Der Ausblick der letzten drei Tage war der reinste Wahnsinn. Ich habe weiße Löwen gesehen. Ich bin seit dem 15. 05. 2012 nicht mehr hungrig gewesen. Südafrika ist ein Traumland ohne auf einen Maßstab zu passen. Es kann sein, dass mir diese Reise die Natur ins Herz geimpft hat. Es gibt keine Worte die den warmherzigen Menschen hier gerecht werden könnten. Gerne hätte ich noch mehr von den Leuten gesehen, aber ich weiß auch, dass mich das schon bald für eine nächste Reise hierher motivieren wird – möglicherweise mit einem Backpack und sicherlich ohne Programm. Hier ist zwar der Winter angebrochen, aber dafür lass ich den Sommer gerne kurz warten. Ich würde mich bei einem apokalyptischen Stillstand der Zeit gerade jetzt während ich dies in Hermanus tippe nicht beschweren. Mein Leben in einer Endlosschleife von Meeresgeruch und breit grinsenden Menschen an einem Ort, der kein vor und kein zurück kennt. Hier will jeder gerne stranden. Ich würde mich auch nicht beschweren, wenn der Mini mit mir hier bleibt. Er ist eine treue Seele, die kleine Ratte.

Ich weiß, dieses Land und dieser Kontinent haben (noch) mehr zu bieten. Mehr als alles, was wir sowieso schon zu sehen und zu fühlen bekommen. Das macht es auf jeden Fall auch bitter – denn bald reisen wir auch schon wieder ab. Das Feuer, die Welt für sich zu entdecken entfacht sehr einfach, aber es ist sehr schwer, es im Alltag am brennen zu erhalten. Irgendwann verschwimmt alles zu einem Haufen Dingen, die man mal machen möchte. Ich weiß aus eigener Erfahrung dass es unheimlich viel Antriebskraft bedarf, solche großen Dinge für sich zu realisieren. Von Unmöglichkeit redet keiner – aber man gelangt dann doch über Umwege zu ganz anderen Zielen und ist mit diesen zufrieden. Ich hoffe, einer dieser Wege führt mich eines Tages wieder hier her. Der Hustle würde sich lohnen.

Mehr Bilder und einen umfangreicheren Bericht gibt es wenn ich den Tagesmarsch nach Berlin bewältigt habe.

This article has 1 comments

  1. HecPac

    wie dein schreiben dabei auflebt und was ich sehe, sind es wert, möglichst lange zufriedenheit aus der welt zu schöpfen, anstatt an ihr zu verzweifeln.

    (im vorangegangenen “good hope”-post, das bild, auf dem die schienen scheinbar das meer vom land trennen: ingenious.)

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