1. Shit happens

Im Internet ist es sehr leicht, schnell ein Urteil über andere Menschen zu fällen, weil sie sich virtuell auf eine bestimmte Art und Weise geben. In der Realität ist es dann aber anders: da würde ich den meisten Leuten zwar gerne eine Ohrfeige verpassen – für Sexismus, Rassismus oder was es auch heute wieder ist – aber ich nicke es mit einem traurigen Lächeln ab, “irgendwie können die nichts dafür, es ist das System”. Welchen unterschwelligen Denkfehler hinter Worten stecken, und welche Urteile wir deshalb bilden, das sind alles Themen, die mich zwar betreffen, über die ich aber nicht mein Leben lang nachdenken kann, diese Bürde überlasse ich anderen. Jeder Mensch sollte den Anspruch haben, sich nach seinen eigenen Maßstäben weiterzuentwickeln, in Sachen Charakterstärke, Bildung, Zwischenmenschlichkeit. Jeder lernt im Laufe der Zeit für sich selbst, was richtig und was falsch ist, so auch ich. Ich mache Fehler und sehe Fehler in anderen, ich werde aber niemanden verurteilen, solange ich es nicht verstehe und solange ich keine Lösung sehe. Vielleicht ist das Ignoranz. Aber so ist es halt.

riot

Es ist nicht meine Aufgabe, Superheld zu sein. Und wenn sich Leute über offensichtlich nicht ernsthafte Themen ernsthaft echauffieren, dann mache ich mich – normalerweise – über sie lustig, in dem ich nackt auf ihren Tischen tanze und Holla die Waldfee rülpse.

So ist das in meiner eigenen kleinen, bescheidenen Welt. Und der will ich manchmal schlicht und einfach entkommen: in eine Welt, in der es einfach nur lustig ist, Kommentare zu schreiben, die sinnlos und wertlos sind. In eine Welt, wo nicht jedes Wort nach seiner Ernsthaftigkeit gemessen wird, sondern nach seinem unterhaltungswert. Ist es amüsant, sexistisch oder rassistisch zu sein? Lasst uns alle kurz die Luft anhalten: ja, manchmal ist es das. Nicht, weil die jeweilige Zielgruppe es verdient hat, dass man sich über sie lustig macht, sondern weil man konkret Vorurteile und Klischees bedient, die veraltet und surreal sind und eine Karikatur dessen, was wir in Arroganz gerne mal vorführen möchten. Die meiste Zeit machen wir uns dabei über uns und unsere eigenen Makel lustig. Ich will es anders ausdrücken: dragstripGirl.de, genauso wie alle anderen Blogs die ich davor patroullierte, erhebt keinen Anspruch auf Political Correctness für dumme Menschen. Und wenn wir ernsthafte Kolumnen schreiben wollen, machen wir ein Voluntariat bei der FAZ. Entweder man kann halt darüber lachen, weil man verstanden hat, worum es hier geht, wie es gemeint und dass The Onion keine echte Zeitung ist, oder man findet den Humor dahinter überhaupt nicht gut.

a) Trotzdem kann man uns den Humor nicht absprechen.
b) Trotzdem heisst das nicht, dass man uns – als Menschen – auf unsere Texte reduzieren könnte.
c) Trotzdem lassen wir uns gerne auf Kritik ein, und wollen versuchen, bei all dem klar zu vermitteln, dass wir absichtlich übertreiben, polarisieren und provozieren, um gewisse Reaktionen zu erhalten.

2. Shit happened

Here’s the thing: B. hat vor kurzem einen Beitrag über “lesbische Liebe” veröffentlicht und das hat, naja, ein bisschen Aufsehen auf feministisch positionierten Blogs erregt. Seht ihr, wenn es nur darum ginge: kein Problem. Wir kommen mit Kritik klar. Aber ich bin mega enttäuscht von dem, was es eigentlich war: nämlich ausschließlich Hetzerei. B wollte zwischenzeitlich den Beitrag runternehmen, dann hat er ihn passwortgeschützt, und das alles hat mich einfach echt wütend gemacht: wo sind wir denn hier? Ja, wir haben darum gebeten, dass die Posts über Bs Beitrag doch bitte runtergenommen werden. Aber nicht wegen der angeblichen Kritik, sondern weil wir keinen Bock, keine Zeit und keine Energie haben uns mit männerfeindlichen und völlig taktlosen, manchmal geradezu aggressiven und beleidigenden Kommentare & E-Mails zu beschäftigen. Dieser vemeintlich kritische Beitrag ist nun auch wieder online, samt Link zu uns. Wisst ihr was? Ich spare mir einen Link zu euch, ich brauch keine wütende Horde auf euch zu hetzen. Ihr könnt schon stolz drauf sein, dass ihr hier überhaupt eine Reaktion provoziert habt. Und das hauptsächlich, weil ich mich für euch schäme.

Aber ich bin nicht nur wütend, ich bin auch verunsichert. Weil ich nicht weiß, wie ich reagiert hätte, wenn der Beitrag irgendwo anders erschienen wäre. Weil ich nicht weiß, ob die Kritik nicht doch irgendwo Hand und Fuß hat und ich B. jetzt vielleicht selbst kritisieren muss– es nur nicht tue, weil ich ihn kenne. Und weil ich selbst darüber gelacht habe. Darüber gelacht. Als Frau. Als Frau, die durchaus für das Thema Sexismus sensibilisiert ist. Als Frau, die selbst das Kotzen bekommt, wenn irgendwelche dummen Kühe mitten auf einer Party stehen und sich gegenseitig den Rachen klären, damit sie am Ende des Abends den richtigen Macho mit nach Hause nehmen können (wobei ich  als unmündiges Wesen ja nur wütend werde, weil die besten Typen ja dann weg sind. Wo ist eigentlich mein Zuhälter?).

Ja, ich sehe es ein: Der Beitrag kann voll missverstanden werden, weil er pauschalisiert und damit in ein sexistisches Licht rückt. Aber: Der Text entwertet, egal wie man es dreht und wendet, nicht den sexuellen Akt zweier Frauen. Im Text wird auch nicht behauptet, dass lesbischer Sex nur da ist, um Männerfantasien zu beglücken, sondern dass Männer manchmal Idioten sind, weil sie ihren sexuellen Fantasien so nachhängen  (und da frage ich mich, aha, es ist also sexistisch, wenn man sich zwei Frauen beim Sex vorstellt, aber es ist wohl nicht sexistisch, wenn man einen Mann dafür verurteilt?).

Und jetzt ist da diese Allround-Entschuldigung: war ja nur Spaß. Und die wird natürlich nicht angenommen, weil wir wissen, dass solche Späße sich durch unsere Gesellschaft ziehen und in Generationen voller emotionaler Flachwichser enden, die Frauen wie Dreck behandeln– und nicht zu vergessen in Generationen von Frauen, die sich mit Stolz und Ehre auch wie Dreck behandeln lassen. Aber hier noch mal, damit ihr versteht, wieso diese Entschuldigung trotzdem stehen bleibt: weil wir hier keine zwölfjährigen Machos erziehen, sondern unsere Leser für intelligent genug halten, Fakt und Fiktion unterscheiden zu können. Das sind dieselben Leute, die sich kritisch mit Journalismus, Politik und Wirtschaft auseinandersetzen können. Und die, die es nicht können, die sich denken: “uhu, die sind voll sexistisch, das ist genau meine Liga”? Die wollen wir weder als Leser, noch als Kommentatoren, noch als Freunde. Und WIR können ihnen auch nicht mehr helfen.

Man, stellt euch mal vor, ihr hättet diese Kritik einfach mal anständig und ohne die Gewalt in den Wörtern geäußert– ich hätte mich darüber gefreut, und hätte entsprechend reagiert. Ich hätte mich so gerne auf eine Diskussion darüber eingelassen, wie sehr man sich mit der Kunst aus dem Fenster lehnen kann, wie dehnbar der Begriff des Humors ist und ob wir hier eine gesellschaftliche Verantwortung tragen, mit der wir umgehen müssen. Diese Diskussion führe ich stattdessen jetzt hier alleine, wütend und enttäuscht. Und wenn B. sagt, ok, lasst uns doch einfach einen Austausch führen, ich telefonier auch mit euch, ich mail euch meine Ansicht und lasse mich eines besseren belehren, aber verdammt, REDET EINFACH MIT MIR BEVOR IHR MICH SO RUNTERBUTTERT, dann wird das komplett abgeschmettert: nee, mit so einem wie dir reden wir nicht.

Ich fühle mich ja schon als Frau absolut von euch angegriffen, da frage ich mich, wie sich B. jetzt fühlt? Ein Typ, einer von sehr wenigen, der jeden Menschen, egal ob schwul, lesbisch, Mann, Frau, Furry oder Australier, in erster Linie als Mensch sieht, und nicht aufhören kann, das in jeder Situation des Lebens zu zeigen und zu betonen?

Ja, stimmt, woher sollt ihr das wissen? Ihr kennt ihn ja nicht. Und trotzdem habt ihr ihn eingehend als schlechten, sexistischen Typen beschrieben, weil er sich einmal über seine eigenen idiotischen Gedanken lustig gemacht hat, weil er ausgesprochen hat, was viele Typen denken und auch DAS als idiotisch darstellen konnte (und im Prinzip damit auf der Seite einer jeden Frau steht, die sich davon angegriffen oder beleidigt fühlen könnte).

3. Yeah, whatever

Also, wir fassen zusammen: ja, man konnte den Beitrag falsch verstehen. Und der Beitrag liefert genug Munition, um kritisiert zu werden. Ich kann aber nur nochmal betonen: das wurde er nicht. Er wurde nicht kritisiert. Es wurde einfach damit abgehakt, dass man sagte, ok, der B, der muss Sexist sein, und das ist ja abartig.

Merkt ihr was? Merkt ihr, dass ihr gerade etwas kritisiert, was ihr selbst nicht besser macht? Ihr verurteilt UNSERE Verurteilung auf derselben non-basis, mit dem selben Fehler, den wir angeblich gemacht haben! Und der wesentliche Unterschied? EURE Plattformen, Magazine, Blogs, whatever, HABEN TATSÄCHLICH DEN ANSPRUCH ERNST GENOMMEN ZU WERDEN.

… können wir das kurz einsacken lassen, ja? Wir haben mit dragstripGirl.de einen Blog aufgezogen, der manchmal ernste, manchmal intelligente, manchmal saudumme und meistens einfach völlig belanglose Themen behandelt, aber niemals, kein einziges Mal haben wir den Anspruch erhoben ernst genommen zu werden. Wir haben uns diese Verantwortung NIEMALS aufgebürgt, niemals. Aber ihr bezeichnet euch als Informanten, als starke, intelligente Frauen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen und sich Moral auf die Fahne geschrieben haben. Ihr habt ganz andere Leser als wir, und ihr werdet auch ganz anders wahrgenommen. Das ist auch verdammt gut so, und wir wollen euch eure Autorität da keinesfalls absprechen.

Ich habe nichts dagegen, wenn man uns scheisse findet, dass ist das gute Recht eines jeden. Ich lasse da auch gerne mit mir reden, und wenn ich merke, okay, ich habe hier meine eigenen Prinzipien über Bord geworfen und einen Fehler gemacht, dann stehe ich auch dazu und versuche das zu korrigieren. Zum Beitrag selbst kann ich nur nochmals betonen: ja, kritikwürdig. Nein, er wurde nicht angemessen kritisiert. Aber: Wisst ihr, was hier für Hatemail und obszöne Kommentare angekommen sind? Und ihr beschwert euch über UNSERE Kommentatoren? Nein, das hat nichts mit Zensur zu tun, das hat was mit einer gewissen Etikette zu tun, und ich lasse mich von niemandem beleidigen oder anschreien, der nicht verstanden hat, worum es geht.

Nochmal: der nicht verstanden hat, worum es geht.

Der nicht verstanden hat, worum es geht.

Worum es geht.

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Comments ( 26 )

[...] Nachtrag: S. hat auch noch Dampf abgelassen. Sexismus, Bitch. [...]

--replyReply to this comment meierrr.com | baby, du darfst schreiben, aber du musst gut aussehen dabei… added these pithy words on Dec 11 09 at 19:52

[...] Unsere Freunde Sara und Basti vom Dauerbrenner dragstripGirl mussten sich in dieser Woche mit Vaginatrollen in Form von Hardcore-Feministinnen herum schlagen, [...]

--replyReply to this comment AMY&PINK » Lost in Blogs #5 - Die digitale Rundschau added these pithy words on Dec 13 09 at 18:27

[...] Sexismus keine Relevanz. Genau wie der Mädchenblog hier auf Hasencore keine Relevanz hat. Nun ja, Sara hat sich auch noch zu Wort gemeldet. Ich möchte dazu nichts mehr dazu sagen, finde es nur Schade, dass manche Menschen  einfach die [...]

--replyReply to this comment Kurzhaarlesbe vs. Conan der Lesbenlüstling | Hasencore added these pithy words on Dec 13 09 at 21:22

.
Danke S.

PaulaLuca kommentierte am Dec 11 09 um 19:06 --replyReply to this comment

Ich habe die betreffenden Texte der Blogs gelesen und einen nehme ich ernst – diesen hier – Word!

Malte kommentierte am Dec 11 09 um 19:18 --replyReply to this comment

Mich nerven Menschen, die sich auf Gott komm raus und ungebeten als Sprecher für eine ganze Bevölkerungsgruppe ausgeben und dann auch noch blind Stunk machen müssen. Solchen arroganten Idioten ist einfach nur langweilig und sie wollen sich damit in den Mittelpunkt einer nicht geforderten Diskussion stellen. Da sind sie wieder: Meine geliebten Vaginatrolle. Butz, butz, butz.

Marcel kommentierte am Dec 11 09 um 19:44 --replyReply to this comment

Also so wie ich den bastih kennen gelernt habe, kann ich auch nur sagen: Was für ein dreckiger Sexist!

Scherz :D *gnihihi* Wo sind denn die entsprechenden Hater?! Links aus reinem Interesse mal bitte per Mail oder so. Aber solche Leute sind die lustigsten. Unwiderruflich in ihrer eigenen, verengten Musterwelt gefangen, aber von anderen die größte Weitsicht fordern, während ihr eigener Horizont sich auf ihrem Standpunkt ergötzt. Schlimm, wenn solche Personen dann noch Einfluss – in welchem Maße auch immer – haben. Aber nun ja…

@Marcel: Vaginatrolle *mwahahahaha*

Robby kommentierte am Dec 11 09 um 20:11 --replyReply to this comment

Nein, es wird keine Links geben. Die meisten wissen, worum es hier geht, und ich hab keine Lust, dass da am Ende vor lauter Lächerlichkeit auch noch ein Krieg in den Kommentaren ausbricht. Das ist die Sache nicht wert.

Und ich will auch nicht, dass hier irgendwer beschimpft wird. Das Thema Sexismus ist bei weitem nicht abgehakt und definitiv wichtig, ich finde es nur schade, dass diese intelligenten Menschen ihre Zeit damit verschwenden jemanden anzugreifen, der offensichtlich nicht ins Feinbild gehört.

Ich mag mich vielleicht nicht jeden Tag in das Bild der emanzipierten Frau katapultieren, noch bin ich hier besonders feministisch unterwegs, aber das spricht der ganzen Sache trotzdem nicht ihre Ernsthaftigkeit ab.

Was diese Personen dort besprechen und diskutieren ist wichtig und unter anderen Umständen wären das vielleicht auch Blogs gewesen, die in meinem Reader gelandet wären. Aber wenn es am Dialog scheitert, da frage ich mich, wie viel Authentizität dahinter stehen kann.

Der Beitrag wurde übrigens für MEINE Leser geschrieben, nicht für die Leser der entsprechenden Blogs. Und ich hoffe, ich kann euch da vertrauen.

S kommentierte am Dec 11 09 um 20:18 --replyReply to this comment

Respekt für den Beitrag, schön reflektiert wo die Probleme liegen.

Eigentlich ist nicht viel hinzuzufügen.
Die Protagonistinnen der Feminismusfront prügeln leider oft blind und hysterisch auf alles vermeindlich sexistische ein und treffen dabei auch die Falschen, wie in dem Fall (auch wenn ich jetzt nicht jedes Detail des Dramas nachgelesen habe).
Durch das Fingerpointing und die Anprangerungen mit “Gewalt in den Wörtern” wie du schön schreibst, kann sich halt unmöglich eine Diskussion entwickeln.
Im Gegensatz dazu haben die Beträge hier oft ziemlichen Tiefgang, auch wenn man den manchmal nur zwischen den Zeilen entdeckt. So gesehen finde ich, ist der Anspruch auf Ernsthaftigkeit genau umgekehrt wie von dir beschrieben.

fasel kommentierte am Dec 11 09 um 20:24 --replyReply to this comment

Es geht – zumindest mir – nicht darum irgendwelche Verbalkriege anzufangen, dafür ist mir (in dem Kontext) meine Zeit zu schade und gehe ich davon aus, dass bastih sich selbst “verteidigen” kann oder einfach darüber steht. Was ich aus anders gearteten “Konflikten” gelernt habe, dass ersteres die Mühe nicht wert, respektive ausweglos ist. Eben aufgrund der Tatsache, dass man selbst ja immer die absolute Weisheit und Erkenntnis gepachtet hat und nicht im Ansatz in der Lage zu sein scheint, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, geschweige denn auf eine Metaebene zu gehen. Verständlich, wenn man emotional getriggert ist und dann straight die Reiz-Reaktions-Autobahn entlang brettert, kann aber auch mal vor den Baum gehen.

Ich für meinen Teil war also lediglich an der Argumentation und Eskalation interessiert. Und will da weder mitmischen noch intervenieren (im Sinne von vermitteln). Denn das, was ich gelesen habe (Twitter), stellt für mich so viel Engstirnigkeit dar, dass jede Minute, die zum beiderseitigen Verständnis von bastih, dir Sara oder sonstwem eingesetzt wird, absolute Verschwendung ist. Das ist schade, aber nun einmal so. Und manche wollen scheinbar in ihrer Feindbildwelt weiterleben, unabhängig davon, ob es “bastih, der Sexist” ist oder irgendjemand anderes. Ist bei Religionen und intergruppalen Konflikten per se ja nicht anders.

Robby kommentierte am Dec 11 09 um 20:30 --replyReply to this comment

Ich kenn ein solches Verhalten nur von den Piraten (bei denen mir allerdings (fast) jedes Verständnis dafür fehlt) und von Gamern, die spätestens seit Emsdetten und Winnenden in eine Ecke gestellt werden, in der sie nicht sind, sich nicht sehen, und auch nicht sehen wollen. Die sich einfach nicht anders zu helfen wissen, als lautstark dagegen zu halten, und dabei auch mal über die Stränge schlagen. Insofern kann ich die Reaktion auch ein wenig nachvollziehen.

So. Und ich kenne über meine Ex auch die andere Seite, die Hardcore-Feministinnen, die alles sofort als Angriff auf ihre Fraulichkeit ansehen und bei alles und jedem sofort grundsätzlich dagegen halten, und dabei gar nicht merken, wie sackdoof sie eigentlich auftreten. Ja, es gibt nach wie vor Ungleichheit, ist halt so, ich würds ja ändern, kanns aber nicht nicht, aber wenn ich beim Du-weisst-schon-welcher-Contest in den Kommentaren lesen, dass Mädchen ja keine gute Bezeichnung wäre, weils ja herabwürdigend wäre, und es müsste ja Frau heißen… dann ist mir irgendwo auch klar, warum hier nicht mal fünf Minuten investiert wurden, um mal über den Tellerrand bzw. B’s Beitrag zu schauen, und zu merken, was hier eigentlich Sache ist.

Also: so what. B oder Du, ihr braucht euch für nichts zu rechtfertigen. Für gar nichts.

Jeriko kommentierte am Dec 11 09 um 20:32 --replyReply to this comment

Als Beobachter lese ich auf allen “Seiten” über Enttäuschung, Wut, mangelndes Verständnis und kann jede Sichtweise auch nachvollziehen. Im Netz haben solche Themen eine heftigere Dynamik als face to face – eine Runde Demütigung für alle. Wenn man sich nicht entgegenkommen möchte, so, wie B es meiner Meinung nach versucht hat, was aber als taktisches Manöver abgetan wurde, dann kann man die Angelegenheit immer noch als aufschlußreiche Erfahrung verbuchen. (Schachtelsatz rulez!) Ich jedenfalls, habe wieder einiges gelernt.
(Bei den NRRRDZ ist B seine Sache nun sogar im Radio)

HecPac kommentierte am Dec 11 09 um 20:50 --replyReply to this comment

HecPac: so ähnlich sehe ich das auch, obwohl ich das gerne auch friedlich klarstellen möchte. Ich sage ja nicht, dass wir/B. sich immer korrekt verhalten hat, was die Kritik angeht, und ich sage auch nicht, das wir super damit umgegangen sind und immer das nötige Verständnis an den Tag bringen.

Es wird wohl noch eine Antwort von entsprechender Seite geben, auf die ich gespannt bin. Und ich hoffe, dass wir diesmal einfach wirklich über das reden können, um was es hier ging: die Diskussion, ob sich Humor an sensiblen Themen auf diese Art und Weise und ohne die entsprechende Kennzeichnung vergreifen kann. Denn das ist mal ein interessantes Thema, dass mich antörnt.

S kommentierte am Dec 11 09 um 21:27 --replyReply to this comment

Als ich die Kommentare auf dem Blog XY zum ersten Mal gelesen hab gestern Nachmittag, dachte ich: Hilfe, von welchem Blog bzw welchem Beitrag sprechen die? Muss ja ein übles Arschloch sein. Dann hab ich gesehen um wen es geht. Und gedacht: Verdammt, haben die das wirklich nicht verstanden? Wie kann man einen Beitrag so missverstehen?

Ich mein, klar, man wird nie so gesehen, dass es der Realität irgendwie gerecht wird, aber dass gerade solche Menschen so mit dem Finger auf einen zeigen, so heftig reagieren und auf irgendeine Art und Weise so “engstirnig” sind, hätte ich nicht vermutet.

Manchmal denke ich, man sollte Leuten, die immer nur die Moralkeule schwingen, verbieten Blogs zu lesen, die in erster Linie der Unterhaltung dienen. Und ich kann an Unterhaltung nichts Schlechtes finden, auch nicht an der Art und Weise wie sie manchmal rübergebracht wird. Und ein Blog, der in erster Linie Unterhaltung und darüber hinaus ab und zu auch noch Wissen vermittelt, kann ich nichts schlechtes finden. Das sind mir die allerliebsten und so wird es auch immer sein. Wer das nicht versteht, tut mir leid.

Franzi kommentierte am Dec 11 09 um 22:07 --replyReply to this comment

Und entschuldigt mein Deutsch. So.

Franzi kommentierte am Dec 11 09 um 22:09 --replyReply to this comment

finde den beitrag sehr gut. vor allem, weil die reaktion der “feministen/innen” ;) sich recht einfach widerlegen lässt, was ja ganz einfach nicht zugelassen wurde. außerdem ist es sehr solidarisch, dass du die sicht der dinge nochmal als frau (so bescheuert das jetzt auch klingen mag) reflektierst und damit zeigst, dass nicht jedes weibliche wesen auf der ganzen welt gleich so ausrastet wie der mädchenblog.
achso: ganz kleine kritik (auch wenn das an der stelle krass unangebracht ist):
“Er wurde nicht kritisiert. Es wurde einfach damit abgehakt, dass man sagte, ok, der B, der muss Sexist sein, und das ist ja abartig.
Merkt ihr was? Merkt ihr, dass ihr gerade etwas kritisiert, was [...]”
unfreiwillig unglücklich formuliert ;) aber natürlich versteh ich was du damit sagen willst

tt kommentierte am Dec 11 09 um 22:27 --replyReply to this comment

oberflächlichkeit par excellence: wer ein wenig mehr B liest, kann den fragwürdigen artikel, der mich im übrigen beim chaosplanet schon zum schmunzeln gebracht hat, einordnen.

to01 kommentierte am Dec 11 09 um 22:52 --replyReply to this comment

Wer sich über den Text echauffiert sollte mal ‘Denn so ist das immer’ http://www.dragstripgirl.de/chaosplanet/denn-so-ist-das-immer/ lesen. Stammt aus derselben Feder und sollte all die MoralistInnen da draussen verstummen lassen (das ist übrigens der Text der mich hier hat hängen bleiben lassen).

Manche Welten sind eben sehr klein und die daraus resultierende Sicht so eng, dass ein Haar aussieht wie ein Satelittenbild von der Oberfläche des Jupiter. ‘Nuff said

stoertebeker kommentierte am Dec 11 09 um 23:02 --replyReply to this comment

Nachtrag: Ich schaue übrigens gerne durchs Mikroskop. Nur wenn man das ständig tut, läuft man immer gegen Wände.

stoertebeker kommentierte am Dec 11 09 um 23:13 --replyReply to this comment

Word! S. leider reichen meine 100 wörter immer nicht aus für deine diplomatie und dein wording. ich werd’s jetzt bei nem drink genießen. danke

B+ kommentierte am Dec 11 09 um 23:32 --replyReply to this comment

@S: Du schlägst den richtigen Ton an, besonders hier in den Kommentaren. Nun ebenso nebenan. Vielleicht klappts ja im zweiten Anlauf mit den Nachbarn.

HecPac kommentierte am Dec 11 09 um 23:33 --replyReply to this comment

Man, stellt euch mal vor, ihr hättet diese Kritik einfach mal anständig und ohne die Gewalt in den Wörtern geäußert– ich hätte mich darüber gefreut, und hätte entsprechend reagiert.

das hatt ich eigentlich vor, ich bin nur grad ein bisschen zu langsam für so internet-prozesse, und als ich dann am start war, hatte sich B in den kommentaren des feministischen blogs auch schon vom netten, interessierten typen zum entnervten bornierten entwickelt. ihr nehmt hier einen beitrag bei einem blog, der von wahnsinnig vielen leuten gelesen wird (ich glaube, es ist sogar der meistgelesene seines servers) in haftung für e-mails von irgendwelchen leuten. diese haltung verunmöglicht aber jegliche öffentliche diskussion: entweder man behält seine kritik also für sich, oder man schickt sie dem verfasser schön privat per mail. das ist doch quatsch.
und noch eine grundlegende klarstellung: ein sexismusvorwurf ist keine beleidigung. er wird nur zur beleidigung, wenn man selbst sexismus ablehnt. und dann sollte man eigentlich ein ernsthaftes interesse an einer klärung haben. das sehe ich bei B nicht.

laylah kommentierte am Dec 12 09 um 01:28 --replyReply to this comment

Laylah: Ich will und kann hier B. nicht für Dinge verteidigen, die er in Kommentaren auf anderen Blogs sagt. Ich denke, er ist alt genug, um das selbst zu tun, wenn er so will.

Und ich stimme dir zu, dass die Inhaberin des entsprechenden Blogs natürlich nichts dafür kann, dass die Leser auf einmal übelste Sachen hier rumgeschickt haben. Aber deshalb hat B. auch reagiert und gebeten, doch einfach nur den Link runterzunehmen. Was dann passiert ist? Anscheinend eine Art Fehde um Prinzipien, denn wenn die Kritik runtergenommen wird, dann muss auch unser Text runtergenommen werden. Aber unser Text hat euch/ihr keine Horden an Idioten rübergeschickt, die sie per Mail und sonstwas stalken, das war der wesentliche Unterschied. Um die vermeintliche Kritik ging es uns dabei in erster Linie gar nicht. Und ich verstehe jetzt nicht ganz, ob du meinst, dass man das deshalb nicht öffentlich machen kann, oder gerade deshalb öffentlich machen soll, und irgendwie wäre dann immer noch ein Fragezeichen… weil wir eben nicht wollten, dass es öffentlich wird, und wenn du meinst, dass das doch öffentlich sein müsste, dann frage ich mich ernsthaft, wieso? Und wenn, dann wieso auf diese Art und Weise?

Irgendwo verstehe ich aber B, weil er einfach keinen Bock mehr hatte, sich irgendwelche krummen und ungebildeten Vorwürfe anzuhören. Hey, sorry, wenn mich zehn Typen umzingeln und mir an den Kopf werfen, ich sei ne Schlampe, dann zeig ich denen auch nur noch den Fickfinger, dreh mich um und sag: so, ich hab keinen Bock mehr drauf.

Ja, wir/B. haben uns auch nicht vorbildlich dabei benommen, das habe ich an anderer Stelle schon gesagt, aber für mich ist es von größtem Interesse, dass alle Beteiligten einfach mal wissen, dass wir hier nicht gegeneinander kämpfen (müssen).

S kommentierte am Dec 12 09 um 01:43 --replyReply to this comment

Irgendwo verstehe ich aber B, weil er einfach keinen Bock mehr hatte, sich irgendwelche krummen und ungebildeten Vorwürfe anzuhören. Hey, sorry, wenn mich zehn Typen umzingeln und mir an den Kopf werfen, ich sei ne Schlampe, dann zeig ich denen auch nur noch den Fickfinger, dreh mich um und sag: so, ich hab keinen Bock mehr drauf. Genau dass ist es was ich an der ganzen Sache als klügste Entscheidung von B fandt. Lasse doch reden/schreiben bzw. rumnörgeln. Wem’s nicht gefällt, kann gerne etwas dagegen sagen doch man muss den Schreiber doch nicht verurteilen. Ich sehe das was B macht als eine Art Kunst an. Btw. Schon mal aufgefallen b = bukowski ;) Immer diesem B-Sexisten

Thilo kommentierte am Dec 13 09 um 18:05 --replyReply to this comment

“Aber unser Text hat euch/ihr keine Horden an Idioten rübergeschickt, die sie per Mail und sonstwas stalken, das war der wesentliche Unterschied.”

Dass Bastis Beitrag eine ganze Mennge von Menschen da draußen sexistisch beleidigt und angegriffen hat ist kein “wesentlicher Unterschied”?

“Irgendwo verstehe ich aber B, weil er einfach keinen Bock mehr hatte, sich irgendwelche krummen und ungebildeten Vorwürfe anzuhören.”

Das ist übrigens noch so ein Problem von Euch. Dein Ressentiment gegen “Ungebildete”, also alle Leute die nicht wie Du ihre wohlstituierte Portion Bildung abgeholt haben und Bastis Ignoranz über Diskriminierung von Leuten die keine akademische Ausildung haben.

Latte-N. kommentierte am Dec 13 09 um 22:46 --replyReply to this comment

1. Das sind zwei Paar Schuhe. Im einen geht es um das Thema selbst, dass durchaus diskussionswürdig sein mag. Im anderen geht es um ein bestimmtes aggressives Verhalten, dass jegliche Diskussion erschwert oder gar unmöglich macht.

2. Es war hier von ungebildeten Vorwürfen die Rede, und dabei war wohl kaum von der allgemeinen (Schul-)Bildung die Rede, sondern vielmehr darum, inwiefern man sich erkundigt, bevor man jemanden mit Vorwürfen belästigt oder gar beleidigt.

Kommentare sind jetzt zu, ich habe keine Lust mehr auf noch mehr von diesem Quatsch.

S kommentierte am Dec 14 09 um 00:49 --replyReply to this comment

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