Wortklau #2

Veröffentlicht June 30, 2010

Moar Love für die Blogs aus meinem Reader. Heute in der Ausgabe: Feeds, die laut Google Reader zu 100% geöffnet werden.

Der Wedding

Gentrifizierung funktioniert so: Erst gibt es eine Gegend mit vielen günstigen Mietwohnungen. Die Wohnungen sind günstig, weil die feinen Pinkel da nicht hin wollen. Und so kommen eine Menge junger Leute, Künstler und Studenten in dieses Viertel. Nach einer Weile ist es da ganz toll, das kriegen die anderen Berliner und die Berlinbesucher mit, und schon ist dort die Hölle los. Kneipen und Galerien machen auf, Feste werden gefeiert und plötzlich will jeder dabei sein. So ging es mit dem Prenzlauer Berg, mit Friedrichshain oder dem Bergmannstraßenkiez in Kreuzberg. Alles inzwischen in der Hand gutverdienender Bürger, die Mieten sind gestiegen und die jungen Leute sind gegangen.”

“Und wohin sind se jejangen?” will Hotte wissen, nachdem er lange und nachdenklich an seinem Weizenbier gesogen hat. “Na, eben in den Wedding. Diese Leute, die Künstler und Träumer, die Studenten und Existenzgründer kommen jetzt hierher. Das ist der Vorteil, du musst dich gar nicht weg bewegen, die Szene kommt hierher und verändert alles.”

Indigoidian:

Am schlimmsten ist der Vergleich mit denen, die mit einer langen, gesunden Mähne gesegnet sind. Meine Theorie: Solche Frauen schwitzen auch nicht, wenn die Sonne knallt. Weil sie nämlich keine Schweißdrüsen haben. Die heulen auch nicht bei traurigen Filmen, tausend Perlen glitzern in ihren Augen und kleine singende genmanipulierte Schmetterlinge tanzen über ihren Köpfen. Und weil sie nicht schwitzen oder heulen, verläuft auch nicht die Wimperntusche. Diese Frauen sehen nie aus wie Zombies. Nie. Man selbst immer öfter. Ihre T-shirts haben auch nie Knitterfalten. Wenn sie in den Raum kommen, ertönt irgendwo in der Ferne ein Glockenspiel und alle Anwesenden werden plötzlich untenrum ein bisschen hibbelig. Alter. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?

(Und überhaupt, <3 Franzi – heute werde ich mir die Haare mit einer Küchenschere schneiden, zumindest den Pony, weil in Berlin ist ja ein schlechter Haarschnitt ein guter Haarschnitt. Das ist auch der einzige Grund, warum ich hier wohne. Fast jedenfalls.)

Das Kraftfuttermischwerk

“Woche meines Lebens” nennen sie das dann gerne. Und zwar bis sie in Rente gehen. “Woche meines Lebens”.

Burnsters WM Studio

LAHM: Immerhin überall da, wo man ihn braucht. Von seiner Arbeitsauffassung könnten sich die im Netto in der Gartenstraße eine dicke Scheibe abschneiden.

Hipster Runoff

I thought he was supposed to be an ‘authentic artist who cares about conceptual execution’, but this volcano + projector gimmick really ‘failed’ hard. Seems like something you would see at your local high school talent show done by the Tech Theatre department. Really just ‘amateur hour’ for Kanye West. Feel bad for him. Song wasn’t really memorable either. Feel bad that everything has to be so ‘epic’ for him. Thought he could have stolen ‘chillwave’ from indie music and taken it to the mainstream, promoting chillvibes instead of the generic rap vibes.

The Dictionary of Obscure Sorrows

yakkysack

n. a game played while stuck with someone you don’t know in which players toss increasingly random questions back and forth in a blind effort to detect shared interests, a game of conversational Battleship that continues until you realize that their interests are all bunched together in beet farming, the hurdy-gurdy, or shower curtain rings.

You Are Not So Smart

To make sense of the world, we look for cues from our environment whenever we find things we like. The process here is to get back to the good stuff by recognizing the cues which end in reward.

argh

es ist die zeit, in der man aperol-mixgetränke trinkt, das hundreds-album hört, man sich über nieselregen freut, festivaltickets wieder verkauft und einem die sommergrippe nichts anhaben kann, weil man sie nicht bemerkt. es ist die zeit, in der man über sich nachdenkt und ahnt, daß man momentan einen müden remix von sich selbst darstellt, dann aber lächelt, denn man hat vorher „gleichmut“ im wörterbuch nachgeschlagen. außerdem hat man heuschnupfen, und stimmung. ~~

Ich werde ein Berliner

Most importantly, though, they are opposed to the commercialization of football. Elite German people are very good at telling the exact point in time somebody or something has “sold out,” which means it has become popular with the wrong type of German people to a degree that flaunting it ceases to give them that sweet feeling of superiority and importance. Whenever an elite German person starts into another heated rant about how football has become a “multi million Euro” business run by faceless banker-types, and how this has destroyed the true spirit of the game, make sure to nod in perfect agreement, as if you were admiring their politically correct assessment of the evils of capitalism, though the real opinion forming in your head is probably more along the lines of: “Just look at this bitter little man’s mouth open and close!”

 

1 comment in “Wortklau #2”

  1. Babel says:


    meinst du deine Feeds die du zu 100% öffnest? wo kann ich denn sowas nachgucken? will mal aussortieren xD

© Copyright 2009-2011 dragstripgirl · All rights reserved