Outtakes / Drafts

Wenn Expats anfangen Urteile über andere Expats und deren Urteile über Berlin zu fällen, bemerkt man erst, in welchem rekursiven Kreislauf der Selbstinszenierung man sich befindet. Die Bedeutung all dieser Diskurse ist marginal, diejenigen, die diese Stadt ausmachen, sind sowieso nicht beteiligt; sie haben Spaß während der Rest noch nach Wohnungen, neuen Clubs oder neuen Städten sucht.

Pacific Rim ist, wenn man in Guillermo Del Toros Arschloch starrt und enttäuscht darüber ist, dass Scheisse raus kommt.

“Ich wette mit dir, Kracht und Finsterwald hatten zuerst den Namen Finsterworld und dann bei unzähligen Weingläsern abends nach der Arbeit an ihrem kleinen Projekt weitergearbeitet, so lange, bis es fertig war. Dieser Maximilian sieht sogar angeblich aus wie Kracht.”

High School Filme, Radiohead-Musik und nervige Bildungsromane leiten einem den Weg. Drogenexzesse, Steuererklärungen oder Krankheiten in der Familie ziehen einen per Anker auf den erdrückenden Meeresboden der Tatsachen, in dem nur Haie und Riesenkraken schwimmen und dich kollektiv rapen wollen. ABER TROCKENE HAUT. Darauf hätte man mich mal vorbereiten sollen.

Die schwere Atmung eines flauschigen Balls, der auf mir rumliegt und mich vor Liebe wahnsinnig macht. Diese fehlplatzierte Energie explodiert in Albträumen über das Alleinesein, jedenfalls ist das die gängige Interpretation davon. Vielleicht ist es vermessen, am Wahltag über die eigenen emotionalen Abgründe der vollgemachten 25 Lebensjahre nachzudenken. Das Schicksal vieler gegen das Schicksal einer einzelnen Person. Aber die Katze, die relativiert das alles. Dieses Stück Fleisch und Blut, das eigentlich gar keinen Nutzen für mich haben sollte und trotzdem einen hat.

“The Dark Side of Southern Rap”

Also habe ich mich mal zum Thema Pilzsammeln erkundigt. Die Gesellschaft für Mykologie empfiehlt – wenn man jetzt mal deren Worte auf das Wesentliche herunter bricht – einfach keine Pilze zu sammeln. Jeder genießbare Pilz hat ein tödliches Äquivalent. Das ist kein Spiel. Das ist ein brutales Mienenfeld. Anscheinend ist um diese Jahreszeit auch die Konkurrenz groß. Niemand teilt seine Locations. Genießbare Pilze sind, anders als ihre Cousins aus der Abteilung für Geschlechtskrankheiten, nicht einfach zu finden. Es hätte wohl auch aus diesem Grund schon Tote gegeben. Man muss sich die Pilze von PILZSACHVERSTÄNDIGEN prüfen lassen und wenn man den Wald verlässt darf man nur einen Kilo pro Person mit nach Hause nehmen um gewerblichen Handel mit den Pilzen zu untersagen.

Da haben alle schon wirklich an alles gedacht beim Pilze sammeln. Die letzte Bastion der Freiheit – für mich ist das, im Prinzip, der Natur Pilze zu stehlen und sie barbarisch in den Topf zu werfen – ist damit in meiner Welt auch zerstört worden.

“Fashionblogs sind entstanden, weil die Leute einen legitimen Grund brauchten um ständig Fotos von sich selbst zu veröffentlichen. Wenn man das einfach so macht, weil man sich und seinen Geschmack schön findet – wenn man sich vor allem schön findet – dann finden das die Leute scheisse, weil die meisten Leute scheisse aussehen. Aber wenn man sagt, “ich bin mutig, ich benutze meine Fresse als Vorzeigebild für Mode, die ihr euch dann anschauen und gegebenenfalls kaufen könnt”, dann hat man seinen narzisstischen Arsch gerettet, dann ist das plötzlich völlig in Ordnung, eine ganze Generation, die unglaublich gut aussieht, sich auf sich selbst einen runterholt und keinerlei Furcht vor Vorwürfen haben muss.”

Absurditäten bei Seite: ich habe eine Schwäche für starke Frauen, die aus beruflichen Gründen Männer anschreien und dabei immer so aussehen, als würden sie gleich in Tränen aufgelöst zusammen brechen. Orange Is The New Black war so eine Serie, ganz abgesehen von Weeds (Nancy Botwin, der alte Kracher!- meine Lieblingsserie bis zur 7. Staffel. Den Rest, den werde ich Jenji Kohan nie verzeihen).

Die Mischung aus Frauen und Drogen (The Wire, hauptsächlich) ist also bewiesenermaßen mein ganz persönliches High-Life und wenn keine Drogen im Spiel sein können, dann wenigstens Korruption und Intrigen (Suits – Donna und Anwälte, Homeland – wobei, eigentlich doch lieber nicht Homeland).

WARUM TANZT BEN KLOCK SO WIE ER TANZT WARUM

Ich hab vor Jahren mal mit einem alten Blog die erste Phase der Vermarktung von Social Media Plattformen mitgemacht. Damals hat man mir ein Jubiläums-Set von Dr. Hauschka geschickt. Ich war 14 und benutzte Clearasil wie Wasser und hatte keine Ahnung, was ich von diesem Öko-Scheiss zu halten hatte. Ich hab das lust- und lieblos jeden morgen und abends benutzt und habe nie danach gefragt, wer mir das überhaupt geschickt hat und wozu. Ich dachte die Leute lesen halt gerne meinen Blog und schicken mir deshalb Krempel, den sie noch zu Hause liegen haben. Natürlich habe ich nie darüber geschrieben und dann irgendwann die Packungen halb angebrochen weggeschmissen. In vielerlei Hinsicht blutet mein Herz immer noch, wenn ich daran denke.

“Booker, die Immobilienmakler der Clubszene.”

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  1. Pingback: Von diesem und jenen. | Hasencore

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