Die Südafrikaner stehen ganz hoch im Kurs der kontemporären Pop-Musik. Im Hip Hop haben sich schon einige kleine Sternchen am Himmel zeigen können. Mit Acts wie Die Antwoord hat sich zudem auch eine kulturelle Annäherung eingeschlichen. Plötzlich ist es irgendwie auch selbstverständlich, neue Bands zu entdecken, die weder britisch noch US-amerikanisch sind, aber mindestens genauso dasselbe Level an Innovation und Sleekness in der Produktion aufweisen können. Das alles trotzdem ohne auf eine gewisse, womöglich heimatverbundene Persönlichkeit zu verzichten, die die Südafrikaner ganz eigenständig mitbringen.


Petite Noir ist eine Band, die genau das transportiert. Beim ersten Hören der Post-Punk Kapelle kann man leicht den Eindruck bekommen, sie seien ein bisschen spät dran mit ihrem Afrobeat-Shoegaze-Avantgarde-Rock-Pop Sound. Ich höre da ein bisschen Interpol, ein bisschen Harlem Shakes, vielleicht sogar ein bisschen Folkstimmung. Trotz des Lo-Fi Klischees schaffen sie es aber, die Gänsehaut eines Film Noir zu erzeugen, und ich bin mir sicher, dass sie an dieser Eigenschaft auch ihren Namen angelehnt haben. Ein bisschen fasse ich es nicht, dass Südafrika damit schon mal mindestens eine Band mehr mit internationalem Potenzial hat als Deutschland. Ob das Land schon bald maßgeblichen Einfluss in den popkulturellen Sphären auf die Welt haben wird?