Chester French // Drop

Man hat das Gefühl, jeden Moment könnte dieses Musikvideo sich in einen Softporno der 90er Jahre verwandeln. Die Art, die man früher heimlich auf VOX nach 22 Uhr geschaut hat, wenn Mama und Papa schon geschlafen haben. Keine Sorge; das einzige, was man fürchten muss, ist zu sehr an die schmerzliche Erfahrung schlechter Popmusik erinnert zu werden.
More

Low Leaf – 1×2 Gästeliste zu gewinnen

Endlich sind auch die Perlen im Hip Hop Buisness angekommen. Da nicht mehr nur eine dominierende Alte, wie es mal Missy Elliot war, den Platz für den Rest versperrt, gibt es zudem auch noch eine breite stilistische Auswahl, sozusagen für jeden was dabei: Azealia Banks, Iggy Azalea, Angel Haze, Nitty Scotty, Schwesta Eva… das Spektrum der Eierstöcke ist im letzten Jahr quasi explodiert.

More

oh boy! (k)ein Berlin-Film

Kreuzberg 61, “Oh Boy” hat noch nicht mal Anlauf genommen. Das Publikum ist jetzt schon völlig außer Rand und Band. Das ist kein sehr eleganter Ausdruck, aber weil er so deutsch und unbeholfen klingt, passt es perfekt zu den geernteten Lachern im ausgebuchten Kino. Von nihilistischer, überlegener Coolness keine Spur – dabei regen die Dialoge maximal zum Schmunzeln an. In diesem Kino rasten die Leute aus. Als stünde Helge Schneider höchstpersönlich auf der Bühne. Vielleicht hängt dieser explosiver Enthusiamus mit dem Humor des Filmes zusammen.

Vorsichtig werden die Seltsamkeit des Alltags ohne Superhelden und die deutsche Sachlichkeit der Gefühle mit ihren Grenzen konfrontiert und in Leichtigkeit gehüllt. Übertriebene, aber unspektakuläre Situationen sind zu liebevollen, wenn auch berechenbaren Szenen komponiert. Die Nähe dieser scheinbar gar-nicht-so-lustigen Lustigkeit zum deutschen Publikum fasziniert bei dieser Vorstellung wohl am meisten. Natürlich handelt es sich hier auch um ein Berliner Publikum – dankbar auch für die Stereotypen, die selbst bei scheinbar so viel Anspruch an die eigene Stadt noch ziehen können.

More

Jessie Ware & BenZel // If You Love Me

Jessie Ware. Diese Frau hat es geschafft, Pferde in meinem Herzen zum Gallopieren zu bringen. Sie laufen in ihrer wilden Schönheit durch Wüsten und Wälder und wirbeln einiges an Staub und Emotionen auf. Ihre Stimme kommt im Gesamtpaket mit einem wunderbar kontemporären Pop-Konzept, dass sich aus der üppigen Schatzkiste der englischen Tanzmusik bedient.

Jessie Ware wird auch bald in Berlin auftreten- im Rahmen der Konzertserie “Introducing“. Dort kann man sich auch noch für die Gästeliste eintragen. Am 19.11. wird sie im Bi “schlechtester Clubname ever” Nuu am Schlesischen Tor zu besten geben und selten habe ich mich so sehr auf einen Pop-Gig gefreut.

More

JETS EP // MEU

Jets, das ist die neue Oberliga-Dancekombo bestehend aus Machinedrum und Jimmy Edgar. Die gleichnamige Debüt-EP ist gerade auf dem hauseigenen Kreuzfriedrich-Label Leisure Systems erschienen. Jimmy sehe ich ab und zu völlig verklatscht durch Kreuzberg flanieren. Der Typ besteht aus nicht viel mehr als drei Knochen und ein bisschen Liebe zur Musik, aber dieses bisschen hat durchaus die Power den nichts ahnenden Besucher auf der Tanzfläche dicke Kullertränen der Freude zu entlocken.

More

How To Dress Well // Konzert Review Berlin

How To Dress Well hat mich überfahren wie ein Betonmischer auf einer schockgefrosteten Autobahn ohne Leitplanken in Russland. Bisher fand ich das lo-fi Geplänkel nur annehmlich und bezeichnete Tom Krell’s kleine Abenteuer der Geräuscheproduktion als typischen White Noise, den ich mir beim arbeiten anhöre. Leider – oder glücklicherweise – musste ich feststellen, dass mir so ziemlich alles entgangen ist, was How To Dress Well richtig gut gemacht hat. Und dass es wesentlich mehr ist als Einschlafgedusel mit einem kriminellen R&B-Twist.

More

Nike Blazer High VNTG ND

Elegante High Tops wie ich sie seit meinen Onitsuka Tiger nicht mehr tragen wollte. Idealerweise wären das keine Blazer sondern Dunks, aber man will den Nike-Göttern ja nicht in die Quere kommen wenn sie die Botten schon mal in ordentlichen Größen produzieren (Girls: die gibt’s von Pygmäen-Size 36 bis Schuhgröße 40, sorry you’re dismissed). Happy thanksgiving, ya bish!

(via Overkill)

Pause Da 90s

Liebe 90er. Ich vermisse euch. Ich vermisse den Samstagmorgen, an dem ich mich schon ganz früh aus dem kuscheligen Bett schäle um früher im Wohnzimmer zu sein als meine Brüder, um die ultimative Macht – die Fernbedienung – für mich zu haben. Ich vermisse es, dass meine Mutter schon freitags die Cornflakes und die Milch so hinstellt, dass ich auch ran komme. Ich vermisse die Pyjamas, in denen ich mich auf den Teppich gesetzt habe, mit perfekt eingeweichten aber noch knusprigen, bunten Cornflakes, den Fernseher einschaltete und mich stundenlang von den schönsten Fantasiewelten Nickelodeons berieseln ließ.

More

Petite Noir // Südafrika

Die Südafrikaner stehen ganz hoch im Kurs der kontemporären Pop-Musik. Im Hip Hop haben sich schon einige kleine Sternchen am Himmel zeigen können. Mit Acts wie Die Antwoord hat sich zudem auch eine kulturelle Annäherung eingeschlichen. Plötzlich ist es irgendwie auch selbstverständlich, neue Bands zu entdecken, die weder britisch noch US-amerikanisch sind, aber mindestens genauso dasselbe Level an Innovation und Sleekness in der Produktion aufweisen können. Das alles trotzdem ohne auf eine gewisse, womöglich heimatverbundene Persönlichkeit zu verzichten, die die Südafrikaner ganz eigenständig mitbringen.

More

S-Type / Billboard

Das Label “LuckyMe”, dass die Superstars der EDM-BassRap-Beats Szene Lunice, Hudsown Mohawk und Jacques Greene vertritt, hat weiteren Zuwachs bekommen. S-Type schließt sich dem erfolgreichen Run seiner glaswegischen Kollegen an und schraubt Beats zusammen, die perfekt in den Zeitgeist passen. Der Produzent hat es mit “Billboard” immerhin dahin geschafft, dass ich plötzlich Lust habe, in einer Superhelden-Montage um den Block zu joggen und dabei von einem kreischenden Publikum angefeuert zu werden. Da letzteres wahrscheinlich sehr schwer zu beschaffen ist, bleibt es dabei, dass ich zerklatscht in meinem Bett liegen bleibe und S-Type mich zum Träumen anstiftet.

Mehr von dem Schotten gibt’s auf Soundcloud.

(via things&kunst)