"Girl gone wide."


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Generation Un-Kultur, Generation Fashionvictim, Generation Bloghouse-Hype, Generation post Post Merriweather Pavillion, Generation Hipster. An Bedeutungslosigkeit, Lethargie und Ironie kaum zu überbieten. Wenn man das alles auf einen Haufen schmeissen und definieren wollen würde, wäre eben die Abwesenheit einer klaren Aussage genau das, was es ist.

last year i used to live with my girlfriend in her dealer’s basement. i paid no rent, and slept all day, and on the nights when we didn’t have enough money to score yay from upstairs i’d drink cough syrup and listen to french house records with the lights off and the bass way up.

Interessant, wie Kunst und Musik trotz aller Apathie, trotz der drogenangereicherten Zerstörung und trotz des Streben nach unkonventionellem Leben noch gedeiehen und geblühen. Hauptsächlich in wiedergekauten Samples und Memes. Meta-Humor. Kommentar unter Kommentar. Und gleichzeitig auch so viel mehr: Ausschnitte des verstörten Lebens. Eine leise, kleine Welle, die voyeuristisch beobachtet wird. Vogelperspektive des Niedergangs, gegen den niemand etwas machen kann oder will- warum auch. Coming of Age, inkl. eine Packung Ritalin aus dem Supermarkt. Ohne verstörte Kunst nicht mehr im Konzept enthalten. 500 Days of Summer: kaputte Liebe. Half Nelson: kaputte Nase. Garden State: kaputte Gesellschaft. Little Miss Sunshine: kaputte Kindheit.

she worked at a convenience store down the street, and i’d stumble through the snow to visit her and steal frozen food to take back home and heat up. i’d eat them and watch law and order reruns, stoned out of my mind and giving long looks to mariska hargitay.

Und dabei ist das alles so unbemüht und so unspektakulär. Ein Song wird gemacht und dank Internet schnell durch den Äther geschickt, wo er so lange totgefickt wird, bis er nichts mehr bedeutet (wenn er überhaupt jemals etwas bedeutet hat). Es ist so einfach, die Dinge wegzuwerfen, die Daten runterzuspülen in das Scheisshaus unserer Kabelwelt. Geschichten werden für Bier eingetauscht. Irgendwie nur noch überleben.

i was like a little kid about it. i’d smile like an idiot as soon as i took my first line and try to hug everyone and tell them how much they meant to me. we’d listen to jim jones and shout “ballin’!” and drive around with the seats back and B96 on the radio.

Elite Gymnastics fassen das in “We Fly High” so zusammen, wie es einst LCD Soundsystem geschafft haben- nur irgendwie mit weniger Gewicht, als ob man sich das nur ein paar Mal anhören muss (sicherlich auch, weil es kostenlos ist). Ja, der Song erinnert auch tatsächlich ein bisschen an LCD Soundsystem- Losing My Edge, All My Friends, New York I Love You. Aber ohne das Handwerk. Vielmehr ein Testament an die letzten paar Jahre des Bloghouse-Wahnsinns, des Hypes, und einem Song der mit verdreckten Ehrlichkeit Herzen brechen kann. Einfach ein gemaltes Bild von einem unspektakulären Leben, das so reizend und verlockend wirkt weil es ohne Wege auch keine Grenzen gibt.

Elite Gymnastics – We Fly High

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the whole reason i wanted to be a DJ was the feeling i got sitting next to the subwoofer listening to the upper cuts and rick ross, tripping on robitussin and honestly believing that sidechain compression was the most important thing in the world.

Ein Lebensstil, vor dem sich Leute in Ehrfurcht hinknien, weil sie darin einen Ausweg aus dem Fertigleben der Tiefkühltruhe sehen. Das Streben nach Bedeutung und Existenz und Zielen führt in einen immer weiteren, endlosen Teufelskreis des Nicht-Finden. Unsere Eltern waren die Hippies, die eine Revolution wollten und bekamen und doch nichts änderten. Wir sind die Hipster, die enttäuscht davon sind, dass sie trotz aller erarbeiteten Freiheiten sich doch wieder selber geknechtet haben und feststellen müssen: diese Freiheit ist wertlos, und nichts hat sich geändert.

spent a half hour after bar close trudging through the warehouse district chasing a bum tip about an afterparty. we climbed four stories up a fire escape overlooking rapid park, knocked three times on the metal door to the space, and got nothing.

Wenn man nach We Fly High den Vorzeigetrack der Real Friends EP, If U Love Me, anhört, verzweifelt man dennoch daran dass die unterschwellige und DOCH existierende Bedeutung völlig verschwunden ist, Platz gemacht hat für seichten Pop der sich interessanten Soundelementen bedient und richtig schäbig und doch gut klingt. Das ist nicht schlimm.

Elite Gymnastics – If U Love Me

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the only party anyone had was on friday night, mainly the province of the 90′s house and techno crowd. we didn’t hear about it because we don’t know any of those people personally. at best, some of them will offer bewildered cautious respect if we offer them coke, followed quickly by a polite caveat about how the music isn’t really their thing. that’s okay – the people who actually like the music are even worse. last week this asshole nearly knocked over the DJ booth to tell him that he should “just play every van she tech remix”.

Es gibt keine Nachhaltigkeit. Es gibt auch keine Grenzen mehr. Chillwave, Indie, Bloghouse, alles nebensächlich. Denn wie schon erwähnt: es kann so schnell wieder weggeschmissen werden, wie es auch wiederverwertet werden kann. Remixkultur. Nicht nachhaltig, nicht nötig, in einem Leben das nur aus fein kategorisierten und undefinierten Beobachtungen besteht. In Belanglosigkeiten und kleinen Details versinken.

i picked up the work in front of the nomad world pub at around midnight. there was some kind of death cab sounding shit going on inside. the girl who brought it out was someone i used to run into a lot when i was homeless and running around uptown stealing shit. when she was 17 she got knocked up by a black guy she used to mess around with, and gave the kid up for adoption. she’s like 19 now, but people say she looks like she’s 12 until she shows you the stretch marks.

Begleitet von Musik, die keine ist. Von Kunst, die keine sein will. Von Menschen, die “unkonventionell leben” mit “tot sein” verwechseln. Von Nadeln im Arm und LSD im Kopf. Mit einem Lächeln in den Abgang. Irgendwo noch in der Hoffnung, bald wieder wütend sein zu können.

we didn’t even do any of it. there was nothing going on. the only fun thing we did all weekend was drop forty apiece at a sushi place by the best buy in eden prairie. there was a blizzard or something.

Download the free EP “Real Friends” at Psychodelic Surf Club

by yeahs in (Pop)Kultur Gangster Musik


Comments

7 Comments

  1. May 11, 2010

    Großartig! Her mit dem Flattr-Button ;)

  2. S #
    May 11, 2010

    Wahrscheinlich ist das übrigens auch der Grund, wieso sich Leute eher um AA-Tshirts kloppen als sich über die Wirtschaftslage oder Krieg aufzuregn. Weil es nichts ändert. Mit dem T-Shirt haben wir wenigstens eine kleine Fotoaufnahme erschaffen, auf der wir halbwegs gut aussehen.

  3. N #
    May 11, 2010

    So großartig kann man Ernüchterung erleben. Danke, S.

  4. B #
    May 12, 2010

    der text macht mich irgendwie wütend.

  5. S #
    May 12, 2010

    @B: Mich auch.

  6. May 12, 2010

    Mich macht er wütend. Und irgendwie macht er mir Hoffnung. Weil es vielleicht auch diese einzelne Leute gibt, die es schaffen werden, anders zu sein. Nicht besser. Aber nicht so. (Da isser wieder, mein Idealismus…)

    Großartiger Text, S.

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  1. Elite Gymnastics « msc snds bttr wth you

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