leave my body

Der Nachteil am Chaos findet sich dann in den vergessenen, liegengelassenen, völlig unterschätzten Dingen. Wie etwa: oh nein, der Akku meines iPods ist leer. Oder: mein Feedreader platzt. Oder: 10 Stunden Schlaf in 72 Stunden, eine dicke Nasennebenhöhlenentzündung und Ausbruch des dritten Weltkrieges in meinem Gesicht machen wir irgendwie einen Strich durch die Partyrechnung.
Es beginnt nun meine letzte und wahrscheinlich sowohl stressigste als auch schönste Woche in Berlin, nachdem schon einige schöne und stressige und vor allem sehr bizarre/surreale Wochen vergangen sind. Offiziell nun das erste Mal, seitdem ich in den Kindergarten gekommen bin, nicht mehr an irgendetwas gebunden. Keine Schule, kein Studium, keine Arbeit, kein Hartz4, kein schweren Krankheiten, keine sonstigen Abhängigkeiten. Das erste Mal wirklich frei, und ich liege mit einer fetten Packung Schleim im Gesicht flach rum. Meine Augen tränen, meine Haut juckt, meine Lippen brennen und meine Nase wurde wie mit Schleifpapier zu einem unförmig aufgequollenen Stopfobjekt geformt.
Aber bis jetzt hat sich das alles immerhin gelohnt. Danke auch an Michi Mayer, der maßgeblich an meiner wiedergefundenen Lust auf lange Clubnächte beteiligt war.


2 comments in “leave my body”
September 13th, 2010 at 15:55
Wahre Freiheit ist wohl das schönste Gefühl der Welt. Bis man irgendwann wieder an der Sicherheit festhalten möchte. Ein ewiges Hin und Her…
September 16th, 2010 at 01:37
Geiles Bild, wie eine exotische Schlange, die gerade ins Wasser gleitet.