Introducing
Ich bin mir ziemlich sicher, es gibt einen Grund für diese Blogarmut. Anfangs hatte ich ja noch die Theorie, dass es sich dabei um die unmittelbaren Konsequenzen der Finanzkrise handelt. Arbeitnehmer, die vor einigen Monaten noch mit konsequentem Halbwissen an ihrem Arbeitsplatz trumpfen konnten, hatten ja auch mehr Zeit, ihre Gedanken in die Netzwelt herauszuschreien, während der Chef mit der Sekretärin den nächsten Abstecher in die Karibik plante (“kurzfristiger Auftrag, Schatz!”). Tja, und jetzt, wo die Sekretärin gekündigt ist und die spontanen Kurztrips aus offensichtlichem Mangel ausfallen, hat auch der Chef nichts mehr zum schreiben.
Auch bei mir ist eine gewisse Blogfaulheit eingetreten, obwohl es dem Schreiben selbst keinen Abbruch tut. Das liegt zum größten Teil dann wohl an Alice.

© kowitz
Alice ist weder eine neue Katze, eine neue beste Freundin noch der Spitzname meiner linken Brust. Alice ist das Unternehmen, von dem wir Internet zapfen… moment, falsch. Von dem wir Internet zapfen sollten. Denn bisher ist nicht viel vom virtuellen Lebenssaft bei mir angekommen. Alle drei Sekunden bricht die Leitung komplett zusammen. Man möchte meinen, ich bin verantwortlich für jeden hochgeladenen Torrent der letzten drei Jahre, so belastend, wie sich meine Google-Suche hier anstellt. Aber nein, es ist durchaus Alice.
… wo wir wieder bei der Finanzkrise wären. Sicher, denen ist jetzt bestimmt das Internetbenzin ausgegangen, und wer muss mal wieder darunter leiden! Aha, genau, die Steuerzahler. Die sind völlig empört über Geschwindigkeit, Zensur und Demokratie und rächen sich spätestens zu den Bundestagswahlen bei Zensursula und Co. Bei so viel Wut und Unverständnis bleibt eben keine Zeit mehr zum bloggen. Da wird maximal getwittert und Verschwörung geschrien. Und jeder kocht sich sein eigenes kleines Süppchen auf dem Krisenherd.
Worum es bei diesem Beitrag geht? Eigentlich ganz einfach: Darum, dass es tatsächlich einer Aktion braucht, um wieder mehr als 140 Zeichen auf die Tasten zu bringen. Für dragstripgirl.de soll es gar keine Ansprüche geben, was das betrifft. Das hier, das ist gar kein Blog. Das ist auch kein Magazin. Es ist vielmehr eine Sammlung an denkwürdigen Dingen, und das hier, das war womöglich der längste (halbwegs) zusammenhängende Text, der hier stehen wird. Ohne die Metadiskussion würde das Internet, und das Bloggen selbst, auch wenig Sinn machen.


3 comments in “Introducing”
August 20th, 2009 at 17:50
GROSSER GOTT!, ich mag diese langweilige auswahl von uninteressanten anlässen auf diesem uninspirierten blog jetzt schon. genau das, was so ne öde tüpe wie mich aus trägheit vorm screen hält. werde wohl aus mangel an guten websites hier öfter mal rumkli… *schnarch*
…cken.
meine theorie ist, das sich web 2.0 fürs erste alles gesagt hat, nun luft holt bei rl experiences oder hier im web 3.0 meditiert. 4.0 wird dann noch viel crazier (so otherland-mässig wäre schön)
stichwort blogfaulheit: das mit dem contentschinden, indem du deinen text doppelst, ist allerliebst! :b
5!
August 20th, 2009 at 17:53
Das mit der Textdoppelung sieht zwar gewollt aus, ist tatsächlich aber ein Fehler gewesen. Es gibt Grenzen, die will auch ich nicht überschreiten.
Danke für deinen herrlich erfrischenden Kommentar, so ganz im Kontrast zum anderen Sperrmüll. Aber ich will versuchen, wenigstens hin und wieder mal einen interessanten Op-Ed zu verfassen… diesmal aber ohne Druck ;)
August 20th, 2009 at 18:22
eye know! ich wollts dir auch nur unterstellt haben, bevor du/s bemerkst ;)
und kannst du den comments noch das darstellen von leerzeilen beibringen? lässt meine sich erst richtig entfalten.