten aufzuweichen bis davon nichts mehr übrig bleibt; es macht keinen Spaß, ein Wort so lange laut aufzusagen, bis es wie Kauderwelsch in den Ohren klingt.”

“Am Ende des Tages habe ich entschieden, in Berlin zu leben, weil ich mich dort am ehesten entfalten kann. Nicht als Künstlerin, nicht als Einzigartige, sondern als Mensch, der sich gerne an diesen Personen labt um es selbst nicht sein zu müssen.”

“Und dann sich noch die ganzen Menschen anhören, die sich über den kommerziellen Valentinstag echauffieren. Ihr sucht doch nur einen Grund zum Ficken! Na und? Ihr sucht doch nur einen Grund um noch einsamer zu sein… wartet’s nur ab. Langsam merkt ihr, dass keiner von euch beiden glücklicher ist als der andere. Zerbrochen, nach freiem Fall, am Boden der Tatsachen.”

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