Krampf oder Kampf
Irgendwann muss eine ganz gravierende Veränderung in den Köpfen mancher Menschen stattgefunden haben, was S letztens (3 Minuten Jugend) schon verdammt gut auf den Punkt gebracht hat:
“Eine ganze Jugend im Zeitraffer, gefilmt von den grandiosen RADIO ACTIVE Kids. Alles echt, nix gestellt. Grandioses visuelles Kurzpanorama des IST-Zustandes. Das haben American Apparel, die Vice, die Medien, das billige Bier, die vielen Kippen, die gute Musik und unsere Eltern nun aus uns gemacht. So schaut das aus.“
Und der entscheidende Unterschied zwischen unserer Generation und der meiner Großeltern ist der, dass meine Großeltern während des Zweiten Weltkrieges und danach überleben wollten. Wir hingegen wollen irgendwie auf Krampf glücklich sein und lassen dazu kein Instrument ungenutzt, diesen Zustand herzustellen. Nun, meine Großeltern haben überlebt. Viele meiner Generation, geboren in den frühen 80ern und später, kämpfen wie blöd um das Glücklichwerden und laufen dem entgegen. Vielleicht brauchen wir nur ein bisschen länger. Nach dem Krieg stand man vor einer Depression. Im Jahr 2009 ist das genauso. Wir unterscheiden nur nicht mehr zwischen Krampf und Kampf:

[via]
Dinge, können sich manchmal so gleich anfühlen.


7 comments in “Krampf oder Kampf”
October 12th, 2009 at 11:29
Kleiner Fehler: Das Zitat stammte nicht von mir, sondern von Prinz Pi selbst, bzw so stand es auf der Vimeo Seite…
Rock on, brother.
October 12th, 2009 at 11:44
Äh ja, das weiß ich doch ^^.
October 12th, 2009 at 13:42
aaaah man wieso glaubt denn jeder, dass sich jedes mitglied der jugendkultur über americal apparell, chucks und das vice-magazin definiert? hab das video gesehn und das sind meiner meinungen einfach alles gewöhnliche hipster mit definitiv zu viel geld von mama und papa. der jugend zu unterstellen, dass ALLE so sind oder sein wollen, is schlicht ne beleidigung. sorry. aber mir geht die diskussion über so leute unfassbar auf den geist.
aber das zitat übers glücklichzeit is gut.
October 12th, 2009 at 14:12
… Pia, ich verstehe so gut was du meinst; dabei ist es aber eigentlich egal, wie viel gesoffen wird und ob es sich um Hipster oder Nerds oder totale Streber oder ganz normale Menschen handelt… ersetze Vice, Chucks und AA mit X und du hast genau die gleiche Suppe an Menschen, die B. da oben beschrieben hat; Generation “Ich weiß überhaupt nicht, wogegen ich eigentlich kämpfe, aber ich tu es trotzdem”.
Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
October 12th, 2009 at 14:15
@Pia
nun, nein. die sache ist ja, dass jedermann über solche erfahrungen verfügt und auch verfügen sollte. und die tatsache, dass du dich so heftig gegen einen vorwurf, den niemand machen kann, aufregst, zeigt ja auch ein bisschen, was du von lifestyle der heftigen seite hälst.
ALLE können niemals gemeint sein. Und selbst wenn VIELE es wollen, es ist okay, solange man irgendwann aufhört damit. Und selbst wenn nicht, ist das völlig okay für mich.
Es wegzureden, sorry, ist ebenso beleidigend für menschen, die von der anderen seite agressiver auf das blicken. Auch das sollte okay sein.
und: im endeffekt, geht es ums glücklich sein.
ich glaube nur, dass man das glück so nicht finden kann, sofern ich jetzt mal ausgeglichensein unter glück definiere. selbstreflexion und klarheit geht mit glück hand in hand. irgendwann kollabiert das nun mal.
und: seit vielen jahren, steigt die depression unter jugendlichen. das liegt nicht am feiern, nicht am alkohol, nicht an kippen oder chucks. es liegt an der zeit, die man dadurch verbrennt. und je mehr man das äußert, desto mehr reagieren menschen genervt.
und lassen wir mal den ganzen kulturpessimismus beiseite, haben sich die umstände hierzulande für jugendliche drastisch verändert. am ende steht das weglaufen und das immer mehr oberflächlichwerden. sorry, dass sehe ich so. und am ende wirkt man der zeitverkrümmung mit weglaufen entgegen. es bringt nur nichts.
und nichts gegen einen schönen exzess. wenn man zwischendurch mal atmet. das gilt nicht nur fürs partymachen oder für lifestyle-scheiße.
October 13th, 2009 at 20:33
“I see all this potential, and I see squandering. God damn it, an entire generation pumping gas, waiting tables; slaves with white collars. Advertising has us chasing cars and clothes, working jobs we hate so we can buy shit we don’t need. We’re the middle children of history, man. No purpose or place. We have no Great War. No Great Depression. Our Great War’s a spiritual war… our Great Depression is our lives. We’ve all been raised on television to believe that one day we’d all be millionaires, and movie gods, and rock stars. But we won’t. And we’re slowly learning that fact. And we’re very, very pissed off.”
October 14th, 2009 at 08:44
@sven
tyler durden. word.