Greatest Guy on Earth: Mozart
„Leck mir den Arsch fein recht schön sauber.“ Und ich finde gut, dass ich diesen Beitrag auch mit diesem Satz eröffne, denn er richtet sich an unersättliche Hedonisten, ebenso wie an Kulturpessimisten. Was ich mit diesem Satz sagen möchte, ist nicht etwa das neue Tiefstnievau hier, nein, ich möchte auf ein Stück Kulturgeschichte aufmerksam machen, das höchst vergleichbar ist mit dem Fernsehprogramm der Privaten.

„Leck mir den Arsch fein recht schön sauber“ stammt von Wolfgang Amadeus Mozart, ist ein dreistimmiger Kanon, 1782 in Wien entstanden und trägt die Nummer 382d in seinem Werkverzeichnis. Nicht zu verwechseln mit 382c: „Leck mich im Arsch“ (und nein, das ist weder ein Rechtschreibfehler, noch ein Scherz). OMG.
Als ich mir nun gerade den Arsch abgelacht hatte, insbesondere auch weil das Kommentar von „mssfleischberg“ unter dem YouTube-Video (Ansehen!) vom Autor entfernt wurde (Äh: LOL), bin ich dem Titel dieses Kanons aus Sicht der Volkskunde mal auf den Grund gegangen. Das, was ich bereits während meines Studiums geahnt hatte, hat sich noch einmal bestätigt: Die Hedonisten-Kultur des 21. Jahrhunderts ist nur eine verfluchte kulturelle Renaissance der Wiener Klassik. Vor allem das Hause Mozart: Alles Schmutzfinken.
Mozart, mann, Mozart. Und so obszön und vulgär das alles klingen mag, dieser Sprachgebrauch war einst völlige Normalität in allen Bevölkerungsschichten. Roche, Bukowski, Faldbakken und Konsorten können Stiften gehen. Oder sich eben irgendwas fein recht schön sauber lecken.
In Zukunft spiele ich Mozart auch auf Partys. Aus heutiger Sicht ist der einfach wunderbar subversiv. Wirklich.


6 comments in “Greatest Guy on Earth: Mozart”
November 3rd, 2009 at 23:27
Tja junge. Hast wo auch gedacht das das flötenrondo pure Tanzmusik war. Mann die waren doch alle durch. Wir sind da wohl eher lame. Trotzdem nett zu wissen. Danke.
November 4th, 2009 at 01:26
Bona nox!
bist a rechta Ochs;
bona notte,
liebe Lotte;
bonne nuit,
pfui, pfui;
good night, good night,
heut müßma noch weit;
gute Nacht, gute Nacht,
scheiß ins Bett daß’ kracht;
gute Nacht,
schlaf fei’ g’sund und
reck’ den Arsch zum Mund.
- break -
Ich liebe Mozart am Morgen, es gibt nichts Schöneres zum Frühstück als diese verzuckerten Melodeien. Danach kann man sich dann wieder in den harten Beats des Tages verlieren.
November 4th, 2009 at 01:45
Haha. Wie gut!
Mozart ist halt schon immer ne Geile Sau gewesen!
November 4th, 2009 at 10:15
Ob wir später auch mal mit vorgehaltener Hand kichern, wenn wir einen Bushido Song hören? Hm.
November 4th, 2009 at 20:00
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von saripari, B erwähnt. B sagte: Neuer Post: Greatest Dude on Earth – Mozart http://bit.ly/3CljsU :D [...]
November 4th, 2009 at 21:02
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