Mit der unmittelbaren Vernetzung von Kulturen und dem schier endlosen Archiv an klassischer sowie gegenwärtiger Musik war es nur eine Frage der Zeit, bis Genregrenzen ein für alle Mal durchbrochen werden und Musik von jungen, konventionsignorierenden Künstlern auf neue Dimensionen stößt.

Bisher waren vor allem die demographischen Gegebenheiten ausschlaggebend für die Entwicklung von Musikrichtungen und verfiel (in meiner flachen Fantasie) den gängigen Klischees: aus England kommt die beste und innovativste Musik, in den USA wird sie glattproduziert und kommerzialisiert (BOYGROUPS), in Deutschland wird sie nur noch gekauft, niemals erschaffen (sogar Caught in the Act war keine deutsche Boygroup). Zumindest war das schon immer mein Anblick auf unsere Null-Gegenwarts-Popkultur. Weil aber Deutschland es schon selbst auf täglicher Basis schafft sich die Fresse einzuschlagen, werde ich zumindest für die nächsten Absätze vom Bashing absehen und mich auf das Wesentliche konzentrieren: was zur Hölle passiert gerade mit der im Zeitgeist liegenden Musik, und wieso?

Ich denke da an Schlagwörter, die sich wie eine Tagcloud bei Last.FM lesen: Synth, Synth’n'Bass, Hip Hop, Dirty South, Sampling, Dubstep, Grime, Garage, R&B, Chillwave, Lo-Fi, Indie, Filthy Dubstep, Drum’n'Bass, Bass Music, Post-Dubstep, Hyperdub, Post-R&B, Indie R&B, Prog-Step, Lovestep, Emotional Dubstep, Contemporary, Avant-Garde, Experimental Electronic, IDM… die Zahl der Begriffe erscheint mir endlos und die Möglichkeiten der Vermischungen geradezu pervers. Wenn man die Zweige und Knoten dieser “Genrenischen” aufmalen würde, hätte man ein ziemlich undurchsichtiges Spinnennetz auf Crack. Glaubt es mir, ich habe es versucht. Nicht Crack, sondern das Aufmalen. Aber auch Crack.

In den letzten Jahren hat sich vor allem ein Trend bis heute merklich zugespitzt: Dubstep schlägt ein, und zwar mit der Faust in die Wand durch Beton und Stahl und trifft den absoluten Nerv, zieht eine lange und komplexe Geschichte seiner Entstehung mit sich her. Während der Bastard, der irgendwann aus Garage und 2 Step heraus irgendwo in Südlondon entstand, sich erstmal mit Benga und Skream seinen Weg durch die Clubs etablierte, nestelte sich schon irgendwo ein kleiner Spuckefaden ab, der sich nahtlos in die aktuellen Musik-Zeitgeist Reports einfügen würde: der düstere, atmosphärische (von mir so betitelte) Heroin-Dubstep. Allen voran Burial und sein Label Hyperdub machten die Vorarbeit. Und immer war es die Bassline, die uns völlig entmachtete. Immer waren es die Drops aus dem Drum’n'Bass, die uns begeisterten, mit einem Sub-Bass, der immer eine Begleiterscheinung des Comebacks ist. Aber all das sind nur Möglichkeiten, denn Dubstep hat nie eine Einheitsform bekommen.

“Der Filth kloppt sich im Strobo bei 140 BPMs, harten Drops und gehirnzerfetzenden Wobbles wie damals schon Trance in den Schädel des Hörers. Burial jedoch schafft es, dem Zuhörer Melodien, Dramatik und die Enge eines Sarges zu vermitteln, ohne auf Tanzbarkeit zu verzichten. Es ist ein bisschen so, als würde man mit einer Nadel im Arm, kurz vor dem Gefühl des ultimativen Glückes, endlich verstehen, worum es bei elektronischer Musik aus Londons schäbigsten Puffs geht.” – Ich.

Und, das darf man nicht vergessen, schon immer hat sich der Dubstep dem Sampling bedient. Schon immer haben seine größten Macher in erster Linie bereits bestehendes gemixt, vielleicht auch vielmehr re-interpretiert, obwohl in den Anfängen die meisten Tracks als Instrumentals mit untergemischten Sounds aus Vocals gelten. Gerade Hip Hop und R&B Samples waren beliebte Fundamente für die krassesten Banger, und es erschließt sich auch warum: würde man ein kleines Diagramm malen, bei dem Dubstep den Mittelpunkt bildet, dann siedeln sich in unmittelbarer Nähe Grime und Garage an, welche nicht zuletzt sozusagen das Hip Hop der UK bilden. Und was für ein “Hip Hop”: hinter dem POW eines einzigen Songs versteckt sich die Gewalt tausender Ghettobomben. Dagegen wirken Tupac und Biggie wie ein händchenhaltendes Pärchen, das gerade auf einem weißen Einhorn den Strand heruntergaloppiert.

Es ist also nur Naheliegend, das Dubstep, einst selbst ein Hybrid, ein Experiment, zum Basislager aller Entwicklungen wird. Der Wobble, ein ziemlich charakteristisches Element des Dubsteps wird zum Trageflügel von Popsongs, das Tempo fluktuiert ohne BPM Restriktionen, die schönen Vocals, die aus gegenwärtigen Hip Hop oder R&B Nummern des Mainstreams gezogen werden, dominieren einen Track nun und machen ihn geschmeidiger, obgleich trotzdem spannend und anders, neu, fresh, rollend. Nur: es passiert nicht mehr ausschließlich in England.

Wie schon eingeleitet ist es vor allem die Vernetzung, die diese Entwicklung so schnell möglich macht. Londoner Jünglinge wie James Blake und Jamie XX, die gerade mal 20 Jahre und ein paar Monate hier oder da auf ihrem Buckel haben, setzen die Mainstream Pop Musik ihrer Generationen in einen neuen Kontext (ähnlich wie Grime Größen auf die Melodien ihrer Kindheit setzen – zum Beispiel Konsolenspiele). Und so vermischen sich nicht nur Genres, sondern auch Kulturen, denn gerade der zuletzt noch als “kitschige, seichte” bezeichnete R&B aus den USA findet nun eine Chance, die Hürden seiner Schmalzigkeit zu überwinden, nämlich inmitten der pumpenden Beats der Engländer.

Die TAZ schreibt, dass beispielsweise SBTRKT diesen Prozess verschönert hat – die glattgezogene, massentaugliche Produktion – indem er Dubstep poppiger macht und seinen Fokus auf die Vocals setzte. Mag sein, dass jetzt erst das alles die Oberfläche des Mainstreams erreicht, aber neu ist das nicht, nur eben durchdachter (ähnlich wie Skrillex den Filth in den USA vorantreibt und dort auch noch als Revolutionär gefeiert wird).

SBTRKT hat Dubstep aus dem Untergrund geholt und in die Mitte geschoben. Die seltsamen Sounds und Samples, die er dennoch einsetzt (hier sowohl an Skream und Burial als auch an Hudson Mohawke erinnernd), werden also auf seinem Album durch die polierten R&B-Vocals auf Linie gebracht. Natürlich spiegelt diese Beschreibung auch Hörgewohnheiten wider: Durch Dubstep und Produzenten wie Burial ist man es so gewöhnt, dass Gesang verhackt und untergemischt wird, dass man es, wenn sie mal wieder im Vordergrund stehen, als “antiexperimentell” ansieht.

SBTRKT hat Dubstep aus dem Untergrund geholt? Bitch please. Da hab ich ja mehr für getan.

Ich würde nichts an getaner Arbeit SBTRKT zuschreiben wollen. Er ist, genauso wie Jamie Woon einfach kalkuliert (und zwar mit höchster Wahrscheinlichkeit von dem Label, auf dem SBTRKT erschienen ist: Young Turks, die schon The XX, Sampha und nicht zuletzt Creep auf der Rolle haben – alles neue Acts, die sich irgendwo in diesem Bereich der Musik befinden). Und ich finde es sogar sehr gut: die Präzision des Sounds ist für andere Momente geeignet, als es Dubstep vor Monaten noch war. Ihn als Wegbereiter für ästhetischen Pop-Sound zu titulieren finde ich aber ein bisschen weit hergeholt. Wegbereiter sind für mich Produzenten wie Flying Lotus oder Hudson Mohawk, die schon mal eine intelligente, elektronische Ebene fanden, den musikalischen Ozean zu überwinden.

Die Musiknazis unter uns möchten jetzt mit Scheisse werfen, weil sie der Meinung sind, dass dies und das kein Dubstep ist, das ist zu Kommerz, das nächste zu Pop, und ach, wie langweilig. Das ist nicht Kern der Diskussion: Kern ist, wohin es geht. Und was kein Dubstep ist (oder von mir aus auch kein R&B, wobei ich selten jemanden erlebe, der R&B verteidigt), muss ja nicht schlecht sein; es braucht nunmal Zeit, um solche Titel wie “Post-Dubstep” zu vergeben und darauf zu hoffen, dass sich jemand was besseres einfallen lässt.

Und dann gibt es ja auch noch den harten Angriff von der anderen Seite, denn die ästhetische Vorgabe mag aus England kommen, aber der wichtige Knackpunkt ist in den USA geboren: auch der R&B bedient sich, und das nicht zu bescheiden. Der Kanadier Abel Tesfaye, der hinter dem Alias “The Weeknd” steht, hat schon etwas länger begriffen, dass die Summe aus Chillwave-Atmosphäre, Hip Hop Lyrics und englischen Breaks wunderbar funktioniert. Oder etwa die Schweden jj, deren Songs sich anhören wie vom Nebel verdichtete Träume, übersungen von einer süßlichen, weiblichen Stimme – und diese Stimme bedient sich hauptsächlich der Lyrics kontemporärer US-Rap Songs.

Es sind nicht mal mehr Remixe – es sind Interpretationen, Reworks, Rekontextualisierungen von Außen. Sie nehmen sich das, was sie im Fernsehen und im Radio hören (und in ihrer Jugend/Kindheit gehört haben) und mischen es mit ihren kostengünstigen Synthesizern und Mix-Programmen auf Apple Produkten rund. Das sind die Produzenten von heute. Addiert man darauf den konventionellen R&B, der sich hier und da die Spritze der Innovation setzt (Künstler wie The-Dream stehen ganz oben auf meiner Liste der wichtigsten kontemporären Urban Music Künstler, was vielleicht auf ersten Blick nicht ersichtlich ist), so erkennt man dass es sogar viel mehr als nur zwei oder drei parallele Entwicklungen sind: scheisse, die Entwicklungen selbst laufen ineinander und haben nicht mal mehr Zeit sich vollständig zu entfalten, bevor sie in den nächsten Mixer geworfen werden (und das dann auch von allen Beteiligten, international).

Vielleicht war es auch das latente Verstecken hinter dem Konsens “wenn es ironisch gemeint ist, darf man es auch” – vielleicht wurden R&B Samples mit stark dominierenden Vocals experimentell mit dem Vorortprodukt Dubstep vermischt, weil sich die Arbeit nicht mehr für ihre Queerness schämen muss. Everything goes.

Diesen Prozess der sich vermischenden Einflüsse und Inspirationen hat für mich einen immensen Wert. So sehr ich den minimalen, fast schon beruhigenden Techno Berlins Liebe, irgendwann kann man mich nicht mehr mit Drogen betäuben und mir erzählen dass es jetzt genau das richtige ist, 8 Stunden lang auf dem gleichen Beat zu tanzen. Irgendwann ist damit Schluss. Und das haben auch viele DJs in der Stadt schon kapiert. Zwischendrin blitzen kleine große Songs aus, die man sonst nur “aus dem Internet” kennt.

Wie gesagt, all das passiert nun unabhängig von lokalen Grenzen, denn die Musik spielt sich auf Plattformen wie YouTube und Soundcloud ab. Immer mehr und mehr mischt sich die Vergangenheit mit der Gegenwart (die Retromanie scheint kein Ende zu nehmen), aber wie verrückt, dass sich die Gegenwart mit… der Gegenwart selbst vermischt! Bei dem Gedanken an die Explosionen, die hier kulturell noch stattfinden werden, kriege ich Gänsehaut. Aber auch Angst: denn noch gehören zum Mischen von Einflüssen nunmal die Einflüsse selbst. Rein subjektiv beobachte ich gerade eine Tendenz zum “Verwaschen” aller Inspirationen, die aus dem Leben selbst stammen, sprich: aus Erziehung, Umgebung, sozialem Stand und all den anderen Faktoren, die dazu gehören. Wenn unsere Charts in einigen Jahren von den Trends im Netz regiert werden, was bleibt dann in den darauffolgenden Zeiten noch, um darauf aufzubauen? Spielen wir das Spiel durch: je jünger das Internet wird, und je weiter es sich ausbreitet, wie viel Raum für Kreativität bleibt dann noch ohne einen leeren Fleck im Individuum?

Divine Interface: I grew up on bass-heavy Southern Country rap – Cash Money Millionaire stuff, or Pastor Troy, or DSGB (Down South Georgia Boys), Three Six Mafia. But being a child of the internet, I was soaking in all kinds of media growing up – I was in a hardcore band, I was into jazz, I was collecting records. I remember once reading an interview with Flying Lotus and he talked about UK dubstep, so I got big into people like Burial and James Blake. Then I found all the LuckyMe stuff – Hudson Mohawke, Rustie, Lunice. Those dudes are really tripping me out, because you can tell they listen to rap music too. It’s all on the same page, just in a different city.

Kids in South London in what’s considered the hood are just making music with whatever they have – and it’s the same with the kids in Atlanta, making trap-rap beats on Fruity Loops. That’s essentially where the Ghetto Lo-Fi came from. When you listen to rap demos or rap mixtapes in the South, it sounds like it was recorded in someone’s living room. It’s got that rawness to it. But when we found all the bedroom pop producers like Ariel Pink and Washed Out called that “lo-fi” – to us, it sounded like the same thing. Same raw edge. (Dazed Digital)

Jeder, der einen vielschichtig geführten Feedreader besitzt oder im Internet arbeitet merkt selbst, wie stark die Tendenz zum Einheitsbrei ist: immer sind es überall die gleichen Themen. Wie können wir Kultur, oder spezifisch: Musik, davor bewahren, sich in einer Uniform zu verstecken? Ist das überhaupt ein realistisches Problem, oder nur meine ganz persönliche Medien-Dystopie?

Acts wie Death Grips geben mir Hoffnung darauf, dass es nicht so sein muss. Ich glaube jedem, der sagt, dass das die furchtbarste Verstümmlung von Breaks und Raps ist, die er je gehört hat. Für mich ist das die ultimative Euphorie, denn es ist innovativ und neu und stellt euch vor, wie ich verrückt werden würde, wenn das mal ein risikofreundlicher DJ im Bumsbunker spielen würde! Und gleichzeitig freue ich mich auch darauf, dass Lovestep nach einigen Jahren des unterschwelligen Herumduseln in irgendwelchen geheimen Locations in London es auch endlich in das Gehör aller Passanten schafft.

Lovestep – meine aktuelle Lieblingsabzweigung – es ist nichts anderes als emotionale Musik, auf die man tanzen kann. Irgendwo zwischen 120 und 140 BPM. Jungs wie Jacques Greene können das ziemlich gut. Der kommt aus Kanada, also ganz weit weg von England. Aber das ist völlig egal, denn alles, was er braucht, um diesen Sound zu machen, ist eine gute Internetverbindung.

This article has 16 comments

  1. Chris

    Sara, du bist genial. Genau für sowas liebe ich (Dich) Deine Texte… ;)

    Ich hab gestern auf progolog.de von Johannes etwas, zwar sehr abgekürzt gelesen, das hat mich auch schon sehr geflasht und trifft inkl. deinem Text genau den wunden Punkt der mir seit Wochen so schmerzt.

    Ich zitiere Johannes: “Postdubstep sprießt aus dem Boden wie Unkraut. Nach James Blake versuchen viele eine ähnliche Magie, wie die des Briten, mit ihrer Musik einzufangen. Die Grenze zum Kitsch ist omnipräsent. Die Bezeichnung Unkraut ist bislang nur einigen Artists, bzw. Releases zuzuschreiben. Daher bleibt zu hoffen, dass die Trendwelle Dubstep bald ein Ende hat und das Genre wieder seinen Weg in den Untergrund findet.”

    Vielen Dank dafür!

  2. HecPac

    mit diesem track emphiehlst du dich für die spex; die mögen dort solche sich-im-detail-verlierer mit hypersubjektivität am rande der nachvollziehbarkeit. hat spass gemacht.

    (btw: dein syrien-eintrag auf a&p hätte auch eine verlinkung hier verdient, so triple a, wie er ist.)

  3. skFFM

    Tupac und Biggie mögen wie ein händchenhaltendes Pärchen, das gerade auf einem weißen Einhorn den Strand heruntergaloppiert wirken, aber beim Endgegner Busta Rhymes steht auch Dubstep & all his friends an sonnigen Tagen in einer Pfütze.

  4. Post Dubstep Blog

    Yeaaah, danke für die Verlinkung. Hammer Artikel und sehr gute Musikauswahl. Also wenn du für uns mal schreiben willst dann sag bescheid. Wir sind ja bald Magazin.
    xx
    K

  5. NeverSawAvatar

    Erstmal danke für diesen guten Artikel. Er erfasst sehr gut den aktuellen Trend und die Entwicklung.

    Als alter Hase muss ich nun aber doch ein wenig meinen Senf dazu geben. Ich bin nicht so ganz d’accord, aber das ist halt immer so mit persönlichen Beurteilungen von Musikstilen und der Musiklandschaft, besonders bei der derzeitgen stark elektronischen, von Mashups dominierten Musik.

    Musik ist immer in einem Zwiespalt von Musikern, die Stile erhalten und konservieren und Musikern, die Grenzen sprengen wollen und gerade letzteres ist das, was die enorme Dynamik von Musik für mich ausmacht. Bei eleltronischer Musik ist es meiner Meinung nach besonders schwer, Stile klar zu trennen. Der Stil an sich ist sehr stark von der technischen Entwicklung und den Geräten geprägt. Alleine schon bei der Stilbezeichnung gibt es starke Diskrepanzen. Was du als Lovestep bezeichnest, würde ich einfach Ambient mit etwas Up-Tempo Beats bezeichnen.

    Fange ich mal von hinten nach vorne an. Lovestep. Schöne Bezeichnung für das, was sich für mich wie irgendwie wie z.B. Nightmares on Wax anhört. Überhaupt wirfst du mir zuviel in die Dubstep-Ecke. Das sind viele Stile schon lange neben Dubstep exisiteren, sich allerdings neuerdings durch das Internet größerer Beliebtheit erfreuen, genau so wie Dubstep.

    Death Grips innovativ? Ja, aber nicht neu. Hört sich für mich irgendwie an wie Antipop Consortium(Ghostlawns!!!!) oder Grime von vor 8 Jahren :D siehe Dizzee’s erstes Album, Boy in da Corner. Diesen Stil gibt es schon lange, jedoch können sich das meiner Meinung nach nur sehr Musik-affine Menschen anhören. Wie du richtig sagst, manchen mag es wie eine furchtbare Verstümmelung vorkommen. Wer wirklich freshe Musik will, der bekommt sie hier.

    The Weeknd, Flying Lotus usw. großartige Leute, die wirklich mit dem Synthie im Blut geboren zu sein scheinen. Da Stimme ich dir 100% zu, defintiv eine neue Dimension von Stilen wie RnB.

    Was mir aber in deinem Artikel etwas fehlt: Frankreich. Ok, das mag vielleicht daran liegen, dass ich Labels wie Ed Banger Records einfach liebe, aber man muss ihnen eingestehen, dass sie das “Rockbar” in Ekektro gebracht haben. Künstler wie z.B. Mr. Oizo werden nur selten genannt, scheinbar sind die Beats zu “flach”. Die Pariser Musikszene greift schon immer Trends intelligent auf oder schafft sie selber. Kennern sollte wohl Uffie und ihre schlechte Kopie Ke$ha ein Begriff sein. Ein schönes Beispiel wie sich Kreativität in eine popkonforme Presswurst verwandeln lässt. Oder z.B. Gesaffelstein, ich habe selten so aggressive Elektromusik gehört.

    Das gerade bei allen Künstlern ein Trend zur Emotionalisierung umgeht, ist ebenfalls unbestritten, da ist für mich James Blake nur die Spitze des Eisbergs. Wer am Puls der Zeit sein will, muss gerade auf den Zug aufspringen. Siehe z.B. Justice’s neuere Werke. Sehr viel melodischer und emotionaler wie bisher, ok, wobei sie da wieder in der Tradition des frz. elektronischen Funks zu sehen sind. Aber die Emotionalisierung zieht sich gerade durch mehrere Musikstile und selbst die Popmusik, wie ein grüner Faden. Die Abkehr von Gute-Laune-Nonsense. Mehr Reflektion der Gegenwart und der Realtität.

    Hiermit schließe ich mein Gelaber ab: http://www.youtube.com/watch?v=_9iBI3CFjss

  6. dennism

    Danke für den guten Ein-, Aus- und Überblick und natürlich den authentischen, wortgewandten Schreibstil.

  7. N

    Danke für eine Einsicht in eine (für mich) neue Musikwelt..Mir persönlich gefällt Burial supergut..Gruesse aus Bristol (150 miles von London)

  8. Pingback: Nitty Scott MC vs. The World | dragstripgirl

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