4:20
masteredit: habe gerade beim durchlesen das gefühl bekommen, diesen artikel schon mal geschrieben zu haben. um euch trotzdem das gefühl zu geben, dass es sich lohnt, mir beim weinen zuzuhören, füge ich nun einen Kiffersong hinzu der euch an 4:20 erinnert und daran, dass Wiz Khalifa ein Idiot ist.
Es ist 4:20 und anstatt den Morgen mit einer ordentlichen Staffel Scrubs, einer handgedrehten, fetten Tüte und einer Packung Lucky Charms Cornflakes zu starten, huste ich mir die Schleimbrocken aus der Kehle und bin zu fertig um überhaupt aufzustehen. Ich bin weder zu Hause noch bei den Eltern, ich bin nicht im Urlaub aber ich muss auch nicht arbeiten, ich fühle mich, wie in letzter Zeit so oft, in einem unangenehmen Schwebezustand, irgendwo im nirgendwo, der so eigentlich nicht sein soll. Ich bin in Jena, Freunde besuchen, kann man sagen. Aber eigentlich bin ich in einem Zimmer, das ich heute wohl nur noch mit Mühe verlassen werde, und der Rest interessiert mich nicht.
Wie kann es sein, dass ich schon wieder krank bin? Schon wieder alle Symptome der Allergie mit mir herumschleppe, bis sie sich in einer weiteren Nasennebenhölenentzündung manifestieren. Und heute kommt noch dieser widerliche Husten dazu. Irgendwann hat man auch keinen Bock mehr sich über seine Gesundheit aufzuregen. Den ganzen Tag, so wie ich das mache. Aber mich über meine anderen Wehwehchen beschweren macht auch keinen Spaß. Wie etwa: oh man, die Wohnung nicht bekommen, zum 1. Juli wieder raus, wieder 2 Monate Stress und auf Suche sein. Oder: was mache ich jetzt wegen der Geldlage? Oder: oh Gott ich hab keine Ahnung wie ich einen Ausgleich in dieser Situation finde, der nicht darin endet, dass ich irgendjemandem in die Fresse haue.
JETZT ERZÄHLEN DIE MIR HIER AUCH NOCH IRGENDETWAS VON EINER LAGERHALLE DIE SIE MIETEN UND AUFPEPPEN UND ZU EINEM SCHICKEN LOFT UMBAUEN WOLLEN! HAT DENN HIER NIEMAND MEHR EIN BISSCHEN HIRN! Ich bin gerade auch so am Ende mit allem, dass mir nur noch Floskeln einfallen wollen, um diesen Artikel zu beenden. Wie etwa: “Ich bin mit meinem Latein am Ende.” Oder: “Zeit heilt alle Wunden”. Oder: “Buffallo Soldier.. nanananananananana..”
Oder: “Es könnte alles so einfach sein.” Herzlichen Glückwunsch, ist es aber nicht. Und immer wieder drängt sich die Idee auf, doch noch mal wegzufliegen. Nicht um abzuhauen, sondern weil die Zeichen danach ausgerichtet sind. Seit meiner Rückkehr will nichts so funktionieren, wie es hätte funktionieren sollen. Wieso dann nicht wieder Segel setzen und das Angebrochene für einen Neuanfang verheilen lassen? Ach, wenn ich wenigstens ‘ne Tüte hätte. Dann würde ich mich in dieser geschlossenen Gesellschaft, in einer mir fremden Stadt, nicht so vorkommen wie ein Fremdkörper, der hier nichts zu suchen hat. Dann wäre ich entspannt und könnte mich auf Lösungsfindung konzentrieren, und würde hier nicht so verweichlicht rumheulen. Oder vielleicht doch. Meeeeh.


9 comments in “4:20”
April 20th, 2011 at 10:53
read : emotionale klärung von john ruskan
genieß die sonne. alles wird gut. irgendwann!
April 20th, 2011 at 10:54
ja. lesen. das sollte ich tun. wenn ich mir bücher leisten könnte jedenfalls. hehe. oh gott.
April 20th, 2011 at 11:20
ich kann es dir zukommen lassen. zerfetzt – aber noch brauchbar.
April 20th, 2011 at 12:19
Eine verfickte Scheiße ist das doch! Rotzwichskackdreck! Du musst irgendwen zusammenschlagen. Eine andere Lösung seh ich da nicht.
April 20th, 2011 at 14:03
so oder so
April 21st, 2011 at 06:24
boah ja man ich weiß nich was alle an wiz khalifa finden?!
April 22nd, 2011 at 15:50
irgendwie is alles zu leicht zu vereinfachen, wenn man so erstmal in dieser leere ist. es fühlt sich an, als würden bindfäden wie akupunkturnadeln auf deinem ganzen körper dich irgendwohin ziehen wollen. nach einem gespräch denkst du, das ist es. und wenn man sich umdreht ist es doch nur genauso falsch oder schlimmer genauso unbeutend wie alle anderen möglichkeiten. und nichts ist irgendwie, keine ahnung, nichts ist irgendwie schön.wenns dir am morgen zufällig gut geht wartest du am abend schon wieder darauf, dass was schlechtes kommt. ich weiß nicht wann alles so bedeutungslos geworden ist. so moralsachen, die man früher nie angezweifelt hat sind jetzt genauso absurd wie ihr gegenteil. vielleicht ist das übertrieben aber ich stelle mir vor, dass so das gefühl eines fremden am strand ist.
April 22nd, 2011 at 18:54
Kein Geld für Bücher… das kenne ich…
April 26th, 2011 at 17:50
wie wärs mit vernünftig arbeiten gehen?? damit würdest du allen einen großen gefallen tun und dir selbst am meisten. du beschwerst dich immer, dass du für nichts geld hast und wie scheiße die welt ist und dass niemand den arsch hochbekommt und zeigst selbst nicht einen funken interesse an aktiver veränderung. sowas ist für mich reine heuchlerei.