Was macht Jesse Boykins III anders (oder besser), als Rihanna’s We Found Love es jemals könnte? Eigentlich bestehen beide Songs, sogar beide Videos, aus denselben Zutaten: glitzerpoppige Synth-Rhythmen mit R&B-Stimme und Vintagefeeling. Es gibt womöglich nur eine kleine, feine Linie der Würzmischung, die dann das Rezeptergebnis abrundet, und obwohl ich verlockt bin hier die Köche  aufzuführen (Calvin Harris vs. Gold Panda), komme ich eher zu dem Schluss dass das eineRezept  nämlich das Original von Muttern ist, das andere die skalierte Formel für die Systemgastronomie.

Der Kantinenfraß ist notwendig und richtungsgebend und bereichernd, aber er enthält keine Vitamine und wahrscheinlich keine Inhalte, hat keinen gesellschaftlichen Mehrwert, dient nicht dem Genuss sondern nur der Sättigung und rechtfertigt nur noch die Existenz von Radiosendern und bedient Menschen, die sich gerne einreden, innerhalb der Populärkultur zur Subkultur zu werden.

Ich bin mittlerweile ein großer Fan von Jesse Boykins geworden, der sich perfekt in den aktuellen Synth-Bass-R&B-Post-Dubstep Trend einreiht, immerhin doch mit konsequentem Sound und sympathischer Bewandung. Sein Mixtape, Way Of A Wayfarer, welches ausschließlich von Gold Panda produziert wurde, kann man sich kostenlos herunterladen.