Gestern wurde Lars Vilks, der schwedische Künstler, der damals den Propheten Mohammad als Hund gezeichnet hat, in Uppsala von ungezügelten, naja, “Moslems” attackiert. Ich setze das ganz absichtlich in Anführungszeichen, weil die sich maximal selbst als Moslems bezeichnen. Würde ihnen ja doch viel lieber die Bezeichnung “Evolutionsbremsen” geben.
Ich gehe jetzt das große Risiko ein, von allen möglichen Fronten angegriffen zu werden, aber ich habe es satt mich wegen solchen blutpissenden Vollidioten für meine Religion, für meine Kultur und für meine Taten zu rechtfertigen und das, obwohl ich noch nicht mal was getan habe. Ich habe es satt, dass man es meinen Eltern schwer macht, obwohl sie ganz stinknormale Menschen sind, die niemanden missionieren wollen, die eine Familie haben, die ein Leben haben wie das von unserem guten deutschen Nachbarn Rainer. Mit dem Unterschied, dass Rainer Bier trinkt, und meine Eltern Tee.
Lars Vilks, the Swedish cartoonist who drew Mohammed as a dog, was recently told that a scheduled lecture on free speech, to be held at Jönköping Högskolan, would be canceled due to “security concerns.” This, of course, is a common evasion, intended to protect the brittle sensibilities of Muslim students while supposedly standing four square behind the right of free speech.
Alas, the administrators in Jönköping had a point. During a lecture in Uppsala today Vilks was attacked by a pack of feral fundamentalists, one of whom managed to headbutt the artist and break his glasses. Police intervened and waged a short battle with the religious nutters who can be heard in the video below, captured by the newspaper UNT, shouting Allahu Akbar! The AP has a quick report, explaining that “Uppsala University spokeswoman Pernilla Bjork said Vilks was showing a provocative film with sexual content to the crowd when the attacker ran up and hit him in the face with his fists.”
Das Video ist dabei selbst aber noch das größte Problem, weil es als Pauschale in Erinnerung bleibt, und nicht als Ausnahme-Veranstaltung. Mainstream-Moslems sind mit Sicherheit nicht mit Wut angefixte, radikale Massenmörder. Aber das wäre ja auch keine lohnenswerte Schlagzeile: “99% aller Moslems bleiben zu Hause, tun nichts” Naja. Macht ja auch alles einfacher, wenn es über einen Kamm schieben darf, so mache ich persönlich am liebsten. Lang lebe das Klischee! Solche Diskussionen gibt es aber zu Hauf, darum geht es mir gar nicht…
Ich möchte nur sagen: ich schäme mich wirklich für diese Menschen. Und ich mag zwar nicht der beste Moslem sein (und das bin ich mit Sicherheit nicht), aber das wird’s wohl nicht sein. Prophet entwürdigt? Ich frage mich, in welche Kategorie dann “Menschen umgebracht” dann im islamischen Sinne wohl fällt, und ob das nicht auch den Propheten entwürdigt (das war eine rhetorische Frage und ich kenne die Antwort)…
Vielleicht, um doch noch ein bisschen Bildung hier reinzupacken: das Problem mit den Bildern des Propheten hängt damit zusammen, dass nicht das Bild selbst angebetet werden sollte (das gilt übrigens auch für Allah), sondern nur eben die “Idee”, das Konzept von Allah/Prophet- es gibt kein Bild. Es ist also kein Problem für den Nicht-Moslem, das Bild zu malen, er ist sowieso nichtgläubig. Aber die Fraktion der falschliegenden Diplomislamisten können’s ja wieder nicht sein lassen. Ironie: dass sie sich so über ein Bild vom Propheten aufregen ist ja genau das, was eigentlich verboten ist, nämlich Götzenglaube. Wir kommen zu dem Schluss dass es keine richtigen Moslems sein können, weil sie sich nicht mal in ihrer eigenen Religion auskennen.
Und um persönlicher zu werden: nichs lässt bei mir so schnell die Kotze hochsteigen wie der Wahnsinn “Allahu Akbar” schreiender Hirsche. Gerade irgendwo noch mitbekommen, dass jemand sich vorstellt, sie würden “Admiral Ackbar!” rufen, ich glaube das werde ich mir ab sofort auch einreden um mich nicht ständig davon überzeugen zu müssen, dass diese Menschen mit mir nichts gemeinsam haben.
Interessant ja auch, dass das in Schweden irgendwie so aussah wie eine Demo von den Grünen mit 20 Teilnehmern, halb-agressiv und irgendwie nervig, aber keineswegs wirklich gewalttätig (sah man zumindest nicht so auf dem Video). In den USA wären dabei mindestens sechs Menschen gestorben und drei Terroristen zum Verhör nach Guantanamo gebracht worden. Das letzte Mal, dass ich vor so einem radikalen Vollpfosten stand, konnte ich nicht aufhören zu lachen und ihn gefragt, ob er schlecht gebumst hätte in der letzten Nacht oder warum er so wütend wäre. Hab mir fast eine gefangen, hat sich aber gelohnt, weil es wahrscheinlich stimmte. Idiot.
3, 2, 1… Moslem-Trolls, beginnen sie jetzt, mich als Schande für den Islam zu bezeichnen.

du sagst es ja selber, menschen begreifen dinge unterschiedlich. solch eine diskussion rational zu führen ist kaum möglich, da wir um zwei fragen nicht herum kommen:
1. die glaubensfrage
2. die kulturelle (und emotionale) ausprägung und konsequenz eines glaubens.
ich bin nicht gläubig. ich interessiere mich auch nicht für den glauben an sich. ich interessiere mich für die kultur, die auf einem glauben aufbaut mit millionen von interpretationen der “individuen”.
mir gefallen viele standpunkte einfach nicht. weil ich sie nicht nachvollziehen kann. ich verstehe nicht, wieso sich religionsanhänger, die du hier erwähnst, darüber aufregen, dass ein dänisches käseblatt den religionsstifter des islams satirisch darstellen. und ich verstehe nicht, dass es ein dänisches käseblatt überhaupt eine satire über mohammed anstiftet, wenn doch mit einem bisschen recherche ganz klar ist, dass das mit dem bildnis im islam etwas anderes ist, von der respektlosigkeit, wie sie dort nun mal geesen wurde, mal ganz abgesehen.
radikalität ist in jedem kulturellen zweig auf diesem planeten eine andere form. wir begreifen manches als primitiv.
aber im großen und ganzen sind wir einfach nur in einer spirale gefangen, die genährt wird von aufhetzung, herdenverhalten, fehlinterpretationen und mangelndem interesse an den kulturellen kernausprägungen einer religion, die uns fremdartig vorkommt.
@B: “Menschen begreifen Dinge unterschiedlich”: meiner Meinung nach wird Religion vor allem als Rechtfertigung begriffen für Dinge, die sonst nach dem Gesetz nicht möglich wäre. Es ist ganz einfach: wer seinen eigenen Gesetzen folgt, befindet sich in moralischen Zonen, die nicht mehr zu diskutieren sind (was vielmehr mit der Irrelevanz und Schwachsinnigkeit vom Konzept “Moral” zusammenhängt als irgendetwas anderes).
Was die Glaubensfrage betrifft kann man sich durchaus einig sein: wer glaubt, der glaubt, und wer nicht, der halt nicht. Jeder lebt in seiner kleinen Seifenblase an Realitäten. Leider ist es eben die AUSLEGUNG, die falsch ist, und die, wie du es schon erwähnst, kulturelle Konsequenz. Aber es gibt halt Grenzen und die müssen klar definiert werden.
Mir kommt die Religion ja auch nicht fremd vor, mir kommen Menschen fremd vor, die anderen Menschen weh tun können wegen ANSICHTEN. Wenn du da den Deckmantel der Religion abstreifst findest du’s auf einmal nicht mehr schlimm, wenn ein dänisches Käseblatt sich in irgendeiner Art und Weise darüber lustig macht, weil es sich über genau die Menschen lustig macht, die scheisse bauen (und weil es eben, wenn man die korrekte Fassung nimmt, eben auch nicht verboten ist).
“meiner Meinung nach wird Religion vor allem als Rechtfertigung begriffen für Dinge, die sonst nach dem Gesetz nicht möglich wäre.”
Religion wird sicherlich AUCH dazu “missbraucht” um dinge zu rechtfertigen, die sonst nach dem gesetz nicht möglich wären. Aber “vor allem”, ich weiß nicht, dass sehe ich persönlich nicht so. Ich kann diese pauschalisierung eben nicht überprüfen.
“Es ist ganz einfach: wer seinen eigenen Gesetzen folgt, befindet sich in moralischen Zonen, die nicht mehr zu diskutieren sind (was vielmehr mit der Irrelevanz und Schwachsinnigkeit vom Konzept “Moral” zusammenhängt als irgendetwas anderes).”
Das ist jetzt das Anhängsel des ersten Statements, das ich grade kommentiert habe und ich sage dazu: okay, deine annahme fühlt sich zumindest nicht falsch an, aber es bleibt eine annahme,s:
du sagst: religion wird als rechtfertigung für dinge benutzt, für die es keine gesetze gibt. also folgen diese menschen VOR ALLEM ihren eigenen gesetzen.
habe ich das richtig verstanden? wenn dem so ist, dann frage ich, ob es nicht möglich ist gesetze zu befolgen und gleichzeitig an dinge zu glauben, die nach einem profanen gesetz nicht funktionieren oder andersartig funktionieren?
“Was die Glaubensfrage betrifft kann man sich durchaus einig sein: wer glaubt, der glaubt, und wer nicht, der halt nicht. Jeder lebt in seiner kleinen Seifenblase an Realitäten. Leider ist es eben die AUSLEGUNG, die falsch ist, und die, wie du es schon erwähnst, kulturelle Konsequenz.”
Nein :). wer glaubt, der glaubt,wer nicht glaub, der nicht ist das eine. das sagt ein mensch, der kulturellen weitblick hat. das sehen sicherlich auch einige christen so oder moslems. viele aber nicht. für viele ist der glaube nicht so ruckzuck abgefrühstückt und genau diesen standpunkt meinte ich. ein moslem aus einem kleinen dorf in irgendeinem land, ein bauer oder was weiß ich wird auf den christlichen glauben nicht so relaxed reagieren, wie du es grade gemeint hast.
und welche auslegung ist falsch? sind die auslegungen bei dir falsch? oder bei den anderen? du sagst das so einfach, als wäre es weltweit bekannt, was falsch und richtig ist. wie wir aber sehen, ist es das nicht.
ansonsten müsste jeder auf die straße gehen, der die scheiße guantanamo schon mal in der zeitung gesehen hat. dann müssten auch backpfeifen an alle verteilt werden, die in einem islamischen staat jubelnd und feiernd auf die straße gehen, wenn irgendwo im christlichen westen ein haus in die luft fliegt.
wo ist denn die auslegung falsch, wenn es in den wurzeln um glauben geht? an welcher stelle? an “deren” stelle? keine ahnung, ich würde da mit vorsicht mir einen klaren standpunkt anziehen.
“Mir kommt die Religion ja auch nicht fremd vor, mir kommen Menschen fremd vor, die anderen Menschen weh tun können wegen ANSICHTEN.”
mir kommt die religion fremd vor, die kultur, nicht die menschen. weil die menschen sich so verhalten, wie man es ihnen beigebracht hat und wie die kultur dort eben ausgeprägt ist. ich könnte klar sagen, gewalt ist gegen den gesunden menschenverstand, aber wir wissen beide, dass das nicht die wahrheit ist, s.
die wahrheit ist, gewalt gehört zum menschen. und das führt nun mal zu ungerechtigkeit. wir können dagegen vorgehen, es verurteilen, auf jeden fall.
aber mir kommen die menschen damit nicht fremd vor. ich schätze, hinter jeder gewalttat steckt ein grund. irgendwo. das rechtfertigt nicht die gewalt, niemals, aber dennoch gibt es gründe dafür.
den deckmantel der religion kann ich im falle der mohammedkarikaturen nicht abstreifen. er ist der glaubensstifter des islams. das bleibt auf ewig so konnotiert ;) .
@B: Ich sehe schon, meine Zuneigung Superlativen gegenüber bricht mir mal wieder den Argumentationsgrund weg– meine Kommentare sind gerade in eiliger Hast verfasst, also sorry für etwaige unausgeführte Gedanken.
Kurz zu den Auslegungen: ich habe gerade ausschließlich vom Islam gesprochen, aber ich weiß, was du meinst- Auslegungen sind subjektiv und woher weiß ich, dass nicht meine eigene falsch ist? Ich sehe den Unterschied hauptsächlich darin, dass ich die Religion nicht nutze, um über die Grenzen anderer Menschen zu treten. Vielleicht hängt der Gedanke mit dem Umfeld zusammen, in dem die Leute aufwachsen, wäre ich in Palästina unter diesen Umständen hätte ich auch große Lust Steine zu werfen.
Ich meine viel eher denselben Kulturkreis mit denselben Bildungsstandards die dann die Religion verwenden um eine Rechtfertigung zu suchen. Dass da Gründe hinterstecken mag sein, aber wie schon erwähnt: wo sind die Grenzen?
Verwirrte Kommentare Galore..
Guter Beitrag, Sara.
Zu diesem Thema fällt mir noch das hier ein:
> http://www.youtube.com/watch?v=FRKg-9yN930
Sind fünf Teile und die Untertitel kann man rechts unten aktivieren.
Hier ist der Wikipedia-Artikel dazu.
> http://de.wikipedia.org/wiki/Brandanschlag_von_Sivas
Ich bin gerade auf der Arbeit, wenn ich es nicht vergesse, werde ich mich später noch weiter zu diesem Thema äußern.
Nicht-Moslems sind da immer zurückhaltent und wollen nichts falschen sagen.
Wundervoll dargestellt was auch mich an Moslems ankotzt, auch wenn ich selber einer bin.
Diese leute nutzen ihre Religion nur dafür aus um ihre (überaus bekloppten) taten irgendwie rechtfertigen zu können und tragen nur dazu bei das nicht Moslems ein schlechtes Bild von “uns” bekommen.
Hey Sara,
ich verstehe dich da sehr gut. Ich bin selbst Christ, aber komplett gegen die katholische Kirche. In den letzten Wochen und Monaten hat sich in der Bevölkerung auch das Bild “Pfarrer = pädophil” eingeprägt, obwohl wahrscheinlich nur ein sehr geringer Teil der Geistlichen solche Neigungen hat. Verallgemeinerungen dienen, genau wie Modelle, zur einfacheren Handhabung von Sachverhalten. Zumindest mir ist schon klar, dass “der gemeine Moslem” (Verallgemeinerung!) nicht radikal und gewalttätig ist. Ich denke, dass das 99% der Christen genauso sehen. Vollpfosten gibt´s und den Moslems genauso wie unter den Katholiken, unter den Westdeutschen genauso wie unter den Ostdeutschen und bei den Metzgern genauso wie bei den Bänkern. Du persönlich brauchst dich nicht wegen ein paar Vollhonks für deinen Glauben bzw. deine Religionszugehörigkeit schämen.