Uh, es ist mal wieder so weit: meine Temporäre Favorite Tracks Playlist (die ich in iTunes mit dem spirituellen Namen “Momentum” belegt habe) beinhaltet mehr als (nur) irgendwelche R&B-Rotze, die mir immer im Gehör kleben bleibt. Anders ausgedrückt: eine Version der Favorites, die mir nicht (nur) peinlich ist. Die Songs, die ich finden konnte, habe ich bei Grooveshark in die Playlist gehauen. Let it roll, baby.

Cold War Kids – Audience Of One Seitdem die Cold War Kids “Hang Me Up To Dry” veröffentlicht haben, werde ich bei der Stimme des Sängers zur irren Nymphomanin. Ich hab mir dann mal gedacht, hm, guckst du mal ob der potenzieller Speckbaby-Vater-Kandidat sein könnte. Mhm, ist er nicht. Ich bleibe bei der Stimme und bei meiner Audience Of One.
Juelz Santana – Back To The Crib ft. Chris Brown Was ist erschreckender? Dass ich Santana irgendwie gut finde, dass ich Chris Brown irgendwie gut finde, oder dass ich Chris Brown gut finde, obwohl der unglaublich große Ähnlichkeit zu meinem (übrigens weißen) kleinen Bruder hat? Moment, einen habe ich noch: Ist es eigentlich schlimm, dass ich diesen völlig sinnbefreiten Song gut finde? Oder, was heisst gut: ist es noch mit meiner Menschenwürde zu vereinbaren, dass ich freudig mit dem Kopf dazu wippe und den Song heimlich auf Dauerschleife einstelle? Sagt es etwas über mich aus, dass ich selbst die Katze aus dem Zimmer jage, weil es mir peinlich ist? Hach, Schmalzmusik.
Outasight – Better Late Than Never Wer ist Outasight? Wo kommt der her? Wieso habe ich sein Album Further seit gestern auf der Platte und keine Ahnung, wo es herkommt? Was ist das für ein Genre? Ist es Rap, ist es Hipster Hop, ist es Pop, kann mal jemand John Mayer erschießen? Better Late Than Never, ich bezeichne es mal als Funky Rap Pop. Das ist gerade bei mir hoch im Kurs, wie man dann im Verlauf der Liste noch feststellen kann.
Junior Boys – Bits & Pieces Ja, immer noch. Nachdem das aktuelle Video zum Song erschienen ist, wurde ich wieder Opfer des endlos fetten Beats. Junior Boys, man.
“I see it better when the lights are out
Just give a second and I’ll figure it out (yes I will)
Cause practice is over”
Hrm hrm, sexuell.
Beyonce – Control (Redlight Remix) Ich hasse Beyoncé. Ich hasse Beyoncé zwar nicht ganz so viel, wie ich Christina Aguilera hasse (die hat auch noch 6 Tage Zeit, um das Todesjahr 2009 zu vervollständigen, wenn es nach mir geht), aber oh man, hasse ich Beyoncé. Ich nenne sie ja auch gerne Bieon-se, wie Dekoll-te, weil das einfach viel sinnvoller ist. Anyway, ist aber so eine Art House-Remix, die sind ja eh alle schäbig und haben sozusagen ein Anrecht auf shitty female vocals.
Clipse – Counseling ft. Nicole Hurst LOOK AT THAT ASS JUST BOUNCING / OH GOD I NEED COUNSELINGi. Wie. Geil. Ist. Das. Denn. Seitdem “Til The Casket DropsAtmosphere – Dreamer Da isser ja wieder, der Slug, unser alter Emo-Rapper. Ein tiefsinniger Bericht über das harte Leben einer Ami-Braut, die herzkrank ist, mit 16 schon ihr erstes Kind hatte und die Welt für ihr Schicksal hasst. Also ein bisschen wie das, was Bushido da mal probiert hat, aber in gut.
Yuksek – Extraball (Amanda Blank) Hab ich schon mal erwähnt, dass ich bei Amanda Blank vor schierer Freude fast ausraste? Dieses Weibsbild macht mich fertig in der Butterbirne.. Yuksek macht da irgendwas, was sich schwer nach French Electro anhört, und Blank haut da ein paar überflüssige Lines raus. Extrem catchy, verdammt sexy, und wohl der nächste Clubbanger.
Band Of Skulls – Friends Ich bin ja fast ein bisschen am verzweifeln, weil ich Friends nicht mehr meiner epischen Music of the Decade Liste hinzufügen kann (ich hatte zwar erwägt, es noch reinzuschmuggeln, aber damit hätte ich mich wohl selbst betrogen. Außerdem wusste ich nicht, was man dafür rausschmeissen konnte). Und ein bisschen ist es auch schäbig, weil das ein Song ist, der auf dem Twilight Soundtrack vorkommt (wofür der Song natürlich nichts kann). Jetzt muss ich immer an Vampire denken, wenn ich den Song höre.

Nneka – Heartbeat Ich bin ja überaus rassistisch, was Musik aus deutschem Hause angeht. Ich gebe es ja zu. Aber schlechte Erfahrungen können Menschen prägen, und deutsche Popkultur… ich sag nur “Jennifer Biedermann” und “Toyko Hotel”. Bei Nneka spielte der Zufall eine große Rolle: ich wusste nicht, dass sie Deutsche ist (das ist Nummer eins) und ich entdeckte den Song erst viel später (nämlich vor drei Wochen) auf einem sehr populären amerikanischen Blog (das ist Nummer zwei). All diese “Zufälle” oder meine schwindende Credibility führten dazu, dass Heartbeat vielleicht der beste Song ist, den ich 2009 gehört habe. Da ich das aber über jeden Song sage, kann sich jeder selbst errechnen, wie das gemeint ist.
Dangerous Muse – I Want It All Ich hab das Gefühl, dieser Track wird bevorzugt auf Gays & Friends Partys gespielt. Jedenfalls muss ich mir dabei schwitzende, nackte Männeroberkörper vorstellen, die sich rhythmisch zu stöhnenden Vocals und seichten Electrobeats bewegen. Nicht, dass ich mir je irgendwas anderes vorstellen würde.
Dragonette – Liar Das ist einer dieser Songs, die ich nicht zu oft hören will. Ich muss mich zurückhalten, ihn ständig wieder und wieder einzuschalten. Ich befürchte, dass er mich schon nächste Woche langweilen wird. Augenblicklich ist Liar das beste, was ich in meinem ganzen Leben je gehört habe (wirklich, ich meine es so). Ich will völlig abspasten wenn ihn höre. Da unser heutiges Theme anscheinend auch Sex in Music ist, kann ich dann ja wohl auch hier noch mal hinzufügen, wie erotisch der Track ist. Roar.
Don’t stand too close to me
If you’re left alone with me… ahh!
And leave that door opened
Get someone to keep us companyCause I’ve been making up a list of things I’d do to you
As we would dance on either side of the room
But it’s too late, I’d never say it
Anyway, I’m taken and we’re both leaving with who we came
Peaches – More Erstaunlich, wie viele Frauen in der Playlist sind. Seitdem ich Peaches im Club gesehen habe finde ich ihre Tracks noch viel besser, weil ich genau weiß, wie die alte Schrulle dabei aussieht, wenn sie nackt und verschwitzt (und vermutlich vollgepumpt auf Crack) da On Stage (oder beim Stage Diving) rumkaspert. Da kriegt man gleich das Gefühl, da mitmachen zu müssen. More macht da gut mit.

B.O.B. – Nothin’ On You (ft. Bruno Mars) Ich habe immer noch nicht ganz verstanden, ob nun B.O.B. und Bruno Mars die gleiche Person sind oder nicht, und um ehrlich zu sein tangiert es mich nur wenig. Falls sich also jemand die Mühe machen möchte, bitte sehr. Ansonsten bleibt Nothin’ on You eine wunderschöne Ode an den Funky Hipster Hop-Pop, den ich vorhin schon erwähnt habe (wahrscheinlich habe ich ihn oben aber anders genannt).
Kyle Lucas – Red Button (ft. Mike Posner) Bitte nicht Kyle Lucas in der Bildersuche googeln, wenn ihr nicht auf Anal-Porn (zwischen Männern) steht. Kyle Lucas ist nämlich nur ein etwas bekloppter Rapper, der sich anhört wie ein zwölfjähriger im Stimmbruch, sondern auch ein britischer Schauspieler für Männerfilme. Übrigens ist Red Button, der Original-Track von Mike Posner, ansonsten ziemlich unspektakulär und weinerlich.
“They say I got some sex appeal since my record deal
I’m tryin’ to slaughter beats but there’s nothing left to kill”
Amanda Blank – Something Bigger, Something Better Schon wieder Amanda Blank (wir nennen es jetzt nur noch “The Playlist of Repetitions”), ich krieg die Alte nicht los. Der Track ist die Bombe. Es geht um’s Liebe machen. Natürlich.
Hilary Duff – Stranger Ohne Worte, bitte verzeiht mir. Ich mag Duffster. Last Popstar Standing. Plus: spätestens, seitdem die Alte bei Gossip Girl eine halbe Hauptrolle abbekommen hat, schmachtet mein Herz ihr hinterher. Wie sympathisch kann ein Mensch noch rüberkommen? Und das, obwohl ich ja normalerweise mehr Fan von Drogenmuschis ala Britney Spears oder Lindsay Lohan bin (und “Fan” ist hier ziemlich weit hergeholt. Ich bin meistens recht fasziniert).
Gavin – Stuck In My Head Aha! Das männliche Pendant zu Uffie ist da (und ich meine jetzt nicht Uffie’s Cheap Ass Rap Drops, sondern Uffie’s Auto-Tune Songs á la Robot Ouef). Stuck In My Head ist auch in mein Gehirn geschweißt, pünktlich dann, wenn ich schon alle Hipster-Elekktro-Kapellen aus der Playlist schmeissen möchte. Der Typ ist übrigens so neu in der Blogosphäre, dass er noch nicht mal einen Last.FM Eintrag hat (jedenfalls keinen, den ich gefunden habe). Fresh off the record plate. Gibt’s eigentlich noch Menschen, die MySpace durchcrawlen um neue Musik zu entdecken, die dann so gehypt wird, dass neue Superstars am Rande des Horizonts entstehen? Das habe ich ja früher immer gemacht. Ich behaupte ja immer noch, dass ich Yelle entdeckt habe. Wer etwas anderes behauptet, partizipiert aktiv an Musikblasphemie und wird für immer von entfollowed. Word!
Lloyd – Take It Off ft. Nicki Minaj & J. Holiday Ich habe nirgendswo behauptet, dass das mit dem R&B jetzt vorbei wäre. Überhaupt, wäre ich ehrlich, würden hier noch ganz andere furchtbare Songs gelistet werden, aber ich muss ja meine Reputation aufrecht erhalten.
Sssh, be quiet
cause your body talks louder when you’re silent
In aller Fairness würde ich ja mal behaupten, dass das voll analog zum Junior Boys Song ist.
Fyfe Dangerfield – When You Walk In The Room Gutgelaunte Songs, in denen Sätze vorkommen wie “I can’t help it if I’m happy/I can’t help it if I’m happy not to be sad” (really, Fyfe? REALLY?!), gehören auf die Staatsfeind-Liste und nach Guantanamo, wahlweise Auschwitz verbannt. Wirklich. Reinste Rechtspropaganda, diese Gute Laune. Aber: Fyfe Dangerfield, der Typ der schon bei den Guillemots aussah und sich anhörte wie gerade aufgestanden, dem verzeihe ich das, weil er kein autoTune benutzt und sich irgendwie nicht glücklich dabei anhört. Das kompensiert die Ausgangslage.
Hurts – Wonderful Life Kennt ihr noch Savage Garden und dieses ur-Gestein an Bayern 3 Musik, “To The Moon & Back“? Ohne Mist: Wonderful Life ist GENAU dieses Lied. Es gibt keinen Unterschied. Übrigens mochte ich To The Moon & Back ziemlich gerne, auch wenn ich mir im Nachhinein immer vorstellen muss, dass Cilian Murphy, der alte Psycho, kommt und mich umbringt wenn ich das jemals jemandem erzähle. Cilian, bist du das?
Übrigens: ich bin über Weihnachten hier in Berlin und nehme keine Rücksicht darauf, dass ihr keine Zeit habt um mitzulesen. Mir doch egal.
- ich hab keine Ahnung, ob das stimmt, das ist meine Interpretation der Lyrics und sagt bestimmt nichts über mich aus [↩]
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Comments ( 4 )
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uberVU - social comments added these pithy words on
Jan 23 10 at
06:01
Da sind ja viele feine Songs dabei, aber ich muss dich leider auch ein wenig enttäuschen bezüglich den Junior Boys lyrics. Da wird nämlich “when the lights are on” gesungen. Schade eigentlich mir gefällt die ‘out’ variante auch besser. More sexiness und so.
@Fred: Watt… da ist wohl meine Fantasie mit mir durchgegangen. Mehehehhe.
ich bin bei Champion hängen geblieben. ganz extrem sogar. fast noch extremer als bei Life Change. Counseling schleicht sich auch ab und zu in die Dauerschleife ein.
seit gestern krieg ich I Wanna Rock von Snoopy Doggy Dogge Dogg nicht mehr ausm Schädel.
