Magna Carta Holy… Fail?

Das neue Album von Jay-Z fühlt sich an wie eine Beta-Vision: die Beats, die Beats, die Beats! Diese Zeitalter setzt voraus, dass der Produzent im Vordergrund steht oder mindestens eine Symbiose mit dem perfomenden Künstler eingeht. Ich freue mich ja über die plötzliche Wertschätzung derjenigen, die einst im Hintergrund agierten und nun vor ausverkauften Hallen spielen und damit selbst zur Performance werden (wobei ich mir das im Fall von David Guetta nicht gewünscht hätte, und auch Skrillex und Diplo sollten einfach aufhören, sich selbst im Vordergrund zu positionieren). Herzlichen Glückwunsch, jeder darf alles sein. Kanye West hat bewiesen, dass das die beste Idee aller Zeiten sein kann, bis Hit-Boy kam und das schöne Bild eines rappenden Beatproduzenten zerstörte. Gangster, bleib bei deinen Fruity Loops!

Da sind ja einige wunderbare Namen im Abspann zu finden. Skateboard-P, Swizzy, The-Dream, Boi 1-da, Wondagurl, Travi$ Scott, Mike Will… irgendwie ist das alles jetzt nicht soooo spannend. Ich meine, die Beats sind der Kanller, nicht wahr?

Yet Jay doesn’t seem to love the paintings but rather the social echelons they represent, an elitism somehow more odious than his Tom Ford and Maybach homages. The conspicuous waddling of his auction paddle, like the yearning he expresses to get “bluebloods” to attend his housewarming, is a more alienating class betrayal than hip-hop’s usual aspirational materialism—a transformation not just of circumstances but of identity and allegiance. – Slate

Aber ganz ehrlich, um Beats zu besprechen bin ich nicht hier. Erinnert ihr euch noch an das Narrativ, das Jay-Z seit jeher in seine Alben brachte? Kleine Geschichten, die erzählt wurden, um den Menschen näher an seine Hood, sein Life, seinen Struggle, sein Business zu bringen? Erinnert man sich da noch dran? Wo ist das hin? Holy Dingsbums, mal abgesehen von den nervigen 90s-Remakes (SERIOUSLY?!), ist das lyrische Äquivalent zu jedem schlechten Rick Ross Song ever. Die Liste der Produzenten hätte echt um ein paar Namen zu Gunsten des ein oder anderen Songwriters genutzt werden können.

Jigga hat Geld, y’all. Habt ihr davon schon mal gehört? Ist das nicht schön, 16 Songs lang zu hören, wie er Kunst sammelt und besser ist als die ganzen anderen Cats aus dem Ghetto, aber er ist ja trotzdem Street, weil er es kann.
Und dieser Nas Song…

Yeezus, halp.

Aber: ich pumpe das Teil, als säße ich in einer Mercedes S-Klasse mit Frank Ocean auf dem Beifahrersitz, weil es eingängig ist. Meiner Mutter gefällt das Album auch ganz gut, es fordert jetzt nicht so heraus und bei Losing My Religion summt sie mit. Tom Ford, y’all.

So schlimm ist das nicht. Man hat mir Pasta mit Garnelen versprochen und stattdessen servierten sie mir Yum Yum mit Shrimpsgeschmack, mein ganz spezielles Comfort Food, aber nicht unbedingt für die Seele. Nicht so wild. Ich genieße trotzdem, und wer Hunger hat, der frisst auch Ungesundes.
Die Frage, die sich mir stellt: ist das jetzt der Sound für den Club? Bei dem der Ingenieur aus dem Hintergrund nun auf Kosten des Gesamtwerkes in den Vordergrund gerückt wird? Wenn die Liste der Produzenten eines Albums interessanter wird als die Lyrics, dann wird Musik entleert. Das ganze Braggadocio der Rapmusik ist natürlich seit eh und je da gewesen, aber ging es nicht auch hier beim vermeintlich besten Rapper der Welt um eine Erzählung der besonderen Art?

“Lass uns doch noch mal was über Basquiat erzählen…”

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YEEZUS

Irgendwer hat aus allen möglichen Interviews mit Kanye West eine Art autobiographischen Monolog erstellt (Quellenangaben inklusive). Mein Favorit:

I am so credible and so influential and so relevant that I will change things. (7) I wanna take over the world. And people say, “It’s kinda cocky to think that.” (8) In America, they want you to accomplish these great feats, to pull off these David Copperfield-type stunts, but let someone ask you about what you’re doing, and if you turn around and say, “It’s great,” then people are like, “What’s wrong with you?” (2) Yo, why won’t you let me be great?… Please, I beg you, give me a break! Just let me be great! (9)

Unsympathisch, weil er nicht konform geht mit dem, wie ein Superstar sein sollte, zugleich aber genau so ist, wie sich alle einen Superstar hinter der oberflächlichen, netten Fassade vorstellen. Meine Augen verdrehen sich, bis die Sehnerven einen hübschen Seemannsknoten bilden. Der Typ will dope sein, sagt er. Er ist seine eigene selbsterfüllende Prophezeiung. Das ist ziemlich stark, wenn auch nicht unbedingt “ich habe mich verliebt” stark, sondern eher “der Typ ist schon irgendwie mutig” stark; vielleicht ist er auch eher dumm, wobei ich das bezweifle. Vielleicht ist er ja #based? Vielleicht ist er die Urform des #based-Konzeptes. Vielleicht ist er der schwarze James Franco. Vielleicht ist er wirklich größer als Lil B und seine Posse. Sein Inneres heraus gekehrt, egal wie hässlich es ist, um es zu etwas positivem umzuwandeln.

Er hat seine Tochter wirklich NORTH West genannt. Ich bin so begeistert. Vielleicht doch verliebt.

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A’MILLION at BACKYARD

Eintritt 5 Euro, Musik denkbar schlecht (2. Floor gehört mir alleine, müsst also nicht mal zielen um mit den Tomaten zu treffen). Wer sich die Mühe machen möchte: sharen oder liken oder twittern, eine E-Mail mit Beweislage an contact@dragstripgirl.de schicken und Gästeliste bekommen! Let’s roll together!

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LOVE JIHAD

“Love Jihad” ist ein Titel, der das ganze Leben sehr prägnant zusammenfasst. Gypsy-Sounds vs. MIA-geborene Riot-Punk-Pop-Gören.
Kann man auch mal machen. Das mit den Filtern hätten die sich aber sparen können; wörklich.

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KORELESS // YUGEN EP

Koreless; meine elektronische Klassik. Ein Ausflug in den Weltall, for sure. An Sonnensystemen und Milchstraßen vorbei. Auf der Yugen EP wird die Illusion kleiner Planeten und ihrer Bewohner verlassen; gegen Utopien und Science-Fiction ausgetauscht. Menschheit und ihre vergessene Geschichte, in Melancholie auf der Suche nach Großem, Göttlichen. Im Universum gibt es keine Drumkits, keine Beats, die Massen bewegen. Ein Rhythmus-Vakuum. Keine Kampfdrohnen wie bei Fatima Al-Quadiri, die in kriegerischen Einsatz sind, sondern Expeditionsmaschinen in der Umlaufbahn hinterlassen sphärische Klänge, die sich alienhaft in den Gehörgang setzen.

Es ist roh, eintönig und ohne besondere Höhepunkte. So stelle ich mir eine Reise durch die Galaxien vor. Irgendwann wiederholt sich das schöne Sternenpanorama. Irgendwann ist Dunkelheit da. Yugen ist ein wunderschönes Release, eine musikgewordene Idee. Hätte ich einen Plattenspieler, würde ich sie kaufen.

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Aurora I

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LAMBO

Schön: wie Robbery vorführt, warum Kopien zwar gut funktionieren können, aber dann leider nur noch auf einer parodierenden Ebene.

$VENDETTA hingegen ist an der Aufgabe glorreich gescheitert – genauso wie einige andere Kandidaten auf der Abschussliste “Deutschsprachige Musikkünstler”. Proof of Concept aus den USA klauen – ne, Cro? – samt Marketingstrategie und sich dann wundern, das niemand von Relevanz – also ich – das gut findet. Authentisch wie der Tatort muss es sein, Deutsch bis zum Scheitern, und sich selbst-kritisierend natürlich. Dann glaube ich auch, dass das aus der eigenen Hosentasche gezaubert kommt, dieses Talent und die Innovation “etwas neues zu probieren”. Etwas neues für wen aber? Für wen ist das neu, wenn man einfach nur Texte ins Deutsche übersetzt, ähnliche Beats produziert, denselben Vibe erstellt und damit dann 5000 YouTube-Clicks bekommt?

Da wundert sich doch niemand mehr, dass Agamben tatsächlich behauptet, der Deutsche hat keine Kultur, sondern nur ökonomische Rationalität. Ach, Robbery. Ihr glaube ich noch, dass sie das aus Spaß macht.

Ach, wenn es wenigstens nicht neu, sondern gut wäre! Die deutsche Sprache hätte ja so viel zu geben, aber sie wird dann nur noch auf Abziehbilder aus dem Englischen reduziert. Gottseidank gibt es Haftbefehl.

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LUZIA SIX

Guess who’s back? Als hätte jemand quer durch’s Don Xuan Center “einmal Ente Kross” gerufen, so watschel ich völlig zerballert von einem 10-Stunden-Flug zurück in mein geliebtes Kreuzberg und stelle fest, dass die Arbeit leider genauso auf mich gewartet hat wie ihr auf die Sonne. Wie sehr sich meine abgebrannte Haut von meinen Knochen schälen lässt, dürft ihr aber alle morgen in ganz nah miterleben, wenn ich am Rande der Ohnmacht und vom Jetlag gefickt an den “Turntables” (hahaha) stehe und mit meinen Lieblingsboys ein Set spiele, von dem wir noch keine Ahnung haben, was es beinhalten wird. Beim sechsten Luzia-Geburtstag wird 36 für eine Nacht ins Ghetto verlegt. Die einen kennen es als ranziges Schwimmbad, die anderen als Austragungsort für die Boiler Room Afterparty, ich kenne es nur als Nachbar zur naheliegenden Superkneipe “Magendoktor”; dort habe ich mal gewohnt. Für die Groupies unter euch: wir sind erst spät dran und wer will sich eigentlich Koze anhören, ich meine, SCHON WIEDER?! Geht also zeitig ins Bett und steht zum Sonnenaufgang auf, fahrt zum Stattbad und lasst euch zum Sektfrühstück ein bisschen Bass in die Ohren brettern. Immerhin bin ich der Diplo unter den Amateuren.

Mehr zu den Abenteuern meines Lebens gibt’s dann, wenn ich wieder mehr kann als nur in der Ecke liegen und leise vor mich hin wimmern.

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80days: same same / but different

Am Samstag geht nach Thailand. Also ist es wohl Zeit, euch auch offiziell mit meinem neuen Reiseblog 80days.co bekannt zu machen. Dazu möchte ich auch ein bisschen was erzählen. Könnte lang und ätzend werden, sorry. Ich erwarte trotzdem fett Likes von euch.

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Spring Break, Spring Break

Spring Breakers zu gucken war wie sich in einen Eimer voll Konfetti reinzulegen um dann bei einem Skrillex-Rave durch die Gegend getreten zu werden. Voll schön.

You’ve probably read the synopsis of the film time and time again, the gist being that four girls go on spring break and shit gets fucked up. It’s a simple story, but it’s well-told and should resonate with a generation who are facing high unemployment and feeling so desolate and bored that getting wasted seems to be a reasonable way to escape. (via)

Technisch wie ein Song, visuell wie ein Videoclip; Drogen, Alkohol, Spaß, Sonne. All diese Dinge, die ungezügelte Lust, die Freiheit der Partymomente, der Hedonismus in seiner ganzen Abartigkeit, komprimiert auf einige Minuten von Harmonie Korines absurder Traumwelt. Es kribbelt im Film ständig so unter der Haut, als hätte man selbst gerade eine Pille geworfen. Man ist dabei und mittendrin und völlig hyperaktiv zugange.

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