Fuck The Fag

Veröffentlicht October 12, 2011

Es gibt tausende Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Geld und Gesundheit, aber auch stinkende Hände, gelbe Zähne, Umweltverpestung und die Unterstützung einer ziemlich gefährlichen Lobby. Jedes Mal, wenn ich wieder einen Anlauf mache, um aufzuhören, habe ich diese ausformulierte Illusion einer neuen Realität, eines neuen Lebens: ich werde besser aussehen, keine Falten werden sich um meine Augen bilden, ich werde frischere Haut haben und schneller laufen können. Meine Haare werden glänzen, meine Zähne werden wieder weiß, ich rieche nach Holunderblüten und Schokoladenkuchen.

Meine Nase wird nicht mehr laufen, mein Hals wird nicht mehr weh tun, ich werde so viel Geld sparen, dass ich mir innerhalb weniger Wochen auch noch Fett absaugen lassen kann. Wenn ich nur mit dem Rauchen aufhöre, dann ändert sich alles zum besseren. Es ist dieses eine, dumme Laster.

Leider ist es auch genau diese Vorstellung, die mich dann immer wieder zurückwirft. Denn sobald ich aufhöre, sobald mich kein Qualm mehr umgibt, fällt mir erst mal auf, wie sich gar nichts verändert. Ich habe keine Zigarette mehr in der Hand, aber es bleibt alles beim Alten, und die Treppen laufe ich jetzt auch nicht schneller rum. An dieser schwachen Stelle kratze ich mir den Kopf und frage mich, wieso ich mir selbst diese schöne Illusion, “alles wird eines Tages besser, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre” nehme, nur um dann mit der tristen Wahrheit konfrontiert zu werden: nichts wird besser. Ich habe lediglich eine Sache weniger, über die ich mich aufregen kann.

Fuck The Fag · Kategorien: Realwelt · 5 Kommentare
 
 
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