Life is a Skateboard
Nichts kann mich so fesseln und gleichzeitig entspannen wie ein Skate Video. Zwar hat mich meine eigene Karriere sehr früh schon im Stich gelassen (sie hörte abrupt auf, als ich “under the influence” mit hohen Absätzen einen Ollie machen wollte um eine Wette zu gewinnen. Der Ollie klappte, der Knöchel knackte), aber die Leidenschaft ist immer dageblieben. Die wirkt sich heute übrigens so aus, dass ich in den Ferien, die ich in Syrien verbringe, die alte, verstaubte PS meiner Cousins raushole und erstmal Tony Hawks Pro 4 einlege. Wenn ich heute noch Songs vom Soundtrack höre überschüttet mich Gänsehaut und ich bin plötzlich in die völlige Stille des hintersten Zimmers unserer Stadtwohnung versetzt, wo mich die Langweile eines heißen Sommers zum Zocken zwingt. Ich kann zwar nicht viel, aber THPS4 zerballer ich noch im Schlaf und mit zwei Fingern).
Und trotz des fetten “Talentfrei!”-Stempels auf meiner Wampe (ich wollte das erste Mädchen mit Profi-Karriere aus unserer Hood sein, dann fiel mir ein, dass meine Mutter Torte gebacken hatte und rannte eilig dem Fett hinterher, das mir heute das Sichtfeld nach unten versperrt) saß ich mindestens drei Sommer lang jeden Tag im Schatten der Quaterpipe, ließ mir die Sonne auf den Bauch brutzeln und beobachtete talentierte Jungs beim Posen, Tricksen und Spaß haben. Wir waren eine kleine, hängengebliebene Mongo-Teenager-Familie. Aber ohne den Skatepark wären wir nicht nur ein paar lärmende Kids gewesen, sondern auch Druffis, Dealer und kleine Arschlochkleptomanen. So wie die Typen, die eben nicht mit uns am Skatepark waren. That’s how we rolled.
An all das erinnert mich das folgende Video von zwei Typen aus Wisconsin, die eine wunderschöne Choreografie an Spaß hinlegen und mir so den Abend versüßt haben. Heute Nacht werde ich von schönen Skatedecks träumen.
Das fette Kind, die Musik und die letzte Aufnahme runden das Ganze nach meinem Geschmack ab. Und wo wir schon gerade dabei sind: mein absoluter Street-Parkour-Skater bleibt William Spencer. Einmal Orgasmus auf Skateboard, bitte. Purer Sex.


3 comments in “Life is a Skateboard”
May 19th, 2010 at 10:14
Mir geht es ähnlich. Meine Skatekarriere nahm mangels Mitskatern und präpubertärem Motivionsmangel ein jähes Ende, Skatevideos kann ich aber trotzdem ständig sehen, genauso Surfvideos. Ich ertappe mich auch auf Parties hin und wieder, dass ich mich aus Gesprächen ausklinke und wie ein Reh im Scheinwerferlicht auf den Bildschirm starre, der eigentlich nur als Hintergrundgeschehen Skatevideos zeigen soll.
May 28th, 2010 at 11:37
[...] Zitat aus Zurück in die Zukunft begrüßen. Die wunderbare Texte bieten. Aber auch einfach mal Schwärmereien über Skatervideos oder die 200 besten Songs des abgelaufenen Jahrzehnts präsentieren. Was Sara mit ihren Sidekicks [...]
May 30th, 2010 at 07:30
[...] ich am gestrigem Abend begruessend in real schuetteln durfte, mag in manchen Genres des Seins “Talentfrei!” erscheinen, fuellt den Raum weniger, basierend auf ihre physikalische Groesse, haptischer Natur, [...]