Christopher Nolan hat in 180 Minuten Inception das ganze Medium Film gerechtfertigt. Und das, nachdem ich die Hoffnung längst aufgegeben hatte, heutzutage noch einmal ins Kino gehen zu können ohne ein Sequel/Prequel/Abklatsch/Remake/Remix/Adaption/Verfilmung zu sehen.

Es hat im Kino auch keinen gestört, wenn einer laut gefurzt hat, weil alle so konzentriert waren. Oder anders ausgedrückt: stell dir vor es wäre Furz, und keiner geht hin. Da lief der Schweiß. In der Pause bewegte sich kaum einer vom Platz aus lauter Angst, etwas wichtiges zu verpassen. Wir waren so gebannt, dass wir nicht mal aufgestanden sind um in die Mitte des Kinos zu rücken. Wir blieben ganz links außen und verrenkten uns die Hälser. Ich versuchte, so wenig wie möglich zu blinzeln.

Keine elenden, unrealistischen Twists, die den Zuschauer verwirren sollen; nur eine stringente, spannende Geschichte, in der ich genau so viel oder genau so wenig weiß wie die Protagonisten. Ein Ende, dass mich mit Gänsehaut benetzt. Inception: das größte künstlerische WHAT THE FUCK, dass mir dieses Jahr (und wahrscheinlich auch nächstes) begegnet ist. Roger Ebert bringt auf den Punkt, was mich so fasziniert:

Here is a movie immune to spoilers: If you knew how it ended, that would tell you nothing unless you knew how it got there. And telling you how it got there would produce bafflement. The movie is all about process, about fighting our way through enveloping sheets of reality and dream, reality within dreams, dreams without reality. – zum Review

Und ich so: “Fuck. YEAH!”
(By the way, ich verbringe seit 3 Tagen mein Leben damit Filme zu gucken. Alles, was ich verpasst habe. wozu ich nie Lust hatte. Nicht, weil ich mich plötzlich als Cineasten sehe, sondern weil man mit einem kaputten Gesicht und einem blutenden Kiefer nicht viel Möglichkeit hat, andere Dinge zu tun. Da ich dank Verbandswechsel und Entzündungen noch einige Tage in Isolation verbringen darf, nehme ich gerne weitere Vorschläge an)

This article has 7 comments

  1. vehtoh

    by the way…

    - Bin Ich Schön, 1998, Doris Dörrie – Anspruch
    - 28 Days Later, 2002 – Zombies
    - Cloverfield, 2008 – Giant Monster
    - The Host, 2006 – Smaller Monster
    - Lake Placid, 1999 – Normal Monster
    - Coreline, 2009 – Puppen-Animation
    - Ratatouille, 2007, Pixar – Computer Animation
    - Der weiße Hai, 1975 – (ernstgemeint, wenn du ihn noch nicht gesehen hast)
    - Ghost in the Shell, 1995 – jap. Anime
    - Neon Genesis Evangelion, 1995 – jap. Animee Serie
    - Quiet Earth, 1985 – Endzeit
    - Sugarland Express, 1974 – Roadmovie
    - Benny & Joon, 1993 – hmmm…
    - Cube, 1997 od 2002 – prima zum Mitreden

    Gute Besserung!

  2. marinelli

    Die Wolf Haas Verfilmungen mit Josef Hader,
    also
    Komm süßer Tod
    Silentium
    der Knochenmann

    Aber Vorsicht, O-Ton Süd! Österreichischer Dialekt und ein Humor, gegen den das typisch britisch Trockene wirkt wie ein nasser Furz.

  3. Blue

    Hach ja, klingt gut! Wollte ihn auch anschaun, werde ich dann wohl tun. Thema gefällt, luzides Träumen, finde ich nur wahnsinnig schwer zu erlernen..

  4. Mad

    Memento! Ist auch von Nolan, und du musst ihn dir mehrmals anschauen, um ihn zu checken.

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