Was KeineMusik in Berlin für Techno und House sind, sind KIZ seit jeher für Rap. Jeder findet die Jungs irgendwie sympathisch, sie torkeln einem ab und zu auf der Wrangelstraße pöbelnd entgegen und haben immer freshe Sneaker an. Wie eine Boygroup wickeln sie die Ladies um ihre speckigen Wurstfingers, besaufen sich beim ersten Track auf der Bühne mit der Jägermeister-Bong und verbreiten gute Laune, wie man sie sonst nur im Aprés-Ski beim Silvesterknaller mit DJ Ötzi erlebt.

Ihr satirischer, provokanter Rap und ihre lyrische Finesse haben auch mein Herz erobert. Leider haben sie irgendwann anscheinend zu viel gesoffen und beschlossen, mit Swizz Beats zu arbeiten und zu “singen”. Kein Scheiss. Vielleicht sind sie sogar der Usher unserer Berliner Urban-Music Gemeinde. Anständiger, durchschnittlicher deutscher Rap muss MINDESTENS in jedem Song 1. Xavier Naidoo dissen und 2. im seltensten Fall einen epileptischen Anfall auslösen.

Beides wird spätestens seit “Sexismus gegen Rechts” von K.I.Z. nicht mehr eingehalten. Sie gehören bestraft. Für die Verstümmelung einer Legende, eines Genres, einer Liveshow und einer großartigen Reputation. Deshalb werde ich beim Red Bull Soundclash morgen abend nicht den “Hip Hop” Act auf Crack, sondern die Kraut-Hampel von Kraftklub supporten. Das sagt übrigens mehr über K.I.Z. aus als über Kraftklub oder mich.

Eine Nacht im Auswärtsspiel um den harmlosesten Poprockern dabei zu zu sehen, wie sie den Kreuzberg-Gangstern einen Einlauf verpassen – ich reibe mir die Hände vor Freude. Bitch. Wer vom Bett aus zugucken will kann das über den Livestream tun. Massenvernichtungsaffen!

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