Creepy 2012, Crispy 2013

Dinge, die ich Ende 2012 nicht gemacht habe: Jahresrückblicke, wildes Feiern, im Schnee ersticken. Das hat sich zur Abwechslung mal gut angefühlt. Diesmal machen wir nämlich folgendes: Jahresvorblicke. Stimmt einen ja auch positiver. Die meisten Leute unterschätzen ja, wie sehr sie sich in der Zukunft verändern. You Won’t Be The Person You Expect To Be. Das ist der Wahnsinn, Leute: wir denken, nur weil wir aus der Vergangenheit “gelernt” haben oder mit einem nostalgischen Schmunzeln zurückblicken können, können wir unser Selbst in die Zukunft transportieren.

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January 7th, 2013 Posted in Crystal Meth | 5 Comments »

EGLITZA

Ich bin nicht hart in meinem Urteil, ich bin nur ein bisschen beschäftigt. Entsprechend ist es logisch und sinnvoll, dass manchmal jemand wegfallen muss, um einen Platz für neues frei zu machen. Das kennt man nicht nur von Freundschaften – neuen und alten – sondern auch aus Beziehungen und komplizierten Liebesgeschichten. Doch in allen Fällen fällt auf, dass sich niemand mehr bemüht. Entweder die Dinge entstehen aus der Leichtigkeit der Gemeinsamkeiten heraus, oder man resigniert vor der Tatsache, dass das Gegenüber kein immanentes Interesse an einer ausufernden Beziehung hat.

Niemand bewirbt sich mehr selbst. In Social Media Manier kann nur noch empfohlen/weitergeleitet/vorgestellt werden. Dabei braucht es manchmal einfach nur ein bisschen mehr Mühe, um Aufmerksamkeit zu erlangen. In einem Meer voller Individualisten schwimmen doch so viele interessante Menschen, dass sie wieder zu einem Einheitsbreit von bunten Farben und Kulturen verschwimmen. Wenn unsere Blicke sich entgegen aller Wahrscheinlichkeit trotzdem treffen, dann lächle wenigstens. Du wirst deine Zeit nicht verschwenden. Du musst nur einen Schritt mehr als alle anderen machen.

June 11th, 2012 Posted in Crystal Meth, Gangster | 9 Comments »

S.C.O.S.A.

Obwohl die Dubstep-Seuche, die mit dem Euro-Trash-USA Movement einherging, nicht unbedingt immer gesund für die gängige Pop-Musik ist (oder, wie soll ich sagen, GENUG IST GENUG), hat das alles auch leuchtend positive Seiten: auch Hip Hop wird transformiert. Flatbush Zombies machen es in einer für Grime typischen dreckigen Art vor: obwohl es amerikanisch bleibt, merkt man, dass er so erst im Jahre 2012 auf Anklang stoßen konnte… Ich will nicht sagen, dass ich begeistert bin, aber immerhin freue ich mich über diese neuartige Seltsamkeit.

March 18th, 2012 Posted in Musik | Comments Off

Akute Lebensmittelvergiftung 2012

Das Leben rauscht an mir wie ein D-Zug vorbei, aber zur Silvesternacht hatte ich die einmalige Gelegenheit, einmal in Ruhe durchzuatmen und meine konstruierte Welt von oben zu betrachten. Genauer gesagt: ich saß auf einem Bett im Urbankrankenhaus vor dem Panoramaausblick und starrte auf den Himmel von Schöneberg, während die Stadt in einem tosenden Feuerwerksinferno erleuchtet wurde. Es war ein sehr fightclubesquer Moment. Das war so ein Augenblick, bei dem ich immer von dieser Überzeugung eingeholt werde, dass er von besonderem symbolischen Wert sein muss, ich diesen symbolischen Wert aber noch nicht so richtig erkannt habe. Trotzdem: in dieser kurzen Minute der totalen Hingebung für Zeit und Raum sauge ich die Bilder und Geräusche auf wie ein ausgedörrter Schwamm und setze die interpretativen Teile für mich später zusammen. Bisher hatte ich mit dieser Strategie noch nie Erfolg, denn auch in Retrospektive sind meine persönlichen, bedeutungstragenden Momente nie so richtig transparent.

Schon wieder war alles anders gekommen als gedacht. Schon wieder hatte ich Pläne, das Leben, sogar meine zukünftigen Gedanken und Taten in Stein gemeißelt und wurde anschließend von der Realitätsdampfwalze eingeholt: dein Leben kann nicht nur aus To-Do Listen bestehen, aus sorgfältig gepflegten Kalendereinträgen, aus unvergessenen Geburtstagen, aus behutsam ausgewählten Argumenten, aus rationalen Überlegungen und vernünftigen Entscheidungen. Die Realität will nämlich Platz, der nicht von dem strukturierten Netz der Sicherheit eingenommen werden sollte, sonst wird dieses Netz nämlich trotz aller Mühe beim Aufbau gnadenlos zerrissen und Realität macht es sich sowieso bequem. Ich kann also machen, was ich will: nicht das Unerwartete ist das Problem, sondern mein Umgang mit dem Unerwarteten. Mein Gesicht kann sich keine Stresspickel mehr leisten. Ich kann mir keine Versicherungen mehr leisten. Ich kann es mir nicht mehr leisten, mich an den weltlichen Aufgaben des Erwachsenwerdens zu zermürben. Jedes Mal, wenn es so weit war, habe ich Entschlüsse gefasst, die doofen Sachen alle abzubrechen “und endlich das zu tun, was ich wirklich tun will”, sprich: Job kündigen, Weltreise machen. Oder Job kündigen, Studium aufnehmen. Und dann noch mal kleinteiliger. Aber am Ende des Tages komme ich trotzdem an den Punkt der Überforderung, an dem ich mich frage:

Warum habe ich so viel Angst davor, zu schnell in die Kurve zu gehen in der Autobahnauffahrt, und was ist bitte so schlimm daran, wenn ein Plan nicht aufgeht? Sicherheiten sind Trugschlüsse. 2012 muss ich hart auf die Fresse fallen, um vielleicht endlich zu verstehen, dass es nicht so schlimm ist, wie ich dachte.

January 4th, 2012 Posted in Gangster | 2 Comments »

2012

FUCK MICHAEL BAY! Hier ist es, das Weltuntergangsspektakel von MC Emmerich, zwei Stunden Klischee-Tsunami, Dolby-Surround-Fremdschämen und eine Achterbahnfahrt in alle Hollywood-Filme, die seit 1980 gedreht wurden! Und glaubt mir, es wäre jetzt einfach VIEL zu einfach, diesen Film in alle Kleinteile zu zerreissen, aber für das, was es war, war es perfekt. My mind: blown! Endlich finde ich meine Hoffnung in Hollywood-Blockbuster wieder, endlich versuchen die gar nicht mehr, einen auf Anspruch zu machen. EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN, MAN!

2012

[Im Folgenden einige willkürliche Gedanken, die man auch als Spoiler empfinden könnte, wenn man noch nie einen Action-Film gesehen hat]

  • Wie lange muss ich eigentlich noch warten, bis CGI echt aussieht?
  • DIE LEGENDE DES INTERNETS WURDE FÜR EINE SCHÄNDLICHE NACHAHMUNG MISSBRAUCHT!
  • Im Making Of war zu sehen, dass Emmerich extra ein Katapult für Autos gebaut hat, die er auf die Straßen krachen ließ. Damit das realistischer aussieht. Die Szene war genau 4-5 Sekunden im Film zu sehen. Da frage ich mich: Oh Gott, was kann man noch für 200 Millionen machen?
  • Amanda Peet als leichenblasse, abgemagerte MILF. GEBT DER FRAU SONNE UND WAS ZU ESSEN, VERDAMMT NOCHMAL!
  • Abspannmusik. Ein richtiger Männerfilm. :D

Weiterin: einige der Klischees, die Verwendung fanden:

  • Ein Auto, dass es gerade so über die sich auftuende Schlucht schafft (in der Autoolympiade unter “Weitsprung” kategorisiert)
  • Ein Mann fällt über den Rand in einen tiefen Abgrund hinein, und jeder denkt er ist tot, aber es ist okay weil dann plötzlich eine Hand erscheint und er sich über die Klippe hochziehen kann
  • Ein Flugzeug, dass vor den Explosionen zu fliehen versucht, im Rauch verschwindet und dann mit unglaublicher Geschwindigkeit wieder aus der Wolke hinausrast (und dann “cut”)
  • EIN COUNTDOWN BIS ZUM ENDE DER WELT!! MAN!!
  • Die Geschiedenen, die sich doch wieder ineinander verlieben, weil sie merkt, was für ein großartiger, selbstloser Mann er ist
  • Der Russe! DER RUSSE! Ich bin so stolz auf E, der hat echt den Russenschrank wieder aufgemacht! Endlich wieder Rassismus im Kino!
  • Der obligatorische Typ, der irgendwann in seinem Leben gelernt hat, wie man ein Flugzeug fliegt. Seriously, wenn ich jetzt vor einem Flugzeug stehen würde und hinter mir auf der Erde der Massenvernichtungsherpes ausbräche, ich würde mich vor das Flugzeug hinlegen,  in Fetusposition einkugeln und leise schluchzen.

… oh, man. 2012. Da werden erstmal viele mit ihrem Gewissen kämpfen müssen, weil ja, ja, der Film ist furchtbar, und es tut weh, aber ich bezweifle, dass auch nur einer gestern im Kino tatsächlich gelangweilt war. Jeder Gag war einfach so gut abgestimmt mit allen anderen Action-Schinken-Gags, man wusste einfach schon, was kommt. Und dann ist das ja nur noch wie das Lieblingsessen, das man zu sich nimmt: nix neues, aber oh so good. Diese grandiose Achterbahnfahrt kann man dahingehend auch nicht mit einer furchtbaren Transformers II Katastrophe vergleichen, wo zwar vergleichsweise viele Sachen in die Luft geflogen sind, der Charme und der amerikanische Emotionslastwagen aber einfach mal gefehlt haben. Aber so eine Kartoffel kann das ja eh besser. Und Emmerich, mit dem kann man bestimmt viel Spaß haben.

November 13th, 2009 Posted in Uncategorized | 8 Comments »