I Know Places

Das wichtigste an Freundschaften, für mich, ist wenn man sich nicht brauchen muss. Das “muss” impliziert immer diese elendige Notwendigkeit eines Freundes; notwendig wie Medizin, notwendig wie Steuererklärung oder Haftpflichtversicherung. Nein, die schönsten Momente und Beziehungen habe ich mit Menschen, die ich brauchen will. Und das wichtigste sind, anders als die meisten Menschen gerne behaupten, eben nicht schlechten Zeiten. In schlechten Zeiten hat man immer noch sich selbst um zu kämpfen. Aber in den guten, da, wo man sein Leben mit anderen teilen möchte, da ist es wichtig jemanden zu haben der es gar nicht erst zum Herunterkrachen kommen lässt.
Und das sind dann so kleine analoge Aufnahmen: wenn alle auf der Tanzfläche stehen und die Fresse halten und keinen Scheiss reden sondern lachen und gegenseitig ihre Gegenwart wertschätzen können. Wenn es voll egal ist, wo man hingeht, weil man zusammen unterwegs ist. Wenn nichts ehrlicher ist als zu sagen, “ich freu mich, dass du heute abend mitgekommen bist”.






5 comments in “I Know Places”
February 26th, 2011 at 20:26
passt gerade wie die verdammt faust aufs auge. viel zu oft haengt man sich in freundschaften, die abhaengig machen. auf welche art auch immer.
February 27th, 2011 at 03:49
Nein, die schönsten Momente und Beziehungen habe ich mit Menschen, die ich brauchen will.
Schön gesagt. (Sollte ich wohl mal einer Dame ins Gesicht schreiben…)
February 28th, 2011 at 11:10
sehr sehr schön und sehr sehr treffend
February 28th, 2011 at 12:19
*lol* ins Gesicht schreiben?!?!? es gibt zwei möglichkeiten, was du gemeint haben könntest: a) ins Gedicht schreiben, oder b) ins Gesicht sagen — wobei b) keine romantisch-behaftete Alternative ist…
March 1st, 2011 at 00:51
Sprachliche Freiheit und wohl eine Mischung aus all dem (und “hinter die Ohren schreiben”). Und “romantisch behaftet”… die Dame muss schon genug Kitsch ertragen *lach* Klare und harte Ansagen sind mitunter nicht so verkehrt, im Gegenteil.