Früher war das so, dass ich mir eine Liste mit Dingen gemacht habe, die ich mir leisten wollte. Ich würde nicht direkt sagen, dass ich daraufhin gespart habe; aber es war so, dass diese Liste priorisiert werden musste, irgendetwas war immer wichtiger als das andere. Mehr als einmal im Monat etwas “teures”, also etwas für ungefähr 50 Euro, das war nicht drin. Also gab es Listen. Und manchmal hat die Geldlosigkeit die Punkte auf der Liste überlebt. Dann stand da an erster Stelle ein iPod. Und nach einigen Monaten hatte ich das Geld für den iPod immer noch nicht zusammen; da gab’s dann aber irgendwas neues auf der Liste. Man blieb bescheiden. Mehr als 200 Euro kamen nicht zusammen, wenn man alle Dinge zusammenrechnete. 200 utopische Euro, für die man sich eine Jeans, neue Schuhe, einen iPod, vielleicht Unterwäsche kaufen wollte. Das waren große Investitionen. Konzerttickets waren nicht drin. Für ein Eis im Sommer wurden die Eltern wahlweise beklaut oder angeschnorrt.

Irgendwie ist es schade, dass ich das nicht mehr mache, sondern nur noch dringend etwas brauche (Unterwäsche) (und wie dringend, kann man jetzt auch einfach mal so stehen lassen. Wer es nicht schafft, seine Wäsche öfter mal zu waschen, muss halt mit quantitativen Maßnahmen entgegen steuern) oder dringend etwas möchte (iPhone, neue Schuhe, neue Jacke, am besten einfach alles wollen und alles kaufen was man sich leisten kann und immer noch nicht auf die teuren Investitionen hinsparen).

Ich weiß ja auch nicht so genau, was ich sagen will. Vielleicht, dass es auch einfach nicht mehr so spannend ist ohne eine Liste. Vielleicht, dass es sowieso egal ist, was ich brauche oder nicht brauche; ich kaufe immer genau das, worauf ich gerade Lust habe und das erklärt dann auch, wieso ich im Sommer zum Straßenkind werde, dass sich um nichts kümmert und nur von Weed & Auswärtsessen & Sonnenschein lebt. Ist, wie gesagt, aber auch ziemlich egal. Ich brauche dringend eine perfekt sitzende Jeans, gute Laufschuhe, eine Frisur, Unterwäsche und mehr Geld, meine ich.

 

 

 

 

This article has 3 comments

  1. Matthias

    Solche Listen habe ich ebenfalls. Mehrere. Durchaus realitätsfernere. Meine Bedürfnisse zu katalogisieren hilft mir, sie zu unterdrücken. Wenn ich der Wahrheit ins Auge schaue, dann ist das der einzige Zweck dieser ständig wachsenden Listen.

  2. Pingback: The Five ▲ for Week No. 13 – Gruppentherapie | I ♥ electru.de

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