M.I.A. / BAD GIRLS

Die offiziell heißeste Frau der Welt ist mit einem Banger zurück: Bad Girls, das wieder in einem starken Video von Romain Gavras triumphiert, wird die Lautsprecher in gewohnter Brutalität zerbomben. Obwohl der lyrische Rückschritt irgendwie anekelt, bin ich erleichtert: die experimentelle Soundgeschiss-Phase ist vorbei, zurück zur Pop-Produktion, frei nach dem Motto: Sex Sells und Araber sind voll im Trend. CHAIN HITS MY CHEST WHEN I’M BANGING ON THE DASHBOARD – ein bisschen so, als wäre Lady Gaga in einem neuen/alten Körper erschienen. Soll mir recht sein, denn eigentlich hatte ich nicht mit einem postwürdigen Comeback gerechnet seit Diplo nicht mehr regelmäßig reinhält.

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Hands On The Wheel

With a little bit of crack, little bit of dope
Little bit of smoke, little coke
Little weed, when they on them pills
Little bit of E, little bit of shrooms
Little bit of deuce, what it do, hand on the wheels
And I keep the illest, trillest bitches while I’m swaggin’ it
Crush a bit, little bit, that’s my pursuit of happiness

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A REAL HERO

drive cover ryan gosling

Die herrliche Sprache der Bilder hat das Medium Film-Im-Kino, ein ganzes Konzept des gemeinsamen Starren-Auf-Leinwand, bekräftigt, bestätigt und gerechtfertigt. Zehn Euro für einen kristallklaren Sound, für eine angespannte Atmosphäre, für ein gestochen scharfes Bild und ich habe immer noch das Gefühl, zu wenig gezahlt zu haben (sehr seltener Zustand in meiner Welt, believe brov).

Es ist nicht die Nahaufnahme Ryan Goslings (zugegeben perfekter) Hautpartikel; es ist nicht, wie eigentlich erwartet, die Erzählung, dieser entschleunigte Einblick in eine andere, fremde Welt, die mir so bekannt vorkam- das war es alles nicht (aber auch, quasi zusätzlich). Es war die reine Gewalt der Bilder, die Drive zu diesem einzigartigen Kunstwerk machen, und auch wenn ich nicht für meinen sparsamen Gebrauch mit Superlativen bekannt bin, soll diese Aussage nicht an wert verlieren. Es war die zeitgenössische Ästhetik, eine Mischung aus Heute und Gestern und Morgen, aber in dieser Reihenfolge und dann noch mal rückwärts, die Drive so fesselnd machte- es war die Komposition in formvollendeter Abstimmung mit dem Soundtrack. Es gab keinen Bruch, es gab keine Überraschungen mehr, als der Film erst mal ins Rollen kam, und dennoch waren die Fingernägel in die Sitze gegraben, und dennoch sage ich: Drive ist ein moderner Klassiker. Drive ist das Scarface, auf das meine Generation (sprich: ich) gewartet hat. Ein Ausschnitt, sicherlich, kein Zeitgeist-Objekt, sondern nur die detaillierte Betrachtung einer sehr speziellen und sehr seltsamen Kultur (ganz zu schweigen von der Handlung)… und: Drive hat den Schnittpunkt zwischen Kunst und Unterhaltung verstanden. Drive funktioniert nur im Film; nicht als Geschichte, nicht als Tonabfolge, nicht als Theaterstück. Drive ist nicht nur ein Film, sondern Drive ist für das Medium Film gemacht worden (was sich jetzt, zugegeben, etwas pathetisch und überaus blatant anhört, ist in Wahrheit gar nicht so abwegig: nach all den Sequels, Prequels, Verfilmungen, Fortsetzungen, Remakes und so weiter, ist Drive eine erfrischende Überraschung, die vor allem in Kino dank der großartig umgesetzten (der geradezu PERFEKTEN) Stimmung funktioniert. Filme wie Drive, würde ich behaupten, sind eine Rechtfertigung für den Kinobesuch, genauso etwa wie alle Christopher Nolan Filme sich perfekt in diese Reihe einfügen: Neue Techniken nutzen, um Inhalte darzustellen – und nicht etwa sich Inhalte aus den Fingern saugen müssen, um einen Grund für explodierende Autos zu finden.). Was nicht bedeutet, das Drive keine Verfilmung ist (basierend auf einem Roman, so viel ich weiß) – vielmehr möchte ich sagen, die filmische Umsetzung ist vollständig gelungen, und das macht mich glücklich. Mehr möchte ich von einem Film nicht. Drive spiegelt einfach eine gewisse Macht der filmischen Handwerkskunst wider, die ich überaus gerne nebst all den anderen Faktoren betonen möchte.

Der Punkt, der bei Drive aber im Vordergrund steht, ist immer die Ästhetik; der Style, nicht die tatsächlichen Gefühle oder die Identifikation mit den Rollen. Drive wirkt originell, weil man selten bei einem Film Noir so wenig Noir empfunden hat. Auch das sagt einiges über den Film aus, was ich nicht vollständig als positiv empfinde. Aber das ist mir irgendwie egal; mein Spaß, meine Faszination mögen laienhaft und unbegründet sein und ihr könnt mich für meine Mainstream-Meinung gerne in den Kommentaren zerfetzen, aber ich bin voll Zufrieden.

(Der Drang, Drive hochanalytisch auseinander zu nehmen, in visuellen, kulturellen, philosophischen Kontext zu packen, zu hinterfragen, was welche Elemente bedeuten und wie sie miteinander funktionieren und überhaupt, warum sie so erst VERSTANDEN werden können, ergo welches Wissen der Zuschauer mitbringen muss und wie es das Ergebnis seiner Beurteilung des Filmes verzerrt, wenn er kein Wissen hat, all diese Dinge sind so zweifellos wichtig um schließlich herauszufinden, WARUM Drive so ein guter Film ist. Aber ich will das überhaupt nicht zerbröseln, denn daran werden noch viele Filmstudenten sich den Kopf zerbrechen. Vielmehr war Drive genau der Moment in meinem Leben, in dem ich verstanden habe, was das Abtauchen in fremde Welten, in die Fantasie eines anderen, bedeuten kann, wenn man sich nur darauf einlässt).

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amuse

Pünktlich zur Fashion Week in Berlin veröffentlicht mein Homeboy Nico seinen Kurzfilm für ASVOFF namens “amuse”, der aus einer Zusammenarbeit mit Philipp Humm heraus entstanden ist.

Wer weiß bei so einem kreativen Prozess zumindest teilweise dabei war und im Austausch zugehört hat, weiß auch, wie viel Aufwand, Arbeit, Energie und Kraft in so wenige Sekunden gesteckt werden müssen. Dafür und für das schöne Ergebnis gibt’s einen ganzen Käsekuchen von mir (für mich, mein ich).

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ATTACK THE BLOCK

Was gibt es schöneres, als völlig zugedröhnt an einem lauen Abend in seiner Wolke eingekuschelt den zuckergußartigen Lauten des britischen Singsangs aus dem Ghetto zuzuhören? (Dinge, die noch schöner sind: Steak von glücklichen Rinder, die im besten Fall geklont waren, Pornos mit gut aussehenden Hauptdarstellern, im Winter trotzdem noch sein Smartphone bedienen können weil es Mitte Januar milde 5 Grad draußen sind.) Attack The Block macht aus mir ein glücklich verballertes Rehkitz auf Crack: ein guter Film, der ausgesprochen großartigen Humor zeigt und sich nicht zu ernst nimmt, ohne gleich auf amerikanisches Scary Movie Durchfall Niveau zu abzusinken. Optimale Abwechslung zum Sat 1 Filmfilm den ihr euch so gerne reinzieht.

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Gone Face

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MTHRFNKR

Seit heute offiziell auch Autorin bei MTHRFNKR (ehemals Post-Dubstep), wo ich in unregelmäßigen Abständen Musik-Kolumnen veröffentlichen werde (allerdings auf Englisch). Ich freue mich ausschließlich über positives Feedback.

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The Weeknd / Echoes of Silence

Dass ich meine Best of 2011 Liste noch nicht fertig habe ist vielleicht der glücklichste Umstand des Jahres, denn er erlaubt mir, auch das letzte Mixtape von The Weeknd in meinem Jahresabschluss zu berücksichtigen. Und irgendwie ist das auch der entsprechend perfekte Ausklang für 2011, wo das Jahr doch mit so viel Liebe zu House of Balloons startete und bei Thursday einen kleinen Knick nach unten hatte. Nachdem ich das Mixtape auf einer vierstündigen Zugfahrt mal um mal hören konnte, ohne dass mir ein einziges Mal langweilig wurde oder ich mich ärgern musste, wird klar: The Weeknd ist nicht nur ein großartiger Meister des R&B, er ist auch mein persönlicher Künstler des Jahres. Love, Love, Love. Zum Download.

the weeknd echoes of silence download

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Traditionstanz

Früher war für jeden Berlin so etwas wie das stadtgewordene Studio 54. Jeder – aber wirklich jeder – und seine Mutter hatten ihren Stammclub, manche sogar Stammclubs, Mehrzahl, die sie jede Woche mindestens einmal besuchten. Da waren dann der Legende nach immer die gleichen wunderbaren, schönen Leute. Sie gehörten vor 7 bis 10 Jahren zu denjenigen, die die Stadt zu ihrem jetzigen Wert verhalfen. Sie prägten sie mit ihrem kreativen Hedonismus, mit ihren Ideen der Exzessive, mit ihrer internationalen Freiheit, die sich entgegen der deutschen Steifheit stellte. Die Clubszene war nicht nur ein Teil von Berlin: die Clubszene WAR Berlin.

Die bunten Nächte, die Orte, die es nicht mehr gibt (und offiziell auch nie gab), die unvergesslichen Momente im Stroboskop, die blühenden Beginne einer neuen Partygeneration und das Gefühl von Zusammenhalt und Familie- das sind alles nur noch die Legenden, die vom Winde der Stadt geflüstert werden. Und immer wird der vorwurfsvolle Finger in Richtung der jüngeren Generationen gestreckt: ihr seid verantwortlich dafür, dass es nicht mehr so ist.

Der Mythos “Club” ist in Berlin scheinbar ausgestorben. Nicht, weil es nicht genug Clubs gäbe oder die feierwütigen Menschen von damals zu alt sind (diese Tatsache verstärkt allerdings das Echo des Gemeckers). Ich habe die Vergangenheit nicht miterlebt, nur die Gerüchte, die sich um sie ranken. Dennoch kenne ich das Gefühl, das ein Club – eine Institution der Nacht, des Tanzens, des ausgelassenen Zusammenkommens – mit sich bringen kann. Bevor ich nach Berlin zog verbrachte ich viele Wochenenden mit meinen Freunden im Robert Johnson. Das Leben spielte sich hauptsächlich dort ab. Es war nicht nur die Musik, oder die Nähe, oder der Hype. Es war die schlichte Tatsache, dass jeder dort war. Man kannte irgendwann alle Menschen. Die Crowd war nicht zersplittert in tausende Untergruppen- so wie es heute in Berlin (für mich) ist. Man musste nicht um einen guten Abend pokern – niemanden anrufen, keine Gruppenkoordination, kein Nachtmanagement betreiben. Alle waren da. Das reichte schon.

In Berlin gibt’s sowas für mich nicht, das habe ich auch nie erwartet. Alles ist immer so beliebt, dass man sich vor einem regelmäßigen neuen Influx an Touristen und Zugezogenen nicht wehren kann. Favoriten gibt es durchaus, aber meistens werden die nach groben Musikstil und der Lage ausgewählt. Ansonsten wird nach Abend ausgesucht. Welche DJs, Veranstaltungsreihen, und so weiter. Sehr vielversprechend etwa war ja das Prince Charles seit seiner Eröffnung. Dummerweise kriegen die Veranstalter es immer hin, die Nacht mit ihrem musikalischen Stildurchlauf zu versauen. Vom smoothen “fick mich auf dem dreckigen Boden dieser paradisischen Halle”-Hip Hop bis hin zu “ich möchte harmlose Kitten zersägen”-Drum&Bass Sessions in 10 Sekunden, so schnell hat mir noch keiner die Party vermiest. Das erklärt dann auch das heterogene Publikum. Von gutaussehenden Mitte-Mädchen bis zu Afterwork-Party Charlottenburgern und zwischendrin die obligatorischen Drogenspanier, die nach Speedy Gonzales fragen. Alle sind nach 45 Minuten so abgefuckt voneinander dass der Club um 2 Uhr morgens leer ist. Aber: die 45 Minuten, die man dort verbringt, machen immer viel Spaß, wenn man seine Freunde dabei hat.

Wenn ich heute einen Club machen würde, dann würde ich ihn für meine Freunde machen. Meine Freunde müssten in meinem Club nicht um ihren Abend Poker spielen- sie wüssten immer ganz genau, wer sonst noch da ist. Und der Club wäre schön klein, maximal 200-300 Leute. Weil ja alle meine Freunde auf der Gästeliste stehen und Free Drinks kriegen, würde der Club nach einem Jahr pleite gehen. Aber dieses Jahr wird das schönste Jahr überhaupt, und dann kann ich den Zwanzigjährigen von meiner wilden Zeit in Berlin erzählen, als jeder jeden kannte, als die Clubs noch brechend voll waren mit schönen Menschen, und alle waren wegen mir da (oder so).

Es gibt tausende Clubs, die weiterhin ein festes Publikum haben. Mit denen, die ich kenne, identifiziere ich mich nicht – die anderen übersteigen womöglich meinen Wahrnehmungshorizont. Der Punkt bei all dem ist: ich habe trotzdem meinen Spaß. Es ist halt anders, und es ist nicht immer so, wie es früher war. Aber diese Veränderungen bringen Chancen mit sich. Für Clubs, die sich neu definieren und trotzdem ein funktionierendes Businessmodell aufweisen. Die nicht auf Charakter und Konsequenz verzichten müssen, um zu überleben. Es ist tricky, aber darin liegt die Herausforderung für die nächsten Generationen. Dass das Mama und Papa Clubbesucher nicht passt – who cares? In fünf Jahren werft ihr eure ersten Kinder in die Welt, in 10 Jahren ziehen die jugendlichen Karawanen weiter nach Leipzig und Dresden um dort neue Kulturböden zu etablieren, für die Berlin zu alt, zu teuer und zu ausgeschlachtet ist. So läuft es eben. Die Frage ist vielleicht nur: wie macht man es so sanft und angenehm wie möglich?

Mein Berlin existiert jedenfalls jetzt. Ich bin nicht hier, weil die Clubs so hart geil sind, obwohl ich durchaus meine Momente beim Feiern hatte. Ich bin hier, weil die Legenden und Gerüchte, die sich um diese Stadt ranken, schon Grund genug sind, um meine eigene Story hier zu schreiben. Berlin ist eben immer nur der passende Hintergrund – Protagonistin bleibe ich.

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DRAKE -The Motto / Official Video

Ich kann mich, trotz des widerlichen Versuches, “relay” mit “YMCA” zu reimen, nicht gegen The Motto versperren. Catchy, cocky und lebensbejahend wie gewohnt. Man kann ja immer auch ganz gut über die Inhaltslosigkeit hinwegblicken, solange die Delivery stimmt.

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