Obwohl es nun einige Tage draußen ist und meine Leser sicherlich schon auf soetwas wie eine Ansage warten, habe ich mich bisher geweigert, das neue Album von Aubrey hier zu zerreissen. Ich denke, wer auch nur ein bisschen Geschmack hat, wird ihren Erfolg auf den Pop schieben und Aubrey für immer vernichtend in die Ecke der größten Huren aller Zeiten stellen. Er hätte wirklich eine Chance gehabt, ein Stunter wie sein Daddy zu werden. Ich hatte Hoffnungen. Die Wörter sind alle da, aber die Art, wie er sie aneinanderreiht und nein, die Art, wie er sie benutzt, wie er sie ausspricht, katapultiert ihn aus dem Game der Player in das Game Over der katastrophalen Pop-Figuren. Drake ist nicht der neue Eminem, oder der neue Lil Wayne oder was auch immer. Drake ist die ambitionierte Experiment-Leitfigur in einer Welt in der Lady Gaga das Zepter schwingt.

Aubrey hatte Chancen. Er war nie ein Rick Ross, den man nicht ernst nimmt und einfach lachend gut findet. Ricky ist süß und furchterregend gleichzeitig, er hat keinen großen Rap, aber sein Style und seine Attitude gleichen das aus. Er hat Charisma. Drake hat nur 13 Jährige Mädchen die ihn lieben. Keine Ahnung, Mann. Sogar Justin Bieber kann besser rappen als Aubrey auf Take Care. Aubrey, du bist mein Vanilla Ice, und dafür musst du nicht mal weiß sein.

Allerdings gibt es einen Höhepunkt auf dem Album (zwei, wenn man Kendrick Lamar auch wertschätzen möchte, aber nicht kann, weil man erst Mal 4 Minuten durch gequirlte Scheisse “Marvins Room” spulen muss, um bei ihm anzukommen). Einer, der leider immer und immer wieder von Drake selbst zerstört wird: Lord Knows.

Der von Just Blaze produzierte Beat ist Wahnsinn. Das kann man gar nicht in Worte fassen wie gut er ist. Doch jedesmal, wenn mich die Gänsehautdusche überschüttet, muss die Hure Dreck einsetzen mit seinem Weibergefasel und macht mich zur axtschwingenden Blutprinzessin. Rick Ross muss man hier nicht zusätzlich erwähnen. Der ist da und erfreut sich seinem üblichen Ablauf.

Der ganze Track, eine Tragödie erster Güte. Was die Welt braucht ist ein Rapper, der diesem Beat gewachsen ist. Einer, der ihn zerstört, der ihn zerfickt und bekämpft und blutend aus einer Schlacht rauskommt. Ich warte, und warte, und warte. Hier noch mal das Instrumental:

This article has 10 comments

  1. alex

    Ich habe mir das jetzt doch schon ein paar Monate so angeguckt, wohl auch deshalb, weil ich Deine Schreibe (grundsätzlich) so geil finde, aber ich glaube, die Ausflüge in den Hip Hop Bereich solltest Du in Zukunft wirklich lassen. Es täte Dir und Deiner Glaubwürdigkeit, gerade in musikalischer Hinsicht, erheblich besser.

    Du bist a) regelmässig zu spät und b) regelmässig nicht originell in dem, was Du über Platten, Mixtapes und so weiter erzählst. Du schreibst nicht nur ausschliesslich das, was andere schreiben, sondern vielmehr das, was andere bereits (vor Wochen) geschrieben haben. Knappe vier Wochen nach Leak Drake dissen? Den Typen Aubrey nennen, weil Big Ghost und Nahright das auch so machen? Come on, Schwester. Du bist nicht im Ansatz meinungsbildend genug als dass Du Dir die Bevornamerei leisten kannst. Und da Dein Votum zu dieser Platte weder ihre Verkäufe noch ihr Ankommen bei den Leuten beeinflusst, kannst Du es vier Wochen nach Release dann auch getrost ganz sein lassen. Das, was Du dann sagst, ist weder fresh noch früh.

    Noch absurder war dann die Sache mit A$AP Rocky: das Mixtape zuerst nicht fühlen, dann aber im Rahmen einer Korrektur doch? Und warum eigentlich die Korrektur? Gabs zuviele andere Blogs die das Tape dann doch gefeiert haben? Bild Dir doch das nächste Mal zumindest eine eigene (profunde) Meinung, und dann atme nochmals (!!!) tief durch und überleg Dir, ob Du diese jetzt auch publizieren möchtest. Dann braucht man diese auch nicht nachträglich anzupassen.

    P.S.: Es wird die Rapperwelt massiv interessieren, dass Du einen Rapper suchst, der diesen Beat tötet, da bin ich mir sicher. Aber eigentlich ist er schon gefunden. Es ist einfach nicht Drake, sondern der andere.

  2. yeahs

    Lieber Alex, vielen Dank für deinen sachlichen Kommentar….
    vielleicht sollte hier zu klären sein, worum es MIR nicht geht, dir aber scheinbar sehr: a) Schnelligkeit, b) Beeinflussung. Es handelt sich hierbei nicht um eine wissenschaftliche Ausarbeitung, Gegenüberstellung oder Erörterung von Populärmusik, sondern um Meinungen und Vorlieben. Ich beanspruche keinen Thron der Weisheit, wenn es um Hip Hop geht, im Gegenteil: ich habe einen unklaren, seichten Geschmack, feiere genau all das, was alle anderen auch feiern und nenne Drake Aubrey, weil Nahright und Big Ghost es auch tun.

    Wo ist da jetzt der Diss? Wenn es dir nicht gefällt, ist das okay, dagegen kann ich nichts machen. Tut mir leid, dass ich dir nicht mit ungeheurem Wissen gegenüberstehen kann und dich mit einem Mittelfinger verabschiede. Allerdings würde ich an deiner Stelle den Vorwurf, etwas sei nicht “fresh” nochmal überdenken. Darum geht es nicht. Dass es nicht fresh NOCH originell ist, kann ich zwar irgendwo nachvollziehen, nimmt mir aber an keiner Stelle meine Berechtigung, darüber zu schreiben. Das hier ist kein Hip Hop Blog, und möchte keine Leaks verbreiten oder Plattenkäufe beeinflussen.

    Zu A$AP Rocky: man darf also seine Meinung nicht ändern? Ich hab mir das Teil zwei Mal angehört und voreilig entschieden, es sei mir zu lame. Dann habe ich es noch mal und noch mal und ja, auch unter der Beeinflussung anderer Meinungen angehört, und es gefiel mir doch. Das ist mir nicht zum ersten Mal und sicherlich nicht zum letzten Mal passiert.

  3. alex

    LOL, und schon ist ein wunder Punkt getroffen. Blogger sind alle gleich – die paar Bytes, die so ein Board ausmachen, sind auch bei Frauen eine Penisverlängerung, und wehe dem, der drauftritt und nicht dem allgemeinen Feiern frönt. Dein Mittelfinger in Ehren – er verrät mehr gekränktes Ego, als dies der Fall sein sollte.

    Ohne weitere Animositäten: Worauf ich hinauswill bzw. -wollte (und was Du offensichtlich meinem Comment nicht zu entnehmen vermochtest, was aber gerade so gut an mir liegen kann), ist genau das, was Du in Abschnitt zwei beschreibst: Die Begründung (imo eher Ausrede), Du feierst, was alle feiern, macht Deine Schreibe obsolet. Wenn Du eh nur schreibst, was und wie alle anderen schreiben, dann ist der Artikel überflüssig. Und genau das ist schade, weil Deine sonstigen Artikel alle NICHT überflüssig sind, im Gegenteil. Überall sonst (soweit ich sehe und das beurteilen kann auch im elektronischen Bereich) bist Du fresh, neu, da gehst Du gerade auch verbal an Orte, an die nicht jeder andere geht. Bei Hip Hop gehst Du nur an Orte, wo andere schon waren, und Du erlaubst Dir (obwohl Du ja nur feierst, was alle anderen feiern) dann Voten wie “Ich denke, wer auch nur ein bisschen Geschmack hat, wird…”. Mutige Aussage für jemanden, der sich selber als unklaren, seichten Konsumenten bezeichnet. Gegen den (persönlichen) Geschmack eines unklaren, seichten Konsumenten hat übrigens niemand was, aber der unklare, seichte Konsument bitet nicht die Sprache anderer (durchaus szenerelevanter) Blogs, sondern tippt seinen unklaren und seichten Geschmack völlig unverblümt (also unklar und seicht) ins Netz. Gerade das tust Du erwiesenermassen nicht. Das ist alles, was ich sagen wollte. Vier Wochen nach Leak auf Drizzy eindreschen – naja.

    In diesem Sinne…

  4. yeahs

    Da war kein Mittelfinger. Das hast du falsch gelesen.

    Im Übrigen will ich dir gar nicht widersprechen. Hip Hop ist nicht mein Fachgebiet, Hip Hop ist nicht der Inhalt meines Schreibens, meistens jedenfalls nicht. Mein Geld verdiene ich nicht damit, schnell zu sein oder über Hip Hop zu schreiben. Ich mache das, weil es Spaß macht. Weil ich Bock drauf habe, mich über Musik auszulassen. Weil ich viel Musik konsumiere. Ich verstehe immer noch nicht das Argument mit den vier Wochen nach dem Leak. So what? Vielleicht hatte ich besseres zu tun, ist ja auch nicht mein Job, das am schnellsten zu hören. Der Anspruch ist ein anderer hier. aber hey, klar: vielleicht werde ich eines Tages besser? Vielleicht trage ich dann meine “Fähigkeiten”, wo immer diese auch liegen mögen, an fernere Horizonte und höre auf den gleichen Scheiss zu schreiben wie alle anderen? Aber irgendwo muss man ja anfangen.

    Bis dahin möchte ich es mir aber trotzdem nicht nehmen lassen, das zu schreiben, was ich möchte. Ich nehme deine Kritik wahr und vernichte sie nicht und entschuldige mich auch nicht, im Gegenteil. Ich weiß, was ich hier mache. Vielleicht sollte man sich vor dem Publizieren manchmal auch zurückhalten. Aber so habe ich das nie gemacht, und so werde ich es weiterhin nicht tun.

  5. alex

    Wie dem auch sei, abschliessend und zwecks besseren Verständnisses die Argumentation bezüglich vier Wochen: Wenn ich Deinen Blog lese, dann fühle ich einen gewissen Anspruch, Sachen, Meinungen und Kritiken von Relevanz zu posten. Dieser Anspruch ist gerade auch aus schreiberischer Sicht bei dem, was Du hier machst, durchaus berechtigt und wird imo auch allermeistens erfüllt. Er verliert nur dort die Berechtigung, wo Du so viel später soviel schon Gesagtes auf gleiche Art und Weise nochmals sagst. Gegen die Zeitspanne ist an sich nichts einzuwenden, im Gegenteil, vielleicht sorgt sie sogar für ein abgerundeteres Bild, aber dann doch bitte mit mehr Inhalt als “Drake (für Euch Duzfreunde dann auch Aubrey) ist eine Pophure”, ohne Argumente, ohne Indizien, ohne Ausführungen. Wenn schon später, dann will ich einfach mehr lesen, bzw. mehr eigenes, dann will ich Deine (!) Beurteilung. Solange ich das Gefühl habe, ich lese hier den Blend von gefühlten drei HipHop-Blogs mit Szenenrelevanz (und auch diesem Anspruch), nur mit Verspätung und ins Deutsche übersetzt, ist ein entsprechender Artikel gänzlich überflüssig. Da tätest Du der intellektuellen Urheberschaft Deiner Gedanken fast den grösseren Gefallen, wenn Du einfach verlinken würdest.

    Damit soll aber – wie schon mehrfach betont – Deine Arbeit nur in einem kleinen Sektor kritisiert werden. Und die Mühe zur Kritik mache ich mir auch nur, weil ich weiss, wieviel hier sonst geht.;-)

  6. alex

    Und ebenso typisch fürs Internet kommt dann mit reichlich Verspätung irgendein anderer User (in diesem Falle smf) und zeigt an, dass er schon ganz schön Distanz hat zu der Sache. Das ist die ich-bin-27-Version von sich die Ohren zuhalten und laut rufen, dass man nichts hört. Sonderschule?

  7. Fuchsia

    Alex? Wer bist du?
    Endlich mal ein männliches Wesen, das was von Rechtschreibung und Grammatik versteht. Sehr angenehm!

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